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Liinox

Liinox
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Hey ihr lieben.

Ich wollte mal hören, ob jemand von euch ebenfalls an Agoraphobie leidet.

Wie geht ihr damit um? geht ihr arbeiten? Wenn ja wo?. wie weit könnt ihr Dinge alleine bewelligen und wo müsst ihr stoppen?

Ich habe immer Angst, wenn ich weg von Zuhause bin und damit meine ich nicht 600km in einem anderne Land. es reichen 5-10 km um Nervös zu werden. Morgen einfach mal in eine andere Stadt fahren (20km entfernt)- UNMÖGLICH. das müsste ich erst "trainieren". ich war mal wieder alleine spazieren. 650 meter ca. danach musste ich umdrehen. Einkaufen geht nur in speziellen Läden . ich arbeite dennoch Vollzeit im Pflegeberuf ( Menschen mit Behinderung) und es geht auch alles, solange ich im Haus bin. sobald jemand zum Arzt muss kann ich das nicht wahrnehmen. weil ich einfach Angst habe nicht schnell genug zu fliehen. ich bracuhe immer Fluchtwege ect. Heute hatten wir Supervision und ich kenne das. wir haben das alle 2-4 Wochen aber die ersten 40 Minuten ging es mit so schlecht aus Angst ich könnte nicht zuhören habe angefangen zu Schwitzen und dachte "gleich bekomme ich eine PA". also meine Frage an euch. wie geht ihr damit um. habt ihr Tipps?

10.04.2026 #1


2 Antworten ↓

P
Zitat von Liinox:
also meine Frage an euch. wie geht ihr damit um. habt ihr Tipps?

Radius immer weiter ausweiten. In so kleinen bzw gut machbaren Schritten, dass es zwar noch herausfordernd aber gut machbar ist. Dann den Erfolg feiern.
Und sich mantramäßig (glaubenssatzmäßig) immer wieder sagen "ich bin überall (gleich) sicher", "ich kann mir immer selbst helfen" etc.

Ich konnte mal eine zeitlang nicht ins Büro fahren bzw Strecken über 10km. Ich bin dann erst mit meinem Mann als Beifahrer gefahren. Dann ist er im Auto hinter mir her gefahren, dann Zeit versetzt, dann nur noch auf Abruf, dann brauchte ich ihn nicht mehr.

Für dich kamn das heißen: machen dir 650m Entfernung Schwierigkeiten, übe sie immer wieder bis du dich traust 655 oder 700m zu gehen, dann 800, 1000 etc.
Schaffst du es nicht in Laden x hienein, nimm dir vor, bis zur Ladentür zu gehen, dann in den Eingangsbereich etc.
Es muss immer gut machbar sein, aber leicht herausfordernd. Die Schritte müssen dementsprechend gewählt sein.

Die o g. Mantren unterstützen beim "Überschreiben" deiner neuronalen Angstautobahnen im Hirn. Auch, sich die Herausforderungen in ruhiger entspannter Haltung vorab zu visualisieren, wie du es gut meisterst, kann helfen.

Du hast dir deine Angst fest antrainiert, du kannst und musst sie wieder abtrainieren.

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Astrid63
Also als ich in der Klinik war (ich hatte meine Wohnung lange nicht mehr verlassen), haben wir auch in langsamen Schritten geübt. Erst bin ich alleine bis zum Parkplatz der Klinik und dann Stück für Stück weitere Strecken. Die Schwestern hatten mir versprochen, nach mir zu sehen, wenn ich allzu lange weg bin. Das hat mir ein wenig Sicherheit gegeben. Wichtig ist jedoch, die Angst in der Situation auszuhalten und nicht sofort in die Sicherheit zu flüchten. Sonst klappt es nicht. Noch heute sitze ich im Supermarkt manchmal auf einer Kiste und warte, bis die Panikattacke abklingt. Der Körper muss wieder lernen, dass die Attacke von alleine vorbei geht. Danach einfach weiter mit wackligen Beinen einkaufen. Aber nochmals: es ist ganz wichtig, nicht aus der Situation zu fliehen. Sonst belohnst du dein Gehirn mit dem Gedanken "puh, grad nochmal geschafft. Das war knapp. Hab ich gut gemacht". Es war für mich anstrengend, voller Angst und Schweißausbrüchen. Aber ich habe es geschafft, meinen Radius zu erweitern. Ich bin sogar bis nach New York geflogen. Leider habe ich gerade einen Rückfall und fange wieder mit Übungen an. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das Vermeiden das Schlimmste ist. Leider tue ich das im Moment. Aber ich arbeite dran. Ich wünsche Dir viel Erfolg. Du schaffst das

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Dr. Christina Wiesemann
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