susa

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hi,

ich suche jemanden, der ähnliche ängste wie ich hat(te) und mir beisteht.

die sache ist die, dass ich in ständiger sorge lebe, wir könnten sozial, finanziell abrutschen, obdachlos werden, arbeitslos, pleite, freunde weg, kinder unglücklich und gemieden etc pp.

ich versuche, mein leben optimal zu planen, sparen, vorsorge treffen und da ich auch immer angst hatte, aus unserer mietwohnung zu müssen und aufgrund altersvorsorge und so haben wir uns ein haus gekauft, sehr schön, renovierungsbedürftig, wir haben eben mit den ersten arbeiten begonnen.

das ganze hat mündet nun wieder in angstzuständen. schaffen wir das finanziell, gibt es böse überraschungen, werden wir hier rausmüssen und kriegen das neue haus nicht flott, wie sollen wir die ganze arbeit schaffen, reicht das geld, wohin wenn es nicht klappt.

ich habe angst, durchzudrehen - wie soll ich hier nur wieder rauskommen.

eure
susa

01.10.2008 08:29 • 02.10.2008 #1


7 Antworten ↓


Powerladyiris


schau mal unter Agoraphobie und Panikattacken ganz oben, Dort kommst du zu den Videos. Such dir etwas aus, was dir am sinnvollsten in deiner Situation vorkommt, sie können eine super Unterstützung sein

01.10.2008 10:42 • #2


Artin


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Hallo,

vielleicht bringt es etwas das ganze mal bis zum Ende zu denken.
Das schlimmste was doch passieren könnte wäre dass Du irgendwann beim Sozialamt Harz4 beantragen müsstest.
Aber überleben würdet ihr ja trotzdem.

Und was ist schlimmer?
Diese Vorstellung, oder die Angst davor?

Ich versuche mir immer zu sagen: Es kommt wie es kommt ob man nun Angst hatte oder nicht, darum ist die Angst doch irgendwie überflüssig.
Und ich versuche sie mir dann auszureden. Manchmal klappt das.

Hoffe ich konnte helfen.

LG,
Artin

01.10.2008 13:32 • #3


susa


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hi artin,

vielen dank - ja, das hilft schon.

früher hab ich mich damit beruhigen können, einigermassen. inzwischen habe ich zwei kinder und die verantwortung dafür und ich will dass es ihnen gut geht - ich weiss, nur materiell bringt auch nichts - aber diese verantwortung, die auf einem liegt, macht den umgang mit der angst nicht leichter.

du hast trotzdem 100 % recht - überlegen, was schlimmstenfalls passieren könnte, sich damit arrangieren - dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

wünsch dir einen schönen tag
susa

01.10.2008 15:15 • #4


Finnja


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Hallo Susa,

mir geht es eigentlich ganz ähnlich wie Dir. Ich war schon immer ein ängstlicher Mensch und trug meine Angststörung mehr oder weniger latent mit mir herum. Aber seitdem ich Kinder (drei) habe, hat dies eine andere Dimension bekommen. Die Verantwortung ist echt manchmal erdrückend und so sorge ich mich (wie Du), ob wir das alles so hinbekommen, dass sie ausreichend abgesichert sind. Da gehen mir ähnliche Schreckensszenarien wie Dir im Kopf herum (Verlust der materiellen Absicherung, soziales Abrutschen, aber auch, dass ich erkranken bzw. sterben könnte, bevor sie groß geworden sind.) Allerdings weiß ich auch noch nicht so recht, wie ich besser mit all dem (eigentlich garnicht konkret drohenden Unbill) umgehen soll. Ich versuche es schon ein wenig mit dieser Sorgenkonfrontation. Da suche ich mir dann ein konkretes Horrorszenario aus und spiele dies gedanklich durch (solange, bis ich uns alle gedanklich völlig verarmt leben sehe, den Kindern kaum die Schulsachen kaufen kann usw.). Um sich an solche Gedanken zu gewöhnen, muss man dieses (echt unangenehme Durchspielen) aber oft genug wiederholen.
Mir hilft eigentlich auch, dass ich Leute kenne, die ohne viel Geld (also mit wirklich echt wenig Geld) ihr Kind großgezogen haben und trotzdem den Spaß am Leben nicht verloren haben. Das beweist doch, dass das Leben auch dann noch lebenswert ist...
Nun denn, viel mehr Ideen hab ich jetzt nicht mehr, daher erstmal

liebe Grüße,

Finnja

01.10.2008 18:32 • #5


susa


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liebe finnja

du sprichst mir aus dem herzen. es geht mir haargenau wie dir.

am liebsten würde ich gar nichts tun nur um nichts zu verlieren. aber hat man dann nicht auch verloren ?

heute hab ich mir auch vorgestellt, wie wir alle auf engstem raum ohne viel geld leben müssen - und weisst du was ich gespürt habe, was bleiben wird: liebe. und ist das nicht unendlich viel wert ? ich habe eine perferkt funktionierende ehe und zwei mehr als liebevolle kinder, einen lieben vater, liebe schwiegermutter und eine hand voll erlesene sehr gute freunde. all das kann mir keine bank nehmen.

und doch - uns angstgestörten wird es immer wieder den boden unter den füssen wegziehen.

liebe finnja - wir werden es schaffen !

einen schönen tag wünscht dir
susa

02.10.2008 06:19 • #6


Finnja


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Hallo Susa,

es bleibt uns ja auch garnichts anderes übrig, als es zu schaffen - irgendwie. Schon wegen der Kinder...
Aber mit dem gedanklichen Vorstellen der Situationen, welche Angst machen, kann man die Angst wirklich schon ein wenig in den Griff bekommen. Und je öfter man es macht, desto ruhiger wird man. Ist wohl so eine Art Gewöhnungseffekt. Bestimmt kannst Du auch bald ein wenig lockerer damit umgehen und merken, dass Du einen (bestimmt total unwahrscheinlichen) materiellen Absturz verkraften würdest.
Bei mir ist allerdings immer das Problem, dass ich mich zwar an eine Schreckensvision gewöhnen kann. Kaum hab ich aber Erfolg, so bekomme ich vor dem Nächsten Angst. Ich bin da ganz groß drin, mir immer neue Horrorszenarien auszudenken.
Außerdem finde ich es eigentlich ganz furchtbar, dass ich meinen Kindern so ein Dauer-Angst-Haben vorlebe. Ich versuche es zwar zu verstecken, aber es klappt nicht immer. Ich wäre soo gern mal wieder einfach ganz ausgelassen...
Nun denn,
ich wünsch Dir ein schönes Wochenende (mit viel Ruhe, auch zum "Schreckensvisionen-Vorstellen"),

Finnja

02.10.2008 17:58 • #7


susa


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hallo finnja,

ich wünsch dir auch ein schönes wochenende.

ich versuche auch, alles vor meinen kindern zu verstecken, damit die nicht so werden wie ich.....

....dabei ist mein vater genau so, das hab ich auch erst erfahren, als ich erwachsen war. ist das wohl vererblich ?

also - mein schlimmstes horrorszenario (derzeit) ist: der hausumbau gerät total aus den fugen, die kosten explodieren, wir können uns das haus nicht leisten, es wird zwangsversteigert und wir müssen uns eine mini-kleine-wohnung nehmen. damit werde ich mich übers wochenende gedanklich anfreunden......bzw erkennen, dass das keine lebensbedrohliche situation ist, und man trotzdem schön leben kann.

bis bald
susa

02.10.2008 18:17 • #8



Mira Weyer


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