Ich merke gerade, wie ich wieder aktiv Schlaf meide. Besonders jetzt gerade. Es verdrängt jegliche Müdigkeit, und der Kopf ist voller Gedanken. Ich muss zugeben, ich bin aktuell ziemlich aufgewühlt, die Ferien tun mir irgendwie nicht gut, und fühlen sich schrecklich lang an. Meistens springe ich von Netflix Serie zur Nächsten, oder versuch mich ein wenig mit einem neuen Videospiel abzulenken. Meist bin ich aber eher ratlos und bin froh, wenn der Tag rum ist.
Als ich mich die letzten zehn Jahre quasi selbst isoliert, zurückgezogen habe, und in meiner eigenen "Welt" war, in der das Virtuelle im Vordergrund stand, habe ich das nie so extrem gespürt, wahrgenommen, weil ich einfach zu sehr befangen und zu tief drin war. Aber jetzt, wo ich eine ganz andere Perspektive, und Sicht habe, ich mich total verändert habe, und sich vor allem meine Wünsche und Bedürfnisse verändert und gefestigt haben, erschlägt es mich fast.

Heftig.
Natürlich, ich könnte mich in irgendwelche Spiele hineinflüchten, die Nächte wieder komplett durchmachen, um mich vor Gedanken abzulenken, und wieder die alte Schiene fahren, wenn ich so unklug bin, aber dann merke ich, dass da inzwischen eine Barriere ist, es mich einfach nicht (mehr) erfüllt, reizt, und ich einfach gar nicht (mehr) das Bedürfnis dazu habe. Es hat sich alles eher in einen gesünderen, normalen zeitlichen Rahmen eingependelt, um so trauriger, dass ich jetzt gerade irgendwie keinen Schlaf finde.
Ich habe gemerkt, wie mich das in den Wochen und Tagen vor den Ferien einfach unglaublich erfüllt hat, und mich glücklich gemacht hat, mit meiner parallelen Klasse. Ich war draußen, ich hatte Menschen um mich, wurde abgelenkt, hatte immer was zu plaudern, ich konnte ich selbst sein, was ja so fast zehn Jahre lang überhaupt erst mal gar nicht mehr selbstverständlich war. Das Umfeld tut mir einfach psychisch gut, ich bin dann meist wie ausgewechselt.
Und ich war auch so mit den Vorbereitungen auf die Klausuren beschäftigt gewesen, dass auch gar nicht mehr die Zeit und das Bedürfnis nach PC Kram, oder anderes im Vordergrund standen, so viel wie ich zu tun hatte. Dem gegenüber stehen jetzt aber natürlich die Ferien, wo ich schon wieder allein bin, und irgendwie alles trostlos ist. Ich weiß gar nicht, was ich mit den ganzen Tagen anfangen soll, und selbst wenn ich irgendwohin rausfahren würde, wäre ich ja doch eh wieder allein, die Motivation hält sich da sehr stark in Grenzen. Dieses Bedürfnis, nach gleichaltrigen realen Menschen / Freunden, ohne diesen virtuellen Kram, habe ich all die Jahre verdrängt, aber jetzt gerade fühle ich mich echt einsam, jetzt wo man sich so verändert hat.
Ich wollte einfach mal anmerken, was das inzwischen für ein krasser Unterschied ist, wie man das Ganze empfindet. Im Vergleich zu jetzt, und den vorherigen Jahren, wo das einfach überhaupt keine wirkliche Rolle gespielt hat.