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367

Kermit
Zitat von Michél:
@Kermit Das macht echt Mut. Man muss auf den Körper hören und der hält zudem viel aus. Rational gesehen also alles cool. Hattest du auch ...

Ich hatte solche Panikattacken das ich nicht mal mehr aus der Wohnung bis zum Briefkasten kam 4 Treppenstufen.

Arbeiten ging nicht mehr. Bahn fahren auch nicht... Als dann außer meinem Sohn noch meine Mutter gestorben ist ging gar nichts mehr. Ich nahm nur noch Medis und verlor sogar meine Wohnung weil ich nicht an den Briefkasten konnte. Später starb dann noch meine Lebensgefährtin an Krebs. und eine sehr gute Freundin beging Suizid. Zwischen den Stationären Therapien. Als wurde ich rückfällig. dazwischen. Erst nach der dritten Langzeitherapie zu je 6 Monaten in 3 verschiedenen Psychosomatischen Kliniken ging es langsam wieder bergauf und meine Beschwerden waren weg.

Therapie ist hart an sich zu arbeiten. Ambulant habe ich auch ausprobiert. Vergiss es.

Die Frage nach Schlafproblemen erübrigt sich da wohl .. meinste ich hätte in der Situationen auch nur noch ein Auge zu bekommen ?

War nur mit schweren Benzos möglich.

Ich weiss also von was ich rede.

Aber jeder wie er will.

21.05.2024 13:18 • x 1 #121


Kermit
Zitat von Michél:
@Kermit ich war kurz stationär, aber im KH wollten die mich nur mit Medis vollpumpen .

Ich hatte doch einen Link hier eingestellt mit Videos.Warum schaut der eine oder andere Schlaumeier von Euch die nicht mal an. Da wird der Unterschied erklärt und auch Therapiestätten gezeigt und erklärt wie die Therapie abläuft.

Ins KH gehen und Medis ist was völlig anderes ,als Psychosomatische Klinik.

Unterschied wie Tag und Nacht.

Auch ist eine Psychosomatische Klinik keine Psychiatrische Klinik.

Auch ein riesengroßer Unterschied.

21.05.2024 13:24 • #122


A


Wie eine Panikattacke mein Leben veränderte

x 3


Kermit
Also noch mal das Ganze...

agoraphobie-panikattacken-f4/was-tun-bei-panikattacken-kliniken-ablaeufe-usw-t126949.html

Zum Schluss auf Seite 3 gibts Klink Listen. Postleitzahl eingeben,Klinik raussuchen und im Netz anschauen kostet ja auch nichts.

21.05.2024 13:26 • #123


M
@Kermit wow, was für eine sch. mitgemacht hast. Das ist unvorstellbar, krass wie du das durchgestanden hast. Du bist echt stark, das muss man dir sagen.

21.05.2024 13:34 • x 1 #124


Kermit
Zitat von Michél:
@Kermit wow, was für eine sch. mitgemacht hast. Das ist unvorstellbar, krass wie du das durchgestanden hast. Du bist echt stark, das muss man dir ...

Hat auch insgesamt 3 Jahre gedauert bis ich wieder der neue Alte war. Kindheit im A... Vater Alki...Heimkind 2 Jahre, uvm. Alles noch davor. Schön ist anders.

Mit 24 Vater geworden und 4 Wochen später war mein Sohn tot. Kurz nach Weihnachten.

21.05.2024 13:46 • #125


M
@Kermit Das ist sehr heftig. Das Leben ist manchmal ein richtiger Ar.. Mein Beileid, dass du das mitmachen musstest. Meine Auslöser waren nicht so krass. Hatte 4 Todesfälle zu beklagen dieses Jahr, aber es waren bekannte und ein alter Zockerkumpel. Das hat bei mir dann das Fass zum überlaufen gebracht. Also die Menschen standen mir nicht ganz so nahe. Aber hat gereicht scheinbar.Meine Kindheit war auch nicht so gut. Kann ich mich tatsächlich gut reinversetzten.

21.05.2024 13:55 • x 1 #126


Kermit
Zitat von Michél:
@Kermit Das ist sehr heftig. Das Leben ist manchmal ein richtiger Ar.. Mein Beileid, dass du das mitmachen musstest. Meine Auslöser waren nicht so ...

Ja und der ganze Käse sammelt sich an und irgendwann kommt die erste Panikattacke meist Jahre später völlig unerwartet. Weil eben etwas noch nicht verarbeitet oder ausgelebt wurde,bzw. Gefühle aus Selbstschutz verdrängt wurden. Das muss erst alles hochgeholt werden und raus-gelassen. Möglichst unter Therapeutischer Aufsicht und Führung.

Das geht aber nicht ambulant,denn kaum ist man den Tränen nahe z.b ist die Stunde um und 2 Wochen später fängst Du von vorne an um dahin zu kommen.

Stationär wirst Du in den Gesprächen auch mit und durch andere Betroffenen immer wieder an Dich erinnert irgendwann brechen dann die Dämme und es kommt alles raus.Wut Hass Ohnmacht Trauer Verzweiflung uvm. Das erleichtert dermaßen das die Ängste völlig weg sind.

Dann wird erst Dein Verhalten geändert um zu verhindern ,das Dein Unterbewusstsein wieder irgendwo Gefahren sieht,wo gar keine sind.

Denn nur dann entstehen Panikattacken.

21.05.2024 14:08 • x 1 #127


SteveRogers
@Kermit
Tut mir sehr leid, deine Geschichte zu lesen. Ich habe Respekt vor Menschen wie dir, die so viel mitmachen und es dann schaffen, sich da rauszuziehen!
Zusätzlich ein danke an User wie dich (oder auch @Vendetta1981 ), die es ja geschafft haben, ihre Ängste wirklich in den Griff zu bekommen, sich hier aber trotzdem für uns alle abtun, uns zu helfen. Ihr müsstet das wahrlich nicht, denn wie schon vorher im Herzangst-Haupt-Thread geschrieben, geht ihr durch das weitere Mitwirken in diesem Forum hier ja auch ein klein wenig Risiko ein, an der ein oder anderen Stelle wieder alte Wunden aufbrechen zu lassen durch ständiges Getriggere.
Ich bin da ehrlich und wüsste nicht, ob ich (wenn ich komplett ok wäre) hier noch unterwegs sein würde. Helfen ist immer eine Motivation, keine Frage, aber ich kann auch verstehen, wenn einige User sich dann irgendwann (wenn sie es geschafft haben) hier abmelden und zu ihrem eigenen Schutz nichts mehr wissen wollen von diesen Themen (sich also nur noch mit den schönen Dingen des Lebens beschäftigen).

Also danke an so User wie euch, dass ihr das hier macht.

21.05.2024 14:27 • x 3 #128


Kermit
Zitat von SteveRogers:
@Kermit Tut mir sehr leid, deine Geschichte zu lesen. Ich habe Respekt vor Menschen wie dir, die so viel mitmachen und es dann schaffen, sich da ...

Gerne. Wenn man durch die Hölle gegangen ist bekommt man eine andere Sichtweise der Dinge und auch durch Therapien Abstand zu sich selbst.

Das ermöglicht einem dann anderen zu helfen, die in einer Problematik stecken in der man selber einmal war.

Wenn nach Jahren die Ruhe und innere Mitte wieder vorhanden ist und man angekommen ist macht man sich Gedanken.

Warum also nicht helfen wo Hilfe benötigt wird. Zumal man gerade wenn man unter Ängsten Panik und anderen psychosomatischen Erkrankungen leidet meist als faul oder lächerlich hingestellt wird, weil die Leute eben keinen Gibsverband sehen wie bei einem gebrochenem Bein.

Wer es selbst nicht erlebt hat, weiss nicht von was er spricht.

Da ist es doch sinnvoll als alter Hase seinen Senf dazuzugeben.

Scham ist da völlig an der verkehrten Stelle.

21.05.2024 14:40 • x 3 #129


SteveRogers
Zitat von Kermit:
Wer es selbst nicht erlebt hat, weiss nicht von was er spricht.

Sage ich auch oft und es ist leider so.
Daher fühle ich mich in meiner Selbsthilfegruppe auch so wohl.

21.05.2024 14:44 • x 1 #130


M
Zitat von Kermit:
Wer es selbst nicht erlebt hat, weiss nicht von was er spricht.


Das kannst du laut sagen, diesen permanenten Angstzustand zu haben ist einfach nur eine Katastrophe. Ich habe es auch erst vor kurzem und ich hatte dazu gar kein Gefühl. Wenn ich meinen Job als Sozialarbeiter wieder aufnehmen kann, weis aber jetzt von was ich dann rede. Falls ich diese Krise überstehe, sehe ich einen Vorteil in meinem Job. Aber ich glaube das ist noch ein langer Weg. Und von mir auch ein Danke an Euch die ihre Hölle schon durch haben und hier den Menschen Mut machen .

21.05.2024 15:12 • x 2 #131


SilentRoG
Zitat von SteveRogers:
wenn einige User sich dann irgendwann (wenn sie es geschafft haben) hier abmelden und zu ihrem eigenen Schutz nichts mehr wissen wollen von diesen Themen

Klingt für mich aber nicht nach geschafft sondern verdrängt.

21.05.2024 16:10 • #132


Kermit
Ihr müsst Euch das so vorstellen. Irgendwann gab es ein Traumata. Kann als Kind im Alter von 3 Jahren gewesen sein, oder man lebt in einer toxischen Beziehung und redet sich ein der Partner würde sich ändern. Tut er aber nicht.Oder man hatte Todesfälle oder zu wenig Liebe seitens der Eltern bekommen und hat versucht durch Leistung Liebe zu erkaufen, oder man hatte eine schlechte Kindheit oder oder oder. Das kann vieles sein.

Oftmals erinnert man sich noch nicht einmal daran weil das Hirn in kindlich oder nicht aus Selbstschutz diese Sachen verdrängt hat .

Jahrzehnte später bekommt man dann seine erste Panikattacke.

Nun passiert folgendes: Kleinhirn oder auch Unterbewusstsein welches wir selbst ja nicht erreichen können bewusst registriert irgendwo bei irgendeiner Gelegenheit einen Geruch,eine Stimme,Sprachfetzen,eine Farbe oder eine Situation die das Unterbewusstsein an das früher erlebte Traumata erinnert.

Da wir das nicht bewusst mitbekommen wundern wie uns warum wir plötzlich körperliche Symptome bekommen...dabei passiert lediglich etwas völlig normales....

Stellt Euch vor, es steht plötzlich mitten in der U-Bahn ein Löwe vor Euch der Euch böse anbrüllt.

Was passiert im Körper was wir bewusst gar nicht spüren vor lauter Löwe ?

Der Körper wird auf Flucht oder Kampf eingestellt. Das heißt, Kleinhirn an Niere,Adrenalin ausschütten Gefahr. Niere..OK mach ich. Adrenalin sagt in Ordnung...ich verenge die Arterien, lasse den Puls ansteigen,und veranlasse im Hirn-Stoffwechsel die Nerven auf das äußerste antusoannen um so schnell wie möglich reagieren zu können....

Ergebnis...Adern verengen sich ( Blutdruck steigt.. Rauschen in den Ohren Druckgefühl im Kopf )

Die Muskeln müssen vermehrt mit Sauerstoff versorgt werden. Also ( Herzschlag steigt an, Herz-Rasen, Herzstolpern wenn's nicht gleich so schnell geht. )

Der Blutdruck steigt an. Druck im Kopf, Druck auf den Ohren, Schwindel,flauer Magen,weiche Knie. )

Das sind alles völlig normale Abläufe. Wenn......ja...wenn besagter Löwe tatsächlich vor einem steht.

Nun sehen wir aber keine Gefahr, Spüren jedoch die gleichen Symptome.

Da wir diese durch unsere Unwissenheit jedoch nicht zuordnen können fantasieren wir uns zusammen, das hatte ich nicht nie,gleich muss ich sterben, jetzt isses gleich so weit und ich fall um ect.pp

Das macht uns noch mehr Angst es wird nicht mehr Adrenalin ausgeschüttet und endet dann in einer Panikattacke.

Das ist das ganze Problem. Der Rest ist Makulatur.

Angst bekommen das die Angst nochmal kommt und in einer Panikattacke endet usw.

Doch das zu verstehen gehen wir den für uns logischen Weg und es beginnt das Ärzteshopping und das hipochondrische sich krank googeln.

Auf der Suche aus lauter Verzweiflung das es etwas körperliches sein muss, weil man das ja einfacher heilen könnte.

Vergesst es. Ihr verschwendet Zeit und Geld. Weil Ergebnis wird immer sein.Sue sind körperlich kerngesund.

Stimmt ja auch weil ihr an der verkehrten Stelle sucht.

Seele hat keinen Mund. Also wie macht sie sich bemerkbar ? Richtig. Über den Körper. ( Herz,Magen, Schlafstörungen, Kopf-Schmerzen, Ängste Panikattacken) , in der Hoffnung das wir eingebildeten und von sich selbst überzeugten Alleswisser endlich mal auf die Symptome hören und auch nicht fragen was habe ich z.b. an Herzen weil das immer so rast,sondern man sich lieber mal fragen sollte was hat mit dem Herz zu tun ?

Liebe. Richtig. Partner,Eltern Kind Beziehung, Gewalt,Mißbrauch,Vater oder Mutter die geschlagen haben,einen Partner eine Partnerin die toxisch (giftig ) für die Beziehung war oder ist,und und und.

Gab es früher etwas, macht einen etwas Druck, hat man ein bescheidenes Arbeitsverhältnis und und und.

Da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Herausfinden,unter Therapeutischer Aufsicht alte Wunden öffnen, Gefühle ausleben und rauslassen. Und schon ist das Herzrasen weg, die Angst verschwunden und es wird Euch ein Stein vom Herzen fallen.

Dann erst beginnt die Therapie. Alte Verhaltensweisen Weg trainieren mit Feldübungen in der Gruppe (,was ambulant auch nicht funktioniert)

und die Umsetzung für später draußen außerhalb der Therapie das Erlernte dann auch Umsetzen zu lernen.

Vielleicht ist es dem einen oder anderen ein Trost das der Löwe der das alles auslöst verborgen in Euch steckt und sich ab und an mal meldet.

Keine Angst. Ihr sterbt davon nicht. Doch man sollte etwas dagegen tun bevor sich das Tierchen manifestiert und nicht mehr raus will. Das geht nunmal am besten stationär. Aber nicht in einem normalen KH und auch in keiner Psychiatrie.

Sondern in einer psychosomatischen Klinik.

21.05.2024 16:40 • x 3 #133


M
Zitat von Kermit:
Doch das zu verstehen gehen wir den für uns logischen Weg und es beginnt das Ärzteshopping und das hipochondrische sich krank googeln

Oh ja, das war wirklich übel. Denn du bist verzweifelt, da somatisch nichts ist. Und die Panik wächst durch die Ungewissheit. So war es bei mir . Ich habe das mit den Panikattacken so spät gecheckt. Erst als es schon sehr fortgeschritten war und mein Schöaf komplett fragmentiert war, wusste ich was es war. Jetzt habe ich dafür eine Schlafstörung und Angst vor dem aufwachen. Die Hypochondrie ist jetzt komplette darauf fixiert. Zudem macht mir das wiederum sorgen, dass ich den Schlaf noch zurückbekomme. Aber klar denken war einfach nicht drin. Und psychosomatische Symptome schreibt man sich meistens ja nicht gleich zu. Gibt vielleicht ein paar Glückliche die das schnell checken und gleich daran arbeiten. Reine Panikattacken , wenn schnell erkannt sind auch sehr gut behandelbar. Aber wenn man es nicht gleich checkt wird das immer schlimmer.

21.05.2024 16:55 • x 1 #134


illum
Hi @Kermit

Zitat:
Doch das zu verstehen gehen wir den für uns logischen Weg und es beginnt das Ärzteshopping und das hipochondrische sich krank googeln.


Nur gehe ich ja nicht in die NFA, weil ich eine Panikattacke habe, sondern ich bekomme Panik, weil ich Symptome habe, die ich, obwohl ich seit meiner Kindheit wiederkehrende Phasen von Panikattacken kenne, nicht der Angst/Panik zuordnen kann.

Und diese Panik vor einem Löwen, der nicht aussieht wie die anderen Löwen, sondern wie ein richtiger Löwe zwingt mich dann zu den Ärzten bzw. die NFA - weil mich der Instinkt zu überleben zu wollen dazu antreibt.

Ich habe ja, falls Du Dich noch grob dran erinnern kannst, seit Monaten ne Gastritis unbestimmter Ursache, dumpf-stechende Schmerzen in der rechten Ober/Unterbauch/Flanke (im Stehen/Gehen, im Sitzen nicht) und immerwieder am Tag das Gefühl einer Unterzuckerung oder Überhitzung des Körpers.

Nun sagt mir meine HÄ jedoch - obwohl sie mir eine Überweisung zur Darmspiegelung gegeben hat - dass die drei Dinge auf eine vegetative Dysregulation oder autonome Funktionsstörung hinweisen, die durch Stress/Angst bedingt sind. Ergo somatoforme Störungen.

Ich als lebenslanger Angstpatient, der sich in den letzten Jahren aber einen feuchten Kericht um wochenlang anhaltenden Husten udgl. gekümmert hat, stehe jetzt dennoch mit einem Bein in der Klinik (weil der Antrag für die psychosomatische Reha ewig dauert), weil die neuropsychiatrischen Begleitsymptome (sprich die Angst/Depression) aus Sicht der Ärzte nicht proportional zur Symptomatik stehen, denn andere Menschen würden nicht derart stark darauf reagieren.

Nur was genau ist dann mein Ziel dort? Zu lernen, dass ich körperliche Symptome ignorieren soll, die vielleicht, aber nicht mit empirischer Gewissheit, durch Stress hervorgerufen werden?

Ich verstehe den Punkt, dass ich mit mehr Ruhe die Symptomatik nicht als derart schlimm empfinden würde, nur war es andererseits zeitlebens diese Unruhe, die mir in solchen Situationen immerwieder den A. gerettet hat, weil ich nicht akzeptiert habe noch eine Woche mit Zahnschmerzen auszuhalten, weil der Zahn ja irgendwann von alleine absterben wird.

21.05.2024 17:48 • x 2 #135


SteveRogers
Zitat von SilentRoG:
Klingt für mich aber nicht nach geschafft sondern verdrängt.

Vielleicht kann man es auch Verdrängung nennen, ja, aber selbst dann würde ich es nicht pauschal als negativ sehen. Es kann auch einfach das Konzentrieren auf die schönen Dinge im Leben sein. Das kann man Leuten nicht übel nehmen, die das tun finde ich.

21.05.2024 18:45 • #136


FrancesTheMute
@Michél
Danke für deine Ausführungen und deine Geschichte. Wir haben definitiv einige Schnittmengen und ich kann mich gut in dich hineinversetzen. Mich frustriert aktuell am Meisten dieser Käfig, welchen ich mir selber auferlege um zu funktionieren. Sich selbst bei allem zu limitieren, nicht an seine Grenzen zu gehen und teilweise auch nicht seinen Hobbies nachgehen zu können, weil die Angst lauert bzw. mich beschneidet. An diesen Tagen versuche ich das neue Jetzt zu akzeptieren. Das ist für mich sehr schwer, weil es entgegen meinem Naturell ist. Gab im Thema schon ein treffendes Beispiel, der Verletzte der im Rollstuhl sitzt und erst wieder das Gehen lernen muss - das muss man erst mal schlucken.
Mein Verhalten ähnelt oft dem allessehenden Auge von Sauron aus Herr der Ringe. Jedes Symptom wird unter Augenschein genommen, möge es noch so klein und vermeintlich unbedeutend sein. Das hat bei mir aber auch abgenommen, weil's mir mit der Zeit zu anstrengend war alles zu hinterfragen. Bei richtig unangenehmen Dingen schau ich dennoch genau hin.

@Kermit
Vielen Dank für deine Ausführungen und deine intimen Beiträge. Dank Menschen wie dir, schöpft man als Betroffener auch an dunklen Tagen Hoffnung, weil man weiß es gibt ein Licht am Ende des Tunnels. Werde die Möglichkeit einer Reha/Klinik diese Woche mit meinem Psychiater besprechen.

@SteveRogers
@Angstmaschine
@SilentRoG
Auch euch ein herzlliches Dankeschön für eure wertvollen Beiträge. Mit eurer Mithilfe haben wir schon einen sehr hilfreichen Thread erschaffen, der hoffentlich vielen Betroffenen eine Hilfestellung und Mut geben kann.

@illum
Mich erinnert das an die ersten paar Tage nach der PA. Diese kognitive Dissonanz war für mich ein dermaßen unbefriedigender und zermürbender Zustand. Wann wäre für dich der Punkt erreicht, an dem du die Symptome als tatsächlich psychosomatisch einordnen könntest?

21.05.2024 21:08 • x 3 #137

Sponsor-Mitgliedschaft

SilentRoG
Zitat von SteveRogers:
Das kann man Leuten nicht übel nehmen, die das tun finde ich.

Das hat mit Übel nehmen auch nichts zu tun. Aber wenn du etwas nicht machst, weil es dich triggern könnte, dann ist das doch keinesfalls ein Sieg, sondern Vermeidung.
Also eigentlich das komplette Gegenteil.

21.05.2024 21:10 • x 2 #138


illum
@FrancesTheMute

Zitat:
Diese kognitive Dissonanz war für mich ein dermaßen unbefriedigender und zermürbender Zustand.


Jup. Das frisst einen mental auf.

Zitat:
Wann wäre für dich der Punkt erreicht, an dem du die Symptome als tatsächlich psychosomatisch einordnen könntest?


Mit einer medizinisch-fachlich sauberen Herleitung, die mir die Kausalzusammenhänge erklärt, warum meine Symptome psychosomatischer Natur sein sollen.

Denn aktuell habe ich dafür keinen Beleg, außer küchenpsychologischer Schlussfolgerungen von Fachärzten, die meine eigenen Vermutungen für ihren Befund genutzt haben, weil eine ausführliche Anamnese länger als 5 Minuten dauert - denn länger habe ich mich mit den Ärzten im KH nicht unterhalten können.

Zum Bleistift die erhöhten Calprotectin-Werte, die auf den Durchfall vom Escitalopram geschoben wurden, obwohl ich dem Oberarzt erklärt habe, dass ich den Durchfall schon seit Wochen hatte.

Bei der nächsten Visite - drei Tage später - war diese Info vergessen und der Abschlussbericht für mich dem Zeitdruck geschuldet.

Genauso wie die nicht erfolgte Sono und Darmspiegelung, von der der OA gesprochen hat und auf die ich jetzt seit 3 Monaten warten muss.

Ich habe - wie ich mal in einem anderen Thema erwähnte - Krankenpfleger gelernt und meinte Untersuchung war hingestolpert und nicht der breiten Symptomatik angemessen.

Das habe ich meiner HÄ alles erklärt, aber die sieht nur meine Ehrlichkeit hinsichtlich der Begleitsymptome, nämlich dass ich Angst habe, weil ich gemerkt habe, dass mein Fall für das klinische Umfeld nicht kritisch genug war, um sich die Zeit zu nehmen.

Das gleiche Spiel hatte ich nämlich davor mit meinem Backenzahn.

3 Zahnärzte und ein Kieferchirurg haben einen gebrochenen Backenzahn als Zahnfleischentzündung fehldiagnostiziert. Und warum? Weil es immer alles schnell, schnell gehen muss. Time is Monet.

21.05.2024 21:56 • #139


Angstmaschine
Zitat von Michél:
Aber wenn man es nicht gleich checkt wird das immer schlimmer.

Ja, das kann richtig in die Hose gehen.

Ich hatte meine erste PA seinerzeit beim Fahren auf der Autobahn. Die war - es war ja auch die erste - richtig übel, hatte aber wie sich viel später rausgestellt hat mit der Fahrerei nichts zu tun. Es war Zufall, und die Fahrerei von da ab mein Trigger, einfach weil ich es damit in Verbindung gebracht habe.

Ich hab das damals erstmal als einmaliges Ereignis (Übermüdung, Kreislauf oder sowas) abgetan. Nach ein paar Wochen dann die zweite, und wieder auf der Autobahn. Und dann immer wieder welche aber immer nur beim Fahren und nur auf der Autobahn. Das Spielchen habe ich - mit wachsender Verunsicherung - fast ein Jahr mitgemacht und natürlich geahnt, dass es wohl eher nichts körperliches ist. Und mich in trügerischer Sicherheit gewähnt - weil ich das Fahren ja irgendwie kontrollieren konnte.

Und dann, drei Tage vor der ersehnten (und natürlich auch gefürchteten) Fahrt in den Urlaub (900km), hat es mich zum ersten mal Zuhause erwischt, und zwar so richtig. Ab da waren jegliche Sicherheit und jegliches Vertrauen weg, und der Urlaub war die Hölle. Hinfahrt habe ich noch hinbekommen, dann drei Wochen durchgehend derealisiert und die Rückfahrt habe ich dann gar nicht mehr geschafft - meine Freundin ist gefahren und ich durfte Angst haben.

Wochen später erst hab' ich dann die Diagnose GAS bekommen.

Die Panikattacken fand' ich danach gar nicht mehr so schlimm, wenn ich sie denn auch als solche erkannt habe. Man muss sich aber schon sehr gut kennen und auch seine Gefühle (auch das körperliche), um das auseinanderhalten zu können.

21.05.2024 22:30 • x 1 #140


A


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