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K

Karle93
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In wenigen Wochen beginnt endlich meine 5 wöchige Aufenthalt in einer Reha Klinik. Ich habe extrem Angst davor, aber denke trotzdem, dass eine Reha die einzige Lösung gegen meine Generalisierte Angststörung und Panikstörung ist.

Leider habe ich erst jetzt erfahren, dass die Klinik mehr als 7 Stunden von mir entfernt ist. Als ich das realisiert habe, habe, war ich wieder kurz vor einer Panikattacke. Ich schaffe es kaum 1 Stunde in die nächste Großstadt zu kommen ohne Lorazepam zu nehmen und jetzt soll ich einfach 7 Stunden fahren.

Ich finde es sowieso fraglich wieso man mich in eine so weit entfernte Klinik schickt, obwohl man eigentlich weiß, dass ich auf Grund meiner Krankheit nicht so lange strecken fahren kann.
Wahrscheinlich hätte ich eigentlich das Recht mich bei meiner Krankenkasse darüber zu beschweren, jedoch habe ich selber auch viel zu spät überprüft wie weit die Stadt entfernt ist. Ist also auch leider mein Fehler. Außerdem hat es ewig gedauert bis ich endlich den Reha Termin bekommen habe und bis ich einen neuen Termin bekomme würde es wahrscheinlich wieder ein halbes Jahr oder noch länger dauern.
Mein Anspruch auf Krankengeld geht aber leider nur noch ein paar Monate. Ich bin also im Grunde gezwungen zu dieser Klinik zu fahren. Mir bleibt keine andere Wahl.

Mein Plan ist es jetzt einfach mich mit viel Lorazepam vollzudröhnen und dann im halb-bewusstlosen Zustand 7 Stunden mit dem Zug zur Klinik zu fahren.
Und nach diesem Albtraum wird erst der wahre Albtraum beginnen: 5 Wochen in einer Klinik, weit weg von Zuhause entfernt.

Keine Ahnung was ich mit diesem Beitrag erreichen will, aber ich habe Angst und wollte das einfach nur mal loswerden.

09.02.2025 x 1 #1


34 Antworten ↓
Kruemel_68

Kruemel_68
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@Karle93

Zitat von Karle93:
Ich bin am zweifeln ob jeder dieser Gruppenarbeiten einen wirklich gesund machen, oder ob das nur Zeitvertreib ist, um 5 Wochen vollzukriegen. Ich habe das Gefühl, dass hier viele Leute einsam sind und ihnen diese Gruppentherapie ein Gefühl von Gemeinschaft gibt, welches sie lange vermisst haben. Kann ja in diesem Fall auch tatsächlich eine Form der Heilung sein.

Genauso ist ist. Eine Gruppentherapie bringt nicht unbedingt jedem was. Aber in der Gruppe entwickelt sich auch ein Gemeinschaftsgefühl, was nicht zu unterschätzen ist. Man redet dann ja auch außerhalb der Gruppe mal miteinander, und das gibt schon mal einen guten Anknüpfungspunkt.

Du solltest Dir da aber echt nicht so einen Kopf drum machen. Am Anfang des Treffens gibt jemand ein Thema vor, und jeder der will und möchte, kann etwas dazu sagen. Wenn man das nicht möchte, hört man einfach nur zu. Niemand wird gezwungen, etwas zu sagen oder von sich preiszugeben. Und man darf selbstverständlich auch jederzeit den Raum verlassen, wenn es gar nicht mehr geht (man sollte dann dem leitenden Therapeuten nur kurz Bescheid sagen).

In der Realität ist es eigentlich immer so, dass es ein oder zwei Personen gibt, die ganz viel zu sagen haben und die jedes Gespräch früher oder später auf ihr Thema lenken (bei mir waren es zwei Personen, die mit Mobbing am Arbeitsplatz zu tun hatten). Eigentlich lief jede Gruppenstunde darauf hinaus, dass wir alle überlegten, wie die beiden am besten vorgehen könnten und mit ihnen Abgrenzung übten. Von daher standen die anderen Teilnehmer null im Fokus. So eine Gruppentherapie steht und fällt mit dem Therapeuten, die die Gruppe leitet.

Zitat von Karle93:
Ich will niemanden zu Nahe treten, aber ich glaube meine Angststörung und die dazu gehörigen Krankheiten sind schlimmer als bei manchen anderen hier. Teilweise zweifle ich daran, dass ich aktuell überhabt geistig und körperlich in der Lage bin eine Reha zu machen. Aber die Ärzte helfen mir nicht, und mittlerweile wird das Geld extrem knapp.

Jeder, der eine psychische Erkrankung hat, glaubt, dass er schlimmer dran ist wie alle anderen. Das liegt in der Natur der Sache. Da keiner in den Kopf des anderen schauen kann und auch nicht das fühlen kann, was der andere fühlt, ist die Diskussion aber auch müßig. Fakt bei Dir ist doch, dass es finanziell eng wird und Du die Reha benötigst, damit Du weiter Geld bekommst. Punkt. Das ist Fakt. Egal ob Du rehafähig bist oder nicht - die Rentenversicherung hat das Recht, zu überprüfen, wie krank Du bist.

Du kannst jetzt natürlich in Selbstmitleid versinken, oder genau diesen Punkt als Ansporn nehmen, die Reha durchzuziehen. Wenn es Dir so schlecht geht, wie Du sagst, wird man das in der Reha auch feststellen und Dir anschließend schriftlich bestätigen, dass Du nicht arbeitsfähig bist. Du musst nur offen und ehrlich dort sein - nichts beschönigen, aber auch nicht per se alles boykotieren. Und immer kommunizieren, wenn Dir was schwer fällt. Dann wird das auch alles dokumentiert.

09.02.2025 10:32 • x 4 #31


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A


Reha Klinik 7 Stunden entfernt

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P

Phönix
Gast

Zitat von Karle93:
Danke für deine Antwort. Ich bin am zweifeln ob jeder dieser Gruppenarbeiten einen wirklich gesund machen, oder ob das nur Zeitvertreib ist, um 5 Wochen vollzukriegen. Ich habe das Gefühl, dass hier viele Leute einsam sind und ihnen diese Gruppentherapie ein Gefühl von Gemeinschaft gibt, welches sie lange vermisst ...

Vertraue ein bisschen auf das Gute, auch in andere Menschen. Viele hier denken auch von sich, dass sie es besonders schlimm erwischt hat. Wenn man unter einer Angststörung und Depressionen leidet, ist es immer grauenvoll, man sieht ja überhaupt keinen Ausweg mehr. Aber wenn du ein bisschen an das Gute glaubst und die Dinge auf dich zukommen lässt, wirst du dich wundern, wie gut es dir tut. Du musst da ein bisschen offen sein und nicht nur das schlechteste denken. Es gibt auch Gutes für dich! 👍🏻🌿

08.02.2025 23:30 • x 2 #28


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Kai-Uwe
Es ist absolut valide deine Ängste zu äußern. Dafür ist das ganze Forum da. Mach dir selbst nicht so viel Druck ("ich bin gezwungen", "mir bleibt keine andere Wahl", etc.) Nimm es hin versuche dir in den Fokus zu setzen, warum du das machst und was du dir davon erhoffst. Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Und hierzu passt "mein" Motto einmal sehr gut:

"Manchmal muss man tun, was man nicht will, um das zu erreichen, was man will."

PS: Vielleicht ergeben sich ja andere Möglichkeit als eine Zugfahrt? Spontan würde mir eine Fahrgemeinschaft einfallen, wie z. B. Blablacar o. ä. Oft ergeben sich dabei nette Gespräche und die Zeit geht schnell um.

#2


Schlaflose
Zitat von Karle93:
Ich finde es sowieso fraglich wieso man mich in eine so weit entfernte Klinik schickt, obwohl man eigentlich weiß, dass ich auf Grund meiner Krankheit nicht so lange strecken fahren kann.
Wahrscheinlich hätte ich eigentlich das Recht mich bei meiner Krankenkasse darüber zu beschweren

Du hättest beim Antrag eine Wunschklinik in deiner Nähe angeben können. Die Krankenkasse hat damit sowieso nichts zu tun. Rehas laufen ja über die Rentenversicherung. Da hättest du innerhalb von 4 Wochen Widerspruch einlegen können.

x 3 #3


K
Zitat:
PS: Vielleicht ergeben sich ja andere Möglichkeit als eine Zugfahrt? Spontan würde mir eine Fahrgemeinschaft einfallen, wie z. B. Blablacar o. ä. Oft ergeben sich dabei nette Gespräche und die Zeit geht schnell um.


Ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen als 7 Stunden mit fremden Leuten im Auto zu sitzen...
Ursprünglich hatte ich geplant einfach mit dem Auto dorthin zu fahren, aber ich hatte mit 1 oder 1 1/2 Stunden Fahrt gerechnet...
Wenn ich selber kurz mit dem Auto dorthin fahren könnte würde es mir psychisch besser gehen, weil ich hätte dann immer im Kopf den Gedanken "Sobald es mir hier in der Klinik zu viel wird, steig ich einfach ins Auto und fahre nachhause"
Das wäre immer mein Notfallplan gewesen was mich beruhigt hätte.



Zitat:
Du hättest beim Antrag eine Wunschklinik in deiner Nähe angeben können. Die Krankenkasse hat damit sowieso nichts zu tun. Rehas laufen ja über die Rentenversicherung. Da hättest du innerhalb von 4 Wochen Widerspruch einlegen können.


Das man eine Wunschklinik in der Nähe angeben kann wusste ich nicht. Der Name des Ortes hört sich bayrisch an, so ähnlich wie die kleinen Ortschaften bei mir in der Nähe. Deswegen bin ich davon ausgegangen, dass es nicht weit weg von hier ist, vielleicht 1 Stunde. Dann wäre ich dort selber mit meinem Auto gefahren. Ich finde es sehr angenehm alleine Auto zu fahren. Aber mit einem Beifahrer oder gar mit dem Zug zu fahren ist für mich sehr schlimm.
Aber ist leider mein Fehler, und jetzt muss ich irgendwie da durch.

#4


Luce1
Könnte Dich vielleicht jemand im Zug begleiten?

#5


K
Zitat von Luce1:
Könnte Dich vielleicht jemand im Zug begleiten?

Theoretisch schon, aber ich möchte niemanden da mit reinziehen. Außerdem glaube ich nicht, dass eine Begleitung mir die Fahrt erleichtern würde. Ich nehme einfach 4 - 5mg Lorazepam und dann wirds schon irgendwie klappen.
Mit dem Zug wird es übrigens nicht nur 7 Stunden sondern über 8 Stunden dauern.

#6


M
@Karle93 Guten morgen Karle,

Ich trete heute meine 6-wöchige REHA an …
Ist zwar nur 1 1/2 Stunden von mir entfernt und ich fahre mit dem Auto
Aber trotzdem ist ein sehr schlimmes Gefühl weil man nicht weiß was einen dort erwartet
Und alles neu, weg von zuhause … ganz schlechtes Gefühl
Werde wohl heute auch zu Xanor greifen um mich ein bisschen zu beruhigen

Falls es dich interessiert kann ich dir ja dann meine Eindrücke schildern …
LG
Mario

x 3 #7


K
Zitat von Mario44:
@Karle93 Guten morgen Karle, Ich trete heute meine 6-wöchige REHA an … Ist zwar nur 1 1/2 Stunden von mir entfernt und ich fahre mit dem Auto Aber trotzdem ist ein sehr schlimmes Gefühl weil man nicht weiß was einen dort erwartet Und alles neu, weg von zuhause … ganz schlechtes Gefühl Werde wohl heute auch zu ...

Erstmal wünsche ich dir alles Gute und viel Erfolg während deines Reha Aufenthalts. Hoffentlich geht es dir nach den 6 Wochen deutlich besser.

Ja, über deine Eindrücke würde ich mich freuen, jedoch wird das wahrscheinlich nicht sehr Aussagekräftig sein, da ja jede Klinik unterschiedlich arbeitet und andere Mitarbeiter hat. Zudem lebst du ja anscheinend in Österreich, wo die Therapie Methoden vielleicht anders sind, als hier in Deutschland.
Meine Klinik ist speziell für psychosomatische Krankheiten. In welcher Art von Klinik bist du?

#8


M
@Karle93 auch psychosomatische Klinik in Österreich

Werde gerne berichten …
Ich denke dass es überall ähnlich ablaufen wird

x 1 #9


K
Ich hoffe du bist gut angekommen. Wie war dein erster Tag? Wie läuft so ein Tag ab?

#10


weltwunder
Ich schließe mich an und hoffe, du hast die Fahrt dort hin gut überstanden. Ich finde es sehr mutig von dir, dass du das trotz der Fahrt und deiner Ängste in Angriff nimmst. Ich drücke dir fest die Daumen, dass dir die Reha langfristig was bringen wird, auch wenn es jetzt sicher nicht immer leicht wird.

#11


M
@Karle93 bin seit Dienstag in der REHA
Am Dienstag angekommen und generelle Informationen, Orientierung im Haus, usw.

Ab Mittwoch hat das Programm angefangen. Man bekommt für jeden Tag einen Plan mit den Einheiten was man so hat. Einzeltherapie, Gruppentherapie, Bewegung, Ergotherapie, usw.

Läuft aber gut ab, man wird zu nichts gezwungen. Wenn es einem zu viel wird kann man die Therapie verlassen oder eine Auszeit nehmen …

Bin wirklich positiv überrascht. Außerdem lernt man viele Leute kennen mit sehr ähnlichen Problemen und kann sich super austauschen und plaudern.

Also bislang sehr empfehlenswert !
LG

x 3 #12


K
Danke für deine ersten Eindrücke.
Kann man Gruppentherapie ablehnen? Ich möchte nicht fremden Leuten von meinen Problemen erzählen. Ich will ehrlich gesagt auch keine Leute kennen lernen. Da sind wir wohl unterschiedlich.

#13


P
Zitat von Karle93:
In wenigen Wochen beginnt endlich meine 5 wöchige Aufenthalt in einer Reha Klinik. Ich habe extrem Angst davor, aber denke trotzdem, dass eine Reha die einzige Lösung gegen meine Generalisierte Angststörung und Panikstörung ist. Leider habe ich erst jetzt erfahren, dass die Klinik mehr als 7 Stunden von mir ...

Eine Reha, weit weg von allem, ist besonders gut. Endlich mal weit weg vom Alltag und den eingefahrenen negativen Mustern. Du wirst es genießen, schöne Begegnungen und Erlebnisse haben, und glücklich, ohne Lorazepam, zurückfahren und dich gerne an die schöne Zeit in der Kur zurückerinnern. 👍🏻🌷🌷🌷🌿

x 3 #14


boomerine
Soweit es mir bekannt ist ( eigene Erfahrungen ) Gruppe ist Pflicht.
Du musst aber nicht über dein Problem reden.

x 1 #15


Schlaflose
Zitat von Karle93:
Kann man Gruppentherapie ablehnen? Ich möchte nicht fremden Leuten von meinen Problemen erzählen. Ich will ehrlich gesagt auch keine Leute kennen lernen. Da sind wir wohl unterschiedlich.

In einer Reha läuft alles in Gruppentherapie, außer der Einzeltherapie einmal die Woche beim seinem zuständigen Psychologen.
Also ablehnen kann man das nicht, aber man kann nicht dazu gezwungen werden, mitzureden. Habe ich meistens so gemacht, einfach nur dagesessen und zugehört, was andere erzählen.

#16


M
@Karle93 nein du musst nicht von den Problemen in der Gruppe erzählen …
Außerdem kannst du jedes mal wenn es dir zu viel wird den Raum verlassen …

Das gilt bei jeder Therapie. Man wird zu nichts gezwungen …
Aber man fährt ja zur REHA damit was lernt und man will ja dass es einem besser geht
Also versucht man sich zu überwinden, egal wie schwierig es ist.

Für mich sind am schlimmsten die Morgentermine wegen meinem Morgentief.
Aber dennoch zwinge ich mich dazu

Aber ja, jeder muss für sich entscheiden was er braucht

x 1 #17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

P
Man kann alles ablehnen. Die Reha-Klinik, die Gruppentherapie und so weiter. Vielleicht sollte man dann aber auch so konsequent sein, und die Leistungen der Solidargemeinschaft nicht weiter in Anspruch nehmen zu wollen. Man kann sich jederzeit in eine Privatklinik begeben und Sonderbehandlung verlangen und bezahlen. Es gibt tolle Vorzugsangebote. 👍🏻🌷

x 2 #18


Greta__
Wenn alles abgelehnt wird, ist das Rehaziel nicht erreicht, das wird auch so an die Rentenversicherung gemeldet.

Sorry, aber dann gar nicht erst fahren sondern den Platz frei machen für jemanden, der wirklich mitarbeiten will.

Ich habe seinerzeit 7 Monate warten müssen bis ich zur Reha kam und es war das Beste was mir passieren konnte.

x 3 #19


Schlaflose
Zitat von Recondi:
Man kann alles ablehnen. Die Reha-Klinik, die Gruppentherapie und so weiter.

In meiner Reha war das so, dass Personen, die den Veranstaltungen mehrmals fernblieben, verwarnt wurden, dass sie nachhause geschickt werden, wenn sie so weitermachen.

x 2 #20


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Mira Weyer
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