Pfeil rechts
3

Hallo ihr Lieben,

ich bin ganz neu hier im Forum und wende mich direkt mit einem Thema an euch, was mich in letzter Zeit sehr beschäftigt.

Ich mache seit ein paar Monaten eine Verhaltentherapie wegen einer "anderen gemischten Angststörung", bei dir aber stark die Symptomatik einer generalisierten Angststörung im Vordergrund steht.
Was bei mir ganz ganz schlimm ist und sich über die Jahre immer mehr verfestigt hat ist mein lästiges Katastrophendenken. Ich neige sehr stark dazu, immer gleich vom schlimmsten auszugehen, mir Sorgen um meine Liebsten zu machen und und und - Beispiel: eine mir nahe stehende Person ist ein paar Stunden mit dem Auto unterwegs und ich habe direkt Angst, dass sie einen Unfall haben und dabei ums Leben kommen könnte. Oder ich höre einen Krankenwagen und denke direkt es ist etwas mit meiner Mutter passiert, die nur ein paar Häuser weiter wohnt - und all sowas... :/ Mir fällt es aktuell noch ziemlich schwer, mich in solchen Situationen auf etwas anderes zu konzentrieren, bzw. Techniken anzuwenden, die mir meine Therapeutin an die Hand gibt.
Neulich hat sich dann ein bisschen herauskristallisiert, dass es für mich wohl erstmal wichtig wäre zu akzeptieren, dass ich so bin und dass ich das so mache, wie ich es mache, um überhaupt eine Basis für mich zu haben, von der aus ich dann weiterarbeiten kann.
Aber ich muss sagen - noch fällt es mir extrem schwer... es gibt Tage, da finde ich mich bzw. mein eigenes Denken so unglaublich anstrengend, dass ich nach einer vermeintlichen Sorgensituation, wenn sie sich wie in 99 % aller Fälle wieder als total unbegründet und übertrieben herausgestellt hat, weinend zu Hause sitze, weil ich es selbst so schlimm finde, wie ich mir damit selbst immer wieder ein Stück Lebensqualität raube. Ich ärgere mich so unglaublich über mich selbst, dass ich es nicht sein lassen kann obwohl ich doch immer und immer wieder sehe, dass meine Sorgen meist total überzogen sind - und deshalb fällt es mir auch so schwer, das ganze erstmal so anzunehmen und zu akzeptieren...
Kennt ihr dieses Gefühl auch?
Und wenn ja, wie habt ihr es geschafft, mit euch selbst etwas milder umzugehen und da eine gewisse Akzeptanz für zu finden?

Ich freue mich wirklich über jede Rückmeldung!

Habt noch einen schönen Abend

purplepaperflower

11.05.2017 23:32 • 19.05.2017 #1


14 Antworten ↓


siri
Liebe purplepaperflower,

dein Beitrag hört sich tatsächlich sehr stark nach einer generalisierten Angststörung an.
Ich leide ja selber an der GAS und einer Somatisierungsstörung.
In den Beispielen die du aufführst, erkenne ich mich zu 100% wieder.

Sind mein Mann oder meine Tochter nicht pünktlich zuhause, beginnt das Kopfkino.
Hoffentlich ist nichts passiert, hoffentlich hatten sie keinen Unfall...
Höre ich zu diesem Zeitpunkt einen Krankenwagen ( wohne ca. 10 Min. vom KH entfernt u. es fahren deshalb hier sehr häufig Krankenwägen vorbei ), rattert das Kopfkino munter weiter.

Vor ein paar Jahren, als meine Tochter auf mehrtägiger Klassenfahrt war und sich nicht wie vereinbart mal kurz gemeldet hat, war ich der festen Überzeugung, dass etwas Schlimmes passiert sein musste.
Ich saß heulend zuhause und malte mir die schrecklichsten Situationen aus.
Mein Mann beruhigte mich und meinte, dass wir doch benachrichtigt worden wären, wenn etwas passiert wäre, denn es wären ja schließlich Lehrer als Begleitpersonen mit dabei.
Eigentlich logisch, aber in den Momenten der Angst setzt einfach der klare Verstand aus.
Die Erklärung für ihr " Nichtmelden " erfuhr ich dann am darauffolgenden Tag.
Sie hatte schlicht und ergreifend kein Netz!
Die Unterkunft lag nämlich in einem Waldgebiet und da war halt kein Handyempfang möglich.
Als sie mit dem Bus dann die Rückreise antraten, trudelten nach und nach alle bis dahin geschriebenen Nachrichten ein.

Das ist so ein typisches Beispiel, ich könnte noch viele in dieser Art aufzählen....

Ich habe neulich beim Einkaufen eine Postkarte entdeckt, die ich so passend für die generalisierte Angststörung fand.


90% der Dinge, um die wir uns Sorgen machen,
passieren gar nicht.

Was wäre, wenn wir anfangen würden damit aufzuhören,
uns Sorgen zu machen

und stattdessen einfach diese 90% an Möglichkeiten nutzen,
um mehr zu lachen,
uns zu freuen und leichter durchs Leben zu gehen?


Mir ist bewusst, dass es sich sehr, sehr leicht sagt, aber vermutlich ist das der richtige Weg....

Ich mache übrigens seit etwa 2,5 Jahren eine analytische Gesprächstherapie.
Dadurch sind mir die Augen geöffnet worden, warum es so ist, wie es ist.

Liebe purplepaperflower, du hast mir in deinem Beitrag zu meinem Thema, das Angebot gemacht, Fragen zu stellen, falls ich noch etwas wissen möchte ( hab ich inzwischen auch bereits getan ), gleiches gilt aber selbstverständlich auch für dich.
Also frag ruhig, kann nur leider manchmal ein wenig dauern, da ich nicht so häufig am Rechner bin.

Ich schick dir ganz liebe Grüße und wünsche dir einen tollen Tag

siri

12.05.2017 09:42 • #2



Katastrophendenken - Selbstakzeptanz?

x 3


Liebe siri,

vielen Dank für deine Antwort!

Dein Beispiel kann ich sehr gut verstehen, genau so hätte mir das auch passieren können... inzwischen denke ich in solchen Situationen zwar schon auch "okay, die letzten Male gab es auch eine harmlose Erklärung, es ist bestimmt nur dieses oder jenes", aber dann geht es doch meistens weiter mit "ABER was ist, wenn es dieses Mal nicht so ist?" Und unruhig bin ich in solchen Situationen dann so oder so solange, bis es sich "aufgeklärt" hat.

Das, was auf der Postkarte steht, stimmt wirklich... neulich habe ich auch mit meiner Therapeutin darüber gesprochen, dass es ein Ziel wäre, mich mehr auf den großen Prozentsatz zu konzentrieren, dass es genau wie die letzten Male auch nichts schlimmes ist, anstatt das so geringe Restrisiko so wahnsinnig aufzubauschen.
Ab und zu gelingt mir das zwar, aber dann gibt es auch wieder Situationen, wo ich total in meinem "Sorgenfilm" drinnen bin und überhaupt nicht aufnahmefähig für anderes bin. Außerdem habe ich mir so ein komisches Denken antrainiert: ich habe gelernt, dass DANN, wenn ich vom schlimmsten ausgehe und ich mir die Katastrophe ausmale, eben NICHT das schlimmste passiert - fast eine Art "magisches Denken", als ob ich durch nur durch diese gedankliche Vorbereitung einen Einfluss auf das Geschehen hätte. Das wiederum würde dann bedeuten, dass ich, wenn ich mal nicht vom schlimmsten ausgehe, riskiere, dann genau dann doch eine Katastrophe eintritt.
Kennst du solche Gedanken auch?
Das ist es auch, was es mir unter anderem so schwierig macht, dieses Denken bei mir zu akzeptieren, weil ich es rational betrachtet selbst doch auch sehr verquer finde...

Es freut mich auf jeden Fall, dass dir deine Therapie hilft!
Gab es denn sonst noch etwas, was dir geholfen hat/hilft, besser mit deinen Sorgen umzugehen oder vor allem erstmal deine Sorgen nicht als so unglaublich negativ und eine persönliche Schwäche, gegen die man sich mit Händen und Füßen sträubt, anzusehen?

Ich wünsche dir auch einen schönen Tag und einen guten Start ins Wochenende

12.05.2017 14:26 • x 1 #3


siri
Guten Morgen, liebe purplepaperflower,

gerne will ich dir deine Fragen beantworten.

Das "Katastrophendenken" in der Form in der du das empfindest, kenne ich in einer etwas abgewandelten Form auch.

Bei mir war es schon zu meiner Schulzeit so ( lange ist es her ), dass ich z. B. bei einer Klausur ersteinmal von einer schlechteren Note ausgegangen bin, auch wenn es mir relativ gut ging.
Bei der Rückgabe habe ich mich dann natürlich riesig gefreut, dass das Ergebnis besser als erwartet war.
Auch heute noch bin ich eher verhalten und freue mich erst so richtig über Etwas, wenn ich sicher davon ausgehen kann, dass es so ist wie es scheint.

Ich habe häufig schon in der Therapie mit meiner Therapeutin darüber gesprochen.
Es hat viel mit Enttäuschungen und Verlusten in meiner Kindheit zu tun.
Wenngleich ich sagen muss, ich hatte eine tolle und meist auch glückliche Kindheit, aber gewisse Verhaltensmuster habe ich mir da halt durch bestimmte Ereignisse unbewusst angeeignet.

Eigentlich habe ich auch noch keine "Lösung" für einen besseren Umgang mit meinen Ängsten und Sorgen gefunden.
Was mir am Besten jedoch hilft ist, daran zu denken, dass viele Situationen die ich mir in der Vergangenheit negativ ausgemalt habe, tatsächlich nie eingetreten sind....

Hab ein wunderbares und vorallem sorgenfreies Wochenende, liebe purplepaperflower

13.05.2017 09:03 • #4


Antonia666
Hallo zusammen,

jetzt bin ich aber baff. Ich bin eigentlich in einem andere Thread mehr unterwegs, aber als ich diesen hier lass, dachte ich ich hätte endlich meine getrennt lebenden Geschwister gefunden *lach*.
Ehrlich. Im Katastrophendenken bin ich ein Champion. Meistens geht es um meine Eltern und meinem Partner. Auch dieses "magische Denken" hab ich leider schon umgesetzt, sowie dummerweise auch ein total blöder Aberglaube. Wenn jemand Salz verschüttet, hab ich Angst, dass bald was Schlimmes passiert. Ich könnte tausend blöde Beispiele dafür nennen. Man hält sich ja selbst für bekloppt. Aber ich kann ja leider nicht aus meiner Haut. So wie ihr habe ich auch dieses Negativdenken und lasse mich lieber positiv überraschen.
Was hab ich schon zuhause geweint, weil ich meinen Mann nicht erreichen konnte und ich den schon tot auf der Autobahn liegen sah. Diese Krankenwagengeschichten kenn ich auch. Ich wollte schon mehrfach wieder auf dem Weg auf die Arbeit umkehren weil mir ein Krankenwagen entgegenkam und ich befürchtet hatte dieser fährt zu meinen Eltern. Also weiß ich nun endlich wie sich das nennt. Das wusste ich bisher gar nicht. Ich bin wohl nicht alleine.

Bis bald
Antonia

13.05.2017 19:56 • #5


siri
Liebe Antonia,

Herzlich Willkommen im "Geschwisterclub der Angsthäschen".

Wie du siehst, bist du tatsächlich mit deinen Sorgen und deinen Ängsten nicht alleine.
Bist du den in Therapie, oder nimmst du Medikamente ein?

Hab einen wunderbaren und gemütlichen Nachmittag.

Lieben Gruß von siri

14.05.2017 15:44 • x 1 #6


Antonia666
Hallo liebe Schwestern (und Brüder?)

nein liebe Siri, ich bin aktuell noch in keiner Therapie und nehme auch eine Medikamente.
Letztes Jahr als ich extreme Ängste wegen der Krankheit meiner Mama hatte, bekam ich Opipramol. Aber das Zeug hat mich ganz Gaga gemacht und ich muss ja meine Arbeit auf die Reihe bekommen.
Ende nächsten Monats hab ich meine erste Sitzung bei einem Arzt. Nein ich lüge, eigentlich war ich letztes Jahr schon mal für kurz in Behandlung. Mein damaliger Therapeut hat meine Ängste "schräg" genannt. Schließlich müssen alle Eltern mal sterben und bestenfalls vor einem selbst, das wäre Natur und wieso ich so einen Blödsinn denken würde.
Na ja. das war das letzte Mal, dass ich dort war... mittlerweile ärgere ich mich total über diesen Mensch.
Bei mir sind es wohl insgesamt Verlustängste. Ich kann bis zu einem gewissen Grad loslassen, wenn dann aber für mich unvorhergesehene Dinge geschehen, seh ich alles schwarz. Mein Mann kann sich nicht melden, weil er grade am Fahren ist und schon geht mein Gehirnskasten los und rattert nur dummes Zeug. Manchmal ruf ich ihn dann in wenigen Muten bis zu 15 mal an. Er ist natürlich immer etwas sauer mit mir und schimpft auch. Bei meinen Eltern ist das nicht anders. Ich kann einfach nur kurze Zeit denken: Ach, da ist nichts, die verspäten sich halt - dann bricht Panik aus! und HALLLOOOOO? ich bin keine 12, nein ich bin 47! Eine gestandene Frau! Stehe voll im Berufsleben und bin ein sehr selbstbewusster Mensch (manchmal schon etwas großkotzig) der die Hürden den Lebens meistert... bis auf diese schei. Angst. Die Angst macht mich natürlich manchmal depressiv und zwar sehr.
Aber was genauso schlimm ist, dass ich das Leben meiner Liebsten stark einschränke. Ständig und immer müssen Sie erreichbar sein, sonst finden die ein heulendes Wesen vor.
Mein Mann fährt einmal im Jahr alleine in Tauchurlaub (er möchte unbedingt, dass ich mit fahre, aber weswegen ich nicht fahre ist eine andere Geschichte und die kommt evtl. später mal zum Vorschein).DAS ist für mich die Hölle! Mit jedem Jahr wird das schlimmer. Früher (vor 7/8Jahren) war ich froh, wenn er sich alle 2-3 Tage mal schriftlich melden konnte. Ich war beruhigt und ging die restlichen Tage mein Leben nach.
Jetzt ist es im Zuge der ständigen Erreichbarkeit auch im Ausland so schlimm geworden, dass er sich täglich mehrfach (3-4 mind) melden muss, sonst bin ich nur am weinen und denke er ist ertrunken, oder das Boot ist gesunken, oder ein Hai hat ihn angefallen usw.
Ich glaube das ist auch, weil er immer alleine unterwegs ist. Er organisiert und bucht alles alleine. Keine Gruppe und keine Bekannten. Ich bin darauf angewiesen, dass er sich meldet, sonst bin ich aufgeschmissen.
So, vielleicht kann sich ja jemand melden, dem es genauso geht.
Wünsche euch noch einen schönen Abend.

Viele Grüße
Antonia

15.05.2017 19:04 • #7


koenig
Ich kenn all diese Dinge auch. Manchmal schießen mir sogar Katatrophen einfach so durch den Kopf, ohne Grund. Aber im Grunde bin ich auch immer sehr besorgt, wenn ich jemanden nicht erreiche etc.

Momentan geht es mir im Leben eigentlich so gut, dass es mir gut gehen müsste. Aber das tut es nicht. Mein Körper erzählt mir lieber wieder Geschichten und macht Symptome, Angstzustände etc. Mir geht es so gut, dass ich auch Angst habe, dass dann eine ganz ganz große Katatrophe kommen muss.

15.05.2017 20:28 • #8


Hallo ihr Lieben,

entschudligt, dass ich mich jetzt erst wieder melde - vielen Dank erstmal für die neuen Beiträge, es ist wirklich etwas erleichternd zu sehen, dass man mit seinen Gedanken gar nicht so alleine ist, wie man vielleicht manchmal denkt, auch wenn es natürlich nicht schön ist, dass es uns allen so geht...

@antonia666:
All das was du beschreibst kann ich wirklich sehr gut nachvollziehen!
Bei mir ist es nur dahingehend etwas anders, dass ich größtenteils versuche, in solchen Momente meine Sorgen mit mir selbst auszumachen, da ich den "betroffenen Personen", um die ich mich sorge, damit nicht auf die Nerven gehen möchte... also anstatt dass ich denjenigen dann Anrufe etc. beschränke ich es vielleicht auf eine Nachricht und warte dann nochmal ab - allerdings ist das für mich dann immer extrem nervenzehrend und ich habe regelmäßig das Gefühl wahnsinnig zu werden vor lauter Sorge, falls sich diejenige Person nicht bald meldet...
Auch finde ich interessant, was du bezüglich deines Charakters beschreibst: ich bin an sich ebenfalls eine sehr selbstbewusste Person, sehr extravertiert und offen, aber auf der anderen Seite plagen mich eben auch immer wieder diese anstrengenden Ängste - ich habe zwar jetzt keine empirische Studie zur Hand und weiß demnach auch nicht, ob so ein Zusammenhang wirklich existiert, aber ich habe doch den subjektiven Eindruck, dass gerade oftmals die starken Persönlichkeiten von großen Ängsten geplagt werden, aber das nur mal so als Idee einfach in den Raum geworfen

@koenig:
Oh ja, diese Angst, dass bald die nächste Katastrophe kommt, wenn es einem gerade eigentlich sehr gut geht, kenne ich leider auch nur zu gut - so rückblickend kommt es mir nämlich auch so vor, dass das in meinem Leben tatsächlich oft so der Fall war, weshalb ich in längeren Phase, wo alles sehr gut zu laufen scheint, fast schon misstrauisch werde und nur darauf warte, wann die nächste Sch... kommt...

18.05.2017 00:27 • #9


Luna70
Zitat von Antonia666:
Ich wollte schon mehrfach wieder auf dem Weg auf die Arbeit umkehren weil mir ein Krankenwagen entgegenkam und ich befürchtet hatte dieser fährt zu meinen Eltern.


Ich dachte immer, ich bin die Einzige die sowas macht. Wenn mir bei uns ein Polizeiauto begegnet, drehe ich rum und fahre denen nach um zu sehen ob die zu uns wollen, irgendeine schlimme Nachricht überbringen. Und bei Krankenwagen-Sirenen sind meine Gedanken auch so: erstmal überlegen, ob das einen von meinen Lieben betreffen könnte.

Zitat von purplepaperflower:
ich bin an sich ebenfalls eine sehr selbstbewusste Person, sehr extravertiert und offen, aber auf der anderen Seite plagen mich eben auch immer wieder diese anstrengenden Ängste -


Ich bin eher introvertiert, aber ansonsten auch nicht ohne Selbstbewusstsein. Ganz erfolgreich im Beruf, da auch völlig gelassen egal wie stressig es ist. Nur wenn ich jemanden aus der Familie in (meist völlig unrealistischer) Gefahr sehe, verwandele ich mich in ein zitterndes Nervenbündel und kann nicht mehr klar denken.

Wenn die Situation aufgelöst ist, derjenige hat sich gemeldet oder ist heimgekommen, bin sich tatsächlich auch völlig überanstrengt. Jemand der das nicht kennt, kann sich gar nicht vorstellen, wie anstrengend das ist, solche Angstsituationen auszuhalten.

Also, falls jemand eine Strategie dagegen findet, gerne her damit.

18.05.2017 14:50 • #10


Hallo,

ich habe diese Katagedanken ebenfalls. In meiner Therapie hat man mir gesagt das ich diese Ängste in frührer Kindheit entwickelt habe.
Grübeln etc um zu überleben. Ich bin ein Kind aus einer Scheidung und mein Vater war wohl Alk.. Ich habe sehr früh lernen müssen was Verantwortung heißt. Zu früh!
Diese schwere Last die ich auf meinem kleinen Rücken getragen habe tat sehr weh, heute sieht man mir dass etwas krumme gehen noch an.Aus dieser Zeit also mehr als 30Jahre litt ich darunter , entwickelten sich Ängste ,Depressionen die leider in Wellenform kommen und gehen , also chronisch. Ich lebe bei Stresszeiten unbewusst in meiner Kindlichen Welt sehe halt dann auch , Dinge , wie dass Sirenheulen etc als schlimm an . Ich drehe mich dann im Kreis mit meinen Gedanken und greife nach NICHTS Und genau dieses Nichts , rührt in mir die Hilflosigkeit (Kindheit) . Wenn ich so schnell wie möglich heraus komme dann ist mein Kopf wieder entspannter.
Meistens führe ich mit meinem inneres Kind Dialoge und das sagt mir was sie braucht. Aber da ist ja noch die erwachsene Frau (also iCH ) die frage ich leider viel zu Spät was ich brauche , meistens macht sie sich mit einer Panikattacke bemerkbar danach bekomme ich JETZT einen klaren Gedanken und frage mich, WAS BRAUCHE ICH ALS ERWACHSENE FRAU ;JETZT IN DIESEM AUGENBLICK WO ES MIR SO SCHLECHT GEHT. iN MEINEM Fall, ist es jetzt einfach etwas RUHE. Darum bin ich heute , trotz frühen nachmittag ins Bett gegangen und schaue mir geich einen Film an.
Entspnnung für unser Geist. Achtsamkeit.

18.05.2017 15:50 • #11


Antonia666
Wisst ihr, ich erlaube meinem Körper und meinem Geist gar nicht mehr richtig zu entspannen, denn dann kommen die Katastrophen nämlich immer unvorbereitet. Und leider hatte ich auch schon welche. Schließlich sind meine Eltern über 80 und da muss man immer mit Krankheiten etc. rechnen.
Ich bin ja fast schon fixiert auf „Krankheitsanzeichen“. Ich beobachte ganz genau wie die Farbe der Augen meiner Mutter ist und ist sie ein wenig blass fang ich an zu googlen, was das sein könnte.
Die letzten Jahre waren auch schwierig. Die Darmkrebserkrankung meiner Mutter hat uns getroffen wie ein Paukenhieb. Dann hatten wir 4 Jahre Ruhe und jeder wurde entspannter und schon kam er wieder. Das dubiose daran war, dass es kein Rezidiv war sondern eine Neuerkrankung die im Zuge der letzten Operation hätte gesehen werden müssen. Die Ärzte selbst waren sehr betroffen und haben sich große Mühe gegeben, nun alles zu entfernen. Aber ich bin jetzt immer auf Habachtstellung. Aber es wird ja anscheinend immer darauf geachtet, dass ich nicht zur Ruhe komme, denn kaum wird es etwas ruhiger kommt der nächste Schlag. Ich bin auch teilweise mehr als verzweifelt, denn leider kann ich mit niemandem darüber reden. Mein Partner hat für meine Befindlichkeiten leider kein offenes Ohr und kein Verständnis. Seine Eltern leben leider nicht mehr und sein einziges Argument ist halt immer: „ich weiß nicht wo dein Problem ist, genieß doch einfach die Zeit die du noch mit deinen Eltern hast“. Ich kann es nicht. Ich denke halt einfach immer an die Zeit, wenn es dann mal soweit ist, sozusagen die Angst vor der unvermeidbaren Katastrophe irgendwann.
Ich mach mir mein Leben selbst so kompliziert. Woher das Ganze kommt, weiß ich nicht. Vielleicht ist es auch umgekehrt wie bei manch anderem hier im Thread. Meine Eltern haben mich zu sehr beschützt. Alle unangenehmen Dinge wurden mir aus dem Weg geräumt. Dieses können Sie mir leider nicht aus dem Weg räumen und evtl. ist das mein größtes Problem: Es gibt Dinge die kann man nicht steuern!
Auch plane ich zurzeit ungerne Dinge. Mein Freund /Mann ist ein totaler Urlaubsjunkie und sein Leben dreht sich rund um seine Urlaube und die Zeit Zuhause ist für ihn nur Übergangszeit bis zum nächsten Urlaub. Bei mir ist das genau anders rum. Mich interessieren diese Wochen nicht allzu viel und ich bin relativ unentspannt wenn ich irgendwo im Ausland bin. Jetzt wird sich mancher an den Kopf fassen aber… ich rufe zuhause mind. 2 mal am Tag an und will wissen ob alles ok ist. Dann erst kann ich mal für ein paar Stunden abschalten. Ich fühle mich aktuell, als ob ich ein Dampfkochtopf wäre, der kurz vorm Hochgehen ist.
Ich hoffe wirklich darauf, dass der Therapeut, mit dem ich mein erstes Gespräch erst Ende Juni habe, mir irgendwie weiterhelfen kann. Sonst geht alles irgendwie den Bach runter. Auch denke ich, dass es unbedingt eine Änderung geben muss, sonst verlässt mich mein Partner, da bin ich mir sicher. Oder ist das wieder mein Katastrophendenken?

19.05.2017 11:15 • #12


Luna70
Zitat von Antonia666:
Jetzt wird sich mancher an den Kopf fassen aber… ich rufe zuhause mind. 2 mal am Tag an und will wissen ob alles ok ist.


An den Kopf fassen, nein, ich verstehe das. Im letzten Urlaub hat sich in meinem Kopf irgendwie der Gedanke festgesetzt, es könnte zuhause etwas mit den Katzen sein. Unsere Katzen sind Freigänger und kommen nachts ins Haus. Meine erwachsene Tochter hat sich um die Katzen gekümmert und ich musste mich total zusammenreißen, sonst hätte ich sie jeden Abend angerufen um zu fragen, ob die Katzen abends rein gekommen sind. Sowas raubt einem natürlich jede Menge Lebensqualität, schließlich ist ein Urlaub ja eigentlich dazu da, sich zu erholen.

Wir fahren im Juni ein paar Tage weg, diesmal ohne unseren Sohn der inzwischen volljährig ist und natürlich nicht mehr mit uns in Urlaub fahren will. So ganz leicht fällt mir das nicht, aber es geht natürlich nicht anders.

19.05.2017 13:16 • #13


Hallo,

Wieviel Kontrolle (das wird in einer verhaltens therapie ) unterstützend gelernt, möchtest du über dich und deine Lieben abgeben?
Das Loslassen ist ein wichtiges Thema ,was bestimmt vielen Menschen beschäftigt.
Die Angst vor ..... was könnte dann mit mir wwerden ,wenn der oder der geht oder die Beziehung beendet oder ich im Urlaub bin ,ohne meinen Sohn, Tiere, ETC...
Diese Gedanken sollten soweit es geht nicht verdrängt werden ,(dadurch manifestieren ) sie sich um so stärker im Denkprozess und Handeln. Zulassen ,sich hinterfragen , schaffe ich dass? jETZT ist ist wichtig ,weiter zu denken ,nicht stecken bleiben, schaffe ich das? Im Urlaub abzuschalten? Eingefahrene Ängstler:) sagen , NEIN! ok, annehmen, aber weiterdenken, wie wahrscheinlich ist es das meine Katzen verhungern ? Oder alleine nicht klar kommen? Genau da ändert sich der Gedankenprozess, wir bekommen eine Neue Sichtweise und vorallem, eine realistische , wie z.b. meine Tochter ist ja da , oder sie sind freigänger ,sie wissen schon was sie tun müssen um in der Natur zu überleben zu können. etc. ... und das Verfahren sollten wir wenn wir in unseren Ängsten feststecken, anwenden .
Auf Dauer und mit Disziplin und Geduld , bekommt dass Ängstlcihe , einen anderen realistischen Charakter.

19.05.2017 14:22 • x 1 #14


Schöner Thread.

Katastrophendenken..typisch für Angsterkrankungen.Sowie Kontrollsucht.

Dazu gehören permanente Anrufe..das ist kindliches Anklammern.." Mama geh nicht weg..bleib hier !"

Einen Partner kann man damit schon vergraulen,es sei denn,er braucht auch diese Kontrolle,aufgrund von Verlassenheitsängsten.

19.05.2017 18:39 • #15



x 4




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Mira Weyer