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Servus Tex,
ich musste echt oft schmunzeln, weil ich Deine Gedankengänge so gut kenne. Übrigens auch eine Leistung, das so nachvollziehbar beschreiben zu können - wow!
Zitat von Sinnsucher: Totaler Quatsch, aber für mich ist das irgendwie logisch.
Irgendwie logisch, aber totaler Quatsch - was nun?

Der Grund, warum ich Dir oben diesen ganzen Bewusstseinszusammenhang so detailiert beschrieben habe, war, Dir darzulegen, wie sich ein "Ich-
Gefühl(!)" bildet und weshalb wir
aufgrund unserer Unwissenheit darüber überzeugt davon sind, dass "Ich" und "Welt" sich soundso verhalten. Ein echtes Verständnis darüber würde jeglichen Glauben(!) daran, dass einer materiellen Form durch geistige Gestaltung irgendeine Eigenschaft oder Wirkung verliehen werden kann, ad absurdum führen.
Zitat von Sinnsucher: Dadurch, dass das Motorrad noch nicht da ist und noch nicht viele positive Erfahrungen gesammelt wurden, ist nur diese negative Assoziation vorhanden. Daher ist es stark negativ besetzt.
Geistig hast Du das Motorrad bereits "erschaffen" und mit den von Dir geschilderten Zeichen behaftet. Es ist übrigens ebenso unangemessen, einem Haufen Blech (sorry!) die Rolle des Lebenstraums zu überlassen. Ich habe früher alte US-Cars gefahren und bin darin total aufgegangen. Irgendwann habe ich jedoch eingesehen, wie mich die ganze Überladung geknechtet hat, wie ich mein Selbstbild damit in trügerischer Weise gezeichnet habe. Letztlich haben die Autos
mich "besessen" oder, mystisch ausgedrückt, "besetzt".
Zitat von Sinnsucher: Dann gibt es bald mehr positive als negative Momente und dann überwiegt das Positive? Und so lange muss ich vielleicht aushalten?
Sowohl
positiv/
negativ als auch
viel/
wenig sind zwar menschentypisch-dualisierende Deutungen, doch sie entbehren wahrlich absolut jeder objektiv griffigen Grundlage. Wir Menschen nutzen diese Narrative richtigerweise in unserer Alltagswelt, doch sie haben
tatsächlich keinen Wert, sind letztlich "leer".
Und hier besteht eben die Gefahr der "pathologischen Anwendung" dieses Glaubens: wir schreiben sowohl Gedanken als auch "Dingen" (= Sinneseindrücke)
Entitäten zu. Die leidhafte Konsequenz dieser Geistesgestaltung folgt auf den Fuß.
Zitat von Sinnsucher: Hätte man nach 2 Jahren einen Kratzer wärs nicht schlimm, aber gerade am Anfang? Muss das sein? Und dann will man es am besten gleich wieder weggeben, weil so will man es auch nicht haben.
Sowohl die "2 Jahre", die (vermeintliche) "Neuheit" des Fahrzeugs und auch der "Kratzer" sind nur Ideologien. Es sind
bedingte Gestaltungen des Geistes.
Einer der Gründe, warum wir diese relativ klar erkennbare Tatsache nicht akzeptieren und entsprechend danach (nicht) handeln, ist die
kompensatorische Wirkung des Glaubens an ihre Funktionalität. Was bedeutet das?
Jegliche Bestätigung (oder hier: Zuschreibung)
erhält, festigt und sichert das
Ego. Indem wir sowohl Gedanken als auch Dingen eine Wirkung, ein "Sein" zuerkennen, kompensieren wir dadurch unsere eigene (tief verwurzelte) Angst vor dem
Nicht-Sein, vor Sinnlosigkeit, vor Vergänglichkeit.
Konkret in Deinem Fall:
"Der Glaube daran, dass dieses Motorrad rein und frei von negativer Emotion sein
kann(!), bestätigt, dass ich "clean", "unabhängig"
BIN."
Es geht hier also
nicht um Adjektive, sondern buchstäblich um
Selbst-Erhalt, wo letztlich kein Selbst zu finden ist.
Die Lösung liegt, wie oben bereits skizziert, im Nicht-Folgen, Nicht-Handeln, Nicht-Neuerschaffen dieser Kompensations
triebe. Jeder Trieb verkümmert, wenn man ihm lange genug nicht folgt. Das hat nichts mit Aushungern per Gewalt zu tun, sondern mit Ent-Wirken seiner Ursachen - durch
Einsicht.
Vor
dieser Freiheit fürchtet sich verständlicherweise das Ego, denn das Ego ist abhängig von der knechtenden Verblendung. Die wahre Freiheit hat mit den Ego-bezogenen Begriffen von Abhängigkeit und Freiheit nichts zu tun.