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Hallo!

Ich bin mal wieder auf der Suche nach Hilfe im Internet nach Selbsthilfemethoden. Meine Leidensgeschichte ist schon sehr lange, etwa 10 Jahre. Es fing an, als sich meine Eltern trennten und ich ziemlich traumatisierende Streite miterleben musste. Da habe ich dazumal als 14 Jähriger in einen Abschirmungs und Kontrollmodus durch Angst umgeschalten, denn ich hatte sehr grosse existentielle Ängste, da ein Elternteil ziemlich schlimme verbale Drohungen ausgsprochen hat, die mich sehr schlecht beeinflussten und ich nur noch alles in mich reinfrass, ohne es zu bereden. Es ging mir dann halt ziemlich schlecht lange Zeit und ich habe nie darüber geredet, obwohl ich immer in sozialen Situationen Ängste hatte und so tat, als ob nichts war. Als ich dann das erste mal bei einem Psychiater war, bekam ich ziemlich schnell mal Antidepressiva, weil ich auch depressiv war, sehr traurig, hatte vor allem Verlustängste. Als ich dann das erste mal erwähnte, vielleicht nach einem oder eineinhalb Jahren, dass ich mich etwas fremd fühle oder manchmal beobachtet, wenn mich andere schräg angucken oder so, dass sie schlecht über mich denken, dann bekam ich schnell neuroleptika. Ich schämte mich sehr, über meine Alltagsängste zu sprechen, hielt sie nicht für wichtig und versuchte nur so in dieser Symptomsprache zu reden mit meinem Psychiater, weil ich nebenbei auch grosse Recherche im Internet betrieb und mit Sachbüchern. Dachte der wisse alles, dem kann ich in sachen psychologie nichts vormachen. Über meine Urängste von der Trennung und sonstigen sozialen Ängsten mit Mitmenschen habe ich nie ehrlich reden können, traute mich gar nicht. Die Neuroleptika habe ich als unglaublich heftige und beängstigende Medikamente empfunden, aber sie haben mich richtig dabei unterstützt, meine Gute-Laune-Fassade aufrechterhalten zu können und meine wirklichen Gedanken, also die Sorgen und Ängste die mich plagten, zurücktzdrängen und als unwichtig anzusehen. Vor etwa einem halben Jahr ging das halt nicht mehr. Ich hatte auch vor ca. 1 1/4 Jahren eine Erstpsychoseabklärung und ich bekam die Diagnose paranoide Schizophrenie, dieses Wort plagte mich seit damals jeden Tag. Als ich dann aber die Medikamente vor einem halben Jahr absetzte, gab es viele Veränderungen. Ich fühle plötzlich mehr in meinem Körper, Zeitgefühl und Gefühl für Jahreszeiten kamen zurück, nehme ab ohne Diät weil ich normalen Hunger hab (hatte über 30kg zugenommen mit den Medikamenten), es fühlte sich aber wie ein richtiger Entzug an die ersten par Monate, mit wieder enormen Angstzuständen. In dieser Zeit recherchierte ich halt auch noch mehr über Psychopharmaka und paranoide Schizphrenie. Keine Ahnung, ich kenn bald alles darüber, also mit Sicherheit alles negative. Ich getraue mich halt jetzt auch mit den Leuten die mir nahe stehen darüber zu reden. Aber als ich das letze mal bei den Psychologen dies so offen ansprach und richtig emotional und ängstlich war, hat es ihre Einschätzung für die Diagnose so richtig bestätigt, denn sie hatten mich noch nie so "ungeordnet" erlebt. Naja, irgendwie ists einfach immer schlimmer. Ich analysiere mein ganzes Verhalten und mein ganzes Denken nach Indizien für diese paranoide Schizophrenie. Ich hatte sogar wirklich psychotische Zustände, wo ich einfach in einem positiven Wahn oder negativen Angstwahn war. Ich konnte mir aber immer vor Augen halten, dass die Diagnose nicht ganz stimmt für mich. Um das geht es halt eigentlich nur noch die ganze Zeit. Bin ichs, bin ichs nicht und ich bestätige mir die Diagnose auch noch selber durch dieses Denken. Das einzige was ich halt immer und immer wieder feststellen kann, wenn es schlimm wird: Ich Grüble über diese Krankheit nach und bekomme Angst. Oder Ich bekomme Angst, weil ich etwas zu Symptomen dieser Krankheit zuordne, richtig automatisch, weil ich das ganze auswendig kenne und dann beginne ich wieder zu grübeln. Das schaukelt sich dann richtig hoch.

Ich lege halt etremen Wert auf Expertenmeinungen, weil ich selber halt so wissenschaftlich denke und alles erklären will. Aber bei solchen Angstattacken kann ich es leider nicht mehr durchschauen. Es sind immer schwarz - weiss gedanken. Was wäre wenn gedanken und sie beziehen sich immer auf vergangenes, das schon mal sehr schlimm oder ähnlich war und anhand von dem mache ich prophezeihungen für die zukunft, die halt meist in form von: "ist das jetzt wirklich so? bin ich das jetzt doch? werde ich jetzt doch verrückt? das hört sicher nie mehr auf! Ich muss irgendwas dagegen tun, jetzt sofort! Sonst kommen gleich diese Stimmen oder sonst was schlimmes!" Dann würde am liebesten meine nächste Therapiestunde absagen....

Ich weiss halt nicht. Ich hab enorm Probleme mit dieser Diagnose, ich assoziiere nur schlechtes und vor allem Angst damit. Aber ich habe immer wieder Zweifel an Ihrer Korrektheit.
Kann man auch von extremen und chronischen Angstattacken eine Art psychotisch werden, wenn das lange anhält? Gibt es eine Art chronifizierte Panikstörung?
Eigentlich wäre es mir sogar egal, ob das nun paranoide Schizophrenie heisst oder einfach nujr Sommergrippe, der springende Punkt ist die Angst, meine Assoziationen damit und das extreme Grübeln darüber. Dem liegt halt einfach ein so enormes Trauma von diesen Medikamenten zu Grunde, weil ich auch überall wieder lese, Schizophrenie wäre ohne nicht behandelbar und geschweige denn überhaupt heilbar.

Ich habe zwei Hörbücher über Methoden zur Angstbewältigung gekauft und höre ab un zu mal rein, jetzt halt immer mehr. Ich merke einfach, dass diese Methoden wirklich was bringen, wenn ich so eine entspannungsübung mit "sich Angst bewusst machen" und die Gedanken dabei analysieren anhöre. Dann verschwindet sie danach fast komplett und die angeblichen Aussagen der Experten und die Diagnose scheint mir überhaupt nicht mehr gewichtig, fast scho eher etwas lächerlich, weil nichts mehr davon da ist.

Was denkt ihr? habt ihr sowas auch schonmal gehabt, vielleicht nicht gerade in dem Ausmass?

Wenn ich generalisierte Angststörung lese, dann passt das irgendwie besser auf mich. Obwohl mich die extperten halt für verwirrt halten mögen, ich hab einfach Schiss bei diesen Leuten und vor der enorm krassen Wirkung dieser Medikamente, deren Nebenwirkungen ich auch immer mir selbst zuschrieb. Irgend etwas konkretes, dass ich für eine Schizophrenie halten könnte, was für mich Dinge sind, die jemand anders nicht sehen oder hören kann (Stimmen, opt. Halluzinationen) hatte ich nie. Irgendwie habe ich mich noch viel kränker gelesen über dieses Zeugs als ich eigentlich schon war.
Ich neige auch oft dazu, meine Erzählungen zu dramatisieren. Wenn ich das ganze schildere, kommt mir das einfach wieder hoch, all diese Fachbegriffe und Diagnosen, da komme ich gleich wieder ins Grübeln und in die negativen Emotionen rein. Am besten ich mache jetzt gleich wieder ein bisschen an so einem Hörbuch weiter, dann kann ich mich wieder beruhigen.

Gruss, Batucada

07.04.2010 18:14 • 26.01.2012 x 1 #1


21 Antworten ↓


Hallo batucada,

deine Ängste sind mir nicht ganz fremd, wobei ich weder von Psychiatern noch von Therapeuten jemals diese Diagnose bekommen habe. Aber in Zeiten mit großer Angst und depressiver Stimmung mache ich mir auch oft einen Kopf über meinen "Zustand". Ich hab auch alles darüber gelesen, was man im Internet finden kann. Da findet man immer irgendwelche Dinge, die auf einen zutreffen. Deswegen meine Frage: Woran haben Deine Ärzte die Diagnose festgemacht? Ich kenne die Unterscheidung zwischen neurotisch und psychotisch ganz klassisch durch die intakte Realitätsprüfung, wie das so schön heisst. Und wenn Du sagst, Du hast noch nie etwas gesehen oder gehört, was andere nicht sehen oder hören können, deutet das m.E. nicht unbedingt auf paranoide Schizophrenie. Fühltest Du Dich verfolgt oder bedroht? Oder was hat die Paranoia ausgemacht? Dann wäre auch noch die Frage, wieviele Fachleute Du aufgesucht hast. Eine Zweit- und Drittmeinung sind bei so schwerwiegenden Diagnosen nie verkehrt. Ich will nicht sagen dass Du nicht betroffen bist, das kann ich nicht. Aber ich glaube, vielleicht solltest Du nochmal genauer hinschauen. Das lohnt sich immer und kann nichts schaden.

Ehrlich gesagt fand ich Deinen Text so klar strukturiert und reflektiert, dass ich mir nicht vorstellen kann dass Du aktuell in einer Psychose steckst. Die übereilte Verordnung von Neuroleptika musste ich im Alter von 17 mal erleben. Das war überhaupt nicht komisch und hat mein Vertrauen in Ärzte allgemein und Psychiater im Besonderen schwer erschüttert. Es stellte sich dann raus dass die Ärztin selbst schwer Alk. war und mich für Dro. hielt, obwohl ich ausser Alk. und Nikotin nie irgendwelche Dro. genommen habe. Und die Neuroleptika haben mich total umgehauen, ich leide also mit wenn Du darüber schreibst. Es hat Monate gedauert, das Zeug wieder auszuschleichen und die Verordnung war völlig unverantwortlich, wie mir ein anderer Psychiater später bestätigt hat.

Wenn Du magst, schreib doch mal ausführlicher warum Du Dich für schizophren hältst. Vielleicht können Dich die Antworten hier beruhigen und/oder weiterbringen.

Gruß, sphinx

07.04.2010 21:13 • #2



Angst vor paranoider Schizophrenie

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Hallo Sphinx

Vielen Dank für deine Antwort. Ich muss sagen, als ich meinen Beitrag gestern abgeschickt habe und dann im Forum noch von andern über dasselbe Problem oder etwas ähnliches gelesen habe, da fühlte ich mich irgendwie schon etwas sicherer und es war nicht mehr ganz so schlimm.
Mein erstes Problem war, dass ich zu einem Psychiater kam, dem ich überhaupt nicht vertraute. Ich hatte eine sehr negative Einstellung gegenüber pychischen Krankheiten und auch psychisch Kranken. Ich war noch viel zu jung, voll in der Pubertät und hatte ja gar keine Ahnung, was ich hatte und was mit mir los war. Einfach ein Junge, der halt unter der Trennung der Eltern, seinen Problemen mit den Mitschülern litt und dann einfach viel Angst und schlechte Laune hatte.
Die Diagnose paranoide Schizophrenie habe ich damals nie gehört. Zuerst war das Wort Depression im Munde von mir und meinem Therapeuten. Ich habe mich einfach überhaupt nicht informiert, eben nicht mal den Beipackzettel gelesen. Vor einigen Tagen habe ich einen Brief gelesen von ihm, den er mir damals gab als ich etwa 19 war, um mich vom Militär abmelden zu können. Darin las ich, dass er auch paranoide Schizophrenie vermutete. Es stand da wirklich Zeugs drin, das mir neu war und ich so nicht erzählt habe. Dass ich Stimmen hörte, welche über mich tuschelten. Das hat mich schon wieder verunsichert. Ich habe ihm immer gesagt, ich habe das Gefühl, wenn Mitschüler hinter mir flüstern oder leise Reden, so einfach eine Schulbank weiter hinter oder auch wenn ich direkt sehe wie sie reden und dann lachen, dann reden Sie schlecht über mich. Ich hatte einfach Angst vor den andern, dass Sie mich nicht mögen und es wieder ein Mobbing geben könnte halt wie in der Zeit, als die Trennung meiner Eltern war und ich auch noch so unter den Mitschülern litt. Das Wort Depression fiel öfters bei den Therapien bei ihm. Aber das Wort "Schizophrenie", fiel ein einziges Mal im Kontext erst viel später (der Zusatz "paranoid" übrigens gar nie), wo wir darüber sprachen, wie ich meinen Freunden am besten von meinen Problemen erzählen könnte. Er sagte etwas wie "Aber beuntzen Sie nicht das Wort Schizophrenie, benutzen sie etwas anderes, das ist viel zu stark heutzutags." Da dachte ich schon "Hää?" Schizophrenie? Was hat das jetzt mit dem zu tun? Ich dachte doch ich bin einfach schwer depressiv? Und fühl mich da teilweise etwas fremd und unwirklich und bim einfach ein Problemhaufen, der sich um alles Sorgen macht und wälzt und grübelt." Eben, meine Alltagsängste konnte ich diesem Arzt niemals erzählen. Ich litt so unter den Nebenwirkungen der Medikamente. Ich bekam auch sehr starke Libidoschwierigkeiten, obwohl ich mir heute nicht mehr sicher bin, ob es Nebenwirkungen waren oder mein Angstdenken, aber heute (erst ohne Medikamente) ist das alles viel besser, eigentlich fast normal, wenn ich nicht zuviel hirne. Aber als ich mich damals endlich zusammenreissen konnte und ihm von diesen Problemen erzählen konnte (Ich hatte damals meine erste Freundin), dass es halt da nicht so ganz klappt, dann hatte er das Wort "blaue Pille" in den Mund genommen. Irgendwie war mir das zuviel... Ich sagte natürlich nichts, aber blaue Pille wollte ich bestimmt nicht auch noch nehmen, nebst all diesem anderen Teufelszeugs, von dem ich so dick und träge werden.... da liess ich dieses Thema ganz schnell verschwinden, nicht dass er mich noch davon überzeugt, das dies ja sinnvoll wäre... Keine Ahnung, ich war ja 19 oder 20 Jahre alt! Ich brauch doch nicht noch blaue Pille zum Nebenwirkungen von anderen Medikamenten beseitigen!?!? Ich habe eine befreundete Person, die auch mal bei ihm war vor längerer Zeit und mir ähnliches berichtet hat. Diese Person war aber nur einige Monate bei ihm, hat aber auch sofort Medikamente bekommen, ich nehme an auch Neuroleptika, die man sogar im liegen einnehmen musste, damit man nicht gleich im stehen einpennt oder umkippt oder sowas. Aber an ein Gespräch bei ihm kann diese Person sich auch an kein einziges erinnern. Ich mich halt auch nur an wenige. Weil sie gar nicht so wichtig waren. Heute bereue ich echt vieles, ich hätte wirklich mehr nachlesen oder informieren sollen oder wenigstens fragen, was er denkt, dass ich habe. Vor einigen Wochen hat mir nämlich eine weitere Psychologin erzählt, dass ich den Psychiater direkt fragen muss, was er denkt, das meine Diagnose ist, sonst muss er dass nicht sagen. Und für die Verabreichung der Medikamente sei das nicht nötig. Das entsetzt mich halt recht. Auf seinem Brief steht sogar noch: "Ich hätte selbst auf die Erhöhung der Dosis gedrängt" und ich hätte dann eine "gar nicht mehr so ein scheue Dosis gehabt von diesem Zeugs, und die Symptome hätten sich "frappant verbessert" oder seine dann verschwunden und ich fühlte mich gut. Keine Ahnung, so wie ich das in Erinnerung hab, hab ich das einfach wieder mal genommen und das Gefühl gehabt, das nützt etz was, gegen meine Misere, wollte natürlich mehr, weil ich ja glaubte, dass davon irgendwas mal aus heiterm Himmel alles verschwand, so kam es mir vor und so unterpretierte ich seine Aussagen, bei den Entfremdungsgefühlen: "Nehmen sie das, dann sollte das weg gehen." oder "nicht mehr passieren." und anfangs bei ned AD: "Ich gebe ihnen jetzt hier ein Medikament. und etwa so in 2 Wochen sollten sie eine erste Veränderung merken, es sollte alles etwas lockerer, einfacher gehen und die Stimmung sollte sich etwas aufhellen." Naja, da kam ja nicht viel am Anfang, nur Müdigekit und Trägheit, ein riesen Hungen und ich konnte keinen Sport mehr machen, weil ich im Schnitt 12h gepennt hab am Tag und selbst dann noch so müde war, dass ich gleich wieder hätte ein paar Stunden pennen können, als ich was gegessen hatte nach dem Aufstehen. Ich hatte ja am Anfang dann schon Antidepressiva und bei diesen Neuroleptika wurde eh alles nur noch schwammiger und trüber. Ich mag mich noch erinnern, dass ich einfach mal sagte, dass etz jetzt besser sei oder gut, in Wahrheit wusste ich gar nicht mehr genau, was zu mir gehörte von diesen Gefühlen und was zu den Nebenwirkungen. Ich dachte im Prinzip, ich muss jetzt einfach mal sagen, dass es mir besser ginge, dass Zeugs müsste doch wirken, dann bekomme ich wenigstens nicht noch anderes oder mehr davon. Heute weiss ich, dass ich schon die höchste Dosis davon hatte, mein Gott wie konnte ich mich nur nie informieren darüber, diese Miligramm sagten mir ja sowieso nichts. Ich bin einfach irgendwie total entsetzt, wie das läuft mit Meidkamenten und Ihrer Verschreibung. Aber ich bin ja selber Schuld, ich habe einfach nicht geredet, ich habe mich geschämt, habe nicht vertraut und hielt meine Ängste in der Schule und im Alltag für unwichtig.

Eine wirklich konkrete Diagnose wurde dann erst im Sommer 2008 gestellt, als ich mich endlich durchringen konnte und einen anderen Psychiater suchte, weil ich bei dem einfach nicht reden konnte und kein Vertrauen hatte. Ich habe einfach nur Zeit verplempert und gedacht es macht einmal Klick und diese Medikamente heilen mich irgendwie plötzlich. Das war ja nie der Fall, ich fühlte mich einfach immer schlechter.
Ich kam dann zu so einer Ärztin von einer Klinik, die Spezialistin für Erstpsychoseabklärungen war. Das war eigentlich wirklich der schlimmste Moment mit dieser Diagnose oder diesem Wort. Sie hockte so da, mit ihrem Kreuzchenblatt mit den Ja/Nein Antworten, die ich geben musste. Bei vielen Dingen sagte ich "hmm ja, das hatte ich schon mal, glaube ich..." Keine Ahnung, bei vielem war ich nicht sicher, doch ich dachte, vielleicht besser mal ja sagen, dann kann dir vielleicht hier jemand helfen. Da war dann mal noch die Frage "Werden ihre Gedanken manmchal so laut, dass sie das Gefühl haben, andere können Sie hören?" Ich antwortete wieder zögernd, aber bejahte das, weil ich öfters Schiss hatte, andere könnte mir ansehen, dass ich schlecht über sie dachte, wenn ich verärgert oder deprimiert war. Bis heute kann ich sagen, meine Gedanken sind immer gleich laut, obwohl ich viele und bedrängende Gedanken hab, auch jetzt wo die Medikamente weg sind, immer noch die gleiche Lautstärke, halt Gedanken einfach... Naja, diese Frau war irgendwie so kalt und ich hatte sowieso unglaubliche Angst bei diesem Gespräch, weil ich mich ja schon öfters über Psychosen aufgeklärt habe etwas zuvor, als man mich an dieses Gespräch schicken wollte und ein bisschen au noch früher, bei diesem ersten Psychiater. Aja dieser erste Psychiater erklärte mir Psychosen so: "Das ist, wenn man dann einfach übergeschnappt ist oder durchdreht. Und es braucht dann viel mehr (Medis) um wieder zu genesen und die Schwell zu einer weitere Psychose ist dann viel tiefer." Diese Erklärung klingelt heute immernoch in meinen Ohren, wenn ich wieder das Gefühl habe, verrückt zu werden und diese Schizphrenie drehe und wende. Diese Oberärztin aber, machte mir sehr viel mehr Angst. Sie war voll geradeaus und konkret, alles was ich an Persönlichem hinzufügen wollte oder so, intressierte sie gar nicht, hatte irgendwie kein Gewicht. Es war einfach ein "Ja" oder "Nein" das schlussendlich zählte. Einmal, als ich auf eine Frage antwortete "Ich verstehe nicht ganz genau?" sprach sie die Frage nochmals aus, einfach viel lauter, wie bei einem kleinen Kind, das nicht richtig zuhört. Ich erschrack ziemlich, als die da so lauter wurde und dachte "Ich hab die Sätze schon verstanden, was sie da gesagt haben. Ich habe einfach nicht verstanden was damit gemeint ist." Ich machte auch einen Test von meinen Fähigkeiten, so IQ- und Planungstest ähnlich. Ich schnitt überdurchschnittlich gut ab. Hat mich auch nicht gewundert, ich konnte das gut und schnitt schon nach der Oberstufe in so einem Test sehr gut ab. Das waren auch in der Schulzeit meine einzigen Freudelchen, die ich so hatte, dass ich einfach ein schlaues Kerlchen war. Später habe ich mich dann wirklich nur noch an Intelligenz, schulischer Leistung gemessen, weil ich mir einfach anders keinen Selbstwert mehr geben konnte und das merkte ich auch, und es tat mir selbst weh, dass ich mich so wenig selbst schätze, durch meinen Charakter halt und nicht durch Leistung. Ok, aber diese Oberärztin, haut mir doch einfach so den Satz vor den Latz "Herr X, diese guten Resultate haben sie nur, weil sie das Abilify haben." Und dass ich das schon probieren könne, mit absetzen (ich habe diese Idee auch bei ihr schon erwähnt und in erwägung gezogen), aber dass dann meine Prognose sehr viel schlechter und ungewisser ausschaue. Sie empfahl mir das Zeugs mind. bis Ende Studium und noch ein paar Jahre, vielleicht 2-3 ins Berufsleben zu nehmen, bis ich einen Absetzversuch oder zumindest eine Reduktion wagen sollte. Na das waren ja schöne Neuigkeiten!! Jetzt kann ich nicht mal probieren, das Zeugs loszuwerden, ich hatte jetzt sogar noch Angst, ich verliere meine Intelligenz und schulichen Fähigkeiten (weils ja immer heisst, "Vermiderung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit"), wenn ich die Medikamente absetze und dann wird alles noch 1000mal so schlimm, wie es jetzt schon ist, aber ich hielt es damals schon für die Hölle auf Erden, was ich mit den Medikamenten so für teilweise einfach komische Ängste und Gefühle erlitt.
Die Aussage, dass ich halt einfach so ne Fehlfunktion von der Dopaminaussschüttung im Gehirn habe, was sie meiner Mutter und mir beim zweiten Gespräch dort auch einfach so vor sagte, als ob Moses das vor tausenden von Jahren in Stein gemeiselt hatte und das nun einfach so ist, konnte ich auch einfach nicht glauben, obwohl mir das halt schon als glaubwürdig erschien, denn sie war ja eine Frau Dr. Soundso und ich glaubte da an Wissenschaft und Erklärung durch den Verstand. Und genau diese, für mich heute am wenigsten sinnvollen Erklärungen (oder eben nur Hypothesen und Theorein) von den Leuten, die mich am wenigsten sahen (vielleicht mal 2h meines ganze Lebens, wie diese Diagnoseärztin), haben heute das stärkste Gewicht, wenn ich Angst habe und über diese Diagnose grüble. "Denn sie müssen doch wissen, von was sie reden..."

Dann kam dann halt diese Diagnose nach Hause geflattert, ich las das, hatte zuerst das gefühl, ok jetzt habe ich mal was konkretes oder so, bildete mir ein, das helfe mir nun weil ich Klarheit habe oder irgend so einen Blödsinn, den ich mir immer einredete, wenn mir etwas nicht passte oder wenn ich vor was Angst hatte.

Ich speichere irgendwie ALLES, was im Zusammenhang mit dieser Diagnose, wenn auch nur im beiläufigen Gespräch erwähnt wird. Ich wälze und grüble und forsche nach und überlege und analysiere und ängstige mich zu Tode vor dem, was da noch alles kommen mag. Ich bin so überhäuft mit Informationen und Grüblerei mit Ängsten, dass ich mir das Zeugs so lange einrede und soviel Angst kriege, dass ich wirklich langsam beinahe oder schon richtig glaube was ich alles lese oder grüble. Aber immer Angst. Angst. Angst. Angst. Und Verwirrung durch Angst und ich iterpretiere diese Verwirrung als Beginn einer Psychose oder Verschlimmerung der Schizophrenie. Und dann schaukelt sich das hoch, bis ich fast kabutt gehe oder durchdrehe vor Angst. Aber diese Stimmen oder der Gartenzwerg, der mir über den Weg laufen sollte (was ich zumindest annahm, dass irgend sowas passieren müsste), der kam und kommt einfach nicht, obwohl ich mich langsam schon auf alles gefasst mache! (Nicht das ich will, dass das kommt, bei bestem Willen nicht, darum machts mir ja so eine höllische Angst)

Ich muss vielleicht jetzt wieder etwas runterfahren, ich steigere mich sehr stark in dieses Thema rein, sobald ich anfange darüber zu grübeln schreiben oder mich damit vergleiche....

Ich geb mir sogar Mühe, nicht vom 100ten in 1000te zu reden oder zu schreiben, damit andere nachvollziehen können, was ich da rede oder sagen will voller Angst, weil mir die letzte Psychologin sagte, sie habe auch eher das Gefühl, ich hätte was aus dem schizoiden Bereich, weil ich so rede (vom 100ten ins 1000te). Ich wollte einfach nur möglichst ALLES sagen, was ich mir so überlege, und liefere so viele Informationen und werde so ängstlich, bis ich am Schluss nicht mehr weiss, worauf ich heraus wollte und merke diese Leute sehen mich ja zum ersten Mal und fragten zBsp. nur, wann ich die Medikamente abgesetzt habe, die begreiffen doch gar nicht, wovon ich da rede, weil ich womöglich meine halbe Kindheit, die Schultzeit, Erfahrungen mit Alk. und Canna., Diagnosen, Medikamente, Ängste und meine Ansichten dazu alles in kürzester Zeit rapportieren will und mich so unter Druck fühle, weil ich glaube je mehr sie weiss, desto besser kann sie dann vielleicht sagen, dass ich doch nicht paranoid schizophren bin...und ich merke nicht einmal, dass sie mir gar nicht mehr zuhören können und sie mich anschauen, wie wenn ein grosses Fragezeichen auf Ihrer Stirn steht und nur noch beobachten, wie verwirrt ich daherrede, weil sie überhaupt nicht wissen wovon da die Rede ist, weil wir uns das erste Mal in Leben treffen... Naja, das merkte ich dann auch und versuchte etwas ruhiger und "geordneter" zu sprechen, weil mir das schon einmal aufgefallen war, dass eben der andere Experte sagte, dass ich jetzt auf einmal so "ungeordnet" wirkte, wie sonst nie (das habe ich im ersten Post erwähnt, als ich das erste Mal reden und Emotionen zuliess in einer Therapiestunde). Dann war sie sich dann doch gar nicht mehr so sicher und redet wieder eher von nem Grenzfall und vielleicht ausführlichere Diagnose machen und so.

Ok, ich glaube ich poste das jetzt mal hier. Ich hab mich wieder recht in was hineingsteigert, nicht mehr mit ganz so viel Angst, aber es ist wieder eine Überhäufung von Informationen... schliesslich "sollte" ich das ja nicht, damit ich nicht unstrukturiert wirke oder denke, wie ein Schizophrener... für Experten, die mich mal gerade zwei Stunden sehen im Monat... und ich noch Angst habe und mich unter Zugwang zu ev. neuer Medikation und Druck zum ausführlichen Reden fühle, weil die Therapiestunde zu schnell vorbei ist und ich ev. nicht das Wesentlichste sagen konnte, was ich so alles in der letzten Zeit wieder gedreht und verdreht und gewälzt und dramatisiert habe, damit sie mir nicht mehr Medikamente empfehlen, weil ich ja ihre Aussagen so schwer gewichte. Das Thema ist so ein Trauma, ich kann gar nicht mehr anders als zu plätschern wie ein Wasserfall. Immerhin denke ich langsam etwas mehr selber mit und nehme jetzt auch nicht mehr sofort Medikamente, auch wenn sie das sagen mögen, wenn ich ungeordnet wirke... irgendwie gibts da einfach so vieles, das einfach nicht passt auf diese Diagnose.

Ich hab soviel in mir drin, das raus muss und das ich für wichtig betrachte... darum werden diese Texte auch immer unglaublich lang...

Gruss, batucada

08.04.2010 07:31 • #3


Hallo meine Liebe,

also so wie ich das sehe bist du weder paranoid noch irgendwie schizophren!!
Glaub mir!
Du klingst wie eine eingeschüchterte Persönlichkeit, die Angst davor hat verrückt zu werden. Dieses gefühl kam aber erst, nachdem das das erste Mal jemand auch nur ansatzweise behauptet hat. Davor hast du keine Sekunde mit dem Gedanken gespielt.
Dann hast du angefangen alles darüber zu lesen und dich in jeder erklärung selbst wiedergefunden. Wenn ich alles darüber lesen würde, könnte ich mir bestimmt ebenfalls einbilden all diese Symptome zu haben.

Ich hatte Angst davor verrückt zu werden, weil mein Freund mal sagte, dass er mit einer ernsthaften psychischen Störung bei seinem Partner nur schwer klarkommen würde. Oh Mann, du kannst dir gar nicht vorstellen, wieviel Angst ich hatte, dass mir das passiert und schwupp*** bekam ich Panikattacken.
Ich gehöre zu den Menschen, die gerne Kontrolle über ihr Leben haben, die das gefühl haben müssen alles ist IM GRIFF wie man so schön sagt. Ich wette, du hättest dich in eine andere angebliche Diagnose GENAUSO hineingesteigert...
Ärzte sind heute sehr schnell mit Diagnosen und diese Ja, Nein-Spielchen sind ja wohl wirklich das letzte wenn es darum geht jemanden unter Dro. zu setzen und das Therapie zu nennen.

Du bekommst immer genau die Symptome die anhand des Beipackzettels auf dich warten. Und so ging es mir am Anfang auch, als ich mich mit den Panikattacken beschäftigte. Ich hatte Angst, dass ich den verstand verliere, dass ich mich zu einem Affen zurückbilde, meine geistigen Fähigkeiten verliere etc.
Aber wenn es wirklich so wäre, wäre ich mir dessen nicht BEWUSST, verstehst du was ich meine?

Du solltest dringendst!!! den Therapeuten wechseln, und dich mal mit ein paar anderen Sachen beschftigen, damit du dir nicht noch mehr in diese angebliche diagnose hineinsteigern wirst. Ich geb dir einen Tipp, mach mal Yoga und lerne die verschiedenen Atemtechniken. Und wenn du wieder dabei bist, dass deine gedanken anfangen sich im Kreis um deine Krankheit zu drehen und du denkst du verlierst deswegen den Verstand, dann wende die Atemtechnik an. lebe bewusst in dem Augenblick und konzentriere dich auf´s atmen. man kann nur EINEN Gedanken gleichzeitig haben. Wenn du an Atem denkst, kannst du keine Angst haben...

Ich wünsche dir alles Gute, lass dich nicht unterkriegen, steh für dein leben ein und übernimm dafür die Verantwort. Lass nicht über deinen Kopf entscheiden, was mit dir passiert!! Wehre dich, wenn du das gefühl hast, dass etwas falsch verstanden wird oder schief läuft, frag nach, wenn du dir nicht sicher bist. Das ist dein gutes Recht!! Sei gut zu dir selbst!!

Liebe Grüße
Katharina

08.04.2010 15:45 • x 1 #4


Liebe Katharina!

Ich weiss noch, als ich das erste Mal mit Canna. in Kontakt kam, hatte ich das erste mal extreme Angstzustände bis zur vollen Panik. Ich konnte mir diese Zustände halt nicht erklären, weil alles traumhaft und ungewohnt war, das machte mir sehr viel Angst. Ich hatte früher schon viel Angst. Aber ich glaube du hast absolut recht, ich habe erst richtig zu grübeln angefangen, als ich schon unter Medikamenten stand und dies das erste Mal hörte, so von wegen Psychose usw. Ich brachte es halt auch sehr oft in Verbindung mit meinen Canna."Ausrutschern" und weils heute von überall her heisst, Canna. kann Psychosen und Schizophrenie auslösen... Vielleicht hatte ich aber einfach nur Verfolgundwahn und Angstzustände, wie es so viele meiner Freunde auch schon hatten, die regelmässigere *beep* waren als ich, ich habs sowieso nur zum "dazugehören" gemacht... gefallen hats mir nie. Ich halte mir das eh immer vor die Nase, wenns mir schlecht geht und ich das Gefühl habe, ich wäre Schizophren, dass ich einfach mal in meinem Leben zu dumm war, um so selbstbewusst zu sein und "Nein" zum *beep* zu sagen, den mir die coolen Jungs aus der Klasse rüberreichten... Naja

Heute war wieder mal ein rechter Grübel Tag. Ich habe der Pro mente sana angerufen, genau aus dem Grunde, weil ich Hilfe brauchte und mich recht verloren und verzweifelt, halt ängstlich fühlte. Die nette Dame hat wirklich super mit mir geredet, ich ruf auch wieder voll ängstlich an, habe dann aber schnell in einen ruhigeren Modus umschalten können, weil ich merkte, dass sie nicht auf dieser Diagnose fixiert ist, welche ich brav zu Beginn erwähnte, um danach meine Bedenken und die Angst dazu zu berichten. Die war echt toll, diese Frau. Hat mir echt viel von meiner Angst genommen. Ich wirkte auf sie doch sehr klar und dass ich mein Verhalten doch sehr gut analysieren könne. Ich berichtete auch von meinem Forumeintrag, dass mir das half und so. Die war echt hilfreich, irgendwie hat sie auch einen rechten Knoten gelöst.

Ich ging danach aber auch noch auf der Pro mente sana Homepage etwas surfen. Sah ein recovery bericht von jemandem, der in der Anfangsphase von paranoider Schizophrenie war und da rausgekommen ist. Ich wusste schon, dass ich da wieder nachlesen musste. Diese Person kam ja da raus, das hilft mir sicher, wenn ich das lese. Sie hat es recht gut beschrieben. Ich war am Schluss ziemlich überzeugt, dass mir das auch so geht wie ihr! Sie beschrieb, dass sie Stimmen hörte, aber die Stimmen waren die Stimmen ihrer Mutter, der Schwester, des TV Moderators usw... Ich verglich mein Denken mir ihrem. Ich habe auch ein eigenartiges Denken, dachte ich. Wenn ich Grüble, dann stelle ich mir eine konkrete Situation vor mit der Person die es betrifft, und ich erzähle der Person in Gedanken, das was mich stört, also worüber ich Grüble. Das ist in der letzten Zeit sowieso nur der Arzt oder Therapeut. Aber ich denke oft oder immer so, wenn ich ängstlich bin oder misstrauisch. Keine Ahnung, ich versuche dann halt in Gedanken, meine Grübeleien beim Therapeuten zu platzieren und denke mir aus wie ich das möglichst gut formulieren kann, feile an meinen Sätzen rum. Und der Therapeut gibt natürlich auch immer Antwort, halt die Antworten die ich befürchte, mit seiner Stimme. Aber natürlich ist es kontrollierbar. Es läuft halt schon lange automatisch ab, wenn ich Sorgen hab, dass ich in Gedanken Dialöge mit den Personen führe die es betrifft, ich hab jo sowieso nie viel über meine Sorgen oder Ängste gesprochen. Aber eben ich kann die Gedanken abwürgen oder zBsp. dem antwortenden Therapeuten in meiner Vorstellung auch mal eine gute oder andere Antwort sprechen lassen, die ich ihn sprechen lassen will, um zu überprüfen, ob das d doch nicht so automatisch oder fremd ist, oder gar fremdbeeinflusst. Naja, ich war dann voll überzeugt, jetzt die Lösung meines Problems gefunden zu haben. Ich bin halt jetzt paranoid Schizophren, aber mir kamen gar keine Stimmen, die von aussen kommen, die waren einfach schon immer da! Halt als Gedankenstimmen! Das musste es sein! Das ist ja gar nicht so schlimm, dachte ich und wenn ich mir jedesmal sagte, dass das ja nur Vorstellungen sind und nicht real oder unnötig, dann gehts weg... naja ich wusste ja eh schon das es nur Vorstellungen sind und auch nur Gedankenstimmen. Und da gehts ja auch immer nur um dasselbe, um meine Probleme, Ängste und paranoide Schizophrenie. Habe dann auch meinem Therapeuten angerufen, ob er veilleicht kurz Zeit hat heute noch oder morgen, um diese neue Erkenntnis zu besprechen, ich fühlte mich etwas freier, aber doch immernoch sehr unsicher und gestresst, aber ich Grübelte nicht mehr so stark, liess es einfach abprallen, ist ja unreal. Klar ists unreal, ich hör ja nix oder seh nix, bin einfach am Grübeln wie gestört und bekomm nichts mehr mit um mich rum... Erzählte dann von meinen Erfolgen mit den Angsthörbuchern etc. und dass ich auch denke, dass die Diagnose gar nicht so falsch sei, ich aber doch gut jetzt damit klarkomme, vor allem mit den Selbsthilfe Sachen... das Thema Medikamente und "man muss halt vielleicht schon mal einen Kompromiss eingehen" fiel dann auch weider dazu, obwohls mir wider überhaupt nicht gefiel, aber ich konnte es besser auffallen, hatte auch Freude, dass ich ruhiger und klarer mit ihm reden konnte. Tja, aber als ich dann meiner Mutter das auch noch so erzählt habe, die auch etwas die Nase gerümpft hatte, als ich da von den Stimmen erzählte, die ich ja jetzt erkannt habe, usw. halt einfach als Gedankenstimmen, naja, ihr wars im Prinzip gleich, sie ist zufrieden, wenns mir gut geht, das merkte ich auch und das weiss ich jetzt auch langsam...
Aber nachdem meine Mutter wieder zur Arbeit ging, grübelte es doch immer noch rum. Halt wieder an neuen Schlussfolgerungen. Dachte mir, ich müsste doch diese Stimmen von aussen hören, nicht als von mir kommende Gedanken? Ist dann nicht generalisierte Angststörung doch treffender?

Und ich sag dir jetzt mal was, liebe Katharina, danke dass du mir diese Antwort geschrieben hast! Ich kam nämlich gerade vom Spatzieren zurück und war wieder recht gestresst, das Grübeln darüber aufzuhalten oder zuzulassen oder zu denken, dass sind halt die Stimmen, halt nicht real, blabla machte es in meinem Kopf. Ich traute mich schon gar nicht richtig deine Antwort zu lesen, vielleicht sieht ja doch da ein Forumuser wohl auch die paranoide Schizophrenie raus, wie ich es gerade erkannt habe heute, aber ich bin mir ja jetzt gar nicht mehr so sicher, wenn ich dann das lese, dann glaube ich das wieder und zweifle. Tja, dann las ich angespannt, mit so etwa 80-90% Stress in meinem Körper und Geist deine Antwort. Ich war echt total überrascht und es machte mich wiedermal so stutzig was nach deinem letzten geschriebenen Satz passierte. Es machte irgendwie ein Geräusch in mir, wie wenn man eine rasende Maschine abschaltet, mein ganzer Stress und meine Anspannung viel von 90% auf etwa 10 oder noch viel weniger, einfach komplett heruntergefahren. Ich konnte es fast nicht glauben. Ich las auch das mit dem Yoga. Zuerst wollte ich meine Stressreduktion nutzen, um das Schizophreniebuch zu lesen, dass gerade mit der Post angekommen war, ich dachte, diese Ruhe könnte ich doch gerade nutzen, um mal darin lesen zu können, und mich nicht zu Tode ängstigen und nachher endlos zu grübeln. Das Buch zog mich magisch an, aber ich hatte schon den Gedanken "Nutze dass doch jetzt mal, um dich von diesem Grübeln zu erholen, mach was anderes! Fang wieder an zu lesen, wenn das Grübeln wieder kommt, steig nicht schon wieder freiwillig da rein, nur weil du merkst es geht dir besser, das ist die falsche Taktik!" Dann kamen mir deine letzten Sätze und das Yoga in den Sinn. Ich wendete mich ab, sass bisschen hin zu meiner Mutter vor den TV. Dann ging ich ins Zimmer, lies ein bisschen Momo (bin ein Fan von Michael Ende), das ging ganz gut, hatte Mühe mit lesen, ein bisschen die Konzentration, aber mir kam in den Sinn, ich hatte früher auch immer so gelesen, als ich noch nicht krank war, musste halt ab und zu mal einen oder zwei Sätze 3 oder 4 mal durchlesen, weil ich unkonzentriert war oder verträumt, was weiss ich, aber da verdächtigte ich mich doch noch nie eine paranoide Schizophrenie zu haben. Das beruhigte mich noch mehr. Ich war fast so müde, dass ich beinahe einschlief beim lesen. Ich war doch noch fast nie so müde, ohne eine Beruhigungsübung oder eine Stunde rumliegen und gegen die Angst und das Grübeln zu kämpfen. Das merkte ich dann auch. Darum musste ich dir zurückschreiben und dir danken. So müde im Bett, wurde ich nämlich auch etwas wütend. Wütend, dass ich schon wieder den Therapeuten irgend einen Quatsch gesagt habe, den ich doch jetzt selber nicht mehr glaube. Ich bin jetzt so ruhig und verdammt nochmals ich habe doch keine Stimmen und ich will doch auch nicht paranoid Schizophren sein! Lasst mich doch einfach in Ruhe ihr dummen Therapeuten und Ärzte mit eurem schei. Diagnosen und terrorisierenden Medikamenten, die nichts anderes als krank machen und Angst machen und noch kränker machen, weil sie Angst machen. Sowas macht mich einfach so traurig. Ich möchte gar nicht mehr dahin gehen nächste Woche und wieder alles erklären. Echt sowas kotzt mich doch an. Die ganze Psychiatrie und ihre Definitionen hat so eine Macht über mich. Ich bin doch einfach ein kleiner Junge in einem Körper eines Erwachsenen, der halt im Geiste nie so richtig Erwachsen wurde und sich einfach vor jedem schei. fürchtet. Verdammt ich will das doch alles einfach nicht mehr... Ich dreh und wende alles, ich hab sogar von all dem Zeug schon Jahre lang täglich Selbstmordgedanken gehabt, aus Angst vor alle dem... aus Angst und Depression, weil ich einfach gefühlstot war von den Medikamenten und belämmert, und meine Kindheitserinnerungen alle weg waren... Ich hör jetzt auf, sonst denke ich vielleicht wieder, dass das wieder son Wahn ist. Ich könnte jetzt echt sowas von losheulen, ich hab Tränen in den Augen. Ich wär ein echt perfektes Opfer für eine Sekte. Manchmal kommt mir die moderne Psychiatrie wie eine Sekte vor, diese Macht die diese Begriffe über mich ausgeübt haben, scheusslich. Und da führe ich einmal ein Gespräch mit einer Unbekannten Frau am Telefon, die mich so herzlich und warm berät, mir die Angst nimmt vor den Begriffen. Sie war echt nett, hat mir geholfen. Ich glaubte dann zwar wieder was anderes, doch konnte schon besser mit den Therapeuten dann reden, weil ich ja auch die zufrieden stellen wollte.
Und dann kommt eine Antwort aus dem Internet von dir, Katharina, die ich gar nicht mal am Telefon hörte oder direkt mit dir sprach und du bringst es fertig, mich mit einigen Zeilen von Super-Stress schwupp-di-bupp auf Null-Stress und richtige Einschlafstimmung zu bringen.... Da läuft doch was einfach nicht richtig mit mir oder einfach mit der ganzen Welt um mich herum... auf jeden Fall, kann ich die ganzen Therapeuten, Ärzte und Bücher und Artikel und Diagnosen und Kriterien und und und und einfach nicht mehr hören... tut mir leid, das sind doch alles die grössten Trottel... da komm ich leicht wieder ans zweifeln, dass sie es wirklich gut mi mir meinten, aber ganz vorsichtig, sonst würde ich ja wieder auf die paranoide Schizophrenie passen... egal, es gibt wirklich gute Menschen in der Psychiatrie, wie die Frau am Telefon oder wie du Katharina, die viel mehr Ahnunng haben, von was ich rede, als die, die mir gar nicht richtig zuhören...
Ich weiss nicht mehr, was ich denken soll, ich will eigentlich gar nicht mehr denken, einfach nur noch meine Ruhe vor all diesen Psychiatriedeppen...

Ich danke dir herzlichst, liebe Katharina. Und auch dir Sphinx. Ich geh jetzt mal was machen, zu was ich Lust habe oder einfach nur mal pennen, alleine, ohne diese Fachmänner im Kopf. Vielleicht bin ich ja bereits in 5 Minuten wieder auf diesem Forum, wenn ich wieder zweifle oder grüble. Vielen Dank, das hat mir jetzt wirklich gut getan!

08.04.2010 18:51 • #5


Hallo batucada,

Deine Beiträge sind sehr umfangreich und ich habe z.T. Probleme, so richtig zu folgen. Aber ich finde sie in keinster Weise psychotisch! Bitte schreib Dir das echt mal hinter die Ohren. ). Ich kann mir daher Deine Gespräche mit Ärzten und Therapeuten lebhaft vorstellen. Du musst davon ausgehen, dass auch Fachleute Dinge manchmal falsch einschätzen oder Du an jemanden gerätst, der nicht empathisch genug ist um Deine "Gedankenflut" richtig einordnen zu können. Ich kenne das auch gut, alles kreist um dasselbe Thema und man sehnt sich nach der Entlastung. Man versucht dann, seine Gedanken engen Freunden oder den Eltern oder sonstwem mitzuteilen und die gucken nur komisch, was einen noch mehr verunsichert.

Wenn Du es heute schon geschafft hast, ein bisschen abzuschalten, ist das doch prima. Versuch es weiter mit dieser Taktik und genieß die Minuten/Stunden, in denen Du Dich etwas beruhigen kannst. Ich weiss nicht, ob dieser Tipp Dir hilft: Ich hatte irgendwann solche Angst, dass ich auf einmal ganz ruhig wurde und dachte, dass nichts schlimmer sein kann als diese Angst, selbst eine Psychose nicht. Ich weiss, das klingt jetzt doof, aber halt einfach den Ball flach. Die Diagnose dieser komischen Oberärztin ist zwar niederschmetternd, aber nicht der Weisheit letzter Schluss. Auch da hat ESSEN-tiell recht, such Dir einen neuen Therapeuten/Therapeutin und schau genau hin, ob Du Dich dort verstanden und aufgehoben fühlst. Man kann meines Wissens immer eine Art Probesitzung machen und dann entscheiden.

Bitte sei nicht beleidigt, aber für mich hört es sich so an, als ob Du sehr unsicher in vielen Dingen des Lebens bist. Da ist es natürlich einfach, Dich durch eine Diagnose in die Verzweiflung zu stürzen. Vielleicht gibt es Dir ein bisschen Sicherheit, dass Dir hier im Forum nun schon zwei Personen bestätigen, dass Du nicht psychotisch wirkst, sondern nur sehr, sehr verängstigt.

Kennst Du eigentlich jemanden mit einer Psychose? Bei mir war meine Angst nämlich auch durch viele Fehleinschätzungen geprägt, weil ich mich nie mit den konkret Betroffenen beschäftigt hatte. Wenn Du das tust wirst Du sehen, dass die wirklich merkwürdige Sachen tun und erleben. Nichts von dem was Du berichtest reicht auch nur annähernd da heran. Du kannst Dich selbst und Deine Handlungen doch wunderbar kontrollieren - bis auf Deine Angst, und das spricht eher für eine Angsterkrankung. Das Gefühl, dass Mitschüler schlecht über Dich reden oder sich lustig machen, scheint mir in Deiner großen Unsicherheit begründet zu sein. Ansonsten würde sich dieses Gefühl immer mehr ausbreiten, Du würdest Dich konkret verfolgt fühlen und dementsprechend handeln. Was die Ärztin Dich gefragt hat, bezieht sich auf den sog. "Gedankenentzug". Damit ist gemeint, dass andere Deine Gedanken "lesen" und beeinflussen können, und zwar ganz konkret. Und Du willst natürlich ganz korrekt antworten und sagst, dass Du manchmal ANGST hast, dass andere Dir Deine Gefühle ansehen könnten ... meine Güte, wer hat das nicht mal ab und zu. Sorry, aber ich halte die Dame echt für inkompetent oder unerfahren, wenn sie den Unterschied nicht gemerkt hat. Bei dem was die meint, geht es darum dass Menschen sich zum Schutz vor der "Gedankenkontrolle" von aussen sogar Methoden ausdenken, die für unsereinen eher amüsant sind - selbstgebastelte Helme oder irgendwelche absurden Rituale, magisches Denken eben. Ich schreib Dir mal ein Beispiel: Die Schwester der Frau meines Cousins (hört sich kompliziert an, ist aber wirklich so) lebt in London alleine in einer Eigentumswohnung. Sie ist sehr erfolgreich im Job, verdient gut usw. Also alles im grünen Bereich. Aber seit einem Jahr denkt sie, der Nachbar über ihr bedroht sie. Es gab auch einen konkreten Anlass, einen normalen Nachbarschaftsstreit, wie das manchmal halt so ist. Erst hiess es, er sei absichtlich laut in seiner Wohnung, um sie zu ärgern. Das fand ich noch relativ normal. Dann las er angeblich ihre Post - da wurde ich schon mißtrauisch. Dann kam das mit der Beeinflussung der Gedanken - angeblich sendet er aus seiner Wohnung irgendwelchen Elektrosmog, von dem sie Kopfschmerzen und Angstzustände bekommt. Finde ich ehrlich gesagt ziemlich strange. Dann wurde die Decke ihrer Wohnung mit Alufolie ausgelegt - um die Strahlen abzuhalten. Ähm, ja. Also da komm ich dann nicht mehr mit. Siehst Du, DAS ist paranoide Schizophrenie. Ach ja, sie hat ihn auch schon bei der Polizei angezeigt, weil er sie angeblich mit einem Beil angegriffen hat. So weit geht das. Ich glaube davon inzwischen kein Wort mehr. Aber glaubst Du, DIE wäre jemals auf die Idee gekommen , dass sie psychisch krank sein könnte? Nee, weit gefehlt. Es sind immer die anderen.

So, jetzt hab ich auch ziemlich viel geschrieben. Nochmal ganz deutlich: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du momentan eine Psychose oder ähnliches hast. Du hast Angst, und davon eine ganze Menge. Und Du hast Phantasie und kannst Dir alles mögliche vorstellen. Eine schlechte Kombination, das weiss ich aus Erfahrung. Versuch Dich runterzubringen, schau Fersehen, lies ein Buch, geh mit Freunden aus, mach Sport, egal was, Hauptsache es beruhigt Dich. Du bist nicht schizophren. Jedenfalls nicht momentan, denn jeder von uns kann irgendwann mal eine Psychose bekommen. Dein Risiko ist m.E. aber nicht höher als meins.

Viele Grüße, sphinx

09.04.2010 20:28 • #6


Hallo Sphinx!

Besten Dank für deine Antwort. Ich bin in keinster Weise beleidigt, wenn du mich als unsicher empfindest, das ist auch absolut meine eigene Einschätzung, daher kann ich halt dieser Diagnose nie richtig Glauben schenken und es macht mich ja halb wahnsinnig vor Angst, was ich darüber lese.

Ich habe heute nochmals weitere gute Erfahrungen gemacht, in meiner Selbstdiagnoseoddysey. Ich habe meinem Therapeuten einen Brief formuliert, mit meinen Gedanken zur Diagnose. Wirklich sehr genau, was ich dazu denke, wie meine Gedanken sind, diese ängstlichen Überlegungen und so. Den hab ich dann endlich abgeschickt (hatte schon etwa 7 andere formuliert, aber da hab ich wieder andere Theorien entwickelt, in denen ich auch paran. Schizophrenie in Betracht zog, aber eben nicht davon überzeugt war). Es schien mir aber sehr wichtig ihm meine Gedanken sehr genau zu schreiben, wie sie mir im Kopf auftauchen, wenn das Grübeln und die Angst los geht, ich erhoffte mir damit auch etwas weniger Druck um nicht wieder so viel auf einmal erklären zu müssen bei der nächsten Sitzung.

Ich ging danach joggen, war aber dann halt schon wieder recht in diesem Thema Schizophrenie drin durch das Schreiben des Briefes. Was ich halt am meisten an mir für eine Schizophrenie halte, sind die Zustände der Unwirklichkeit und wo ich mir fremd bin, also ich bin nicht jemand anders, aber ich bin irgendwie voll in Gedanken versunken oder bin mir fremd (diese Depersonalitsation), aber das ist immer nur bei grosser Angst und dieser Grüblerei der Fall. Ich ging also Joggen und voll am Grübeln mit Angst, und weil die Umwelt mir wieder eher passiv und unwirklich vorkam, war meine Vermutung zu einer Schizophrenie halt wieder gefestigter. Ich merkte aber wieder mal nicht, dass ich auch noch laute Musik in den Ohren hörte und wie gestört joggte. Dann schaltete ich endlich auf mal meinem Ipod auf ein Hörbuch "Grübeln stoppen", dass ich mir auch noch kaufte, wenigstens mal was in normaler Lautstärke und weil ich ja soviel grüble. Das war eine sehr gute Entscheidung, anfangs kamen mir diese ängstlichen Schizophrenie-vermutungen immer wieder dazwischen, doch je mehr mir diese Frau über das Grübeln auf dem Hörbuch erzählte, desto mehr hörte ich dem Hörbuch zu und nicht mehr meinen Angstgedanken. Ich wendete dann diese Gedanken-Stopp Technik an, mit der man ein unmittelbares Grübeln stoppen kann. Das funktionierte ganz gut! Ich ging am Abend sogar zu einem Freund grillieren. Ich hatte dort so wenige Gedanken im Kopf, es war regelrecht fast Totenstille, irgendwie schlief ich fast ein aus gedanklicher Langeweile. War ganz komisch, so eine Ruhe in meinem Kopf, hatte ich schon lange nicht mehr erlebt. Dann merkte ich etwas ganz wichtiges: das ich mich endlich mal an dem Ort fühlte, an dem ich wirklich war! und nicht irgendwo, wo ich mir wieder Sorgen oder Ängste oder Vermutungen drum machte. Dieser Zustand war sehr entspannend, aber völlig neu und auch fremd für mich, denn das gabs ja schon seit Jahren nicht mehr wirklich. Ich wurde dann aber auf einmal weider recht in eine Unwirklichkeit gezogen, durch irgend einen Gedanken, dann wieder dass Schizophreniezeugs im Kopf gedreht, weil ich mich ja unwirklich fühlte. Ich erkenne gar nicht mehr, was mir Angst macht, meist kann es auch nur eine ungewohnte Situtation sein oder eine Veränderung in meiner Umwelt, die ich auf mich beziehe und das mir Angst macht. Ich suche meine Angst immer nur in meinen Gedanken, aber dort könnte es sehr wohl so gewesen sein, dass etwas im Wohnzimmer, meine Angst wieder auslöste, viellieicht ein komisches Geräusch in der lauten Musik oder so was in der Art, daher entdeckte ich den Auslöser nicht in Gedanken, sondern dacht wieder, dass da jetzt doch ev. wieder die Diagnose zutrifft, usw.. Ich sah mich dann schon irgendwelche Formulierungen im Kopf durchegehen, wie ich meinen Kollegen sagen wollte, dass ich nun nicht noch eins Trinken kommen will in die Stadt, weil ich müde sei und den Bogen noch nicht überspannen will und dann sah ich mich in Gedanken schon an den Bahnhof laufen und ev. noch in völliger Angst im Zug die Mutter anrufen. Ich suchte nach Methoden und Lösungen, die Angst oder den Zustand der Unwirklichkeit zu lindern. Dann blieb ich halt einfach mal da liegen, auf seinem Sofa, ich traute mich eben sogar mal hinzuliegen, denn wir haben vorher ein bisschen darüber geredet, dass es mir besser geht und ich mich jetzt wieder mal raus getrau, da dachte ich, kann ich mich ja mal hinlegen, der wirds schon verstehen, ansonsten bin ich halt einfach voll müde vom essen. Habe auch oft das Gefühl, die Leute sehen mir an, das ich Angst habe und versuche das irgendwie möglichst zu verstecken. Ok, die Angst ging aber dann durch irgendwas halt mal wieder zurück, ich blieb halt einfach da. Hmm, dann war ich aber wieder mehr in seinem Wohnzimmer, weider klarer im Kopf und sah mich nicht mehr in der Vorstellung an den Bahnhof rennen, etc. Das tat mir gut und brachte mich wieder einen Schritt näher an was ran. Später in der Stadt angekommen, von der aus ich einen Bus in mein Dorf habe, wollte ich mich schon verabschieden und auf den Bus gehen und mein Kollege wollte mit einem anderen noch eins trinken. Eigentlich wollte ich aber schon wieder gerne mal eins trinken gehn. Mein Kollege besprach sich noch mit dem anderen. Ich dachte nach, warum ich jetzt schon nach Hause wollte und analysierte wieder mal meine Gedanken. Da waren halt Dinge wie, wenn ich jetzt in ein lautes Lokal musst, dann ists sicher wieder so unwirklich von der lauten Musik und ich bekomme Angstzustände, etc. Und wenn ich daran dachte, nach Hause zu gehen, habe ich die Vermutung angestellt, das die Angst und Unwirklichkeit (welche ich immer mit der Schizophrenie verbinde) ja zu Hause alleine auch kommen kann und ich sah mich schon im Zimmer hocken und mit diesen Gefühlen kämpfen. Dann entschied ich mich halt, einfach mal mitzugehen, der nächste Bus wäre ja bereits eine halbe Stunde später, also wenns wieder anfängt, müsste ich ja nicht lange warten oder könnte schon früher raus und an der frischen Luft mich irgendwie versuchen zu beruhigen, wären ja höchstens 30min durchhalten.

Irgendwie durchschaute ich jetzt mein Denkverhalten immer je mehr. Es sind immer Vermutungen! Annahmen und Vorstellungen, was passieren könnte, was jemand von mir denken könnte, ob ich jemanden mit diesem oder jenem Verhalten verärgern könnte, oder mit was ich mich konfrontieren muss, da im nächsten Lokal und dies spielte ich immer und immer in meinen Gedanken durch. Das erzeugte aber genau immer dieses Gefühl von Unwirklichkeit, weil ich in Gedanken und mit meinen Sinnen nie an dem Ort war, wo ich gerade war, vielleicht schon im Bus oder ich sehe mich nur schon beim Sitzen am Tisch wie ich ein Glas umwerfe zBsp., aber ich stand ja noch vor dem Tisch. Und alles verstärkt durch Ängstlichkeit und Unsicherheit. Dann hab ich jetzt einfach mal versucht, einfach zu machen und mich nicht immer gedanklich auf alles durch vorsorgliche Vorstellungen abzusichern. Und da mich dieses Unwirkliche Gefühl am allermeisten stört und ich es am allermeisten mit dieser Diagnose in Verbindung bringe, war das ein wirklich toller Erfolg, was ich darauf spürte. Ich machte halt jetzt einfach mal und immer wenn ich merkte, dass ich in unwirklichen ängstlichen Vorstellungen versinkte, hielt ich mir vor Augen, dass das Leben hier vor meiner Nase passiert und ich ja hier sein will und ich nicht wissen kann, ob dies oder jenes passieren wird oder der das nun böse gemeint hat oder nicht. Und je länger je mehr wurde ich lockerer und hatte weniger Angst und fühlte mich wieder dort, wo ich wirklich war, in diesem Lokal in der Stadt!

Das sind wirklich tolle Fortschritte echt! Schon da dachte ich, ich habe schon irgendwie Verfolgungsangst, aber nicht in dem Sinne, das ich glaube, dass ich von Männern in dunklen Anzügen verfolgt werde oder sonst was, das wirklich nicht stimmt. Sondern ich bin unglaublich unsicher mit anderen Menschen und in ungewohnten Situationen, dass ich gedanklich jeglichen möglichen schlechten Fall durchgehe, um mich sicherer fühlen zu können. Was aber nicht funktioniert. Jetzt bin ich wirklich langsam recht überzeugt, dass die Diagnose falsch ist. Ich fühlte mich nämlich in diesem Lokal echt gut und nicht irgendwo an einem Ort, woran ich wieder an eine Sorge oder einen möglichen Unfall dachte und ich war ganz locker. Halt noch recht unaufmerksam, aber irgendwie wars auch mal spannender sich im Lokal umzusehen, wenn ich mal endlich das Gefühl habe ich befinde mich mit meinen Sinnen UND meinen Gedanken im hier und jetzt. Das war wirklich ein schönes Gefühl und ich konnte da auch mal wieder recht Selbstsicherheit auftanken. Ich bin ja hier und verschwinde nicht einfach in irgend einer Psychose, wenn ich diesen ängstlichen Gedanken-Absicherungsprozess einfach sein lasse, im Gegenteil!

Das ist echt toll. Danke nochmals für eure bisherige Hilfe! Ich bin echt so weit schon gekommen jetzt in kürzester Zeit und leide echt schon lange darunter.
Danke für das Beispiel Sphinx der paranoiden Schizophrenie, so ist es bei mir wirklich nicht, sonst würde ich ja meine Kollegen irgendwie beschimpfen, wieso sie schlecht über mich denken würden ohne dass die was zu mir gesagt haben oder so was ähnliches oder einfach wegrennen und mich nie mehr melden, aber bei mir sind es nur Vermutungen und Sorgen um mich abzusichern gegen meine Unsicherheit. Ich denke dem liegt auch immernoch das grobe Mobbing in der Oberstufe zu Grunde. Danach hatte ich nur noch Mühe, weiteren Mitschülern in späteren Schulen irgendwie richtig zu vertrauen und mich selbst zu sein oder sonstigen Leuten, die ich nicht gut kannte und noch heute kenne.
Ich werde das mit meinem Therapeuten das nächste Mal besprechen. Wenn ich mich zu unsicher fühle vor dem Gespräch, dann sage ich es halt einfach vorsorglich erst mal ab. Aber diese Erkenntnis fühlt sich jetzt echt mal ganz ehrlich und richtig an, da bringt mich auch diese Diagnose nicht so schnell wieder davon los, dann ist vielleicht auch eher wieder ein ruhigeres und weniger angespanntes Gespräch möglich, wenn ich dem nicht mehr soviel Wert schenke

Der Text ist jetzt halt doch wieder nochmals ein recht langer geworden, dafür ein wesentlich positiverer Es hat sich echt sowas von gelohnt hier anzufangen meine Gedanken mitzuteilen und nach ähnlichen Erfahrungen zu suchen.
Nochmals danke Liebe Grüsse, batucada

10.04.2010 00:34 • #7


meryem
Hallo Batucada,
Du klingst echt verzweifelt und ich kann nachvollziehen wie schwer das ist. Ich habe genaudas gleiche durchgemacht. Fast genau diesselben Gedanken. Hätte dann noch ein Therapeut gesagt ich hätte eine Psychose dann wäre ich warscheinlich wirklich durchgedreht.
Du hast den Bezug zur Realität nicht verloren...
Bis vor drei Tagen war ich fest davon überzeugt eine zu haben. Bin jetzt bei einer neuen Therapeutin die sehr viel Erfahrung und lange mit psychotoisch erkrankten Menschen gearbeitet hatte.
Sie meinte zu mir das ich eher eine Angsstörung und/oder einePersönlichkeitsstörung habe. Denn das wir soviel Angst vor einer Psychose haben unterscheidet uns ...Das passt zu einer Persönlichkeitsstörung sie sagte mir echte Psychotiker leiden nicht so wie wir ! Das hat mich erstmal wieder runtergeholt.
Versuch damit aufzuhören Deine Gedanken zu analysieren. Das Gefühl des "Gedankenlautwerdens" hatte ich auch es hat sich so angefühlt als hätte man einen Ohrwurm.
Ich habe aber leicht reden , denn ganau dies habe ich auch gemacht. Versuche Dich abzulenken. Ich nehme zur Zeit ein leichtes Beruhigungsmittel das mir ganz gut hilft.
Bist Du denn zur Zeit irgendwo in Behandlung?
Liebe Grüsse Meryem

10.04.2010 09:48 • #8


Hallo Meryem

Die Erkenntnisse von gestern Abend (mein letzter Post) brachte mich sehr viel weiter. Ich hab nun nen weiteren Brief an meinen momentanen Therapeuten verfasst mit den neuen Erkenntnissen und den exakten Gedanken dazu. Wenn ich halt nicht richtig reden kann von Mensch zu Mensch, dann schreib ichs halt nieder, wenn mich das andere zu sehr durcheinander bringt und ich mich schäme.
Ich glaube wirklich auch nicht, dass ich psychotisch oder schizophren bin. Es geht mir ja wirklich sonst blendend und wenn das Thema Schizophrenie weg ist, dann kommen einfach die vorherigen Sorgen und Angstzustände zurück, die in der Öffentlichkeit oder auch zu Hause (Verlustängste) passieren. Es war so schwer mal dahinter zu kommen, was da überhaupt abläuft in meinem Kopf, weil es nur noch "Schizophrenie hier, Schizophrenie da!" machte und ihr gar nicht mehr richtig hinhören konnte, oder einsah, wie und was da überhaupt gedanklich abläuft. Ich habe mich jetzt durch eure Hilfe selbst besser diagnostizieren können, als diese Frau Doktor, was ich ja schon ewigs anzweifle. Aber seit ich dies so schwarz auf weiss auf ihrem Diagnoseblatt sah, wars nur noch ein 1.5 Jahre langer Dauerstress für mich um dieses Thema. Ich konnte von gestern auf heute 7.5h schlafen, voll durch. Mein Gott, das gabs schon lange nicht mehr. Ich fühl mich so wohl und entspannt. Ich bin auf dem richtigen Weg, diese Diganose ist falsch. Ich schicke meinen Brief jetzt so ab an den Therapeuten mit all meinen Erklärungen und Gedanken. Und wenn er und der zuständige Arzt dann halt immer noch auf dieser Diagnose kleben bleiben oder wieder was anderes erzählen, als das ich den ganzen Tag fühle. Dann suche ich mir halt einen neuen Therapeuten, das habe ich mir jetzt gesagt. Aber ich denke es wäre schlecht, jetzt einfach nicht mehr hinzugehen, denn so liefs ja schon oft, einfach wegrennen, denn das ist ja nur wieder ne Flucht vor dieser Angst durch die Diagnose. Solche Fluchtreaktionen habe ich schon oft gemacht. Und dann bleibt diese Diagnose wieder unbesprochen und undisskutiert in meinen Sorgen und Gedanken verankert und es ist wieder sowas "unfertiges", was ich immer wieder aufgreifen kann und mir im Kopf rumgeistert. Das Gefühl Angst war so konstant anwesend, ich konnte gar nicht mehr unterscheiden zwischen normal oder Angst, weil normal ists ja nie mehr gewesen. Vielleicht noch zwischen Grundangst udn volle Panik. Keine Ahnung, wusste gar nicht mehr, dass das Angst war, was ich da fühlte, es war einfach nicht mehr unterscheidbar zu einem wohligen Lebensgefühl ohne diese Pein.
Grundsätzlich gings mir immernoch darum, ohne diese Medikamente (AD und insbesondere diese höllschen NL) leben zu können. Denn durch all diese Medikation wurde mein Geist und vor allem Körper so geschädigt, das macht mich heute noch ab und zu her traurig und auch wütend. Nur noch ungesundes "Fressen", habe in weniger als 5 Jahre über 30kg zugenommen und dann eben noch all das geistige Nebenwirkungsbeigemüse. Dabei war ich doch leidenschaftlicher Ausdauersportler in der freien Natur.... Aber jetzt Blick nach vorne! Das kann ja wieder werden. Muss meinen Körper und Geist selber schützen und pflegen, denn das ist ja das einzige was ich hab hier auf der Welt, meine Gesundheit und mein Leben. Abnehmen tue ich jetzt sowieso konstant und langsam, ohne was zu tun, esse einfach wieder normal. Wirklich krass, habe vorher das Doppelte und oft auch sicher mal das Dreifache an einer Tagesration wie jetzt gegessen... und hielt mich noch für einen Frustfresssack...
Ein leichtes Beruhigungsmittel wäre mir im Prinzip auch egal. Habe sowieso öfters auch mal ein Temesta genommen in dieser Zeit, dass mich vielleicht teilweise oder auch komplett von den Ängsten runterholte und beruhigte. Aber ganz vorsichtig und nicht zuviel, weil ich nicht auch noch Beruhigungsmittelabhängig werden wollte. Nur das nicht, nicht noch ein weiterer und wohl noch etwas körperlich unangenehmer Entzug danach.
Ich hatte das Temesta ja dann auch nicht mehr angewandt, habs mir einfach verboten, aus Angst noch vor einer Abhängikeit.
Mein Ziel ists, wieder gesünder und im hier und jetzt leben zu können. Das kann ich einfach nicht mit diesem Medikamentencocktail und ohne Sport wegen der Dauerträgheit und dem vielen Schlaf. Muss ich jetzt ja auch nicht mehr, dass weiss ich schon lange, obwohl immer anderes empfohlen wird.

Ich bin jetzt auf der richtigen Fährte angekommen. Danke euch herzlichst für eure Hilfe und den Beistand durch die Antworten auf meinen Beitrag hier im Forum. Ich schau jetzt mal, wies so weiterläuft, geniesse mal die neuen Erkenntnisse und das Leben und ich werde dann ja sehen, was mein Therapeut nächste Woche dazu zu sagen hat.

Wünsche euch noch ein schönes Wochenende, vielen lieben Dank und bis bald!

Liebe Grüsse, Batucada

10.04.2010 10:39 • #9


Hallo zusammen. Ich hab ja zwei Briefe meinem Therapeuten geschickt, mit richtig ehrlichen und konkreten Gedanken. Heute grübelte ich wieder an der Diagnose und den Aussagen der Ärztin rum, die sie gestellt hat.
Kurzerhand rief ich dann halt mal dort an, um mit ihr einen Termin zu vereinbaren, damit ich mich dieser grossen Angst stellen kann, weil ich überzeugt bin, keine psychotische Erkrankung zu haben und dies mit der Person zu besprechen, die zu so einer grossen Angstfigur wurde auf Grund der Diagnosenstellung. Die war aber nicht da und ich platzierte dort mein anliegen, dass ich möglichst bald einen Termin bekommen könnte, aus eben meinen Gründen. Konfrontation mit der Angst half mir bisweilen schon recht gut, als ich mt dieser Methode anfing, man weiss dann irgendwie, woran man ist und braucht nicht mehr ständig zu grübeln und zu sorgen.
Dann rief ich noch bei meinem Therapeuten an, der war heute auch nicht da, aber ich liess mir noch den zuständigen Arzt ans Telefon geben. Ich sagte ihm, dass ich diesen Termin bei der Diagnoseärztin beantragte, sagte auch, dass ich meinem Therapeuten 2 Briefe geschickt habe und ob er ev. auch nochmals ein Gutachten machen könnte oder diese Symptomatik mit mir besprechen könnte. Der Schuss ging verständlicherweise recht nach hinten los. Er kann natürlich wieder mit dem letzten Gespräch, wo ich das erste Mal einen "ungeordneten" und verwirrten, für mich jedoch nur Angst-zulassenden Eindruck machte. Er hat gesagt, er habe auch einen meiner Briefe gelesen und an Hand was er da sah, würde er nicht von seiner Ansicht wegkommen, dass die Diagnose halt nicht falsch sei, weil ich 4 Seiten ohne Absätze geschrieben hätte. OK, ich schrieb mit OpenOffice auf OS X, da gibts bei jeder Eingabe von der Enter-Taste einen Zwischenraum, also nicht einfach ein Zeilenumbruch, daher habe ich alles aneinander geschrieben. Das habe ich dann aber nicht gesagt, wozu auch, für was muss ich da noch solche technischen Details erklären, mann das sind doch meine innersten und grössten Ängste und Gedanken?....versteh das nicht... Naja, es ist recht enttäuschened, ich habe wirklich meine Befürchtungen, Ängste, Sorgen, Grübel und die Verwirrung eins zu eins auf den Brief abgebildet, so wie ich sie im Kopf habe. Es sind halt hunderte von Sachen und Überlegungen, ähnlich wie in meinen Berichten, halt noch etwas verwirrter und ängstlicher. Ich habe die halt nie dort beim Therapeuten platziert, aber solche Gedanken hat doch jeder, wenn er so lange Angst hat und sogar "normale" Leute denken so, wenn sie mal Angst, Panik oder in Sorgen kommen. Nunja, er hat auch gesagt, dass er natürlich auch jetzt nicht unvoreingenommen über mich urteilen könne oder da ohne die vergangenen Gespräche im Kopf was aussagen könne. Keine Ahnung, die Diagnose ist jetzt halt da und es ist mir auch klar, dass der das nicht einfach so zurücknimmt, dass er dem zustimmt... Für mich macht der Brief sehr viel Sinn und auch für meine Mutter. Vielleicht kann ich euch hier mal einen Ausschnitt draus posten, was ihr das Gefühl habt, ob das hier psychotisch tönt....
Es hat natürlich wieder einen sehr beängstigenden und besorgniserregenden Effekt auch mich, aber ich habe auch langsam einfach die Nase voll von diesen Ärzten, bei denen ich Jahre verweile und mich einfach nicht getraue was zu sagen, und eben weil sie mich nur ein paar mal sehen kann, ich mich immer zusammenreisse und dann endlich mal ehrlich bin und die tiefsten Gedanken rauslass... und dann halt kein Rückgrat erhalte.
Eigentlich ists auch gut so, ich merke dass das halt auch nur Menschen sind, mit ihren Befürchtungen, Vermutungen und Gedanken, daher nehme ich an, der wird jetzt nicht so schnell von seiner Meinung wegkommen, der denkt vielleicht auch, dass es eher fahrlässig sein könnte, mir was anderes zu erzählen als par. Schizophr., der kennt mich ja auch nicht persönlich und redet mal kurz mit mir oder liesst meinen Brief und wird mit meinem Angstgedanken nur so überschwemmt, die ich mich nie getraute zu sagen und später auch nur noch ignorierte, also was mache ich mir da überhaupt Gedanken dazu...
Es macht mich halt nur irgendwie traurig, wütend und es enttäuscht mich auch, so lange dort gewesen zu sein und jetzt irgendwie einfach nichts mehr erreichen zu können oder support zu erhalten. Gibt mir aber auch irgendwie Kraft, noch mehr selbst zu denken, nicht einfach immer alles zu schlucken, was die mir sagen. Ich such mir jetzt noch einen anderen Psychologen oder Psychiater, dem ich das unabhängig erzähle und mir ein neues Gutachten oder von mir aus eine andere Diagnose einhole. Aber bei jemandem der vielleicht auch noch andere Diagnosen macht in Richtung Angststörung, als Erstpsychoseabklärungen... Irgendwie sehr sehr enttäuschend, echt...
Keine Ahnung, ich bleib am Ball und lass meinen Kopf eingeschaltet, such mir weitere andere Hilfen, ich bin Wohl oder Übel bei meinen vergangenen Psychiatern total vorbestraft, und das sind gerade Mal zwei an der Zahl seit dem Jahr 2002...

Beste Grüsse, Batucada

13.04.2010 09:31 • #10


Hallo batucada,

ich hab mir fast schon gedacht, dass Dein Therapeut bzw. der Arzt so reagieren würde. Ich verstehe dass Du Deine Sorgen gern teilen möchtest und darauf hoffst, dass Dich endlich jemand (in diesem Fall Dein Therapeut) von dieser blöden Diagnose "erlöst". Aber den besten Beweis, dass die Diagnose nicht stimmt, kannst Du selbst erbringen, indem Du versuchst, mal "einen Gang zurückzuschalten". Nicht immer vom Großen bis ins Kleinste denken, sondern die wichtigen Fakten sammeln und prägnant formulieren. Wenn Du das schaffst, ist meiner Meinung nach an dieser Diagnose nichts dran. Und ich bin sicher, dass Du es schaffst.

Du musst auch bedenken, dass in einem Forum wie diesem viele Leute dieses Mitteilungsbedürfnis im Zusammenhang mit Angst kennen, aber etwas selbst erleben und kennen ist was anderes als die "objektive" Betrachtungsweise der Ärzte. Ich hab ehrlich gesagt auch meine Schwierigkeiten mit Deinen Postings, aber irgendwie kann ich immer noch folgen, ich finde Sinn und Zusammenhang - aber ich suche auch danach, der Arzt vielleicht nicht. Ich hoffe für Dich, dass das Gespräch mit Deinem Therapeuten besser verläuft. Ich weiss nicht, ob ich an Deiner Stelle die Ärztin, die die Diagnose gestellt hat, damit konfrontieren würde. Mediziner sind nach meiner Erfahrung ziemlich eitel und revidieren nur ungern ihre Diagnosen. Und das könnte Dich wieder in diese verdammte Grübelei bringen. Andererseits hast Du natürlich recht mit der Konfrontation.

Gruß, sphinx

13.04.2010 21:13 • #11


Hallo sphinx

Da hast du natürlich recht. Ich habe die Terminanfrage bei der Stelle wo die Ärztin arbeitet auch wieder abgesagt, sie ist ja sowieso gerade nicht da. Ich glaube jetzt auch, dass das überhaupt keinen Wert mehr hat, dort hinzugehen und nochmals jemanden von meiner Ansicht zu überzeugen... Da würde ich wahrscheinlich gleich ins nächste noch grössere Fettnäpfchen treten.

Ich kann mir vorstellen, dass meine Texte schwierig sind zu folgen. Ich steigere mich auch unglaublich in dieses Thema hinein und bin dann völlig ausser mir. Meine Hysterie um dieses Thema soll einfach möglichst bald eine Ende nehmen, da verbrauche ich viel zu viel Energie für nichts. Morgen werde ich meine Besuche beim Therapeuten abmelden. Ich habe noch einen anderen Psychologen angefragt für Ende April, der mir schon früher in seiner Kontra-Pharma-Einstellung passte. Entspannungs- und Meditationsübungen tun mir gut.
Das andere muss ich jetzt wirklich versuchen zu vergessen, es beeinträchtigt mich ja sonst nicht im Leben mal so eine Diagnose gekriegt zu haben. Fühl mich ja gut ohne dieses Thema im Kopf. Ich weiss auch gar nicht wieso ich so enorm viel Wert darauf lege, den Therapeuten und möglichst noch den Arzt von meiner Ansicht zu "bekehren". Weiss gar nicht, was ich da überhaupt noch erreichen will mit meinem Argumentieren, bin irgendwie einfach auch peinlich betupft... es kommt mir oft wie ein Eintrag ins Strafregister vor. Ich bin halt auch einer der wohl sehr selbststigmatisiert. Aber wer würde das nicht, wenn die Diagnose sich unrecht anfühlt. Irgendwie gings mir halt schon nahe, so eine Diagnose. Ist schon ein etwas abwertendes Gefühl gewesen die zu kriegen...
Momentan schäme ich mich eher schon ein bisschen, diese zwei Briefe mit den ehrlichen und spontanen Gedanken und Ängsten dort hin geschickt zu haben, weiss gar nicht was ich mir dabei gedacht hab...

batucada

13.04.2010 22:03 • #12


Du bist genau wie ich.
Ich MUSS immer schreiben, wenn ich etwas mir wirklich wichtiges erklären möchte.

Deshalb musste ich so schmunzeln...

Morgen schreibe ich dir mehr dazu, ich hatte einfach gerade keine Zeit deine Posts aufmerksam zu lesen.
Auch mit dem Canna. ging es dir wie mir. Dieses Jahr habe ich noch keinen *beep* geraucht und habe auch Angst davor. Einmal habe ich an einer selbsgedrehten Zig. gezogen, von der ich annahm, dass es ein *beep* war und bekam sofort Panik. Als sich herausstellte, dass es nur eine Zig. war, kam ich mir ziemlich ziemlich ziemlich dumm vor...

Aber Momente wie diese machen mir klar, was die Kraft der Gedanken ausmacht und welche Auswirkungen sie auf den Körper haben können. Und dadurch habe ich begriffen, dass ich das auch zum Guten ändern kann.

Ich bin dankbar für meine Krankheit, weil ich mich dadurch mehr mit mir selbst beschäftige. Ich achte mehr auf mich. Das tut mir gut!!

Wie gesagt morgen mehr zu deinem Thema. Du bist mir sehr sympathisch!!
Liebe Grüße
Katharina

14.04.2010 18:51 • #13


Und entschuldige bitte VIELMALS, dass ich dich im ersten Post mit "Hallo meine Liebe" fälschlicherweise als Frau abgestempelt habe

Dein Schreibstil ist aber auch so sensibel, wie man es normalerweise von einer Frau erwartet. Wusstest du übrigens, dass besonders sensible und moralische Menschen oft an Panikattacken leiden? Die anderen machen sich einfach nicht so viele Gedanken über das Leben, wie böse diese Welt sein kann und welche Auswirkungen das für uns alle hat... Aber man darf sich davon nicht runtermachen lassen. Und ich wünschte, dass ich dir rüberbringen könnte was ich in den letzten Monaten für mich gelernt habe!!

Liebe Grüße
Katharina

14.04.2010 18:55 • #14


Hallo Katharina!
Klar, bin gespannt, was du mir erzählen willst!
Ich habe mich dazu entschieden, möglichst gar keine neuen Informationen mehr über diese diagnostizierte Sache und die dahinterliegenden Wissenschaften nachzulesen. Ich versuche mich nun einfach wieder auf mein Leben und auf das zu konzentrieren, dass mir einst mal immer Spass gemacht hat. Oft ist es sehr schwer. Dieses Thema hat einen so stakren Sog auf mich, es ist irgendwie wie ein Trauma, diese ganze Sache mit den Medikamenten. Wenn ich nicht aufpasse, bin ich gedanklich plötzlich wieder drin und dann nimmts einfach schlechte Formen an.
In der ganzen Zeit, hab ich so viele Informationen in mich aufgesogen, sei es durch erklärende Lebenssinnsuche in der Astrophysik, Philosophie über all die Bereiche und Skandale der Psychiatrie und ihren verwandten Wissenschaften. Ich kann regelrecht in so eine Thematik versinken und kann nur noch schwer daraus wieder auftauchen, oft erst nach Stunden.
Am meisten hilft mir, einfach mal ne Zwangspause einlegen oder die Augen zu machen, wenn in mir wieder ein Sturm tobt. Oder mich mit einem Thema beschäftigen, dass nichts mit dem Sterben, mit Krankheiten, mit der Zerstörung unserer Natur oder einer Selbstfindung oder Antwort auf Sinnfragen zu tun hat, wo es einfach nicht möglich ist, zu tief in die Thematik hinein zu gehen. Ist aber auch recht schwer diesen Dingen aus dem Weg zu gehen, man schlage da nur mal eine Zeitung auf im Zug...
Ich bin auch immer noch ein unglaublicher Dickschädel, der immer was durchzwingen will, ohne auf sich selbst zu hören und einzusehen, wann meine Grenzen erreicht sind und ich Erholung brauche.

Liebe Grüsse, batucada

14.04.2010 23:49 • #15


Also...
Zuerst einmal finde ich es gut, dass du dich hier für die Tipps anderer öffnest.
Die meisten hier, so habe ich das Gefühl und ich hoffe niemanden damit zu beleidigen, suhlen sich einfach nur in ihren Problemen und wollen von allen Seiten bemitleidet werden. Ich hab auch mal so gedacht. Doch seit ich es besser weiß, und seit ich weiß, wie einfach es sein kann, verstehe ich diese Leute nicht mehr und es macht mich wütend zu sehen, dass sie sich obwohl sie es sagen und darüber jammern, KEINE Ambitionen haben daran etwas zu ändern. Hier kommt es mir oft so vor, als wollte man sich gegenseitig mit Symptomen übertrumpfen, als würde es einen Preis dafür geben, bei wem die Krankheit am schlimmsten ist...

Du hast geschrieben, dass du dich ohnmächtig gefühlt hast, als du diese Diagnose bekommen hast.. Das kann ich nachvollziehen, das muss ziemlich hart für dich gewesen sein. Und natürlich macht das erst einmal eine gehörige Portion Angst, diese Leute sollten schließlich wissen, wovon sie reden.

Aber DU bist NICHT diese Diagnose und das musst du dir so schnell wie möglich klarmachen, auf jedem Weg den es gibt.
Du bist kein Zettel auf dem "schizophren" steht. Du bist ein Mensch, du kannst fühlen und denken, du kannst Entscheidungen treffen. Und du solltest dich schnurstracks dafür entscheiden, dieses Leben (und du hast VERDAMMT NOCHMAL nur DIESES EINE!) zu geniessen und dich zu entfalten, zu lernen und dich weiterzuentwickeln... Hast du es nicht langsam satt, dass sich alles nur um eine Diagnose dreht? Um einen Stempel, den man dir aufgedrückt hat?
Müsstest du es nicht besser wissen? Nur du lebst dein Leben?

Ich weiß, dass es in den Momenten der Angst sehr schwer ist an etwas anderes zu denken. Wie wäre es, wenn du als erstes Mal eine schöne Portion WUT entwickelst, wenn es wieder soweit ist. Dabei darfst du auf alles wütend werden, worauf du wütend werden möchtest. Auf die Ärzte, die dich nicht verstehen und die dir anscheinend nicht richtig zuhören wollen, auf die Gefühle selbst, die dich so hilflos machen und mit denen du nicht richtig umgehen kannst, Wut auf die Angst, aber... am allermeisten solltest du auf dich selbst wütend sein!! Weil du so (entschuldige bitte) BLÖD bist, dir dein Leben von etwas wegnehmen zu lassen, was du ganz leicht mit ein wenig Willen und Kraft ändern könntest!! Aber du bist zu faul. Du hast noch nicht alles ausprobiert. Du schimpfst lieber auf die anderen. Aber die können dir nicht helfen, verstehst du? Die denken nicht deine Gedanken für dich, die machen sich nicht ständig Sorgen, ob sie vielleicht schizophren sind, die leiden nicht unter Verfolgungswahn, die haben nicht das gefühl durchzudrehen, und schon gar nicht BEFEHLEN sie es dir so zu denken und zu fühlen... Also, wo ist das Problem
Verstehst du, was ich meine?
Selbst jetzt, wo ich diese Worte schreibe bin ich total aufgebracht, weil ich dir so gerne so vieles klar machen möchte... Ich hatte meine schlimmste Phase Silvester diesen Jahres ca. zwei Wochen lang auch über meinen Geburtstag... Zwei große Feste, die ich mit meinem Freund und meinen übrigen Freunden nicht richtig feiern konnte, auf Grund meiner Gefühle. Und dann hat mich das soooo wütend gemacht, weil das alles Erfahrungen und Erlebnisse sind, die ich nie wieder machen werde und ich habe sie mir kaputt gemacht, indem ich mir selbst die Kontrolle entzogen habe. Und seit diesem Moment (und das ist echt KEIN Witz!!) bin ich ruhig geworden. Ich habe so furchtbar über mich selbst lachen müssen. Ich lache bei dem Gedanken daran immer noch über mich selbst. Ich kann nicht verstehen, dass es soweit kommen konnte.

Konzentriere dich darauf zu leben und die schönste Zeit zu haben, die du haben kannst. Denk an alles, was du dir kaputt machst!! Ich weiß, dass du sagen wirst, dass das ziemlich deprimierend sein wird und du dich nur schlechter fühlen wirst. Ich hatte auch das Gefühl, dass das nie vorbei gehen wird. z.B. das ich meine Gedanken immer laut mitgedacht habe, über Tage hinweg, das hat mich verrückt gemacht und ich musste noch mehr daran denken. Ich hatte Angst, dass das nie wieder weggeht. Sah mich schon beim Psychater sitzen und selbst jetzt passiert mir das ab und zu noch, und dann hab ich einen kurzen Moment eine Gänsehaut... Aber dann schüttel ich das wieder ab. Weil ich weiß, dass es nur störend ist, wenn ich es mir BEWUSST mache!! Es ist einfach ein Kontrollbedürfnis für Dinge, die nicht kontrolliert werden müssen. Wenn man es doch versucht, kommt es einem so komisch vor, weil es auch anstrengend ist und weil man es nie so gut hinbekommt, als wenn man es einfach lässt... Laut denken geht viel langsamer als die Gedanken einfach ziehen zu lassen und das fühlt sich unnormal an. Danach kommt das Gefühl, dass die Gedanken eine Schleife ziehen und man in seinem Kopf gefangen ist... aber nur sooo lange, bis man sich auf etwas anderes konzentriert. Dann ist es weg und kommt erst wieder, wenn es einem wunderbar geht und dann plötzlich der Gedanke kommt: Momentmal, da war doch was. Ich fühl mich plötzlich gut. Darf das sein? Müsste ich nicht eigentlich meine Gedanken laut mitreden? Und Schwupps** ist es wieder da...

Ich habe eine spirituelle Ader entdeckt in der Zeit meiner Ängste, ich fühl mich sehr gut damit. Wie gesagt bin ich mittlerweile sehr dankbar für meine Krankheit und das solltest du auch sein.
Und wie bereits erwähnt, gehörst du eben zu einer sensibleren Sorte von Mensch. Nutze das doch für und nicht gegen dich!! ich weiß nicht, ob du etwas arbeitest und was es ist, aber gefällt dir was du machst? Bist du zu Hause mehr oder minder gefangen? Ich würde gerne viel mehr von dir erfahren.
Auf jeden Fall solltest du alles nutzen, was du über dich weißt um deinen Lebensstil danach zu richten. Dein Körper erzählt dir auf diese Art und Weise von deinen problemen. Bist du zu unsicher? Zu schüchtern? versuche das zu ändern. Mach Kurse in Körpersprache, probier dich auf ein bestimmtes Gebiet, dass dich interessiert zu spezialisieren. Suche etwas mit dem du dich positiv identifizieren kannst... Es ist eigentlich nicht schwer.
Das Ziel erreicht man nur über den ersten Schritt! Und den kannst nur du alleine machen!!
Denk daran, dass es so ein wunderschönes Leben sein könnte, wenn du nur wolltest!

Liebe Grüße
Katharina

20.04.2010 14:20 • #16


Hallo Katharina!

Erst mal vielen Dank für deine Antwort und auch Danke an alle andern die mir bisher geantwortet haben.
Ich konnte deine Antwort erst jetzt lesen, ich war erst jetzt bereit dazu. Natürlich habe ich eine Mail erhalten, dass ich ne Antwort auf meinen Beitrag erhalten hab, aber ich konnte ihn nicht lesen. Ich habe mich dazu gezwungen NICHTS mehr darüber zu lesen, zu lesen, was andere haben, um mir noch mehr Angst zu machen, was ich noch bekommen könnte und vor allem keine Theoriesachen mehr zu lesen, diese kalten theoretischen Konstrukte, mit denen ich mich Jahre beschäftigt habe und von denen ich auch in meinem Studium das gefühlt hatte, wenn man so schreiben kann und sich so ausdrücken kann, dass ist das das non-plus-ultra, man ist der super-mensch, der gescheite Akademikder, was ich aber heute von etlichen Ärzten und vielen Menschen mit Dr.-Titel auf meinem Studiengebiet bei bestem Willen nicht mehr behaupten kann...

Ich bin sehr verblüfft, was du in deiner Antwort geschrieben hast und ich bin sehr froh, habe ich sie noch nicht gelesen und bin auch froh habe ich sie aber jetzt gelesen. Du wirst lachen, solche Gedanken sind mir wirklich auch gekommen, wie du Sie hier formuliert hast.
Ich bin ein sehr sehr scheuer und unsicherer Mensch, ich habe mir ganz viele soziale Konflikte (die nur in MEINEM Kopf bestanden) aufgebaut, indem ich nie meine Meinung platziert hatte, wenn mir was nicht gepasst hat. Ich hatte viel zu grosse Angst davor, abgelehnt, beschimpft oder sonst wie degradiert zu werden. Ich lechzte nach Anerkennung, das hatte ich auch beim ersten Psychiater gemacht. Irgendwie wollte ich verstanden und auf eine komische Art gemocht werden, weil ich sowieso Angst hatte, dass mich niemand mag. Ich hab dort gekriegt was ich verdient hatte, nämlich eine ganz gehörige Portion Realität in Form der Pillen.
Erst gerade heute, habe ich mich wieder unglaublich aufgeregt, weils wieder im meinem Kopf nur um dieses Schizophreniethema ging, mir die Aussagen der Ärzte über mich in den Sinn kamen usw. Aber je mehr die Gefühle und Erinnerungen an mich selbst wieder zurückkommen, desto mehr werde ich auch wütend! Wütend auf alle, die mich wie ein Kind behandelt haben und genau wie du gesagt hast vor allem auch wütend auf MICH, weil ich mir dies gefallen liess! Und heute als ich an diesem Thema rumgrübelte wurde ich wieder so wütend, weil ich wieder irgendwas das Gefühl hatte, dass was passieren könnte, was noch nie passiert ist und ich immer irgendwie davon renne oder mich krankhaft ablenke mit irgendwas, TV, musik, oder einfach nur lesen oder gleich alles miteinander, da hab ich zu mir gesagt: ICH denke hier, ich denke aktiv und ich kann aktiv was daran ändern, dieses Zeugs ist nicht auf meinem Mist gewachsen und ich WILL mich NICHT damit beschäftigen. Ich habe einfach jeden einzelnen Gedanken, Zweifel und Sorgen an dieses Thema sofort mit meiner Wut abgemurkst und mich auf das konzentriert, was ich gerade in diesem Moment machen WOLLTE! das ging natürlich zuerst hin und her, und ich spürte richtig in meinen Körper hinein und merkte, wie mich die Angst als körperliches Gefühl immer wieder von irgenwo attakierte. Heute liess ich ihr keine Chance. Angst ist ein Feigling, sie zeigt sich mir nicht direkt ins Gesicht, kommt immer durch Hintertürchen rein, wo mans nicht merkt.
Ich hab das natürlich noch überhaupt nicht gut im Griff. Aber ich weiss, es funktioniert. Die Angst will dasein und wenn ich bereit bin sie zuzulassen, dann getraut sie sich gar nicht mehr mich voll in Besitz zu nehmen. Ich habe mit Meditationsübungen begonnen. Ich nehme mir Zeit, für meine Sorgen und Ängste. Ich will das jetzt regelmässig in meinen Tagesplan einbauen, 1h mind. am Tag, am besten morgens und abends 1h. Einfach hinsetzen oder hinlegen, Augen schliessen und alles zulassen was kommt. Es ist unglaublich was alles in mir hervorkommt, welche gedanklichen Konflikte mit Mitmenschen in mir auftauchen, Wünsche, Bedürfnisse, wenn ich einfach in mich reinhorche in der Stille, ohne Musik oder sonst was. Ich habe gemerkt ich habe mir all die Jahre keine einzige Minute für mich gegönnt, für meine Gedanken und Gefühle. Solche Ängste und Gedanken sind nicht einfach da, weil sie einen jemand einpflanzt oder weil jemand ander sagt dass man krank ist. Sie sind da, weil sie eine Berechtigung haben, da zu sein und es macht Sinn, dass sie da sind, sonst würden sie einen nicht in den Sinn kommen. Und wenn man solche Gedanken und Gefühle immer ignoriert und davonrennt, dann brüllts irgendwann mal so laut von allen Seiten im Kopf, dass man gezwungen ist, stehenzubleiben und sich seinen Sorgen, Ängsten und all seinen Gefühlen zu widmen.
Ich habe noch sehr grosse Mühe diese Einstellungen umzusetzen, aber es ist genau so wie ichs beschrieben hab, wenn ich beginne zu glauben, dass ich nichts dafür kann oder andere Schuld sind, dann bin ich in der Opferrolle und gebe die Kontrolle über mich und meine Gedanken ab an andere oder eine Krankheit ab. Ich will kein Opfer sein und ich tue alles, um immer mein eigener Chef zu bleiben.
Auch das mit "Fühl mich gut. Komisch, da ist was anders. Oh! Stimmt, da waren ja diese Gedanken zu Schizophrenie... Oh nein, das ist ja noch da... jetzt gehts wieder los... Oh mann, gleich dreh ich durch, gleich kommen stimmen, gleich werd ich wahnsinnig!" Kenn ich nur zu gut, du sprichst mir aus der Seele.
Ich habe mich auch in einen Streit konfrontiert mit einem alten Freund, denn ich sehr mag. Wir haben aber geschäftlich miteinander zu tun und ich bekam letztens eine sehr persönlich verletzende Antwort auf eine mehrmals gesendete geschäftsbezogene Anfrage an ihn, die ich nun endlich mal bestimmer formulierte, weil ich nie eine Antwort erhielt. Die Reaktion war eben unprofessionel und beleidigend. Solche Dinge habe ich schon vorher einfach geschluckt. Ich raste aber fast vor Wut. Ich habe ihm geantwortet. Sachlich, bestimmt und mitgeteilt,w as mir nicht passt. Ich hatte noch eine Streitgespräch am Telefon mit ihm. Ich habe gesagt, dass es mich beleidigt hat, das ich es das letzte finde so zu schreiben, es sei unprofessionel. Er wusste nichts auf meine Anschuldigungen über die persönlichen Dinge zu antworten sondern wich immer auf geschäftliches Geplänkel aus und reagierte ab und zu noch kindisch weil ich wirklich verdammt wütend war, mich aber zusammenriss, nicht beleidigend zu sein, aber voll für mich einzustehen und zu sagen was mir nicht passt. Das tat mit SO gut! Das war gestern und ich hatte heute wieder zweifel, ob ich übertrieben hab oder nicht usw. Ich nahm mit heute Zeit für eine Meditation und lies mir dies durch denn Kopf gehen nochmals. Dann las ich den ganzen Mail Verlauf durch in Ruhe und bewertete das Ganze. Und ich muss sagen, ich habe absolut richtig gehandelt, habe für mich eingestanden, ehrlich, verteidigend, bestimmt aber nicht beleidigend oder kindisch.
Das hat mir so viel Kraft gegeben, das erste mal sogar gegen einen guten Freund, meine Meinung und Position zu vertreten, komme was wolle. Ich handelte nach dem Motto: "Und jetzt habe ICH DIR mal was zu sagen!"
Es ist wirklich so. Wenn ich mir tagelang selbst sage "Mich mag niemand, ich mag mich nicht." und Leute sehen mich, dann denken sie "Dich mag ich nicht!". Es ist eine Illusion zu glauben, dass Mitmenschen nicht auf Körpersprache achten und reagieren. Komme ich aber mal aus meinem Dillemma raus und sehe mich um und in die Gesichter der anderen Leute in der Öffentlichkeit, habe ich oft das Gefühl, dass die meisten Menschen sehr unzufrieden und oft auch unsicher dreinschaun.

Liebe Katharina, ich danke dir herzlichst für diese Antwort. Würde mich über eine weitere Antwort von dir sehr freuen!

Liebe Grüsse, batucada

20.05.2010 23:03 • #17

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Hallo zusammen

Ich wollt mal noch kurz was zu meinem Post erzählen.
In letzter Zeit komme ich besser zurecht mit dieser Diagnose und ich kanns wieder von mir trennen. Ich bin jetzt auch langsam überzeugt, dass ich das nicht habe und auch niemandem beweisen muss, dass ich irgendwie nicht psychotisch werde o.Ä. Ich komme meinen Problemen immer mehr auf den Grund.
Ich habe heute den Artikel zum Thema Einsamkeit gelesen auf dieser Homepage, zum zweiten Mal. Schon beim ersten Mal dachte ich, das ist mir wie aus der Seele geschrieben. Ich weiss nicht, ob ich das hier schon vorher erwähnt habe, ich wurde in der Oberstufe eine Zeit lang ziemlich gehänselt, als zu Hause noch der Trennungsstreit der Eltern im gange war. In der Oberstufe wars halt so, dass wenn möglichst gleich richtig persönliche Sachen oder nahestehende Verwandte zur Beleidigung verwendet wurden bei diesem Gehänsle. Das habe ich oft erlebt als Kind und habs auch oft selbst so gemacht, weil genau solche Dinge am meisten weh tun.
Dazumals wars einfach zu verletzend für mich. Von da an habe ich ein unglaublich starkes Schutzschild um mich aufgebaut. Ich liess alles, Gefühle, Aussagen nur noch durch einen Filter nach Aussen. Traute mich kein einziges Mal wirklich komplett ehrlich meiner Mutter von meinen Verlustängsten ihr gegenüber zu erzählen. Ich führte Beziehungen sogar mehrere Jahre und hielt Meinungen und Gefühle bewusst zurück, aus Angst ich könnte eine Abfuhr kassieren oder sonstwie beleidigt werden. Dieses Denken und Verhalten passte natürlich auch wie angegossen auf die Diagnose der paranoiden Schizophrenie.
Als ich damals eine Lehre begann nach der Oberstufe, eiferte ich stets Intellektuellem Zeugs nach, träumte vom Astrophysik-Studium, las Bücher über ettwelche Theorien und noch weiteres im Internet. Ich hab mich immer verurteilt, dass ich die Matur nicht machte, weil ich zu faul war. Ich studiere jetzt Informatik und ich habe seit sicher 12 Jahren non-stop irgendwelches Wissenschaftszeugs gelesen in meiner Freizeit, an irgendwelchen Dingen herumgebrütet, Überlegungen entwickelt und vielleicht 10% davon mitgeteilt, wenn nicht weniger, weil ich mich auch dafür schämte, dass ich mir hier nur Humbug ausdenke und ja doch nichts besonderes bin, weil ich jetzt das eifach verstehen kann, was ich da die ganze Zeit in mich reinsauge. Irgendwie hatte alles was ich tat, einen Leistungs- und Annerkennungshintergrund. Ich hatte mal nen IQ-Test in der letzten Oberstufe gemacht und erreichte zw. 130 und 140 Punkten, damals bedeutete mir das nicht viel, heute ists irgendwie mein Lebensinhalt geworden, solches Intelligenzzeugs zur Bewertung meiner Person zu nehmen. Ich kann heute jeden IQ-Test mit 130+ lösen, aber ich benutz es immer nur, um mich zu bewerten und andere zu begeistern damit, damit sie sehen, wie schlau ich doch bin. Auch irgendwie jetzt, schreib ich diese Zahlen wieder gern hin. In Tat und Wahrheit machts mich aber irgendwie traurig, weil ich dem soviel Wert zuschreibe und für mich dieses zeugs so wahnsinnig wichtig ist und ich mich sonst einfach für sozial untauglich halte oder dass ich keine ehrliche Beziehung führen könnte.
Das hatte natürlich auch einen grossen Einfluss auf die Sache mit der Schizophrenie. Auch hier konnte ichs natürlich nicht lassen und habe alles, aber auch wirklich alles gelesen, was ich über Schizophrenie, Psychiatrie oder Medikamente finden konnte, und das hat mich verständlicherweise nicht weniger krank gemacht.
Für mich ists halt immernoch sehr simpel, wie ich als Mensch funktioniere. Ich kann so ziemlich alles an mir, auf die einfachsten Gefühle und Bedürfnisse runterbrechen, obwohl ichs anhand von irgendwelchem Wissenschafts-HokusPokus gerne erklären würde, aber es wird mir heute halb schlecht, wenn in dieser Diagnosesprache über mich denke. Ich habe mal etwa 40-A4 Seiten über mich geschrieben, wie ich mich fühle etc. Mir kommt heute fast das Kotzen, wenn ich das lese. Völlig kalt, im akademischen Kleid ausgeschmückt, wie wenn ich mich von aussen betrachte und eine Diagnose stelle, meine Gefühle und Gedanken analytisch bewerten und erklären will. Ich weiss genau was ich damals damit bezwecken wollte, es war immer das gleiche. Annerkennung, Begeisterung von andern über meine Texte, habe mir sogar vorgestellt ich wäre ev. mal ein guter Beitrag für irgendwelche Psychiatrieforscher, weil ich mein Zeugs so toll selbst beschreiben und dignostizieren kann. Alles Quatsch... ich bin ja der Überzeugung, dass Psychiater heute noch meist völligen Quatsch erzählen, zumindest was die Erklärungsversuche der Krankheiten auf biologischer Basis betrifft...
Was mit bis jetzt am besten geholfen hat, ist einfach in die Stille gehen mit mir selbst, obwohl ich das momentan noch kaum aushalten, ich hab soviel zweifel und kritik an mir selbst in mir drin. Und rausgehen, versuchen mich meinen Freunden wieder zu öffnen und versuchen zu sein, wie ich bin, ohne meine Schutzmaske. Ich brachte es jahrelang fertig mit einem Smile auf dem Gesicht durchs Leben zu laufen, obwohl ich lieber sofort geweint hätte.
Sport mache ich auch viel, zuviel, ich muss mich stets drosslen, weil ich sofort wieder irgendwas erreichen will und gross rauskommen will, dann läuft alles meist wie ein Film vor meinen Augen ab und ich bin wie verbissen an dem dran, was ich mache.
Das ich ja mit Medikamenten nichts mehr anfangen kann, dass hab ich hier wohl schon genug oft erwähnt. Irgendwie bin ich einfach verdammt einsam und trau mich kaum mehr mich zu öffnen gegenüber andern.

Kennt ihr das auch?

batucada

30.05.2010 16:26 • #18


Hallo, hab auch schreckliche Angst, könnte ne Psychose haben oder schizophren sein. Hab ganz furchbare Angst, wenn ich an rote Farbe denke, d.h. das steigt dann so in mir auf die Panik, wie eine Wand, dann denke ich, das ist es jetzt, ich dreh durch oder bin todsterbenskrank, die Angst ist sehr gesteigert, dass ich denke, kann sie nicht kontollieren (weil ich mir einrede, ist eine Psychose??) und es ist gerade nachts dann unmöglich runterzukommen und zu entspannen wie nach nem Alptraum.
Losgegangen ist es mit Panik und Sehstörungen, einen Tag nach meiner Hochzeit, so bunten Punkten und Wellen, mein Augenarzt meinte aber, das wäre eine Angststörung, ne heftige. Bzw es könnte auch ne Aura Migräne gewesen sein....Bring das nicht weg, diese heftige Panik, ist das psychotisch? Oder kommt das vom extremen Reinsteigern, weil ich denke, da ist noch was und kann nicht vertrauen?

14.09.2010 07:41 • #19


Hi. Ich kann halt dein Problem nicht beurteilen. So wie du schreibst tönt es für mich wie das hineinsteigern in die Panik. Ich habe dies auch oft gemacht, mir x-was ausgemalt. Richtige Auskunft kann dir aber nur ein Psychologe geben. Was mir immer sehr hilft ist schlichtweg in die Stille gehen und mich auf die Atmung zu konzentrieren, immer länger aus- als einatmen und zu beobachten, wo im Körper ich verspannt bin und mit der Zeit geht die Anspannung und der Druck von mir. Und immer rausgehen an die Luft hilft mir auch, in die Natur oder unter die Leute, unter Freunde, über Alltägliches reden. Dir mal was Entspannendes gönnen, ne warme Dusche oder ein Bad kann auch schon Wunder wirken.

14.09.2010 08:02 • #20



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Mira Weyer