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Joelle76

Joelle76
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Hallo ihr Lieben,
weiß gerade nicht weiter. Mir wächst das alles momentan komplett über den Kopf und ich brauche einfach mal einen Ort, um das abzuladen.

Bei mir zieht sich seit Monaten eine Tür nach der anderen vor der Nase zu. Ich stehe gerade völlig ohne therapeutische Hilfe da – mein Therapeut ist frühestens ab Oktober wieder ein Thema, und selbst das ist absolut unsicher.

Stationär geht bei mir aktuell gar nicht, weil ich meinen Hund Mali brauche und sie nicht abgeben kann und möchte.

Eigentlich wäre die stationsäquivalente Behandlung (StäB) genau für meine momentane Krise gedacht gewesen – so steht es ja auch überall. Aber da habe ich vor 6–8 Wochen eine Absage kassiert mit der Begründung: Es gäbe eh 3 bis 4 Monate Wartezeit, und bis dahin hätte ich ja eventuell meinen Therapeuten wieder. Der könne dann ja entscheiden, ob ich immer noch in einer Krise bin. Und für traumatische Themen seien sie gar nicht zuständig, da müsste ich eine Traumatherapie machen.
Sowohl meine Psychiaterin als auch meine Neuropsychologin haben mir daraufhin genau diese eine Tagesklinik empfohlen, weil die auf Trauma spezialisiert und deutschlandweit bekannt ist.
Gestern kam von denen der Brief mit der nächsten Absage: Sie schrieben, dass ich einen „therapeutischen Schutzraum“ brauche, der dort nicht gegeben sei, wenn sich eine Angehörige bereits in Behandlung befand.
Ich bin seit einem halben Jahr mit meiner Freundin zusammen, und sie war eben früher schon mal dort. Durch diese Absage entstand bei mir emotional sofort das Gefühl, als müsste ich mich zwischen Beziehung und Behandlung entscheiden – auch wenn mir rational klar ist, dass das meine eigene Interpretation aus dieser riesigen Hilflosigkeit heraus ist.

Zu meinen alten traumatischen Themen ist als neuestes Trauma auch noch eine Gehirntumor-OP dazugekommen. Der Tumor war zum Glück gutartig und ich bin körperlich und kognitiv wieder fit, aber seelisch war das einfach ein gewaltiger Einschlag oben drauf, den ich alleine gar nicht verarbeitet kriege.

Ich kenne diese Hilflosigkeit eigentlich schon, aber früher hatte ich halt selten mit so viel Ablehnung im therapeutischen Sinne zu tun. Momentan fühlt es sich einfach so an, als würde gar nichts klappen.

Mir fehlt ehrlich gesagt auch völlig die Kraft zum Telefonieren.
Ich habe heute in der Nachtschicht der Traumaklinik noch mal eine lange E-Mail geschrieben, weil meiner Freundin und mir völlig bewusst ist, dass wir uns nicht gegenseitig therapieren und jede von uns ihren eigenen Raum hat.
Der PIA habe ich heute Nacht ebenfalls schon eine E-Mail geschrieben.
Ich hoffe einfach so sehr, dass sich auf eine der Nachrichten vielleicht doch noch eine Tür öffnet.

Danke euch einfach fürs Durchlesen und Zuhören.
Liebe Grüße

27.07.2026 #1


4 Antworten ↓

E
Es liegt nicht an dir, dass Türen sich momentan schließen, das hat andere Gründe, scheint so als hätten sie nicht so viel Platz und du bist auf eine Warteliste.

Wo ist dein Haustier jetzt? Ist es bei dir, sind oft auch ganz gute Therapeuten wenn man unter Druck oder Stress steht.

Du bist nicht verloren ohne Therapie und dein Leben geht momentan so wie so einfach weiter, du solltest dich auf das wesentliche Konzentrieren, auf deinen Alltag, versuche ihn einfach so zu gestalten dass er dich nicht zu sehr belastet und manch mal hilft die Natur auch um sich etwas zu erden oder auch Sport.

Wenn du an der Situation so wie so nichts ändern kannst ist es besser sie momentan so an zu nehmen wie sie ist, als sich verrückt zu machen mit zu vielen Gedanken die einem nicht gut tun.

Du weißt jetzt dass es dann weiter geht wenn dein Therapeut wieder für dich da ist und das sind nur ein paar Monate.

Und nimm es ja nicht persönlich was die dir alles erzählen, die müssen einfach alles organisieren und haben sehr viele anfragen und schauen halt wo es am meisten brennt und wo es noch etwas Luft hat. Du weißt sicher auch dass es überall zu wenige Plätze hat.

x 2 #2


A


Trauma TagesKlinik lehnt mich ab Was nun ?

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Joelle76
@Elemente
Mein Hund ist bei mir...
Es steht schon so lange eine Traumatherapie an. Und gerade ist einfach nur Krise.
Alltag gerade nicht möglich traurig😕
Ich weiß, dass überall gespart wird und es schwer ist. Aber hatte von denen schon mal ne Zusage. Da war ich noch nicht mit meiner Freundin zusammen.
Im Brief steht explizit,dass ich nicht aufgenommen werde, weil meine Freundin dort in Behandlung war

Durch die 6 stündige OP letztes Jahr, die nahe am Zentrum der Emotionen lag (limbisches System rechter Temporal Lappen, wo auch der Temporalpol entfernt wurde) sind alte Kindheitsheitstraumata aufgeploppt, die nie behandelt wurden und weswegen ich nicht an die Traumata mit Verlust Sohn, Wiederbelebung Vater gehen konnte. Diese habe ich in den letzten 5 Jahren in 78 Wochen stationär versucht.
Ach und der Therapeut guckt im Oktober, ob er freue Kapazitäten für mich hat traurig
Bin gerade einfach verzweifelt..

Meine Freundin hatte mir mit das Gesoräch für die stationsäquivalenten Behandlung vorbereitet und hat mir geraten in den Fragebogen für die Traumaklinik abzugeben, dass wir zusammen sind.. Peng zwei Absagen. Da kommen komische irrationale Gedanken. Aber die Liebe bleibt, aber macht es schwer ..
Ich habe 30 Jahre bei ein und demselben Arbeitgeber gearbeitet und immer funktioniert, auch schon als Kleinkind (Parentifizierung) Jetzt kann ich nicht mehr..
Habe aufgrund der Psyche auch Erwerbsminderungsrente und den Pflegegrad 2...

#3


E
Tut mir sehr leid was dir alles zugestoßen ist und ich verstehe dich warum es dir so wichtig ist und wie sehr dich das alles traumatisiert hat.

Es scheint du bist auch etwas erschöpft von dem ganzen, vielleicht wäre auch gut wenn du dir etwas zeit für Erholung gibst dass du ein wenig mehr Energie hast denn ich glaube eine Stationäre Therapie wird keine Erholung werden, da geht es ans eingemachte.

Also wenn du dir etwas Erholung einbinden könntest vielleicht zusammen mit deinem Hund dir mal ein paar Punkte aufschreibst was du dir in den nächsten Zeit mal nur für dich gönnen möchtest würde das sicher dir auch zu gutem kommen.

Dass deine Partnerin dir da zu geraten hat dies zu erwähnen ist wohl nun etwas blöd gelaufen aber das konnten ihr ja nicht wissen und ist nicht eure Schuld das sind einfach nur Richtlinien der Klinik und vielleicht ist es ja auch möglich eine andere Klinik zu finden und vielleicht geht das auch über einen ganz normalen Hausarzt, da dein Therapeut ja nicht zugänglich ist ,oder du suchst dir einen neuen Therapeuten.

x 1 #4


Joelle76
@Elemente
Vielen Dank für deine liebe Antwort. Ich glaube, ich habe mich nicht ganz verständlich ausgedrückt. Mir geht es gar nicht darum, dass ich Angst vor einer anstrengenden stationären Therapie habe. Ich weiß, dass eine Traumatherapie keine Erholung ist – und genau dazu war ich bereit.
Seit meiner Gehirntumor-Diagnose und der großen Operation im letzten Jahr ist bei mir sehr viel in Bewegung geraten. Gleichzeitig habe ich in den vergangenen vier Jahren immer wieder versucht, meine Traumata therapeutisch aufzuarbeiten. Insgesamt war ich ungefähr 78 Wochen in verschiedenen Kliniken und kenne den Klinikalltag daher sehr gut.
Das Problem war aber, dass ich damals den eigentlichen Kern meiner Belastung noch gar nicht erkannt hatte. Ich habe immer versucht, einzelne traumatische Ereignisse zu bearbeiten, ohne zu verstehen, wie sehr mich meine Kindheit und Jugend bis heute prägen.
Erst jetzt habe ich – gemeinsam mit meinen Behandlern – erkannt, dass dort der eigentliche Ursprung vieler meiner Probleme liegt. Zum ersten Mal bin ich emotional so weit, mich diesen Themen wirklich zu stellen. Genau deshalb war diese Klinik für mich so wichtig.
Die Absage hat mir deshalb den Boden unter den Füßen weggezogen. Nicht, weil ich eine Erholung gesucht habe, sondern weil ich im Moment das Gefühl habe, dass mir die therapeutische Perspektive fehlt. Das löst gerade eine echte Krise in mir aus.
Natürlich werde ich weiter nach Möglichkeiten suchen und mit meiner Psychiaterin sprechen. Im Moment fühlt es sich aber einfach so an, als wäre mir die Tür zu der Behandlung, auf die ich so lange hingearbeitet habe, vor der Nase zugeschlagen worden.

#5






Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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