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Sonja77
Ich habe eben erst dieses Thema von dir entdeckt und durchgelesen…

Bei einigen Aussagen war ich kurz sprachlos und auch kurz sauer….natürlich nicht böse gemeint

Also ich möchte dir nur sagen,bitte sei deinem Partner nicht böse über seine Worte und Sätze dir er gesagt hat..leider wird hier im Forum und auch allgemein meistens nur von dem kranken direkt gesprochen aber nur sehr selten von der Familie die den kranken Tag für Tag begleiten,ertragen,aushalten,sehen,
Erleben,miteinander leben müssen
Das wird leider viel zu oft vergessen was das eigentlich für eine immense „Last“für Partner und Kinder sein muss wenn einer der Eltern dermaßen krank ist

Du hast einiges an schweren Diagnosen und einige teilen wir auch

Ich spreche selbst als Mama denn auch ich hab Kinder Tiere Familie
Und ich muss ehrlich zu mir selbst sein,sie alle haben die Hölle durchlebt mit mir als es mir so schlecht ging,ich hatte meine persönliche Hölle auf Erden sowas wünsche ich echt keinem,aber die Menschen an meiner Seite in meiner Wohnung die das alles miterleben mussten hatten eine ebenso schlimme Hölle auf Erden wenn auch auf eine andere Art und Weise
Bei mir hat das ganze circa 7 Jahre gedauert und wurde immer und immer schlimmer,ich war in 2 verschiedenen Psychiatrien
Das erste Mal 10 Wochen lang und das zweite Mal knappe 9 Wochen lang
Damals war mein kleiner Sohn 7 Jahre alt und hat alles von Anfang an bis zu letzt mitbekommen wie schlecht es Mama ging
Bis zu dem Punkt wo es so schlimm wurde das ich circa 2 ganze Jahre lang meine eigene Wohnung nicht mehr verlassen konnte,also nichtmal nach unten gehen um die Post aus dem Briefkasten zu holen…

Ich habe über Jahre hinweg täglich 3 sehr starke Neuroleptika genommen plus dazu fix ein Benzo jeden Tag und trotzdem ging es mir nicht gut

Ich hab damals bis zum letzten Tag gearbeitet,ich hab es geliebt..bis zu dem Tag wo mich meine Hausärztin „gezwungen“hat mich krankzuschreiben weil es unter keinen Umständen mehr ging denn ich war nicht mehr fähig zu „leben“(was ich alles an Medis durch hab kannst du in meinem Profil lesen)
Bei mir war es dann so schlimm das die erste Psychiatrie sofort Antrag auf Rente gestellt hat,die zweite Psychiatrie hat ebenfalls diesen Antrag befürwortet und ich bin nun seit Jahren zu 100%unbefristet berentet wegen meiner Psyche

Ich kenne also all deine Probleme Fragen und Sorgen
Denn auch ich hab über Jahre Benzos genommen zu wie gesagt 3 weiteren starken Neuroleptika
Ich hatte Kinder
Und ich war sehr sehr lange Zeit in der Psychiatrie und hab über 6 Jahre lang durchgehend Psychotherapie gemacht zu erst bei einer Psychologin danach circa ein Jahr lang bei einer Psychiaterin

Es hatte niemand die Hoffnung die Idee oder nicht mal der Gedanke das es mir mal besser gehen würde denn nichts aber auch gar nichts hatte mir geholfen weder all die Medis noch Kliniken noch Therapie über Jahre
Ich war nach Worten von Klinik ein zu komplexer Fall
Nach Worten von Therapeuten untherapierbar
Nach Worten von Psychiatern trotzdem noch zu „gesund“für das was ich alles erleben musste in meiner Vergangenheit
Kein einziger Mensch hat geglaubt das es mir hätte besser gehen können niemand
Außer mir
Ich hab immer gekämpft und zu allen gesagt
Ich werde es eines Tages schaffen für mich und die die mich lieben und brauchen

Heute bin ich seit circa 19 Monaten komplett stabil symptomfrei beschwerdefrei und nehme keine Medikamente mehr seit einer Weile
Auch mach ich seit einem Jahr keine Therapie mehr
Es geht mir sehr sehr gut,ich würde sagen so zu 85%wie vor dem Ausbruch der Erkrankungen
Ich lebe wieder ein ganz normales Leben wie jeder andere auch und hatte noch keinen einzigen Tag einen Rückfall seit 19 Monaten (Rückfall in die Symptomatik meine ich)ich bin nicht gesund und ich bin nicht geheilt,denn eine komplette Heilung von meinen Diagnosen gibt es nicht…Aber ich lebe so als hätte ich meine Erkrankungen nicht….

Ich hab dir das alles so ausführlich erzählt um dir Mut zu machen,es gibt die kleinen Wunder es kann wirklich passieren das man dieser Hölle komplett entkommt
Gib bitte niemals auf,kämpfe weiter kämpfe um dein Leben um ein besseres Leben und lasse dir niemals von niemandem sagen dass das nicht geht oder nicht möglich ist
Kämpfe für dich und deine liebsten
Du bist viel stärker als du denkst und du kannst es schaffen

Ich wünsche es dir von Herzen und bin unglaublich stolz auf dich das du in die Klinik gehst und dir endlich helfen lässt,der erste Schritt ist getan…Es werden weitere Schritte folgen versprochen

Liebe Grüße Sonja und pass gut auf dich auf denn wir alle haben nur das eine Leben…..Kämpfe dafür damit du es wiederbekommst 🤗

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K
Zitat von Sonja77:
Das wird leider viel zu oft vergessen was das eigentlich für eine immense „Last“für Partner und Kinder sein muss wenn einer der Eltern dermaßen krank ist

Und trotzdem ist es nicht so, dass man eine "Last" ist! Deswegen hast du es auch in Anführungszeichen gesetzt. Das finde ich gut.
Ich finde, man darf sich bewusst sein, dass es so etwas wie rote Linien gibt, also, dass man sich nicht zu fest gehen lässt und/oder an einem bestimmten Punkt Hilfe sucht. Nur ist es leider so, dass im Krankheitsfall die Wahrnehmung ganz anders ist als sonst! Ein/e Erkrankte/r ist nicht vernünftig in dem Sinne, wie es ein/e Gesunde/r ist. Es steht die Krankheit im Vordergrund, die alles absorbiert! Später fällt es dem/der Erkrankten wie Schuppen von den Augen, dass er/sie (auch) den Angehörigen viel zugemutet hat, und eine tiefe Scham kommt auf. Das ist aus meiner Sicht ein sehr gefährlicher Moment!

Für Angehörige ist es nicht wichtig, ob ihre Bemühungen jemals honoriert werden, sondern dass der geliebte Mensch wieder stabil und gesund ist! Das ist das größte Geschenk das ein Erkrankter einem Angehörigen machen kann.

Ich bin der Meinung, dass während der Erkrankung nur das getan werden kann, zu was der/die Erkrankte fähig ist und dass sich der Erkrankte auch nicht schämen sollte für dass er eine Last war. Der Angehörige hat es aus Liebe mitgetragen! Er/sie weiss, dass es der andere nicht aus bösem Willen tut, sondern es gerade die Krankheit ist. Das ist trotzdem belastend.

(Ich hoffe, ich konnte das einigermaßen sensibel genug ausführen)

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A


Klinik - ohne mich geht es allen besser

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Sonja77
Zitat von Kunigunde-die45:
Und trotzdem ist es nicht so, dass man eine "Last" ist! Deswegen hast du es auch in Anführungszeichen gesetzt. Das finde ich gut. Ich ...

Schämen sollte man sich NIEMALS für seine Erkrankungen,denn keiner hat sie sich selbst ausgesucht…um himmels Willen es gibt NIE einen Grund sich deshalb zu schämen,oder das es einem peinlich ist oder sonstiges….keiner kann etwas dafür das er Psychisch zum Teil schwer krank geworden ist….und niemand aber wirklich niemand sollte sich das Recht rausnehmen das zu beurteilen verurteilen oder Stigmatisieren……

Jeder macht das was er kann und so gut er es kann,wenn man mitten im Strudel der Erkrankung ist,funktioniert man nicht mehr so wie man sollte oder eigentlich müsste,keiner von uns…..das ist einfach in dem Moment nicht möglich und trotzdem macht jeder das was er eben schafft

ich wollte nur darauf aufmerksam machen das die Angehörigen vorallem Kinder leider viel zu oft „vergessen“werden aber nicht vom Kranken selbst,sondern von der kompletten Gesellschaft
man redet immer nur vom Erkrankten selbst,sehr selten bis nie von der Familie wo mit dem Erkrankten Tag für Tag leben tut….eine „Last“ist man natürlich nicht das ist klar….aber man ist eine Herausforderung und das sollte man sich nicht schön reden…realistisch ist es eben so….

und doch,mir war es zu jedem Zeitpunkt meiner Erkrankung immer bewusst was meine Familie da miterleben muss,was sie mit ansehen und mit erleben müssen….ich habe mich oft dafür entschuldigt und versucht zu erklären warum es mir gerade so geht und das ich es im Moment halt einfach nicht anders schaffe

ich bin froh das hier in der Schweiz sehr viele Angebote gemacht werden für die Familien der erkrankten,sehr viele Institutionen sind extra für das da,speziell für die Kinder von Psychisch kranken eltern
mein Sohn war damals knappe 7 Jahre alt und in der Psychiatrie hat man sofort auch mehrere Termine mit meinem Kind gemacht wo Fachärzte Psychiater und Psychotherapeuten alle Fragen von ihm beantwortet haben und auch er alle Fragen stellen durfte wo er wollte.somit war er von Anfang an perfekt über alles informiert und wusste genau was mit Mama los ist….

ich finde das unheimlich wichtig und schade dass das nicht in jedem Land so ist

#43


E
Zitat von invisiblemuesli:
Und ja, es ist wahr, ich bin zu nix fähig, würde am liebsten den ganzen Tag schlafen und niemanden hören und sehen....exakte Formulierung....tatsächlich würde ich mich gerne wegschießen..... Kopf Wand

Ich habe mal eine Sendung gesehen, da war diese Frau die hatte ein totales Burnout bekommen, 3 Kinder und Arbeit und noch Ehefrau, die brach förmlich zusammen, zuerst kämpfte sie und versuchte alles, aber sie nervte sich immer mehr über die Kinder über ihren Ehemann, weil sie einfach keine Kraft mehr hatte ausgebrannt war und alle forderten von ihr Leistung und besonders weil sie auch noch Mutter war, forderte man von ihr noch viel mehr Leistung, sie konnte diese Rolle irgend wann nicht mehr erfüllen, weder als Mutter noch als Ehefrau, also diesen sogenannten Platz in der Familie konnte sie nicht mehr besetzen, dann verlies sie ihren Mann und ihre Kinder, sie traf sich mit ihren Kindern und sie hatte auch Kontakt und es tat ihr auch unendlich leid, aber sie wurde wieder stärker es ging ihr besser und sie bereut es nicht den schritt getan zu haben, nur dass sie es leider nicht geschafft hat.
In der Gesellschaft wurde sie als Rabenmutter betitelt, zuerst, denn was bei Männern ganz normal angesehen wird, ist bei Frauen nicht akzeptabel, also musste sie sich rechtfertigen wie sie so handeln konnte, doch am ende war es für alle das beste gewesen.

Ich will nur sagen, es Lastet immer so viel Druck auf Frauen mit Kindern und dieses sie muss Funktionieren als absolutes unantastbares ist nicht gerade eine gesunde Einstellung.

Das heisst nicht sie muss jetzt auch ihre Kinder verlassen und ihr Partner, aber sie könnte, die Freiheit hätte sie.

Kinder benötigen für sich viel Aufmerksamkeit, sie können schlecht für ihre Eltern in dem sinne da sein und ein Partner der selber überlastet ist mit der Situation ist oft eine Zusätzliche Belastung, vielleicht sollte sie jetzt einfach mal nur die Therapie machen für sich mit dem Entzug, ohne Erwartungen sie muss danach wieder ihren geregelten Platz einnehmen, ohne zu erwarten dass sie danach wieder funktioniert, das weiss man ja einfach auch gar nicht und nützt so gar nichts, vielleicht weiss sie aber danach ganz genau wie sie weiter machen möchte, in welchem Tempo und was für sie geeignet ist.

#44






Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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