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Feuerschale
Zitat von NeonPixie:
Der Satz "hinter ihrem Verhalten gab es kein Wohlwollen" ist einer der schwierigsten, die man über eine Mutter denken kann. Ich dachte früher auch mal so und habe auch heute noch oft meine Probleme mit ihr, denke aber, aus ihrer Sicht, hat sie es immer gut gemeint.

Ich denke, das ist ein Prozess. Der kann anfangen mit dem Erkennen, dass das was der andere tut, sich für einen selbst schädlich auswirkt. Für eine Phase braucht man es dann vielleicht, dass der andere als "böse" deklariert wird.

Nach und nach bin ich in Therapie eher mit so Haltungen dann bekannt geworden wie "die Eltern tun was sie können- sie geben was sie für richtig halten". Vieles hat mit Ihnen selbst zu tun...was sie selbst mitbekommen haben und nicht hinterfragt haben.

Ich denke, es ist schon wichtig zu sehen, dass das, was ankommt und was wirkt, hat einem selbst nicht gut getan und die Eltern konnten es nicht, sich auf einen einstellen und auf das, was für eine gute Entwicklung gebraucht worden wäre.

Sowas bringt ja oft auch Trauer mit sich oder auch Ernüchterung, dass es Grenzen gab, dass die Eltern begrenzt gelebt haben und dass manche Muster dann auch quasi "toxisch" sind....

Ich fand auch die Haltungen aus dem Familienaufstellen da ganz hilfreich....also ich würde die Methode jetzt nicht weiß wie feiern, die hat ja auch kritische Aspekte, aber man sieht da wo die Liebe in der Generationenkette unterbrochen wurde....dann versucht man ein intuitives Bild zu erstellen, wie etwas "in Ordnung" wäre. Vielleicht weil so ein Bild dann auch ein Anker ist....man sieht wo die Störung liegt, man richtet sich wieder nach vorne....

Bei manchen Eltern und Geschichten wenn es sehr destruktiv war, gibt es auch den Satz - du hast mir das Leben geschenkt, dafür bin ich dankbar,- den Rest mache ich selbst....kann bitter sein, aber man ist dann auch in seiner Verantwortung und sieht auch etwas klarer. Oft ist es nämlich auch so, dass man von den alten Eltern noch was "wiederhaben" will und sich dann dort verstrickt....und sie werden sich ja in der Regel nicht ändern.

Insgesamt haben sie ja auch ihren Job gemacht, so gut es ging...Das ist natürlich bei Missbr,, narzisstischer Abwertung und Benutzung dann immer noch schwierig zu sehen...oder auch ein Trauerprozess.

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R
Kann man sich selbst das geben , was als Kind gefehlt hat? Ja, unbedingt, das ist ja das A und O der Entwicklung. Hier schreibe ich noch etwas, weil das so ein wunderbares und wichtiges Thema ist, auch wenn der Thread schon fortgeschritten ist. Es lernen wie man selbst als Erwachsener die Defizite der Kindheit ausbügeln kann, sollte der Inhalt einer jeden Psychotherapie sein, wenn diese Kindheit später psychische Störungen hervorgebracht haben. Lernen als Erwachsener, wie ich dem inneren Kind Fürsorge und Geborgenheit gebe ohne an Selbstverantwortung und Selbstständigkeit zu verlieren. Den Eltern die Schuld geben hilft nicht weiter, dadurch wird das Wohlbefinden nicht besser, es braucht eine Umänderung der Prägung, ein Verzeihen und ein Verändern des Verhaltens mit sich selbst. Dann kann man sich von der Haltung der Eltern verabschieden und aus dem Umfeld Neues lernen. Sowohl ein stationärer Klinikaufenthalt ist dafür gut geeignet, am besten eine Gruppentherapie, als auch die ambulante Therapie mit ganz individueller Prägung. Man sollte als Erwachsener das nachholen können, was in der Kindheit gefehlt hat, unbedingt, es ist die Aufgabe im Leben schlechthin. Sonst ist man ein unmündiger Erwachsener und stets auf Hilfe von außen angewiesen und das macht unzufrieden und verstärkt das unterschwellige Unwohlsein. Deshalb lohnt sich die Mühe des Übens, immer wieder und jeden Tag, sich freizumachen von der elterlichen Prägung, wenn sie starke Defizite bedeutete. Hat das innere Kind alles, was es braucht, kehrt ein innerer Friede ein und ein Gefühl der stabilen Ausgeglichenheit ist möglich.

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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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