App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

6

Elisabeth71

Elisabeth71
Mitglied

Beiträge:
228
Themen:
8
Danke erhalten:
185
Mitglied seit:
In einer der letzten Psychozeitschriften für Laien wird das behauptet.
Ich denke und denke , wie so etwas funktionieren könnte.
Meine Mutter war sehr gewalttätig und statt konstruktiver Anleitungen gab es nur Abwertung.
Es dauerte Jahrzehnte , bis mir bewusst wurde , woher ich z.B. sehr unsicher bin oder versage , wenn man von mir etwas will.
Ihr Stil war immer gegenwärtig , aber einzelne Erlebnisse sind mir in Erinnerung geblieben : Schon nach dem ersten Schultag wusste ich , dass ich zu nichts tauge . Alle Kinder wurden namentlich aufgerufen und sollten aufstehen , wenn der Nachname fällt. Ich bekam das nicht mit und ich kannte meinen Nachnahmen noch gar nicht. Weil ich nicht richtig reagiert hatte , wurde ich wochenlang beschimpft.
Ich lasse jetzt vieles aus. Als ich dann als junge Frau im Studentenheim lebte , versuchte ich selbst zu kochen. Der Schenkel eines jungen Hahns war dann leider außen schön braun , aber innen roh und zäh. Das erzählte ich der Mutter in der Erwartung , dass sie mir sagt , was ich falsch gemacht hatte.
Danach wurde ich wochenlang beschimpft und es wurden mir Leute vorgehalten , die schon als Kleinkind perfekt kochen konnten.
Danach wusste ich , dass ich nicht zum Kochen tauge.
Ich weiß , dass meine Mutter an meiner Unsicherheit schuld ist , ich bin ihr aber trotzdem ausgeliefert.
Wie soll man selbst nachholen , was einem als Kind gefehlt hat?
Soll ich mich selbst loben , aber die Arbeit war in Wirklichkeit schlecht ?
So einfach ist das nicht mit dem Nachholen.

24.04.2026 x 2 #1


2 Antworten ↓

Sonnenzauber
@Elisabeth71 ich denke schon, du kannst gut mit dir umgehen. Du kannst dir ein positives Umfeld schaffen, mit Menschen die dich so sehen wie du wirklich bist. Die deine Stärken mehr sehen, als deine Schwächen. Du hast bestimmt viel erreicht in deinem Leben, vielleicht solltest du mal darauf schauen 😊 du hast bestimmt viel Lebens Erfahrung, ich stehe noch mitten drin, und es fällt mir auch oft schwer diese negativen Prägungen los zu werden.

x 2 #2


Minime
Zitat von Elisabeth71:
Soll ich mich selbst loben , aber die Arbeit war in Wirklichkeit schlecht ?

Wer sagt denn was diese "Wirklichkeit" ist? Ja, man darf sich selbst loben, wenn einem etwas gelungen ist. Auch dann, wenn nicht alles rund gelaufen ist und man es trotzdem geschafft hat. Auch dann wenn man sich etwas durchpfuschen musste und zwischendurch aufgeben wollte. Dann sogar ganz besonders.

Du machst das doch schon ganz gut, indem du dir die Krängungen und Abwertungen als solche bewusst machst, und feststellst, dass sie vielleicht nicht der Wahrheit entsprechen. Das sind negative Glaubenssätze über dich selbst, die du von Kind an verinnerlichst hast. Du hinterfragst sie und weißt ja auch, dass das mit dem "ich tauge nicht zum kochen" eigentlich nicht stimmt. Ich meine hey, wenn jeder der mal ein paar Hühnerbollen oder sonst was zu heiß gebraten hat nicht zum kochen taugen würde, gäbe es wohl keine Köche auf der Welt. Es ging nie darum dir eine ehrliche Bewertung deiner Fähigkeiten zu geben, es ging einzig und alleine um Abwertung deiner Person.

Ich hatte auch so ein Exemplar von Mutter, und bis heute schleichen mir ihre Glaubenssätze noch nach. Hin und wieder an schlechten Tagen holen sie mich an.

x 2 #3






Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
App im Playstore