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Elisabeth71

Elisabeth71
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In einer der letzten Psychozeitschriften für Laien wird das behauptet.
Ich denke und denke , wie so etwas funktionieren könnte.
Meine Mutter war sehr gewalttätig und statt konstruktiver Anleitungen gab es nur Abwertung.
Es dauerte Jahrzehnte , bis mir bewusst wurde , woher ich z.B. sehr unsicher bin oder versage , wenn man von mir etwas will.
Ihr Stil war immer gegenwärtig , aber einzelne Erlebnisse sind mir in Erinnerung geblieben : Schon nach dem ersten Schultag wusste ich , dass ich zu nichts tauge . Alle Kinder wurden namentlich aufgerufen und sollten aufstehen , wenn der Nachname fällt. Ich bekam das nicht mit und ich kannte meinen Nachnahmen noch gar nicht. Weil ich nicht richtig reagiert hatte , wurde ich wochenlang beschimpft.
Ich lasse jetzt vieles aus. Als ich dann als junge Frau im Studentenheim lebte , versuchte ich selbst zu kochen. Der Schenkel eines jungen Hahns war dann leider außen schön braun , aber innen roh und zäh. Das erzählte ich der Mutter in der Erwartung , dass sie mir sagt , was ich falsch gemacht hatte.
Danach wurde ich wochenlang beschimpft und es wurden mir Leute vorgehalten , die schon als Kleinkind perfekt kochen konnten.
Danach wusste ich , dass ich nicht zum Kochen tauge.
Ich weiß , dass meine Mutter an meiner Unsicherheit schuld ist , ich bin ihr aber trotzdem ausgeliefert.
Wie soll man selbst nachholen , was einem als Kind gefehlt hat?
Soll ich mich selbst loben , aber die Arbeit war in Wirklichkeit schlecht ?
So einfach ist das nicht mit dem Nachholen.

01.05.2026 x 3 #1


21 Antworten ↓
P

Pauline333
Mitglied

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Die Arbeit mit dem Konzept des inneren Kindes hat zum Ziel, alte Glaubenssätze aufzulösen, die uns heute noch behindern.
Wenn es bei dir z.B. ausufernde Beschimpfungen für kleine Fehler oder Missverständnisse sind und du dir dadurch heute nichts zutraust oder dich auch innerlich immer sehr runtermachst für Kleinigkeiten, wäre hier ein gütiger, liebevoller Umgang mit dir selbst die "Arbeit mit dem inneren Kind". Der alte Glaubenssatz soll durch Überschreibung mit einem liebevollen, hilfreichen Satz neutralisiert werden.

Du fragst, ob du dich loben solltest, wenn die Arbeit schlecht wäre.
Frage dich mal, wie du einem Kind gegenüber treten würdest, dessen Arbeit "schlecht" wäre. Das aber vielleicht darüber sehr traurig ist. Man würde wahrscheinlich auch nicht die Arbeitsqualität in den Himmel loben, aber man würde vielleicht gut gelungene Teile und überhaupt den Arbeitseinsatz positiv hervor heben und dazu ermuntern, es nochmal zu versuchen, nicht aufzugeben, weil man an das Kind glaubt.
Oder man würde das Kind trösten und erklären, dass der "Misserfolg" gar nicht schlimm ist, man aus Fehlern immer nur lernen kann und es beim nächsten Mal ganz bestimmt klappt.

Verstehst du, was ich meine? Es geht nicht darum die Unwahrheit zu sagen, sondern um den liebevollen, Mut machenden Umgang mit Misserfolgen etc., der ein Dranbleiben, einfach Wachstum möglich macht.

25.04.2026 07:21 • x 5 #5


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Kann man sich selbst das geben , was als Kind gefehlt hat?

x 3


R

realo
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Kann man sich selbst das geben , was als Kind gefehlt hat? Ja, unbedingt, das ist ja das A und O der Entwicklung. Hier schreibe ich noch etwas, weil das so ein wunderbares und wichtiges Thema ist, auch wenn der Thread schon fortgeschritten ist. Es lernen wie man selbst als Erwachsener die Defizite der Kindheit ausbügeln kann, sollte der Inhalt einer jeden Psychotherapie sein, wenn diese Kindheit später psychische Störungen hervorgebracht haben. Lernen als Erwachsener, wie ich dem inneren Kind Fürsorge und Geborgenheit gebe ohne an Selbstverantwortung und Selbstständigkeit zu verlieren. Den Eltern die Schuld geben hilft nicht weiter, dadurch wird das Wohlbefinden nicht besser, es braucht eine Umänderung der Prägung, ein Verzeihen und ein Verändern des Verhaltens mit sich selbst. Dann kann man sich von der Haltung der Eltern verabschieden und aus dem Umfeld Neues lernen. Sowohl ein stationärer Klinikaufenthalt ist dafür gut geeignet, am besten eine Gruppentherapie, als auch die ambulante Therapie mit ganz individueller Prägung. Man sollte als Erwachsener das nachholen können, was in der Kindheit gefehlt hat, unbedingt, es ist die Aufgabe im Leben schlechthin. Sonst ist man ein unmündiger Erwachsener und stets auf Hilfe von außen angewiesen und das macht unzufrieden und verstärkt das unterschwellige Unwohlsein. Deshalb lohnt sich die Mühe des Übens, immer wieder und jeden Tag, sich freizumachen von der elterlichen Prägung, wenn sie starke Defizite bedeutete. Hat das innere Kind alles, was es braucht, kehrt ein innerer Friede ein und ein Gefühl der stabilen Ausgeglichenheit ist möglich.

01.05.2026 19:47 • x 4 #22


Zum Beitrag im Thema ↓


Sonnenzauber
@Elisabeth71 ich denke schon, du kannst gut mit dir umgehen. Du kannst dir ein positives Umfeld schaffen, mit Menschen die dich so sehen wie du wirklich bist. Die deine Stärken mehr sehen, als deine Schwächen. Du hast bestimmt viel erreicht in deinem Leben, vielleicht solltest du mal darauf schauen 😊 du hast bestimmt viel Lebens Erfahrung, ich stehe noch mitten drin, und es fällt mir auch oft schwer diese negativen Prägungen los zu werden.

x 3 #2


Minime
Zitat von Elisabeth71:
Soll ich mich selbst loben , aber die Arbeit war in Wirklichkeit schlecht ?

Wer sagt denn was diese "Wirklichkeit" ist? Ja, man darf sich selbst loben, wenn einem etwas gelungen ist. Auch dann, wenn nicht alles rund gelaufen ist und man es trotzdem geschafft hat. Auch dann wenn man sich etwas durchpfuschen musste und zwischendurch aufgeben wollte. Dann sogar ganz besonders.

Du machst das doch schon ganz gut, indem du dir die Krängungen und Abwertungen als solche bewusst machst, und feststellst, dass sie vielleicht nicht der Wahrheit entsprechen. Das sind negative Glaubenssätze über dich selbst, die du von Kind an verinnerlichst hast. Du hinterfragst sie und weißt ja auch, dass das mit dem "ich tauge nicht zum kochen" eigentlich nicht stimmt. Ich meine hey, wenn jeder der mal ein paar Hühnerbollen oder sonst was zu heiß gebraten hat nicht zum kochen taugen würde, gäbe es wohl keine Köche auf der Welt. Es ging nie darum dir eine ehrliche Bewertung deiner Fähigkeiten zu geben, es ging einzig und alleine um Abwertung deiner Person.

Ich hatte auch so ein Exemplar von Mutter, und bis heute schleichen mir ihre Glaubenssätze noch nach. Hin und wieder an schlechten Tagen holen sie mich an.

x 3 #3


Idefix13
@Elisabeth71

Es wird nicht von heute auf morgen funktionieren, aber du hast es bereits geschrieben, wie dein Verstand damals zerstört worden ist.
Zitat von Elisabeth71:
Danach wurde ich wochenlang beschimpft

Und genauso kann das Gehirn umprogrammiert werden.
Wir Menschen lernen durch Wiederholungen.
Sage dir täglich und vielleicht sogar öfters am Tag, wie gut und gekonnt du mit dem oder dem bist.
Am besten sogar laut. Weil die Lautsprache besser und eher im Gedächtnis bleibt, als würdest du es nur denken.
In der Vergangenheit wurde es dir ja auch über die Sprache mitgeteilt.

Viel Erfolg dir 🍀

x 3 #4


P
Die Arbeit mit dem Konzept des inneren Kindes hat zum Ziel, alte Glaubenssätze aufzulösen, die uns heute noch behindern.
Wenn es bei dir z.B. ausufernde Beschimpfungen für kleine Fehler oder Missverständnisse sind und du dir dadurch heute nichts zutraust oder dich auch innerlich immer sehr runtermachst für Kleinigkeiten, wäre hier ein gütiger, liebevoller Umgang mit dir selbst die "Arbeit mit dem inneren Kind". Der alte Glaubenssatz soll durch Überschreibung mit einem liebevollen, hilfreichen Satz neutralisiert werden.

Du fragst, ob du dich loben solltest, wenn die Arbeit schlecht wäre.
Frage dich mal, wie du einem Kind gegenüber treten würdest, dessen Arbeit "schlecht" wäre. Das aber vielleicht darüber sehr traurig ist. Man würde wahrscheinlich auch nicht die Arbeitsqualität in den Himmel loben, aber man würde vielleicht gut gelungene Teile und überhaupt den Arbeitseinsatz positiv hervor heben und dazu ermuntern, es nochmal zu versuchen, nicht aufzugeben, weil man an das Kind glaubt.
Oder man würde das Kind trösten und erklären, dass der "Misserfolg" gar nicht schlimm ist, man aus Fehlern immer nur lernen kann und es beim nächsten Mal ganz bestimmt klappt.

Verstehst du, was ich meine? Es geht nicht darum die Unwahrheit zu sagen, sondern um den liebevollen, Mut machenden Umgang mit Misserfolgen etc., der ein Dranbleiben, einfach Wachstum möglich macht.

x 5 #5


K
Ich hab mir jetzt nicht alles durchgelesen. Aber: ich bin mir sicher das man sich geben kann was man braucht.
Es braucht nur Geduld und die richtige Methode denke ich. Da muss man für sich gut schauen, was bei einem besonders gut funktioniert.

Z.b. ist es bei mir so gewesen das ich bei Filmen immer geweint habe oder auch bei Situationen die traurig oder sehr schön waren musste ich weinen. Immer wieder wurde mir gesagt das ich zu sensibel bin und doch nicht immer heulen muss.
Daraufhin hab ich mir das weinen unterdrückt und mir selber immer gesagt "du bist zu sensibel"
Eines Tages habe ich dann aufgehört und hab es zugelassen. Ich hab mir gesagt,na und? Dann bin ich eben zu sensibel! Was ist daran verkehrt? Nichts! Ich bin eben voller Empathie und Mitgefühl. Im Gegensatz zu denen die mir gesagt haben ich sei zu sensibel.

Genau dasselbe mit dem Lachen. Ich hab gerne gelacht. Dann kam von meinem Stiefvater mal der Spruch: wie kann man nur so dämlich lachen mit 12 Jahren...
Seitdem hab ich darauf geachtet wie ich lache. Auch da hab ich eines Tages gesagt: "schei. drauf wie ich lache. Hauptsache ich hab Spaß und lache überhaupt. Im Gegensatz zu dem Menschen der mir das gesagt hat. Der hat nämlich nie gelacht!

Ich hab zu allen den Kontakt abgebrochen sonst hätte diese Kritisirerei nie aufgehört.
Jeder Mensch ist individuell. Jeder hat Stärken und Schwächen.
Die kann und darf man genauso annehmen. Keiner kann alles, man kann das was man kann und genauso reicht es aus!
Man muss nichts erreichen für andere, nur für sich selbst.
Wenn einem das Bewusst ist läuft alles etwas anders.

Man kann sich selbst das geben was man braucht, aber was bleibt könnten die Erinnerungen sein. Das merk ich schon! Aber genau die haben mich dazu bewegt umzudenken.
Wichtig ist auch keine Opferrolle einzunehmen. Man kann sich entscheiden das hinter sich zu lassen was gewesen ist.

Mir hat auch geholfen allen zu verzeihen und auch keinen Hass gegen sie zu haben.
Auch diese Menschen haben ihre Erfahrungen gemacht, haben vielleicht keine Liebe erfahren. Ihre Erfahrungen haben sie uns mitgegeben. Sie konnte vielleicht nicht anders. (Gewalt ist aber nochmal ne andere Sache)
Sie wussten nicht wie man ein Kind mit Liebe und Sicherheit erzieht.
Und sieh aben sich leider nie geändert und können das nicht. Traurig für die. Ich hab eigentlich nur Mitleid, mehr nicht.

x 1 #6


fourofour
Zitat von Elisabeth71:
In einer der letzten Psychozeitschriften für Laien wird das behauptet.

ja man kann das in sehr weiten Teilen und man solte es können / es tun.

x 1 #7


Schlaflose
Zitat von Elisabeth71:
Soll ich mich selbst loben , aber die Arbeit war in Wirklichkeit schlecht ?

Wenn etwas schiefgelaufen ist, kann man sich natürlich nicht loben, aber man kann sich sagen, "egal", " nicht schlimm", " kann passieren" und man kann aus den Fehlern lernen. Und wenn etwas gut klappt, dann kann man sich tatsächlich selbst loben. Das mache ich ständig 😇

#8


P
Mir fiel zu diesemThema das
Buch ein:

Das Kind in dir muss Heimat finden

x 1 #9


NeonPixie
Was in der Kindheit fehlt, hinterlässt neuronale Muster, die sich nicht einfach überschreiben lassen. Das ist keine pessimistische Aussage, sondern eine biologische Tatsache.

Was aber tatsächlich geht, ist die Bewertung zu verändern. Nicht die Erinnerung, nicht den Schmerz, sondern den inneren Kommentar dazu.

Du hast als junge Frau alleine gekocht, festgestellt, was nicht funktioniert hat, und das kommuniziert. Das ist kompetentes Verhalten. Die Interpretation "ich tauge nicht zum Kochen" war die pädagogisch schlechte Reaktion deiner Mutter, nicht die objektive Realität.

Das klingt auf den ersten Blick simpel, ist es aber nicht, weil diese fremde Stimme sich nach innen angefühlt hat wie die eigene.

x 3 #10


P
Zitat von NeonPixie:
Was in der Kindheit fehlt, hinterlässt neuronale Muster, die sich nicht einfach überschreiben lassen.

Doch, das geht. Das nennt sich Neuroplastizität.

x 2 #11


NeonPixie
Zitat von Pauline333:
Doch, das geht. Das nennt sich Neuroplastizität.

Neuroplastizität bedeutet dass das Gehirn neue Verbindungen bilden kann, nicht dass alte gelöscht werden. Beide existieren dann nebeneinander. Das neue Muster kann stärker werden und das alte in den Hintergrund drängen, aber es braucht viel Wiederholung, oft therapeutische Begleitung, und es ist kein linearer Prozess.

Der Satz "du kannst dir selbst geben, was dir als Kind gefehlt hat" ist trotzdem irreführend, weil er suggeriert, es sei ein symmetrischer Austausch. Es ist eher ein mühsames Umschreiben mit vielen Rückfällen in alte Muster. Besonders unter Stress, weil das Gehirn dann auf die ältesten und am tiefsten verankerten Reaktionsmuster zurückgreift.

x 2 #12


P
Zitat von NeonPixie:
Neuroplastizität bedeutet dass das Gehirn neue Verbindungen bilden kann, nicht dass alte gelöscht werden. Beide existieren dann nebeneinander. Das neue Muster kann stärker werden und das alte in den Hintergrund drängen, aber es braucht viel Wiederholung, oft therapeutische Begleitung, und es ist kein linearer Prozess.


In der selben Situation neu denken/bewerten zu lernen führt zu neuen neuronalen Verbindungen, die immer stärker werden, je öfter sie aktiviert oder benutzt werden. Je öfter man das tut, desto seltener wird die alte Verknüpfung aktiviert. Sie bildet sich immer weiter zurück, genau. Das kann man mit "überschreiben" verbildlichen.

Zitat von NeonPixie:
Der Satz "du kannst dir selbst geben, was dir als Kind gefehlt hat" ist trotzdem irreführend, weil er suggeriert, es sei ein symmetrischer Austausch.

Das Zitat stammt nicht von mir.

Zitat von NeonPixie:
Es ist eher ein mühsames Umschreiben mit vielen Rückfällen in alte Muster. Besonders unter Stress, weil das Gehirn dann auf die ältesten und am tiefsten verankerten Reaktionsmuster zurückgreift.

Korrekt, das ist Arbeit, aber durch konsequentes Anwenden, kann man mitunter recht schnell erste Teilerfolge verzeichnen. Allein das Gewahrwerden eines alten Glaubenssatzes kann schon viel bewirken.

x 1 #13


NeonPixie
Zitat von Pauline333:
In der selben Situation neu denken/bewerten zu lernen führt zu neuen neuronalen Verbindungen, die immer stärker werden, je öfter sie aktiviert oder benutzt werden. Je öfter man das tut, desto seltener wird die alte Verknüpfung aktiviert. Sie bildet sich immer weiter zurück, genau. Das kann man mit ...

Man das Wort "überschreiben" hier sinnbildlich zu verwenden, es ist aber inhaltlich irreführend. Mir ist daher nicht klar, warum man das tun sollte. Aufgrund meiner Skala auf dem Autismus-Spektrum ist mir Deutlichkeit wichtig.

Ich habe nie behauptet, das Zitat sei von dir. Das Zitat bezieht sich auf die hier eingangs vorgestellte These.

x 1 #14


Feuerschale
@Elisabeth71 Hallo, was mir zum Nachbeeltern einfällt ist eher so etwas wie die Innere Kind Arbeit.
Dafür braucht es einerseits den Aufbau eines "gesunden gebenden Erwachsenen" - also das ist das, was in der Regel anfangs der Therapeut übernimmt und dann einen Draht zum Gefühl des inneren Kindes.

Es geht nicht um schön reden dabei, sondern zu schauen, was es braucht, mitfühlen, anerkannt werden oder
Lügen aufdecken, Trauer erkennen oder abgschnittene Möglichkeiten....Lügen die kleingemacht haben, als das erkennen, die heutige Wahrheit erkennen...aber auch Wünsche erkennen z B nach Zuwendung oder Ruhe, traurig sein oder was ausprobieren.

Man muss sich auch nicht unbedingt mit dem "alten Kind" beschäftigen, sondern es macht vielleicht mehr Sinn,
mit den aktuellen Bedürfnissen und Zuständen umzugehen....es kann sein, dass sie von früher resultieren...
da kann man das etwas anschauen....Ich denke, es ist aber eher Therapiearbeit....

Es gibt auch so Arbeitsbücher mit dem inneren Kind, kenne ich damals noch von den SHGs, wenn man sich mit diesem Ansatz auch mal alleine beschäftigen will. Die Praxisbücher fand ich da ganz gut, nicht nur die Theorie.

#15


Elisabeth71
Das größte Problem an der falschen Erziehung ist , dass man dies ewig lang nicht erkennt. Wenn man die Fehler erkennt , ist man schon auf dem Weg zur Heilung. Man bleibt aber noch ein falsch programmierter Computer.
Beispiel mit der nicht geratenen Hühnerkeule : Jahre später sah ich , wie die Mutter einer Freundin normal auf Fragen zum Kochen reagierte ! Noch einmal Jahre später hatte ich eine Nichte mit 30 Jahren ( bin selbst schon alt inzwischen ) . Da konnte ich mich erst in meine Mutter hineinversetzen und ich begriff , wie bösartig sie war. Hinter ihrem Verhalten gab es kein Wohlwollen.
Sie kannte keine Liebe. Sie war nur sehr bedürftig , womit sie andere in Atem hielt.
Das Kochen ist mir auch nicht wichtig. Für mich selbst reichen meine Kochkünste.

x 1 #16


NeonPixie
Zitat von Elisabeth71:
Das größte Problem an der falschen Erziehung ist , dass man dies ewig lang nicht erkennt. Wenn man die Fehler erkennt , ist man schon auf dem Weg zur Heilung. Man bleibt aber noch ein falsch programmierter Computer. Beispiel mit der nicht geratenen Hühnerkeule : Jahre später sah ich , wie die Mutter einer Freundin ...

Muster, die früh eingeschrieben wurden, laufen automatisch ab, auch wenn man längst weiß, dass sie falsch sind. Das Wissen alleine ändert das Ablaufprogramm nicht. Man kann aber neue Muster bilden.

Der Satz "hinter ihrem Verhalten gab es kein Wohlwollen" ist einer der schwierigsten, die man über eine Mutter denken kann. Ich dachte früher auch mal so und habe auch heute noch oft meine Probleme mit ihr, denke aber, aus ihrer Sicht, hat sie es immer gut gemeint. Aber das kann bei dir anders sein.

x 1 #17

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studi1
@Elisabeth71 das was du schilderst hört sich wirklich sehr belastend an.
Ich denke aber auch, dass du diese negativen Denkmuster und Leitsätze, die du als Kind ständig ein gedichtet bekommen hast oder auch noch im Erwachsenenalter loswerden kannst. Du hast ja schon erkannt, dass du quasi Opfer der Unsicherheiten deiner Mutter geworden bist. Du könntest versuchen, dich selbst ganz genau unter die Lupe zu nehmen. So kannst du die ganzen negativen Leitsätze identifizieren und vielleicht mit Übungen, wie ich bin vs Ich tue, Neue, positive Leitsätze etablieren.
Statt zum Beispiel ich bin faul, Ist der neue Satz ich habe heute nicht alles geschafft, was ich wollte.
Statt ich krieg das eh nicht hin, Kann der neue Satz lauten, Ich kann alles schaffen.

x 1 #18


Elisabeth71
@Feuerschale
Ich denke nach : Wo bin ich mit mir derzeit nicht zufrieden ? Da geht es nicht um Kleinigkeiten ( Kochen oder so ). Da geht es bei mir eher um den zwischenmenschlichen Bereich.
Da kann ich versuchen , mich aufzubauen.

x 1 #19


Feuerschale
Zitat von Elisabeth71:
@Feuerschale Ich denke nach : Wo bin ich mit mir derzeit nicht zufrieden ? Da geht es nicht um Kleinigkeiten ( Kochen oder so ). Da geht es bei mir eher um den zwischenmenschlichen Bereich. Da kann ich versuchen , mich aufzubauen.

ok, klar, wenn du da das Gefühl hast, dass du da nicht authentisch bist und dich irgendwas hindert, du dir was anderes wünschst. Ich denke, sich selbst gut kennen und für sich sorgen, sich spüren wirkt sich ja auch auf den zwischenmenschlichen Bereich aus...also das verbinde ich auch mit "innere Kind Arbeit".

#20


A


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Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
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