Konnte den Thread-Titel leider nicht so genau ausformulieren, wie ich es gerne wollte, weil er sonst zu lang geworden wäre. Deswegen werde ich das hier mal genauer erläutern. 🤨
Zu meiner Historie: Vor gut 12 Jahren wurde mir eine rezidivierende Depression bzw. eine depressive Persönlichkeitsstörung attestiert. Mit der ersten Psychologin, bei der ich vorstellig wurde, hat es auf Anhieb gut gepasst, sodass ich (im Schnitt) alle zwei Jahre immer wieder bei ihr in Behandlung war. Hatte bei ihr in der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie viele Aha-Momente, von der Kindheit über Todesfälle in der Familie bis hin zu aktuellen Problemen wurde alles beackert, was mir eigentlich auch immer geholfen hat.
2023 war ich (nach Suizidgedanken, die mir zu dieser Zeit Angst eingejagt haben) für kurze Zeit stationär in einer psychosomatischen Klinik. Da ich mit dem mir zugeteilten Therapeuten partout nicht klarkam, ihm das auch ganz offen sagte und meinem Wunsch nach einem Wechsel nicht nachgekommen werden wollte, habe ich mich selbst entlassen. Nach einer Weile ging es mir dann auch wieder besser.
Letztes Jahr (2025) habe ich mich, als es mir mal wieder nicht so gut ging, erneut bei „meiner“ Psychologin in Behandlung begeben, was auch „okay“ war. Spätestens da hatte ich aber das Gefühl, dass ich mit ihr nicht mehr so richtig weiterkomme. Kann halt leider passieren, dass man, wenn man sich schon länger kennt, oft schon weiß, was das Gegenüber worauf antworten wird. Da die Dame auch schon ein bisschen älter ist, reifte in mir der Gedanke, dass ich gerne bei einer jüngeren Psychologin unterkommen würde, die vielleicht ein paar modernere Ansätze verfolgt – und weil es eben ein anderer Mensch ist, der grundsätzlich anders tickt.
Nachdem ich nun dieses Jahr (nach etlichen Sprechstunden in verschiedenen Praxen) bei der Praxis gelandet bin, die ich auf dieser Suche zuerst aufgesucht hatte und in der mir eine Verhaltenstherapie nahegelegt wurde, bin ich dort jetzt in Behandlung bei einer Psychologin, mit der es wirklich gut passt. Hatte jetzt drei Einzeltermine bei ihr, die mich schon gut weitergebracht haben. Allerdings bin ich bei ihr leider nicht langfristig im Einzelsetting, sondern haben dort jetzt eine Verhaltenstherapie in der Gruppe angefangen, weil es keine Einzelplätze gibt. Kurzum, ich habe neben der Gruppentherapie, die (inkl. kurzen Pausen) noch bis Anfang Dezember geht.
Habe jetzt zwei Gruppenstunden hinter mir, in der es eigentlich nur um Psychoedukation geht. Das heißt, dass mir bisher alles schon lange bekannt ist, was mir bzw. uns da vermittelt wurde. Man merkt auch an den Reaktionen, dass anscheinend fast alle noch keine Therapieerfahrung haben – im Gegensatz zu mir. Was auch die Vermutung „meiner“ Psychologin war, die die Gruppe zusammen mit einer Kollegin leitet. Sie meinte aber, dass ich (da andere Therapieform) vielleicht doch was Neues lernen könnte und es mir eventuell auch was bringen könnte, wenn ich anderen mit meiner Erfahrung helfe.
Allerdings habe ich nach den ersten zwei Stunden so meine Zweifel, ob das wirklich noch was wird. Ich weiß auch nicht, ob mir der Austausch mit Mitpatienten hilft, die mit ihrer Erkrankung noch ganz am Anfang stehen. Auch bei den „Hausaufgaben“, die wir mitbekommen haben, kenne ich die Antworten für mich schon lange. Jetzt bin ich am Überlegen, ob ich die beiden Einzeltermine noch mitnehme und dann die Gruppe beende, zumal es mir ohnehin schon besser geht. Oder ob ich doch weitermache, falls dann doch noch was Hilfreiches dabei rumkommt.
Nach einer sehr langen Einleitung nun meine eigentliche Frage: Hat hier jemand (mit einer ähnlich langen Behandlungs-Historie) auch schon mal eine Gruppentherapie absolviert und daraus Erfahrungen oder neue Erkenntnisse mitgenommen, die einen nachhaltigen Nutzen hatten? Oder ist die Chance eher gering, dass daraus noch etwas Hilfreiches mitnehmen kann?
Habe jetzt mal einen Einzeltermin bei meiner Psychologin für kommende Woche angefragt, was ganz gut passt, weil die Gruppe da pausiert. Will das halt gerne mit ihr besprechen, aber will auch nicht die Flinte gleich ins Korn werfen, weil es für Therapien im Einzelsetting eh kaum Termine gibt und das mit der Gruppe im Grunde die einzige Option ist, die aktuell verfügbar ist.