App im Playstore
Pfeil rechts
53

Schlaflose
Zitat von Sonja77:
Wenn ich das gerade so lese muss ich sagen das ich Gott dankbar bin in einem Land zu leben wo die Fixierung schon seit sehr vielen Jahren verboten ist

Und was machen sie, wenn einer randaliert?

x 2 #21


Sonja77
Zitat von Schlaflose:
Und was machen sie, wenn einer randaliert?

Das kann ich dir leider nicht beantworten wie sie es dann handhaben ich hab es noch nie mitbekommen außer ein Mal auf der akutstation da gab es so einen Fall der wurde dann in ein Zimmer gebracht alleine (keine gummizelle)Aber ein Zimmer wo so ausgerichtet ist das er sich nicht verletzen kann und da bleibt er solange bis er sich beruhigt hat

also das war das einzige Mal wo ich es so mitbekommen hab denn ich war als Notfall nur 24 Stunden auf der akutstation das ist hier standart wenn man als Notfall in die Psychiatrie kommt muss man die ersten 24 Stunden auf die akut

x 3 #22


A


Fixierung als Maßnahme in der Psychiatrie

x 3


YellowFerrum
@Sonja77 Es sind kaum Unterschiede erkennbar. Das hätte mich sehr gewundert, denn die halbe Welt arbeitet ähnlich. https://www.proinfirmis.ch/rechtsratgeb...ngung.html

#23


Islandfan
Fixierungen sind notwendig, wenn jemand akut ausflippt und eigen-oder fremdgefährdent ist. Es ist dann die einzig sinnvolle Maßnahme. Ich habe, als ich in der Forensik gearbeitet habe, bei Fixierungen assitiert, also quasi die notwendigen Utensilien angereicht, das mussten alle machen. Meistens wird dann auch noch ein Beruhigungsmittel gespritzt.
Man braucht immer ein gerichtliches Urteil, aber das wird meistens erst im Nachgang eingeholt, da es eine wirklich gefährliche Situation für alle ist und man nicht warten kann. Eine gerichtliche Erlaubnis muss alle 24 Stunden neu gestellt werden.
Das ist nicht inhuman, sondern ein Schutz für den Patienten, die Mitpatienten und die Angestellten.

x 1 #24


YellowFerrum
Zitat von Sonja77:
Das kann ich dir leider nicht beantworten wie sie es dann handhaben ich hab es noch nie mitbekommen außer ein Mal auf der akutstation da gab es so einen Fall der wurde dann in ein Zimmer gebracht alleine (keine gummizelle)Aber ein Zimmer wo so ausgerichtet ist das er sich nicht verletzen kann und da bleibt er solange ...

Und genau da beginnt erst Eigen- und Fremdgefährdung mit Einsatz von Zwang und Fixierung, wenn es nicht anders möglich ist.

x 1 #25


E
Ich hatte so was nur mal am Rande mitbekommen in einem Pflegeheim, schon länger her, weil ich die Hämatome ums Handgelenk sah und ich fand es selber sehr beklemmende Situation als ich das gehört habe, besonders bei so älteren Menschen ist die Haut und die Gefäße sehr dünn und so was finde ich einfach nicht angemessen.

x 2 #26


S
Ich empfinde so etwas ganz gruselig, auch besonders alten Menschen gegenüber. Da müsste es doch andere Möglichkeiten geben wie z.B Beruhigungsmittel geben und in einen Raum bringen ohne Verletzungsgefahr. Alles andere ist doch mittelalterlich.

x 2 #27


B
Ich wurde noch nicht fixiert, aber die übliche Ausgangssperre (Station nicht verlassen) verhängt.

Meine Erfahrungen mit der Psychiatrie:
Ob eine Situation eskaliert hängt auch maßgeblich von den Pflegern und Schwestern und Ärzten ab. Da gibt es durchaus welche, die von ihrer Art her nicht anders können als zu eskalieren. Die werden dann unter Umständern auch schnell übergriffig und sind unsensibel, indem sie die Patienten wie Tiere behandeln und unbedingt anfassen müssen, auch wenn diese das nicht wollen und aggressiv darauf reagieren, weil sie sich nicht anders zu wehren wissen. Dann heißt es, die Patienten seien schuld, weil die nicht alles mit sich machen lassen.

Es gibt auch Pfleger und Schwestern, die einen Bias gegenüber psychisch Kranken haben und diesen abwertend gegenüberstehen.

Wenn die Patienten selbst nicht in der Lage sind deeskalierend auf die Pfleger und Schwestern zu wirken, geht es meistens schief.

Mit der Polizei ist das nicht anders. Bei denen ist Bias sowie Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen noch mehr vorhanden. Die haben absolut kein Interesse den Gegenüber zu verstehen. Die gehen nur von sich aus und drängen den Gegenüber ihre Sichtweise auf. Die machen friedliebende zu aggressiven Menschen. Denn die Betroffenen versuchen nur sich vor dem Übergriff zu wehren, dass ihnen etwas aufgedrängt wird.

Es gibt aber auch sensible Pfleger und Schwestern, die rücksichtsvoll sind und auch deeskalierend wirken können.

Schuld an der Fixierung sowie (zu) langen Fixierung sind sicher auch die Arbeitsverhältnisse.

x 2 #28


Sonnenzauber
Also wenn jemand komplett am Rand dreht, dann wird das als letzte Maßnahme gemacht. Dazu braucht es aber einen richterlichen Beschluss, ich kenne es nur von Freunden, die mitten in einer Psychose waren. Eigen- und Fremdgefährdend. In der Regel bekommt man dann auch ein starkes Medikament, und bekommt das meiste nicht mit. Ich finde es auch Grenzwertig aber der Schutz geht leider vor. Was wäre die Alternative, Isolationszimmer (falls frei) und Sedierung. Manchmal sind aber die Stationen so voll dass die Iso Zimmer voll sind, dann gibt’s da keine andere Wahl.

x 3 #29


Schlaflose
Zitat von silberauge:
Ich empfinde so etwas ganz gruselig, auch besonders alten Menschen gegenüber. Da müsste es doch andere Möglichkeiten geben wie z.B Beruhigungsmittel geben und in einen Raum bringen ohne Verletzungsgefahr. Alles andere ist doch mittelalterlich.

Aber gerade alte Menschen reagieren oft paradox auf Beruhigungsmittel oder sind gesundheitlich so schlecht dran, dass ein Beruhigungsmittel ihren Tod bedeuten kann. In einem anderen Raum können sie sich genauso verletzen, einfach indem sie versuchen aufzustehen und fallen.
Meine Oma hatte es immer wieder geschafft, sich aus einem Krankenhausbett mit Schutzgitter ganz nach unten zu schaffen und sich halb raushängen zu lassen. Wie mussten sie ständig kontrollieren und wieder hochziehen. Das war zuhause.

x 1 #30


Rick
Ich wurde in einer Psychose in der Klinik für einen Tag fixiert. Ich finde das im Nachhinein vollkommen in Ordnung, denn ich stellte eine Gefahr für mich und andere dar. Ich habe kein Trauma davon getragen.

x 4 #31


Burn
Zitat von Sonja77:
Das stelle ich auch nicht in Frage aber es gibt heutzutage andere Maßnahmen die dazu dienen können einen Menschen der eine Gefahr darstellt ruhig ...

Das ist die interessante Frage: weißt du wie es gehandhabt wird?
Ich sehe das auch so wie du und mich würde sehr interessieren wie man es anders ( hoffentlich auch besser) machen kann…


am Anfang wurde auch noch gesagt es gibt durchaus auch den „ graubereich „ nämlich die Weglauftendenz!
hier denke ich ist es bestimmt auch schon oft vorgekommen, dass fixiert wird.

x 3 #32


YellowFerrum
Es ist ein Schock für Menschen, die in ihrer bisherigen Lebenserfahrung mehr oder weniger immer ihre Handlungsfreiheit genossen, wenn sie selbst erleben, dass ihr Wille gebrochen, ihre Beweglichkeit verhindert und ihnen ihre Freiheit geraubt wird. Sie wissen nicht, was geschieht, was man mit ihnen machen wird und geraten in Panik und existentielle Ängste, ganz besonders dann, wenn psychische Erkrankungen oder Dro. ihre Wahrnehmung zusätzlich beeinträchtigen. Sie haben nie zuvor daran gedacht, dass es das gibt und es nun sie trifft. Aber es ist korrekt; wenn mildere Mittel nicht helfen und das notwendig ist, dann geschieht das nach Recht und Gesetz zu ihrem Schutz und dem anderer Personen. Es gibt viele Menschen, die ihre eigene Situation nicht begreifen.

x 3 #33


Islandfan
Zitat von YellowFerrum:
Es gibt viele Menschen, die ihre eigene Situation nicht begreifen.

Genau. Ich habe damals mehrfach Leute austicken sehen und sie waren eine Gefahr. Welche Kräfte diese Menschen entwickeln, kann man sich kaum vorstellen. Ein sehr dünner Mann musste damals von 5 Pflegern überwältigt werden und das war trotz der Überlegenheit der Pfleger nicht leicht. Als letztes Mittel, wenn sie sich nicht mehr wehren konnten, dann haben sie oft gespuckt.
Es ist nicht schön das anzusehen, aber es ist notwendig. Es wäre falsches Mitleid, denn in dem Moment schützt man den Patienten vor sich und anderen.

x 2 #34


Burn
Zitat von silberauge:
Ich empfinde so etwas ganz gruselig, auch besonders alten Menschen gegenüber. Da müsste es doch andere Möglichkeiten geben wie z.B ...

Weil alte Menschen gebrechlicher sind und weniger Kraft besitzen?
austicken können sie nämlich noch ziemlich. Da unterscheiden sie sich erst einmal nicht von anderen Patienten.
wenn ich hier lese , dass jemand schon mit 15 Jahren fixiert wurde, dann erschaudert es mich genauso!

x 2 #35


Sonja77
Zitat von Burn:
Das ist die interessante Frage: weißt du wie es gehandhabt wird? Ich sehe das auch so wie du und mich würde sehr interessieren wie man es anders ( ...

Es gibt zwar in der Schweiz noch einige Psychiatrien wo die Zwangsfixierung noch vollzogen wird aber es ist nicht die Regel und wie gesagt betreiben diese Art von „Sicherheit“nur noch einige Psychiatrien in der Schweiz

Es steht aber bereits seit langem zum Ziel dieses Vorgehen gänzlich zu verbieten daran arbeitet die nationale Kommission die gegen Folter und Foltermassnahmen schützt

Da es in der Schweiz als Folter gilt

x 1 #36


E
Ich denke das ist dann der Flucht Instinkt der die Menschen überkommt oder Überlebens Instinkt, sie fühlen sich bedroht, man könnte auch versuchen sie nicht auf zu halten und schauen was passiert und sie flüchten lassen für eine gewisse Zeit bis sie sich beruhigen und nur eine Person dann versucht das Gespräch auf zu nehmen. Ich muss auch sagen das ist sicher kein einfacher Job und man braucht wahrscheinlich großes Einfühlungsvermögen und gute Nerven, aber es hat sicher auch oft mit der unter Besetzung von Personal zu tun wegen Personalmangel wenn solche Maßnahmen stattfinden wie Fixierung und ich glaube schon auch, es gibt Grenzen wo es eventuell fast nicht anders möglich ist, auch wenn es recht hart ist, außer man entlässt die Person auf eigenen Wunsch und kann so dann keine Sicherheit mehr gewährleisten für die Person.

#37


A


x 4






Prof. Dr. med. Thomas Hillemacher
App im Playstore