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M

Marja
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hallo,
ich bin neu hier und habe diese forum ueber google gefunden.
vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen, bzw vielleicht gibt es hier sogar jemanden, der aehnlich empfindet?!?

ich habe eine sehr starke abneigung gegen ketten, ringe, uhren... alles was man normalerweise als s.chmuck bezeichnen wuerde (egal ob metal oder nicht).
fuer mich selber ist das an sich kein problem... ich trag eben einfach keinen ^^
aber leider hab ich diese abneigung/diese ekelgefuehle auch, wenn ich s.chmuck bei anderen menschen sehe oder sogar anfassen muss!
einmal hat ein guter freund bei mir seine uhr abgenommen und dann vergessen... ich hab sie nicht anfassen koennen... hab mir dann ein taschentuch geholt und die uhr damit in eine tuete geschoben - bah! mich schuettelts jetzt noch nur bei dem gedanken!
frueher konnte ich ab und an noch ringe oder ohrringe tragen... bis ich ungefaehr 17 oder 18 war, danach nicht mehr.
ketten und uhren hab ich nie getragen... ich bin jetzt 32 und als frau darf man sich da schon den einen oder anderen dummen spruch anhoeren

kennt diese gefuehle noch jemand oder kann mir jemand sogar sagen woher das kommen kann?
vielen dank schon mal in vorraus fuer die antworten

13.04.2019 #1


112 Antworten ↓
L

Lasse
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Hallo
Bin neu hier und finde es gut, ein paar Leute zu finden, die meine Abneigung teilen. Ich wusste doch, dass ich nicht allein bin
Alles in allem habe ich (männlich, 39) ein relativ entspanntes Verhältnis zu meinem Ekel vor Schmuck. Er ist halt einfach da und bisweilen lästig, z. B. bei der Suche einer Partnerin, aber ich leide jetzt keine Höllenqualen und erzähle Menschen, die mir wichtig sind meistens recht offen und mit einem Augenzwinkern darüber. Ich habe festgestellt, dass viele Menschen mit noch weitaus merkwürdigeren Abneigungen zu tun haben und dem gegenüber ist meine Abneigung wirklich harmlos… Ich erzähl einfach mal, wie es sich bei mir äußert:

Mein Ekel bezieht sich, wie ich mit der Zeit herausfand, nicht nur auf Schmuck, sondern auf Metall, aber dieses eben in besonderer "Ausführung". Ich habe mit vielen Metallteilen im Alltag kein Problem. Ich esse ja auch mit Messer und Gabel. Aber schon wenn die ganz stark verziert sind und fein ziseliert, beginnt langsam die Abneigung. Ganz schlimm ist es dann bei Silber Besteck, aber das ist glaube ich noch mal auf eigene Art eklig, da ich auch von anderen Menschen hörte, die das nicht mögen.
Geldstücke und Schlüssel fallen auch in die Ekel Kategorie. Das wird von Freunden, denen ich das erzähle meist recht leicht verstanden, wenn ich sie auf den widerlichen Geruch von diesen Gegenständen hinweise. Bei der Suche nach dem versteckten "Muster" meiner Abneigung kam ich darauf, dass es oft um Metall geht, das viel im Kontakt mit dem Körper ist (Geld, Schlüssel und eben vor allem Schmuck) und/oder an dem sich viel Dreck ansammeln kann - eben das fein verzierte oder filigrane das schon mehrfach erwähnt wurde. Für mich haben diese Metallsachen immer etwas "schmutziges" und ich hab ein bisschen das Bedürfnis, mit die Hände zu waschen, wenn ich sowas anfassen musste. - kann's mir aber auch verkneifen und die Hände an der Hose abwischen. Ein bisschen hat es wohl auch mit Korrosion zu tun glaube ich denn es sind gerade die Metalle, die sich irgendwie verändern, die ich nicht mag. Schlimm finde ich z.B. Kupfer, Messing, Silber. Warum die Empfindung dann aber auch so stark auf Gold übergeht verstehe ich nicht ganz, denn Gold korrodiert ja glaube ich eben gar nicht…

Ich hab schon überlegt, was passieren würde, wenn ich ein "fabrikneues" Schmuckstück in die Hand bekäme, das also noch völlig "sauber" ist, und da sinkt zwar tatsächlich der Ekelfaktor ein kleines bisschen, ist aber nie ganz wegzukriegen. Gerade Schmuck will ich einfach nicht anfassen. Ich kann mich tatsächlich ganz arg zusammenreißen und einen auf "erwachsen" machen, aber das ist wirklich die ganz große Ausnahme wenn's nicht mehr anders geht.

Mir scheint, dass da aber auch zwei Sachen zusammenkommen: Die Abneigung gegen das Material, und die Abneigung gegen Schmuck an und für sich, weil mir das einfach halt nicht gefällt, wenn Menschen da was an sich dran haben… möglicherweise sich dafür noch irgendwas durchbohrt haben. Aber der Anteil ist bei mir eine Geschmacksfrage und hinsichtlich meiner Situation Off-Topic.

Die Probleme, die einige hier beschreiben kann ich gut nachvollziehen. Bei meiner Arbeit kann es vorkommen, dass mich eine Kollegin bittet, ihr die Kette zuzumachen - aber in diesem Umfeld konnte ich sehr frei darüber reden, und die können damit auch umgehen. Inzwischen fragt mich keiner mehr.
Geldstücke gehen so lala, es sei denn, ich muss sie lange in der Hand halten, so dass durch den Handschweiß der Geruch an der Hand haftet. (In D-Mark Zeiten waren Markstücke einigermaßen ok, die Pfennige waren ekliger wegen des anderen Metalls Bei den Euromünzen ist es wegen des Materialmixes etwas diffuser) Fremde Schlüsselbunde sind auch unangenehm und ich greife dann gerne an den Schlüssel, der einen Plastikkopf hat, oder der möglichst glatt und/oder neu ist.
Ich kenne auch das Problem, dass man bei interessanten Frauen sofort abcheckt, ob sie was tragen. Wenn da was ist, dann geht da schon recht schnell so ein imaginärer Rollo herunter, das verhindert, dass man sich näher auf diese Menschen einlässt. Ich habe aber das Glück gehabt, immer Beziehungen zu Frauen gehabt zu haben, die keinen Schmuck getragen haben (doch, die gibt's ). Aber es engt die Auswahl schon enorm ein…

Achja, weil's mir noch einfällt: Was TomTom über Creolen schreibt kann ich auch nachvollziehen, wenn das Metall glatt und sauber ist, ist es für mich ein kleines bisschen weniger schlimm, aber der Verschluss bleibt eklig. Das scheint ja tatsächlich bei einigen so zu sein, dass das feine, filigrane, fein ziselierte ein Problem ist. Das fand ich jedenfalls spannend zu lesen.

Biographisch vielleicht noch dazu: Ich hab das eigentlich seit ich denken kann und ich kann mich an keinen "Auslöser" erinnern. Ich fand das einfach immer doof. Anekdote dazu: Meine Tante schenkt mir zu Ostern (ich war etwa 6) einen Sternzeichenanhänger, und meiner Mutter war es lange Jahre noch peinlich, wie klar ich ihr gegenüber meine Abneigung zum Ausdruck brachte und das Geschenk nicht annahm…

So. Soweit mal ein Rundumschlag über meine Situation. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen seine Abneigung zu verstehen oder zu akzeptieren. Ich fand's nett, ein paar "Spleen-Genossen" zu finden (die auch wieder zum Thema zurückgefunden haben )

Liebe Grüße

05.08.2011 13:21 • #87


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Schmuckphobie. gibt es das?

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A

abcdebakel
Mitglied

Beiträge:
1
Mitglied seit:
Ja und als Mann geht es mir ebenso, auch wenn ich mir nichts anhören muss. Ich würde nie Schmuck tragen, kann es aber bei anderen sehen. Leder ist unproblematisch. Metall, Gold / Silber ist ein Problem, insbesondere wenn es sich um getragenen Schmuck handelt. Schlimm ist es, wenn der schmuddelig, leicht angelaufen und klebrig, verschwitzt ist. Das ist eklig. Aufheben funktioniert mit Überwindung und fremde Ketten schließen schaffe ich auch noch. Das hat aber lange gedauert und muss recht spontan und ohne Zeit zum Nachdenken erfolgen.

Ich kann das Gefühl von Metall auf der Haut nicht ertragen - dummerweise auch bei Fremdberührungen, was zum Problem werden kann. Potentielle Partnerinnen, die viel Schmuck tragen, turnen mich ab. Der Gedanke, von einer beringten Hand oder durch eine Uhr mit Metallarmband, Armband oder Kette berührt zu werden, löst bei mir großes Unbehagen aus. Kette aber weniger als Uhr und Armband.

Das mag auch Einstellungssache sein, da ich gegen demonstrative Präsentation bin und auf Natürlichkeit stehe. Schmuckbedürfnis durch solche Accessoires ist bei mir nicht gegeben. Was möchte eine Person beweisen, die ihren Goldschmuck zur Schau stellt? Ist das eine Art der Kompensation eines Defizits? Ich akzeptiere es, kann es aber nicht verstehen. Kann es ein interessenloses Dekobedürfnis geben oder warum das Bestreben, mit besonderem Schmuck aufzufallen? Das geht bei mir so weit, dass ich mir nicht vorstellen kann, durchaus sympathische und interessante Frauen, mit denen ich mich auch sehr anregend und nett unterhalten kann, zur Partnerin zu haben, wenn diese protzige Ringe, Golduhren oder Metallarmbänder tragen. Mag teils eine Frage der "Wertgleichheit und Einstellung" sein, ist aber sicherlich auch eine Form der Phobie.
Dabei dürfte ich u.U. auch assoziieren, wer etwas Kaltes, Hartes aus Metall an sich trägt, ist evtl. selbst in gewisser Hinsicht kalt, hart und maskulin. Ist gewiss nicht verallgemeinbar, überinterpretiert und mitunter töricht, dürfte aber mein Verhalten beeinflussen. Bei Männern sehe ich es auch nicht gerne, weiß aber, dass viele Frauen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis Männer mit Schmuck und fernöstlichen Ringen cool finden. Mich lässt dies dennoch "cool" und es ist für mich kein Thema.

Ich habe mich mit diesem Thema beschäftigt und bin selbst auf eigene verdrängte Kindheitserinnerung gestoßen, die mir eine erste Erklärung gegeben haben. Als Kleinkind wollte mir meine Patentante eine Silberkette mit Sternzeichen umhängen und hat mich dabei mit dem kalten Metall erschreckt. Ich habe panisch geschrien, geheult und mich unter einem Sessel versteckt. Es war nicht möglich, mir die Kette anzuziehen. Weitere frühkindliche Erinnerung: Bei meiner Oma wurde ich im Waschbecken gewaschen und dabei von ihrer Uhr gekratzt. Ich habe dann immer wieder geschrien "Oma Uhr aus". Stattdessen bekam ich wegen vermeintlicher Ungezogenheit noch eine Ohrfeige. Danach verblassen meine Erinnerungen. Später musste ich als Jugendlicher den verschwitzten Ring meiner Mutter aufheben, der auf den Fußboden gefallen war. Der war aus Silber und innen irgendwie dunkel. Und dies war nicht erschreckend, sondern eklig. Insofern gehe ich für mich davon aus, dass die heutige Schmuckphobie das Resultat meiner frühkindlichen (traumatischer?) Erlebnisse ist. Holz, Leder, Stoff machen mir nichts aus, würde so etwas aber dennoch aus oben beschriebenen Gründen selbst nicht tragen.

Wie gehe ich damit im Alltag um? Wenn bei Geschäftsterminen mal eine Uhr erwartet wird, muss es ein Lederarmband sein. Ansonsten habe ich es "alltagsmäßig" soweit im Griff. Problematisch ist es natürlich beim "Kennenlernen". Ich schränke mich selbst ein und bin mir bewusst, mir damit mitunter selbst im Weg zu stehen. Persönlicher Schmuck ist eben auch ein Zeichen der inneren Einstellung und von dem Gedanken, dass da etwas in den gemeinsamen Basics nicht harmoniert, kann ich mich nicht freisprechen. Da ich beruflich sehr eingespannt und nicht auf Partnerinnensuche bin, empfinde ich aktuell keinen Leidensdruck, bin mir aber der grundsätzlichen Problematik bewusst und habe schon viel selbst "aufgearbeitet".

Es würde mich freuen, wenn ich mit meiner Schilderung vielleicht den ein oder anderen hilfreichen Impuls gegeben hätte, um sich Dinge in Erinnerung zu rufen und vergleichbare Muster und evtl. verborgene Erlebnisse bei sich selbst zu entdecken.

17.11.2014 21:38 • #100


Zum Beitrag im Thema ↓


elster
Vielleicht hat das damit zu tun, daß Schmuckstücke etwas sehr Persönliches sind, man trägt sie ja auf der Haut, vielleicht mochtest du deshalb die Uhr nicht anfassen, möglicherweise verbindest du mit dem Anfassen der Uhr automatisch das Berühren der dazugehörigen Person.
Oder gab es in deinem Leben mal eine Person, die viel Geschmeide trug, mit der du negative Erfahrungen assoziierst ? Was für ein Gefühl hast du, wenn du Ketten oder Ringe trägst, ist es unangenehm ?

#2


M
Hallo Marja,
ich bin auch mal auf die Idee gekommen, meine "Macke" zu googlen und du sprichst mir aus der Seele.
Ich finde auch sämtliche Dinge, die unter s.chmuck fallen eklig und will sie nicht anfassen. Allerdings geht es bei mir da primär um Dinge, die aus Silber oder Gold oder irgendeinem glänzenden Material sind und Dinge, die besonders feingliedrig sind. Komme damit auch persönlich gut klar, da ich keinen s.chmuck habe und mein Freund froh ist, dass er keinen kaufen muss
Allerdings sind Situationen, in denen mich jemand bittet, ihm beim Schließen seiner Kette oder ähnlichem zu helfen ganz schön blöd, weil ich ihm diese Hilfe verweigere. Bis jetzt ist meine Erklärung, dass mich Ketten, Ringe und andere Dinge ekeln und ich im schlimmsten Falle Würgereize habe, nur auf Unverständnis gestoßen. Ich habe das auch schon ab der Pubertät, so weit ich mich erinnern kann (bin jetzt 26) und weiß auch überhaupt keinen Grund, wie das entstanden sein könnte. Allerdings habe ich auch überhaupt keine Lust, diese Macke zu ändern, indem ich in s.chmuck baden muss. Gibt es dazu noch eine Alternative oder überhaupt eine Erklärung dafür? Hat es immer was mit Ängsten zu tun? Woher kommt nur der Ekel?

#3


Rine
habe vor kurzem einen bericht bei explosiv auf rtl gesehen (der müsste bei rtl-now noch online sein) da ging es um eine knopfphobie, wo die mädels ekel vor knöpfen hatten.

#4


M
Hab ich auch gesehen Deshalb kam ich ja auf die Idee, dass es im Internet noch andere Menschen gibt, die solch komische Anwandlungen haben...

#5


R
Mr.Monk ekelt sich auch vor fast allem inkl. s.chmuck (wieso ist dieses Wort im Filter?) Ich kann sowas auch nachvollziehen. Ich fass auch lieber knuddelig flauschige Dinge an als metallene.

#6


R
PS: Ich mag Frauen, die sich nicht mit S.chmuck, Piercings und Tattoos vollkleinstern.

#7


S
Also ich kann das nachvollziehen dass du kein sch muck tragen kannst, aber ich verstehe nicht warum dicht stört wenn andere welche haben. Ich habe du musst einfach daran denken, sie haben sch muck und das betrifft dich ganz und gar nicht.

#8


S
Ich habe genau dasselbe Problem. Es geht auch speziell um metallenen, feingliedrigen Schmuck. Als Naturwissenschaftler ist mir klar bewusst, wie absurd eine solche Phobie ist. Aber bei Phobien gegen Spinnen und anderes Krabbelgetier gibt es auch keine guten Erklärungen...
Komischer Weise habe ich auch beruflich (als Elektr-Ing) mit solchen Kleinteilen zu tun und das macht mir nichts aus.
Gegen Tattoos habe ich ebenfalls nichts, im Gegenteil. Grundsätzlich finde ich auch natürliche Frauen viel schöner, als Frauen mit viel Makeup, Accessiores, Schmuck, etc.

Habe das auch schon so lange ich mich zurück erinnern kann (ersten bewussten Kontakt hatte ich mit 5 oder 6 Jahren, bin 25).

Ich hatte nie großartige Probleme damit, bin dem immer einfach aus dem Weg gegangen. Allerdings habe ich jetzt seit 9 Monaten eine Freundin, die in meinem Beisein nie viel bzw. gar kein Schmuck getragen hat, weil sie wusste, dass ich ihn "nicht mag". Jetzt hat sie aber wieder angefangen, viel Schmuck zu tragen, weil sie das immer sehr gerne tat und es ihr, wie sie sagt, fehlt.

Das hat mich natürlich in eine schwierige Lage versetzt, weil sie auch einfach nicht nachvollziehen konnte, warum ich darauf so abgeneigt reagiere...
Ich denke es wird schwierig sein, einen zufriedenstellenden Kompromiss für uns beide zu finden. Aber ich will einfach nicht, dass meine ansonsten wirklich tolle Beziehung deshalb den Bach runter geht!

Zumindest hat sie dieses Forum schon mal überzeugt, dass ich mir das nicht ausdenke und es doch ein ernsteres Thema ist

Hat mal jemand eine wissenschaftliche Abhandlung dieses Themas entdeckt, mit Ursachen- und Bewältigungsforschung?

Ich könnte mir eine genetische Vererbung in gewissem Sinne vorstellen, da meine Mutter eine wirkliche Phobie gegen Knöpfe hat, die mir aber nichts ausmachen.

So... lange Rede, kurzer Sinn: Wie kann ich damit umgehen und es am besten komplett abstellen?

Gruß
Stefan

#9


G
@ S-Hec

Es kann damit zusammenhängen, dass solcher Schmuck in deiner Wahrnehmung und Erinnerung mit einem unangenehmen Erlebnis, z.B. Fieber, Schmerzen verbunden ist. Wenn diese Wahrnehmung sehr früh stattfand, ist sie der bewussten Erinnerung nicht mehr zugänglich, aber kann durchaus aus dem Unterbewusstsein heraus wirken. Dieses soll ja vor "Gefahren" warnen, einen von "Gefahren" weghalten. Im Extremfall könnte das sogar während deiner - meist auch für ein Kind nicht einfachen - Geburt geschehen sein, falls z.B. die Hebamme oder deine Mutter dabei solchen Schmuck getragen haben sollte (Hebamme wohl eher nicht, oder ) und du diesen wahrgenommen hast.

Es könnte aber z.B. auch einen "banaleren" Grund haben. Z.B. ein eindrucksvolles Bild in einem Kinderbuch, in dem die böse Hexe eine feingliedrige Kette um den Hals trug; oder im Karneval/Fasching, wenn sich jemand als böse Frau verkleidet und mit solchen Ketten behängt hat - für ein kleines Kind kann so ein Wesen sehr furchterregend wirken (man denke nur an den Krampus) und dann können die Accesoires natürlich mit diesem Horror verknüpft werden.

Ich würde dir empfehlen, dich nicht auf deine "Phobie" einzulassen. Du weißt, das der Schmuck und die Trägerin dir nichts Böses antun werden, jedenfalls nicht, weil sie den Schmuck trägt

LG
GästinB

#10


T
hallo @all,

mir geht es ganz genauso wieSHec und auch ein bisschen wie euch andere.
schmuck ist bei mir tabu (bin männl, 33 jahre alt). eine uhr ist ok, wobei ich da ein plasikarmbad habe mit ner g-shock.
ich kann auch so feine metallteile wie lötzinn oder kabelklemmen etc. anfassen, aber schmuck geht gar nicht. was grad noch so geht ist die kleine kette wo der waschbeckenstöpsel dranhängt. die kette da ist aus metall, das geht noch so, aber alles feinere oder glänzene geht gar nicht.

mir geht es auch so wie SHec, die frau hat es mir zuliebe unterlassen schmuck zu tragen. fand ich gut, wobei die ohrlöcher mich auch schon ein wenig gestört haben. aber mit schmuck ging das gar nicht. da wollte und will ich nicht hin, bzw. will das nicht berühren. gerade wenn man mal intim ist ist das problematisch. einfach nur ekelig.

und finde mal ne frau die keinen schmuck trägt und auch nicht möchte. wenn ich so schaue hat doch jede, nagut fast jede, irgendwelche schmuckteile am körper. das gehört ja zu stylen.

was ich nun bemerkt habe, mein sohn (5 Jahre) hat das auch schon seit 3 bis 4 jahren. wenn die oma ihn mal knuddeln wollte, dann hat er abgeblockt und wollte sie nicht an sich ranlassen. nun habe ich herausgefunden das es wegen dem schmuck ist.
also gehe ich mal davon aus, das es vererbt wurde, oder?

#11


L
kann es nicht sein, dass dein sohn sich einfach dein verhalten gegenüber schmuck abgeschaut hat?

#12


T
glaube ich nicht, denn wie soll das ein 2 oder 3 jähriger von mir abgucken?
ich renn ja nicht durch die gegend und schreie iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii
das kam von ihm aus.

#13


G
Zitat von TomTom:
was ich nun bemerkt habe, mein sohn (5 Jahre) hat das auch schon seit 3 bis 4 jahren. wenn die oma ihn mal knuddeln wollte, dann hat er abgeblockt und wollte sie nicht an sich ranlassen. nun habe ich herausgefunden das es wegen dem schmuck ist.
also gehe ich mal davon aus, das es vererbt wurde, oder?

Heißt das, er lässt sich gerne von der Oma knuddeln, wenn sie keinen Schmuck trägt?

#14


P
Hallo!

Ich ekel mich auch vor Schmuck. Genau so wie ihr alle erzählt habt: Kleingeld, manche Schlüssel, kleine Teile aus Metall aber besonders Schmuck.

Ich weiß garnicht, was ich schrieben soll...ich sitze jetzt vor den dritten Eintrag, die anderen hatte ich gelöscht und nicht abgesendet. Ich dachte immer ich stelle mich nur an. Meine Familie, meine Freunde, alle haben mir das Gefühl gegeben, dass ich mich nur anstelle. Aber wenn ich ihr euch auch ekelt, dann ist es mehr.

Es ist einfach großartig auch von anderen zu erfahren, die den selben Tick haben.


Doch eine Frage habe ich, und bitte haltet mich nicht für verrückt: Seht ihr auch den Schleim?
Für mich offenbart sich der Ekel in Form von dickflüssigem Schleim, der auf den genannten Gegenständen klebt. K.A. warum. Ich habe andere gefragt, ob sie den Schleim auch sehen, aber die lachten nur. Aber wenn ihr so seit wie ich, wenn ihr den selben Ekel fühlt, könnt ihr diesen Schleim dann auch sehen. Vielleicht ist dieser Schleim nur eine Art frühkindliche Personifizierung vom Ekel und somit eine Hilfe ihn mir vorzustellen. Schließlich heißt es, wenn man sich etwas VORstellen kann, dann kann man es auch WEGstellen.

bitte antwortet mir,

#15


P
TomTom, dein Sohn hat diese Phobie ganz bestimmt nicht geerbt, der hat sich das von dir abgeschaut. Kinder haben im Alter von 3 Jahren mehr Verknüpfungen im Gehirn als sie es später jemals wieder haben werden. Sie arbeiten quasi auf Hochtouren. Im Alter von 1-3 Jahren lernt das Kiind z.B. nicht nur, dass man auch aufs Klo gehen anstatt in die Windel machen kann, sondern in dieser Zeit ist auch der Beginn der Ich-Entwicklung anzusiedeln. Das Kind lernt über Subjekt-/Objekt-Beziehungen, dass es Grenzen und Gebote akzeptieren sollte, Zusammenhänge erkennt, zwischen Objekten und Menschen unterscheiden lernt. Kinder denken i dem Alter unglaublich viel und komplex, sie erlernen Verhaltensmuster, Regeln, Gestik, Mimik, Sprache, all das in immens kurzer Zeit. Dazu sind wir Erwachsenen später gar nicht mehr fähig
Unterschätz da mal nicht, was dein Sohn in dem Alter schon Alles verstehen kann. Er hat bestimmt auch das mit dem Schmuck gelernt, entweder durch Abschauen von dir oder einfach dadurch, dass er das von Daheim nicht kennt, weil bei euch keiner Schmuck trägt. Lernen geht auf mehr Ebenen als dem bloßen "Schauen" oder "Hören" einher.
Da musst du ihm gar nicht bewusst gezeigt haben, dass du das nicht magst; er kann das trotzdem verstehen. Es gibt zwar die Debatte, dass Angsterkrankungen vererbbar sind, und soweit ich weiß haben Forscher zumindest bei Probanten einige Gene gefunden, die in Kombination dazu führen können, dass man anfälliger für Angsterkrankungen oder Phobien wird, aber bisher sind das nur Vermutungen; Beweise für die Theorie der Vererbbarkeit gibt es meines Wissens nach noch keine. Dass das Kind die gleiche Phobie wie seine Eltern entwickelt, hat vermutlich wenig mit Genen, sondern eher etwas mit Erlernen zu tun.

Liebe Grüße,
Bianca

#16


P
TomTom, haben Sie Ihren Sohn schon einmal auf diese `Phobie´ getestet?
Allein das Umarmen der Großmutter ist kein Indiz. Was passiert, wenn Sie ihn direkt mit Schmuck konfrontieren? Das hört sich vielleicht etwas hart an, aber es ist doch sehr viel besser frühzeitig zu wissen, was Sache ist, als diese Sicherheit nicht zu haben.

Sollte sein Verhalten allerdings auf das Kopieren Ihrer Reaktion zurückzuführen sein, wäre es dann nicht besser ihm dieses Fehlverhalten abzugewöhnen?

was sagt eigentlich Ihre Frau dazu? Ihr muss es sehr schwer fallen, auf ein Leben mit Schmuck zu verzichten. Glaub auch sie, dass ihr Sohn den selben Ekel fühlen könnte wie sein Vater?

#17

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T
hallo @all,
danke für die weiterführung dieses themas.
leider bin ich heute erst wieder darauf gestoßen.

zum thema mit meinem sohn:
sicher ist es möglich, dass er sich das von mir abgeschaut hat, aber ich glaubne immer noch nicht daran, denn wie ich schon geschrieben habe, bin ich nicht durch die welt gerannt und habe allen davon erzählt.
auch ist es nicht ganz so extrem bei mir wie bei einigen anderen. denn meine frau hat wohl abundwann mal ohrringe getragen, oder mal ne halskette um gehabt.
ich komme damit soweit auch gut zurecht, nur nähern oder anfassen mag ich das nicht und da meine frau das weiß mußte ich das auch nie.
mein großer (mein jüngster mit 2 jahren hat dieses verhalten übrigens nicht) ist jetzt 6 jahre alt und zeigt es immer noch. z.b. nachbars kind, die nun ohrringe hat, mit ihr möchte er nun nicht mehr so recht spielen. er spielt zwar doch noch mit ihr, aber es ist seltener geworden und wenn ich ihn mal darauf angesprochen habe, dann kam bei ihm nicht viel herraus, denn er ist doch recht schüchtern, er meinte nur bäh, das ist mädchenkram, aber das meint er auch zu allen pinken sachen. und wegen der oma: die ien trägt gerne und viel schmuck, die mag er nicht und die andere weniger oder gar keinen, die mag er. ist aber nicht nur bei den omas so, auch bei anderen leuten.

zum thema abgewöhnen wie perikas es vorgeschlagen hat:
hast du schon einmal versucht eine phobie abzugewöhnen? wenn das so einfach wäre, dann hätten wir hier alle ja kein problem.
außerdem wüßte ich nicht wie man ihm das abgewöhnen sollte.
für vorschläge bin ich offen, auch mit dem hintergrund das ich ein solches problem nicht mehr hätte,
denn wie ich schon einmal geschrieben habe, ist es doch recht schwer, oder unmöglich, eine frau zu finden die auch ein solches problem hat oder auf solchen schmuck freiwillig verzichtet, denn ich suche eine neue partnerin.
meine noch-ehefrau hat sich nämlich von mir getrennt (nicht nur aus dem schmuckproblem, wobei sie das auch mal meinte das ihr das gefehlt hätte, sondern eher wegen eines anderen typen), soviel zu diesen thema, perikes, aber sie meinte auch das er es von mir hat, aber woher, ob vererbt oder angelernt, kann wohl keiner genau sagen.
aber wieviele frauen kennt ihr, die keinen schmuck oder schmuckteile mögen? ist echt schwer, da ja jede frau ohrringe trägt, oder zungen- oder andere pircings haben.

wobei ich noch erwähnen möchte, das es bei einer schmuckphobie wohl unterschiede gibt, siehe schleim (ich habe soche assoziation nicht), oder nur gold- und silberschmuck.
ich habe auch immer den ehering getragen und bei einer uhr hätte ich wohl auch nicht so das problem, nur halt bei sehr filigranen metal-schmuck-teilen.

ich habe schon mal an hypnose gedacht. hat da jemand erfahrungen mit? könnte sowas helfen? ähnlich wie mit rauchen aufhören.

schreibt doch bitte weiterhin hier rein.
lg

#18


S
Hallo Zusammen,

ich habe dieses Thema auch durch die liebe Suchmaschine Goo gefunden.

Und bin froh zu lesen, dass ich mit meinem "merkwürdigen" Problem nicht allein da stehe.

Denn jeder, dem man sich im Laufe der Jahre anvertraut, belächelt einen und kann das einfach nicht nachvollziehen.
Ich auch nicht, aber dennoch habe ich, solange ich denken kann, diese Abneigung gegen Schmuck jeglicher Art. Ketten zumachen oder beim Ohrring helfen, absolut nicht, geht einfach nicht. Und ein Schmuckstück in die Hand nehmen schon erstrecht nicht.

Wenn ich da erst ans heiraten denke... Ohne Ringe? Schon ein komischer Gedanke .

Wie geht es Euch? Wie würdet Ihr heiraten? Ohne? Oder in Plastik?

Und, wie erklärt Ihr sowas Eurem "näheren" Umfeld (Neue/r Partner/in)?


LG das Samtpfötchen82

#19


K
ich kann zB keine halsketten tragen. ich denke die schnueren mir alles ab und ich ersticke. kam aber auch erst vor 4 jahren ploetzlich als ich 16jahre alt war..

#20


A


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Prof. Dr. Borwin Bandelow
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