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Hallo Fori's.

Ich möchte heute meine Angst sezieren.
Es stehen ein paar Dinge an und die Angst ist wie eine Mauer und hindert mich daran diese Dinge zu erledigen.
Wird lang, nicht lesen wenn keine Lust dazu 😉

Ich denke nicht, dass es eine Angststörung ist. Wobei mal kurz nachgelesen, könnte man vielleicht doch als solche bezeichnen.
Ich mag den Begriff nur nicht, ich finde er festigt und vergrößert die Angst nur zusätzlich.

Bildlich gesehen, ist da bei mir Angst wie ein Gebilde, vielleicht wie ein kleiner Fels. Ich kann sie ignorieren, klar in dem ich vermeide. Vermeide ich, ist ja alles ok, dann gibt es keine Angst. Ansonsten schleiche ich um dieses Gebilde herum, mal mit mehr Abstand, mal traue ich mich etwas näher dran. Schön wäre, wenn ich feststelle, die Angst ist gar nicht mehr da oder nur noch ein kleiner Kieselstein.

Überwiegend geht die Angst schon in Richtung soziale Phobie. Wobei ich nicht wirklich Angst vor anderen Menschen habe, sondern eher davor, dass sie das Schlechte in mir sehen.
Es entspricht also eher Scham.

Ich fuhr eine Weile ganz gut damit, wenn ich mir sagte, alles was ich als schlecht an mir sehe, ist nicht so wichtig. Ich darf auch schlechte Eigenschaften haben. Warum muss ich denn dem hohen Anspruch, alles immer richtig und korrekt zu machen, richtig zu sein, voll und ganz entsprechen?
Warum meine ich, ich muss perfekt sein.

Diese Sichtweise hat Vor und Nachteile.
Einerseits fiel es mir wirklich leichter Dinge zu tun und sei es nur mit Jogginghose den Müll runter zu bringen. Geht in meinen Gedanken nämlich gar nicht, wie kann man nur mit Jogginghose aus dem Haus?!
Also sag ich mir, ist jetzt egal, ich geh jetzt mit Jogginghose kurz den Müll runter bringen, oder kurz zum Auto weil ich was drin vergessen habe oder stelle die Mülltonne an die Straße.
Zum Selbstläufer ist das allerdings noch nicht geworden. Ich kämpfe da immer noch mit verschiedenen Annahmen, das man das so nicht macht, sich das nicht gehört und ich das nicht gut finde.

Der Nachteil daran ist, das ich einen Wert, meinen Wert? nicht schlampig gekleidet in die Öffentlichkeit zu gehen, damit ein Stück weit ausradiere. Wenn mir dieser Wert überhaupt nicht mehr wichtig sein sollte, gehe ich dann mit stinkenden, schmutzigen Kleidern zum Einkaufen? So Leute gibt es ja, fing das bei denen auch mit dieser Gleichgültigkeit an?
Es braucht das richtige Maß.

Also Gleichgültigkeit ist kein so guter Weg, habe ich die Vermutung. Vielleicht zur Not, wenn es wirklich wichtig ist etwas zu tun.

Ich denke der Gegenspieler von der Angst ist Mut und irgendwo auch Sicherheit und Vertrauen.

Es hilft aber auch nicht, dass ich wahrscheinlich mehr gute als schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht habe. Oft so eine riesen Angst vor einer Sache hatte und dann lief das voll locker und gut. Der Kontakt hatte sogar Spaß gemacht. Demgegenüber stehen nur wenige Male wo es mies lief.

Was bedeutet mies laufen.
Jemand der unhöflich ist, mir Vorwürfe macht, mich anschreit oder betrügen will, mich als falsch und minderwertig ansieht, mich evtl sogar ignoriert, vergisst oder nichts mit mir zu tun haben will.
Das sind die konkreten Ängste.

Also ein Kriterium einer Angststörung ist ja u.a. eine Unverhältnismäßigkeit.

Bei mir ist es eigentlich momentan so eine lächerliche Sache. Das Auto braucht frischen Tüv 🙈 Da fährt man in eine Werkstatt und lässt das machen, fertig.
Wieso mache ich daraus so ein Drama? Weil ich keine ernsthaften Dinge habe mit denen ich mich befassen muß?

Ich mein, ein bisschen speziell ist es schon. Ich kann mir keine normale Werkstatt leisten und gehe auf den Schrotti. Schon das kann man peinlich finden.
Es ist definitiv keine existentielle Angst, eher so ne Sache mit Scham. Dafür schäme ich mich auch schon wieder, dass es eigentlich um Pillepalle geht.
Das hat sowas kindliches.

Frau auf dem Schrottplatz. Ja warum nicht. Eingeredet wurde mir aber von einer Person, ich hätte keine Ahnung. Aber bissl Ahnung muss man mit Autos schon haben, wenn man nicht genug Geld oder auch keine Vertrauensperson mit Kfz Erfahrung hat.
Dadurch habe ich Selbstvertrauen verloren, weil ich dieser Aussage irgendwo glaubte. Selbstzweifel sind bis zu einem bestimmten Grad ja auch nicht verkehrt. Sich aber dann als Doofi zu sehen, total überzogen.
Als Frau wird man auch schnell von Männer in einer Männerdomäne wie dumm behandelt.
Ok, also nicht nur mein Problem, das wird einigen Frauen so gehen.
Angst, du bist berechtigt! 😄

Aber da wo ich hin möchte, der war eigentlich sehr nett.

Ich schreibe das hier alles, was man sonst jemandem erzählt.
Meine Mutter hätte schon mehrmals gefragt, hast du das mit dem Auto erledigt? - oh warum nicht, das ist doch wichtig falls dir mit dem Auto was passiert. - fehlt dir Geld, soll ich dir was geben?
Ich hätte ihr dann gesagt woran es hängt und sie hätte mit Mut gemacht.
Mein Mutter ist seit 10 Jahren tot, davor war sie paar Jahre schon merklich krank.

Dieses alles ganz alleine machen, zehrt an mir. Das es keinen mehr interessiert.
Oft stehe ich alleine gegen alle da. Besonders mit den Anliegen bezüglich meines Kindes. Auch als meine Mutter krank wurde und ich mit den Ärzten zu tun hatte. Die Wohnung auflösen und ausräumen, die Beerdigung organisieren. Kind versorgt. Alles alleine gemacht.
Warum hat das so ausgezehrt, warum habe ich mich nicht dran gewöhnt. Ich weiß doch, es geht irgendwie und bringt mich nicht um. Manches unangenehm, aber ich habe es gemeistert, so irgendwie.
Grad hinsichtlich Kind ist es in meinen Augen aber nicht so gut gelaufen. Habe mir diese Schule aufquatschen lassen, welche das Potenzial meines Kindes kaum fördert finde ich.

OK, Angst davor etwas falsch zu machen, falsche Entscheidungen zu treffen. Macht man nichts, macht man schon nichts falsch.

Auto waschen und saugen fällt mir ja derzeit schon wieder schwer. Diese typische Angst davor, beobachtet und abgewertet zu werden. Altes Auto mit paar Dellen, wer fährt denn sowas? Eine Niete. Ohje😄

Was sind das nur für Gedanken. 🫣

Egal, bin ich halt eine Niete?
Oder, sollen sie denken was sie wollen, ich weiß ich bin keine Niete?
Das ist halt auch so ein Punkt. Die Maske fällt wenn jemand mein Auto sieht.
Was denkt man über Leute die ein altes Auto fahren? Verkrachte Existenz, zu mehr hat es die Person nicht gebracht? Hm.
Ich kann da drüber stehen und auch nicht.

Ich mag mein Auto, wenn es gut fährt, momentan wirklich etwas klapprig.
Dinge so lange benutzen wie sie funktionieren finde ich gut. Mag diese Wegwerfmentalität eher nicht. Das verursacht nur unnötig Müll und verschwendet Ressourcen.
Wenn man mir ein besseres Auto günstig anbieten würde, würde ich es aber auch nicht ablehnen.

OK, komme ich mal zum Punkt. Es braucht Mut. Es braucht ein Scheixx-drauf, wenn jemand doof schaut.
Es kann ja alles eigentlich auch Spaß machen.

Ich glaub das hat geholfen. In Gedanken bin ich schon beim Auto waschen und aussaugen.
Mit einem neuen 0815 Auto wäre das ganze vielleicht einfacher, aber meins ist bald ein Oldtimer 😄 wenn die dann gepflegt sind, ist das auch ok. Aber ich lass meins eigentlich vergammeln. 🙄 Ist halt immer die Frage wieviel steckt man rein, damit es noch wirtschaftlich vertretbar ist.

Also gut, nochmal Zusammenfassung. Ich bin keine Niete, auch als Frau kann man etwas Ahnung von Autos haben, zumindest den alten. Mich wird keiner auffressen, wenn mich jemand doof anschaut, ist mir das egal.
Ich vertraue mal darauf, dass es irgendwie gut ausgeht. Geld gespart habe ich eigentlich genug und das meine Situation halt so ist wie ist, dazu sollte/will/muss ich stehen.

Falls jemand den Roman bis zum Ende gelesen hat, habt ihr eure Angst schon mal hinterfragt?
Kann vielleicht jemand etwas nützlich davon bei sich anwenden?
Habe ich irgendwo weitere Denkfehler drin. Oder gibt's es weitere hilfreiche Sichtweisen?

• • 22.10.2026 x 2 #1


10 Antworten ↓

Schlaflose
Zitat von freely:
habt ihr eure Angst schon mal hinterfragt?

Das mache ich grundsätzlich nicht. Ich akzeptiere meine Ängste als einen Teil von mir und mache mit meinen Ängsten das Beste aus meinem Leben. Klappt sehr gut.

• x 3 #2


A


Angst vs Gleichgültigkeit vs Mut und Vertrauen

x 3


Hermit
Zitat von freely:
Falls jemand den Roman bis zum Ende gelesen hat, habt ihr eure Angst schon mal hinterfragt?


Ja, aber in meinem Fall sind sie recht spezifisch und ich kenne Ursachen und Gründe.

Davon abgesehen kenne ich aber auch diesen Konflikt zwischen "Perfektion" und "Gleichgültigkeit" und die damit verbundene Scham, wenn man dem Ideal (wessen Ideal überhaupt?) nicht entspricht. Ich denke Scham als Grundemotion hat ihre Berechtigung und lässt sich evolutionärpsychologisch als Schutzmechanismus vor Ausschluss aus der Gruppe verstehen. In der Praxis lernt aber jeder seine Scham spezifisch durch die eigenen Beziehungen. Neben der Eltern-Kind-Beziehung, die meistens am prägendsten sein dürfte, spielen Liebesbeziehungen vermutlich die zweitgrößte Rolle. Erfährt man zu viel Beschämung in den prägenden Beziehungen, kann die Scham toxisch werden und sich verselbstständigen, wie man es auch bei komplexer PTBS kennt.

Ich finde den Konflikt zwischen " Mag diese Wegwerfmentalität eher nicht. Das verursacht nur unnötig Müll und verschwendet Ressourcen" und "Egal, bin ich halt eine Niete?" interessant. Deine Grundüberzeugung ist es also wenig zu konsumieren und Ressourcen möglichst zu schonen, aber es macht dir zu schaffen, dass fremde Menschen dich dann nicht für die reiche Superfrau halten, die sich ständig ein neues Auto leisten kann. Ich kenne diese Gedanken von mir selbst. Ich denke, dass sehr viele Menschen ihre nervigen Jobs haben, weil sie sich nach Anerkennung sehnen und es im Kapitalismus nunmal am einfachsten und vergleichbarsten ist, dies über Geld zu schaffen. Jeder, der mal etwas mehr Geld hatte, wird wissen, wie kurzfristig und seicht die Freude an Konsum ist. Ist empirisch auch recht gut belegt. Wer Geld für seine Herzensangelegenheiten nutzt oder Erfüllung in seinem Beruf findet, sei hier ausgenommen.

Viele opfern also ihr halbes Leben und ihre Gesundheit dafür, um die Anerkennung von fremden Menschen zu erlangen. Im Grunde genommen ein bedauernswerter Zustand. Menschen, die einem näher stehen, werden sich nicht für dein verdelltes Auto interessieren, sondern für das, was dich persönlich wertvoll macht.

• x 4 #3


B
Zitat von freely:
Falls jemand den Roman bis zum Ende gelesen hat, habt ihr eure Angst schon mal hinterfragt?
Kann vielleicht jemand etwas nützlich davon bei sich anwenden?
Habe ich irgendwo weitere Denkfehler drin. Oder gibt's es weitere hilfreiche Sichtweisen?

Das hast du sehr schön wiedergegeben und dargestellt.
Es geht wohl auch um eine Kränkung. Man will nicht gekränkt oder ausgelacht werden. Es geht wohl auch um einen Makel, auf den andere mit dem Finger zeigen könnten und einen daran bewerten. bzw. abwerten.

Nehme doch mal die Sichtweise derer ein, die auf dich negativ einwirken? Sind die nicht erbärmlich? Vielleicht haben sie aus einer gewissen Sichtweise recht, aber ihr Verhalten ist daneben.

Es macht einen Unterschied, ob ich bewusst schlampig aus dem Haus gehe, oder ob ich überrascht werde und unvorbereitet bin. Das ist wohl das größte Übel: ich könnte unvorbereitet sein und dann nicht wissen was ich tun soll. Das ist die PTBS mit ihrer wiederkehrenden Paralysierung.

Und dann, wie du schön schreibst, die Verführung der Verwahrlosung, dass einem alles egal wird und ist. Aber es ist auch verdammt schwer, das eigene Leben auf die Reihe zu kriegen und alles gebacken zu kriegen. ... ich kriegs nicht hin, monatelang verdreckt die Wohnung. Irgendwann dann die Muse es zu tun - sehr anstrengend, und dann wieder lange Zeit die Unlust dazu, die keine Faulheit ist. Es geht nicht, es passt nicht, die Psyche sagt nein. Ja und dann: hoffentlich kommt niemand zu Besuch. Wie siehts denn hier aus ...

"Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich recht ungeniert". Da ist was wahres dran, aber will man das wirklich? Nein. Man will die Haltung bewahren. Aber man darf dabei nicht übertreiben. Ja, aber das falsche Selbstbild: von Nichtsnutz bis Superheld und nichts dazwischen - entweder/oder.

Oder der Weg zum Briefkasten: Hoffentlich begegne ich keinem. Nicht mal wegen schlecht angezogen, sondern weil keine Lust auf andere Menschen, weil dann wieder alles passen muss. Ordentlich Hallo gesagt, sich nicht falsch Verhalten, oder war gar ich der anderen Person unangenehm, dass sie mir begegnet ist? Viel zu verkopft.

Was hilft, aber keine Lösung ist: Gedanken verwerfen. Stetig Gedanken verwerfen. Als Blödsinn. Raus aus meinem Kopf. Stattdessen sehr gut vorbereiten auf Begegnungen.
Werkstattbesuch: sachlich bleiben. Keine Emotionen. Oberfächlich bleiben. Wenn dann eventuell nur fachliche Gespräche. Sagen was einem wichtig ist, aber nicht übertreiben. Freundlich sein. Ordentlich Trinkgeld geben.
Hausarztbesuch: keine psychischen Probleme ansprechen. Wenn dann abtun als gewöhnlich "hat ja jeder irgendwie". Keine Selbstdiagnosen kommunizieren. Nur Symptome. Nicht dramatisieren. Nicht abschweifen. Maximal nur eine (neue) Krankheit vortragen. Eventuell Fragen stellen, mit zweifelnder Stimme: hab dies und das gehört, könnte das helfen?
Nicht schwach werden! Puhhh, anstrengend ...
Zitat von Hermit:
Menschen, die einem näher stehen, werden sich nicht für dein verdelltes Auto interessieren

Leider gibt es auch Menschen, die sich dafür interessieren. Sie wollen nur "beste" Freunde und keine Versager.

• x 1 #4


freely
Zitat von beside:
Leider gibt es auch Menschen, die sich dafür interessieren. Sie wollen nur "beste" Freunde und keine Versager.

Solche hat man besser nicht zu Freunden ist klar, nur zu sehen wie man da auf der geistigen Checkliste des Gegenübers nicht besteht, hatte ich schon erfahren.


Zitat von beside:
Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich recht ungeniert". Da ist was wahres dran, aber will man das wirklich? Nein. Man will die Haltung bewahren.

Da erinnere ich mich wieder an die Empfehlung sich ein Wertesystem aufzubauen. Das kann einen auch gut aufrecht bzw auf Spur halten.
So einiges bleibt bei mir gerne auf der Strecke.
Und sei es nur dann doch Fertigfutter zu kaufen. Und aus einmal wird zweimal und schnell ist es Gewohnheit.

TÜV überziehen gab es bei mir früher nicht. Das wurde pünktlich gemacht und gut ist. Briefe wurden einfach geöffnet.

Das Vermeiden vermeiden wäre ein Richtungswechsel.
Die Phase hatte ich auch mal, was mir Angst machte, hatte ich getan. Zwar nicht in der Fußgängerzone gesungen, aber in einem Pup auf der Bühne. Und noch andere Sachen. Vielleicht mache ich das Mal wieder, jedesmal ins kalte Wasser sozusagen springen. Nicht zögern, sondern sofort machen.
Diese Aufschieberei nervt so langsam.


Zitat von beside:
Stattdessen sehr gut vorbereiten auf Begegnungen.
Werkstattbesuch: sachlich bleiben. Keine Emotionen.

Das kann ich so gar nicht. Wenn ich es dann mal zu einer Begegnung schaffe, freue ich mich. Und wenn der andere auch etwas locker und humorvoll ist, perfekt.
Ich finde es mit zu ernsten und strengen Leuten schwierig, wenn ich dann emotionslos bleiben soll.


Zitat von beside:
Nehme doch mal die Sichtweise derer ein, die auf dich negativ einwirken? Sind die nicht erbärmlich? Vielleicht haben sie aus einer gewissen Sichtweise recht, aber ihr Verhalten ist daneben.

Ja. Damit konnte ich bisher vieles doch tun. Sind ja auch ganz viele nett und gar nicht so wie ich befürchte.
Diese Angst ist wie so ein kleines Kind.
Ich bewundere Leute, die einfach tun können weil sie das nicht kennen.

Wobei ich auch schon einiges getan habe, das sich andere nicht trauen würden.

• x 2 #5


Feuerschale
Zitat von freely:
TÜV überziehen gab es bei mir früher nicht. Das wurde pünktlich gemacht und gut ist. Briefe wurden einfach geöffnet.

Das Vermeiden vermeiden wäre ein Richtungswechsel.
Die Phase hatte ich auch mal, was mir Angst machte, hatte ich getan. Zwar nicht in der Fußgängerzone gesungen, aber in einem Pup auf der Bühne. Und noch andere Sachen. Vielleicht mache ich das Mal wieder, jedesmal ins kalte Wasser sozusagen springen. Nicht zögern, sondern sofort machen.
Diese Aufschieberei nervt so langsam.

Ich dachte da so, dass ich gar nicht mehr viel versuche zu denken. Ich schreibs mir aber auf eine To Do Liste, die ich aber ggf. auch noch ne Weile verschiebe.Und wenn mich dann tagsüber mal der Gedanke und ein unangenehmes Gefühl dazu packt, dann versuche ich es umzusetzen als Startsignal.

Die Strategien VOR der Aufgabe sind mir weniger wichtig als die Strategien BEI der Aufgabe....wie laugt es mich weniger aus....oder was überfordert mich, kann ich iwas kleinschrittig angehen....wo brauch ich noch Infos oder Skills?
Kann ich mal ne Pause machen?....wie geh ich mit Widerständen und neuen Problemen um, die dann auftauchen wenn ichs angehe?

Bzgl TÜV, also macht der Schrottplatz da den TÜV und kommt da einer hin oder wie findest du raus, was gemacht werden muss? Erst zum TÜV, dann mit Mängelliste zum Schrottplatz, und du reparierst dann selber und nochmals zum TÜV?
Ich hab meinen TÜV über die Jahre von Februar auf April jetzt geschoben....April ist vom Wetter irgendwie besser...da bin ich weniger Depri als im Februar, es ist nicht so nass und ar...kalt, was mich eher runterzieht oder weniger Mut macht oft..

Viele Jahre packte mich bei TÜV oder Werkstatt dabei auch eine Unruhe als hätte man selber eine OP o ä.
das Auto ist ja wichtig für die Selbständigkeit...auf dem Land ist man sonst verloren. Außerdem kostete es oft empfindlich hohe Summen....

Ich muss sagen, es ist über die Zeit - zumindest zur Zeit- etwas weniger geworden, die Unruhe, die Hürde.
Es ist lästig, ja...ich muss mich aufraffen zum ersten Schritt, zu ner Fahrt....aber ich bin da auch bei ner kleinen Werkstatt und dann vertrödel ich da die Zeit bis dass die die wichtigsten Sachen gemacht haben....

Mit Schrottplatz kenn ich von früher auch noch, als ich noch in Ausbildung war und jahrelang kein Geld für sowas....da sagte ein Kollege meiner Schwester als Bastler an, das und das braucht es....und ich hab auf dem Schrottplatz dann geguckt.Ob tolles Auto oder nicht, ist doch egal...muss halt fahren und einen am besten nicht hängenlassen denk ich.

Kennst du das Buch "Keine Angst vor dem weißen Blatt?"....da wurden auch so paar Strategien beschrieben, wie man sich in Aktion setzt, wenn an einen Riesenberg und Tumult an Widerstand und Gefühlen hat (da gings z war um Schreiben von Diplomarbeit, langem Bericht, Buch o ä....aber das Prinzip ist ja im Grunde das gleiche- man muss einen Start finden....in den Prozess kommen....ein erster Wurf und dann weiterschauen....Gegrübel vorher bringts ja irgendwie nicht...)

• x 1 #6


freely
Zitat von Feuerschale:
Erst zum TÜV, dann mit Mängelliste zum Schrottplatz, und du reparierst dann selber und nochmals zum TÜV?

Normalerweise so. Doch diesmal sind noch Mängel vom letzten TÜV die ich nicht behoben habe. Das muss erst sein, also erst paar Sachen machen und dann zum TÜV. Evtl erwischen die in der Werkstatt auch gleich alles.
Neue Bremsen und Stoßdämpfer wären gut, evtl haben sie welche da.
Spur einstellen lassen muss ich dann in einer richtigen Werkstatt machen.

Eigentlich tut es mir ja gut wenn ich unter Leute komme. Zu 90% sind die auch kundenfreundlich.


Zitat von Feuerschale:
Ich dachte da so, dass ich gar nicht mehr viel versuche zu denken.

Absolut perfekt ☺ einfach tun.
Momentan fühlt es sich bei mir auch so an, als wäre ein Fenster offen in dem ich aktiv werden kann. Das kann morgen evtl schon wieder anders sein.

Ja Auto finde ich auch wichtig hier in der dörflichen Gegend. Ohne käme ich ja erst Recht nicht mehr raus. So kann ich irgendwo in die Pampa fahren. Was ich allerdings auch schon länger nicht mehr gemacht habe.

Ich will es eigentlich so sehen,- was wirklich wichtig ist, das wir Menschen miteinander gut umgehen und jede Begegnung erfreulich gestalten. Das ganze Drumherum an Materiellem ist eigentlich so unwichtig.

• x 3 #7


freely
Zitat von Hermit:
Ich finde den Konflikt zwischen " Mag diese Wegwerfmentalität eher nicht. Das verursacht nur unnötig Müll und verschwendet Ressourcen" und "Egal, bin ich halt eine Niete?" interessant.

Vielleicht ist das nur ein Schönreden mit der Ressourcenschonung.
Ich mache mir selbst was vor, damit es erträglicher wird.
Wahrscheinlich trifft beides zu.

Zitat von Hermit:
Viele opfern also ihr halbes Leben und ihre Gesundheit dafür, um die Anerkennung von fremden Menschen zu erlangen. Im Grunde genommen ein bedauernswerter Zustand.

Die Sichtweise kenne ich auch. Und so verrückt es klingt, ich kann mich in meinem alten Auto anderen gegenüber in ihren Luxusschlitten dann sogar überlegen fühlen. 😄 Nur vor dem Hochmut halt bremsen.

Ist verrückt in welche Richtungen man gefühlsmäßig so gehen kann.
Von Niete zu ich bin schlauer als andere.
Hat wohl alles mit dem Versuch sich selbst seine Identität zu kreieren, zu tun.
Unwichtig sollte einem das wohl sein.

• x 2 #8


Hermit
@freely

Ich habe in meinem Beitrag des Engels Advokat gespielt und jemand anderem die andere Rolle überlassen. Du hast sie eingenommen. Sehr sympathisch. Beide Sichtweisen haben ihre Berechtigung und heute ist so ein Tag, an dem ich auch eher denke, dass mein Beitrag einfach Skla(hier wird zensiert.. Nietzschekenner führen das Wort einfach fort) war. Es ist beängstigend wie wenig absolute Wahrheit und Sicherheit zu finden ist.

"Nur vor dem Hochmut halt bremsen. "
Danke für den Schmunzler 🙂

"Hat wohl alles mit dem Versuch sich selbst seine Identität zu kreieren, zu tun. "
Ja, und diese Identität "muss" halt irgendwie positiv, gut, stark, überlegen oder besser sein. Es ist ein Trauerspiel mit der Natur...

• x 2 #9


freely
Zitat von Schlaflose:
Das mache ich grundsätzlich nicht. Ich akzeptiere meine Ängste als einen Teil von mir und mache mit meinen Ängsten das Beste aus meinem Leben. ...

Schränken dich deine Ängste arg ein?

• #10


freely
Gestern habe ich mich mal wieder mit einem Thema aus der Psychologie dazu befasst.
Wenn man anderen helfen will, hilft man sich selbst ja irgendwo auch.

Was vielleicht gegen meine Angst am schnellsten hilft sind die Kardinalstugenden.
Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Maß.

Ich habe sogar die Vermutung, wenn ich in der Situation bin kann ich gut auf diese Ressourcen zugreifen. Nur ich habe ja vor der Situation solche Angst, dass ich sie vermeide und die Erfahrung ausbleibt, es zu schaffen und es gar nicht so schlimm ist.

Es ist also eher ein Hirngespinst.

Momentan gefällt mir das Gefühl der Verbundenheit... mit der Welt? der Natur? anderen Menschen hier? Wir sind nicht allein.
Dazu hilft mir grad auch Musik. Und das schöne Wetter. Gestern war ja Dauerregen und grau.

Wenn wir meinen,- wenn ich meine, dass negative Einflüsse eine Wirkung auf mich haben, dann kann ich mich doch bewusst positiv beeinflussen lassen.
Schönes Wetter ist ein positiver Einfluss. Bestimmte Musik beeinflusst positiv.
Bestimmte Denkweisen anderer Menschen können mich positiv beeinflussen.
Bis die Grundstimmung wieder positiv ist.
Das ganze gilt es dann zu festigen.

Das verrückte ist ja, ich horche dann immer in mich hinein und suche die Angst, die trüben Gedanken.. keine Ahnung ob das sinnvoll ist. Ich mag ja auch nichts überdecken. Aber wie entsteht denn diese Grundstimmung angstfrei zu sein und in sich zu ruhen?

Oft ist die Angst ja nicht gerechtfertigt.
Klugheit bedeutet ja, das zu erkennen. Tapferkeit führt dann zur Handlung.
Gewohnheit macht es dann leicht.

• #11


A


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Dr. Reinhard Pichler
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