Zitat von Feuerschale: Hmm ja, im Moment wundert man sich ja eher, warum nicht mehr soviele voll arbeiten wollen oder für das brennen, was vorgegeben ist.
Wofür willst Du da noch brennen? Welche große Vision verbindet denn die Bevölkerung? Klimawandel wird herunter gespielt, woher kommt die positive Energie, was anzupacken und gemeinsam zu errichten, in einem in 6 bis 10 Gruppen zersplitterten Land?
Nach dem Krieg war zwar alles in Schutt und Asche, aber es war eben auch klar, dass es wieder aufgebaut werden musste, da war klar, worum es geht. Aber was ist unser Ziel in Sicht? Es geht doch zunehmend darum, irgendwelche Katastrophen zu verhindern und das macht die Menschen nicht kreativ, sondern konservativ.
Zitat von Feuerschale: Ja, im Ausland ging es dann immer weniger und das verbindendste Thema waren die Höhen und Tiefen, Zweifel und Fragen, bevor das Ziel und die eigene Handlungsoption dann viel deutlicher wurde.
Ah, okay.
Zitat von Feuerschale: Die Ablenkungsstrategien im Sinne von Substanzen können ja genauso nach hinten losgehen, und Angst verstärken.
Klar, ich war da einerseits fasziniert, was vermutlich normal ist, wenn man jung ist - so was wie 'Christian F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo' fand ich eher schillernd, als abschreckend - aber ich bin vermutlich nicht so der Suchtiyp. Auch wenn mich irgendwie kaputte Menschen immer angezogen haben.
Zitat von Feuerschale: Das kann schon wie so eine kleine Festung wirken und einen nach oben ziehen.
Auch wenn man von den Wellen des Lebens oder was da manchmal zusammenkommt, nicht immer gefeit ist.
Ich glaube wirklich, dass das die Grundzutaten sind, die auch in der Psychologie immer wieder nach oben kommen, auch wenn sie seltsamerweise dann wieder vergessen werden. Deshalb, wenn man sich ein wenig damit beschäftigt, kriegt man schon mit, was die Big Points sind und wenn man da am Ball bleibt, kommt man wirklich auch weiter.
Das Leben macht, was es will, mir ist unklar ob das alles blinder Zufall ist (überzeugt mich immer weniger), ob es eine ganzheitliche, eher instinkthafte Kraft gibt, die alles verbindet, deren Vorposten und Kundschafter wir 'Iche' sind, die wir nach dem Tod wieder alles ins große Ganze spülen (Bernardo Kastrups Idee) oder ob es eine Art maßgeschneidertes Karma gibt, bei dem am Ende alles verlischt, wenn man versteht, dass das Ich eine Illusion ist und aktiv diese Illusion abbaut (Ramana Maharshis Idee). Klassische religiöse Ideen folgen m.E. einer nachvollziebaren Intuition, die aber bei jeder näheren Ausbuchstabierung vor Widersprüchen nur so strotzt, so dass ich diese Ideen in ihrer Kraft für viele respektiere, aber ich kann da nicht dran glauben. Unser Glaubenssystem des blinden Zufall und der Zeit, die dann quasistabile Strukturen schafft, finde ich letztlich ebenso widersprüchlich, auch wenn die Widersprüche besser versteckt sind und wir bestrebt sind, sie nicht anzuschauen.
Das ist dann auch so eine Institution die wegbricht, man glaubt auch der Wissenschaft immer weniger. Vielleicht noch bei der Lösungskompetenz bestimmter Alltagsfragen, aber das große Ganze, da schwindet die erklärende Kraft doch merklich, was m.E. vor allem deswegen nicht auffällt, weil es eine große Inkompetenz gibt, sich mit solchen, m.E. wichtigen Fragen überhaupt zu befassen.
Da sind die wenigen mit einer existentiellen Depression, wie @User_0815_4711 und andere ja schon auf dem richtigen Dampfer, weil sie die entscheidenden Fragen stellen, die den meisten aber völlig unverständlich erscheinen, wie kann man sich nur mit so was beschäftigen, wenn der Kühlschrank voll ist und die Karriere stimmt? Ich glaube, es ist überhaupt nicht illusionär diese Fragen zu stellen, sondern goldrichtig und man findet auch Antworten.
Der Schock besteht m.E. eher darin, dass man erkennt, dass es diese Antworten gibt und man dann irgendwann loslegen sollte, um sie umzusetzen. Irgendwann erkennt man, dass man selbst die letzte und einzige Hürde ist und fragt sich selbst, worauf man eigentlich wartet.