Zitat von Beobachter:Es wäre natürlich sehr schön, wenn einjeder nur tun müsse, was er intrinsisch motiviert auch tun will.
Es ist genau umgekehrt (und dieser Gedanke ist keineswegs neu): Es geht nicht darum, nur das zu tun, was man tun will.
Sondern es geht darum, dass zu WOLLEN, was man MUSS.
Anders gesagt: Sich diese Aufgabe zu eigen machen.
= Akzeptieren, dass das jetzt das ist, was in deinem Leben getan werden muss - und die
Verantwortung dafür übernehmen, dass es getan
wird.
Sich nicht als Opfer ansehen, sondern als selbstständigen Auftragnehmer dieser Aufgabe, wenn sie einem von einer anderen Person oder Institution "gegeben" wird.
"Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit." Friedrich Engels (angeblich nach Hebel)
(Es gibt dafür weitere klassische Quellen und Zitate, ich finde sie nur gerade nicht.)
Etwas im selben Sinn, nämlich die Verantworlung für den eigenen Willen, nur statt "muss" geht es um "kann" , von Leonardo da Vinci:
http://www.dictionary-quotes.com/wer-ni ... -da-vinci/ : "Wer nicht kann, was er will, muss wollen, was er kann."
Es gibt eigentlich nichts, das man tun "muss". Man kann immer verweigern, was man wirklich nicht tun will. Allerdings hat jede Entscheidung ihre eigenen Konsequenzen. Diese muss man dann natürlich auch tragen. Statt zu denken "ich muss jetzt diese Arbeit machen" und Widerstand dagegen zu leisten, was zudem unnötig viel Kraft verbraucht, kann man auch sagen: "Ich
will jetzt diese Arbeit machen,
weil ich
andernfalls.... (kein Gehalt bekomme, Ärger mit meiner Frau bekomme, verhungere, usw. usw.. oder,
noch besser positiv: "weil ich momentan auf diese Weise mein Geld verdienen will, weil ich meine Frau zufrieden sehen will, weil ich morgen frei haben will ... usw. )" Wenn man bei den Dingen, die man nicht machen will, die Konsequenzen mit betrachtet und bewertet, dann kann man immer sagen: "Ich will das tun" oder auch "ich will das nicht tun" - es dann aber auch wirklich nicht tun. Wenn man sagt, man wolle es nicht tun, es dann aber doch tut, wird man nicht nur sich selber untreu, sondern belügt sich dabei auch noch selbst.
Zitat:letztendlich sind Spiele auch eine Form von (B)Lohnung.
Nur dann, wenn man in der Einstellung verharrt, dass man nicht selber für seine Handlungen verantwortlich ist, sondern jemand anderer. Ein "Lohn" ist immer eine GEGEN-Leistung. "Spiele" sind aber keine Gegen-Leistung, sondern in sich erfreulich und belebend, ohne Verbindung zu einer Leistung.
Wenn eine Familie z.B. am Sonntagnachmittag zusammen MauMau oder Canasta spielt, dann tun die Eltern das - hoffentlich - nicht als
Belohnung dafür, dass die Kinder die Woche über so brav oder fleißig waren, sondern unabhängig davon, einfach weil es zum funktionierenden, befriedigenden oder besser noch: glücklich machenden Familienleben dazugehört, dass man
auch zusammen spielt.
Zitat:@tautröpfchen:
Einer Belohnung (kommt ja auch von Lohn) sollte immer auch eine Leistung
vorangegangen sein.
Natürlich schliesst dies ein sich zwischendurch etwas Gutes tun nicht aus.
Genau. Deswegen ist "Belohnung" etwas anderes als "sich etwas Gutes tun".
Zitat:Aber eine Katze die Männchen machen soll, völlig gegen ihren Willen und ihre
Natur, wird dafür eine Belohnung erwarten dürfen.
Haha!
Und deswegen gibt es für Katzen auch keine "Belohnungen".
Eine gesunde Katze tut sich selber ständig etwas Gutes, sowohl beim Mauserwerb als auch beim Schlafen, Schmusen, Klettern oder was auch immer.
Zitat:Für meine privaten und intrinsisch motivierten Anstrengungen brauche ich auch
keine zusätzliche Belohnung. Aber für angstbesetzte Einkäufe oder Gänge auf
Ämter erlaube auch ich mir IMMER eine kleine Belohnung. So soll es sein.
Und FÜR WEN machst du denn diese angstbesetzen Einkäufe und Gänge auf Ämter?
Denk mal genau darüber nach.
Wenn du begreifst, dass du das ebenfalls für dich und nur für dich tust, wird die Welt vielleicht doch mal demnächst anders aussehen.