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Venlafaxi

Venlafaxi
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Mein erster Beitrag in diesem Forum am ersten Tag des Wieder-Einschleichens von Venlafaxin. Der x-te Versuch in mehr als 17 Jahren ohne diesen Arzneistoff gut zu leben ist wieder gescheitert und auch das zieht mich neben allen erlittenen und gerade spürbaren Symptomen den Boden unter meinen Füssen weg.
Ich glaube nicht mehr daran, was meine Ärzte immer wieder sagten, nämlich dass ich stets Krankheitsrückfälle hatte (und gerade habe), kaum war (ist) das Venlafaxin ausgeschlichen. Ich glaube daran, dass ich Entzugserscheinungen habe und immer hatte. Und dennoch fange ich jetzt nach mehr als 12 Wochen ohne Venlafaxin wieder damit an. Denn ich kann die Symptome Unruhe, Antriebslosigkeit, Weinen, Angst nicht mehr ertragen. Es ist einfach nicht aushaltbar, nicht mit aller physischen und psychischen Kraft, die in mir ist. Und ich habe viel davon. Viele Jahre gute Therapie nach Diagnose gen. Angststörung und mittelschwere Depression 2006 haben mich zu einem reflektierten Menschen gemacht.

Und als dieser sage ich: ich bin nicht depressiv krank, ich habe akute heftigste Absetzsymptome, die nicht auszuhalten sind. Und kein Arzt glaubt mir das, jeder rät mit weiter das AD zu nehmen.

Und ich gebe heute tatsächlich auf, nach wochenlangen Kämpfen.

Das fühlt sich in vielerlei Hinsicht so schlimm an, nicht nur, dass das Einschleichen mich völligst ausnockt. Ich fühle mich von den Ärzten schlecht behandelt und beraten.

Vielleicht finde ich hier jemanden, dem das Absetzen ebenfalls nicht gelingt. .

18.08.2024 x 3 #1


31 Antworten ↓
Kruemel_68

Kruemel_68
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@Venlafaxi Vielleicht hilft es Dir, wenn ich nochmal die essentiellen Erkenntnisse meines Absetzweges beschreibe - das wird jetzt etwas länger. Wen es nicht interessiert - bitte überspringen zwinkern

Meine Quitessenz aus der ganzen Misere - und jetzt wirst Du wahrscheinlich genervt aufstöhnen - ist, dass es tatsächlich zum großen Teil am persönlichen Mindset liegt, wie Du durch das Absetzen durchkommst. Ich wollte das während dessen auch nicht glauben und habe mich mit Händen und Füßen gegen diese Erkenntnis gewehrt. Aber mein Therapeut war da wesentlich weiser wie ich und ihm ist es auch zu verdanken, dass ich es da durch geschafft habe. Aber mal von Anfang an:

Ich war auf Mirtazapint, 22,5 mg. Meine Psychiaterin war von der Fraktion "Ihr Gehirn wird lebenslang die Botenstoffe brauchen." Diese Sichtweise war mir von Anfang an befremdlich. Mittlerweile wankt die Serotonin-Mangelhyothese ja gewaltig. Für mich war es eigentlich immer logisch, dass, wenn ich mit einem Medikament in den Gehirnstoffwechsel einschleiche, es starke Nebenwirkungen sowohl gibt, wenn ich etwas hinzfüge, als auch wenn ich etwas weglasse. Aber während die Symptome beim Einschleichen ganz normal sind und von jedem Psychiater auch thematisiert werden, soll es beim Ausschleichen solche Symptome nicht geben. Das leuchtete mir nie wirklich ein. Außerdem merkte ich sehr schnell, dass ich von dem Medikament zwar unglaublich zunahm, es bei mir aber keine Wirkung zeigte. Nicht mal die berühmte schlafanstoßende Wirkung gab es bei mir.

Ich hatte zwei Absetzversuche, die gescheitert sind. Das erste Mal hatte ich zu schnell reduziert. Das zweite Mal habe ich die Absetzsymptome schon unterbewusst erwartet und gefürchtet - und prompt traten sie dann auch ein. Am Schlimmsten war für mich dieses Gefühl, dass es nie wieder gut wird und dass ich es nie schaffe, die Dinger komplett abzusetzen - ich habe das Gefühl "Vernichtungsgefühl" genannt.

Ich mache ja eine Körperpsychotherapie und hatte vorher schon zusammen mit meinem Therapeuten verschiedene Wahrnehmungs-, Atem- und Energieübungen trainiert. Als ich es dann zum dritten Mal probiert habe, hat mein Therapeut mit mir erst einmal ganz gezielt Energieübungen trainiert, die das vegetative Nervensystem beruhigen und mir damit gezeigt, dass ich durchaus in der Lage bin, auf die Absetzsymptome einzuwirken und sie abzumildern. In aktuen Absetzphasen hat er mich immer mal zwischendurch mit einem Termin eingeschoben, weil diese Übungen zum damaligen Zeitpunkt mit ihm zusammen besser klappten und nachhaltiger waren, als wenn ich sie allein machte. Zu dem Zeitpunkt war es so, dass ich nach einem Absetzschritt erst einmal ein paar Tage nichts merkte, bevor es nach ca. einer Woche losging. Das dauerte dann ein paar Tage, und dann ging es wieder. Dann bin ich mind. 4 Wochen auf der neuen Dosis geblieben, bevor ich weiter reduzierte.

Der nächste Arbeitsschritt meines Therapeuten war, mich mental auf das Absetzen einzustellen. Ich regte mich jedes Mal fürchterlich auf, wenn ich von der Psyiatrin kam und sie mich wieder als bekloppt hinstellt, weil das, was ich da erlebte, ja gar nicht sein könne und ich das Medikament doch einfach lebenslang nehmen sollte. Ein Medikament, dass keine Wirkung bei mir hatte! Hier im Forum kommt immer der Rat: "Auf jeden Fall mit dem Arzt absprechen! Niemals im Alleingang absetzen!" Was aber, wenn man beim Arzt komplett gegen Wände rennt? Wenn man weiß, das das Medikament nicht der Weg ist? Dann steht man im Regen. Als ich dann das Buch von Peter Ansari entdeckt hatte, hat mein Therapeut es auch gelesen. Und mich anschließend darin bestärkt, auf mein Bauchgefühl zu hören und meinen eigenen Weg und meinen eigenen Umgang mit dem Reduzieren zu suchen.

Er machte mir klar, dass ich dem Medikament eine viel zu große Macht über mich einräume. Und dass ich mit dem Gedanken: "Morgen reduziere ich wieder, und dann geht es mir nächste Woche wieder schlecht!" mir eine todsichere, selbsterfüllende Prophezeiung baue. Er sagte: "Sie, und nur sie entscheiden, wie es weitergeht. Wenn Sie mit dem nächsten Schritt warten wollen, machen Sie das. Wenn sie ihn vorziehen wollen, machen sie das. Wenn Sie nach dem Reduzieren merken, dass es diesmal nicht so gut geht, dosieren sie wieder ein Stück auf. Wenn Sie irgendwann merken, dass Sie das Medikament weiter nehmen wollen, dann machen Sie das. Und wenn Sie dann irgendwann nochmal die Entscheidung treffen, zu reduzieren, dann machen Sie das. Aber ziehen Sie es auch durch, wenn Sie eine Entscheidung getroffen haben. Stehen Sie dazu. Lassen Sie sich von niemandem da rein reden. Und bringen Sie den Kritiker in Ihrem Kopf zu schweigen und sagen Sie ihm immer wieder, dass Sie sich für diesem Weg entschieden haben, und dass Sie diesen Weg weitergehen."

Und so sind wir Schritt für Schitt gemeinsam da durch gegangen. Absetzschritt, Auffangen der körperlichen Symptome, Stabilisierung, mentale Einstimmung auf den nächsten Schritt. Und was soll ich Dir sagen - bei den letzten Absetzschritten hatte ich so gut wie keine Absetzsymptome mehr. Nachdem ich in die Selbstwirksamkeit gekommen bin und dem Medikament die Macht über mich entzogen habe.

Das Medikament ist gewissermaßen ein Spiegel des Umgangs mit unserer psychischen Erkrankung. So wie wir die Sichtweise auf das Medikament ändern, so ändern wir auch die Sichtweise auf unsere Erkrankung.

Allerdings muss ich auch noch erwähnen, dass ich dann nochmal in eine sehr schwierige Phase gerutscht bin, nachdem ich das AD komplett abgesetzt hatte. Dann brach sich der innere Kritiker Bahn, dem ich sowieso nie was Recht machen kann. Die Stimme im Kopf, dass ich es ohne Medikament nicht schaffe, wurde immer lauter. So laut, dass ich irgenwann davon überzeugt war, dass sie Recht hat. Ich war schon kurz davor, mir wieder ein Rezept zu holen. Doch mein Therapeut schaffte es auch hier, mich zu überzeugen, dass nicht das fehlende Medikament die körperlichen Symptome erzeugte, sondern ich selbst, durch die permanenten, erschöpfenden Diskussionen mit meinem inneren Kritiker. Wir konzentrierten uns dann einige Wochen darauf, den Kritker leiser zu drehen (zum Schweigen bringen kann man ihn leider nicht), bis ich die Tatsache, dass ich sehr gut ohne Medikament leben kann, wirklich und wahrhaftig akteptiert und verinnerlicht hatte.

Ich hoffe, dass Dir vielleicht der ein oder andere Gedanke von mir weiterhilft.

06.05.2024 13:31 • x 5 #24


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A


Absetzsyndrom Venlafaxin, eine unendliche Geschichte

x 3


Krylla

Krylla
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Ich habe nicht dieses AD genommen, sondern Escitalopram.
Ich hatte sehr großes Glück mit den Absetzsymptomen und der Dauer. Ich bin in der üblichen Zeit geblieben, die im Internet angegeben wird.
Dennoch ... Angst und Unruhe ist größer und ich habe mich dabei erwischt, wie mein Gehirn gerne denkt: Das Problem wäre sicherlich weg, wenn ich das AD wieder nehme.
Ich könnte mich selbst hauen, wenn das passiert.

Hast du Mal nachgedacht, ob es wirklich dein Körper ist oder dein Kopf, der dir was vorspielt?

Habe damals mit meiner Psychiaterin übers Absetzen geredet und sie erzählte mir, dass ein anderer Patient noch gut 1½ Jahre ein Placebo nehmen musste, weil er sonst durchgedreht wäre.
Ich nehme als Gegenmaßnahmen gerade Lasea. Keine Ahnung ob es mir was anderes bringt als Aufstoßen, aber mein Gehirn ist glücklich was zu tun und wird nervös, wenn ich es weg lassen will, bzw. nur daran denke(!).

Absetzsymptome sind kacke, aber irgendwie, wo ich mich belesen habe in verschiedenen Foren, wird auch wenig darüber geredet, wie viel der Geist da sich einmischt und eben auch Dinge vorgaukeln kann, die dann aber eben genau wie Absetzsymptome wirken.

Ich finde es wesentlich besser aus haltbar, da zwischen Kopf und wirklich Körper zu unterscheiden, weil beim ersten kann man versuchen dran zu arbeiten.

05.05.2024 19:00 • x 1 #3


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Z
Herzlich willkommen im Forum Smile

Zu den Symptomen kann ich nichts sagen, mir sprang aber sofort Dein Nickname ins Auge.
Du nennst Dich in verniedlichter Form wie das Medikament, das Dir solche Probleme macht?
Spontan dachte ich "Da identifiziert sich jemand mit dem Medikament". Ich glaube, es könnte erstmal eine Wirkung auf Dich haben, wenn Du guckst, dass Du Dich psychisch etwas davon freimachst 🙈

Ich weiß nicht, wie Du ausgeschlichen hast. Vielleicht war es zu schnell in zu großen Dosisunterschieden? Kann das eventuell sein?

x 2 #2


Krylla
Ich habe nicht dieses AD genommen, sondern Escitalopram.
Ich hatte sehr großes Glück mit den Absetzsymptomen und der Dauer. Ich bin in der üblichen Zeit geblieben, die im Internet angegeben wird.
Dennoch ... Angst und Unruhe ist größer und ich habe mich dabei erwischt, wie mein Gehirn gerne denkt: Das Problem wäre sicherlich weg, wenn ich das AD wieder nehme.
Ich könnte mich selbst hauen, wenn das passiert.

Hast du Mal nachgedacht, ob es wirklich dein Körper ist oder dein Kopf, der dir was vorspielt?

Habe damals mit meiner Psychiaterin übers Absetzen geredet und sie erzählte mir, dass ein anderer Patient noch gut 1½ Jahre ein Placebo nehmen musste, weil er sonst durchgedreht wäre.
Ich nehme als Gegenmaßnahmen gerade Lasea. Keine Ahnung ob es mir was anderes bringt als Aufstoßen, aber mein Gehirn ist glücklich was zu tun und wird nervös, wenn ich es weg lassen will, bzw. nur daran denke(!).

Absetzsymptome sind kacke, aber irgendwie, wo ich mich belesen habe in verschiedenen Foren, wird auch wenig darüber geredet, wie viel der Geist da sich einmischt und eben auch Dinge vorgaukeln kann, die dann aber eben genau wie Absetzsymptome wirken.

Ich finde es wesentlich besser aus haltbar, da zwischen Kopf und wirklich Körper zu unterscheiden, weil beim ersten kann man versuchen dran zu arbeiten.

x 1 #3


Venlafaxi
Nun denn, ich bin gerade akut im Tief und wenn man denkt, man kommt nicht los von Venlafaxin, dann denkt man, man sei Venlafaxin. Ich denke so einiges gerade, da ist eine Verniedlichung eher mal was Positives.

x 1 #4


Venlafaxi
@Krylla Hast du Mal nachgedacht, ob es wirklich dein Körper ist oder dein Kopf, der dir was vorspielt?

Sehr viel denke ich darüber nach, aber die körperlichen Symptome sind nicht wegzudenken. Und herzudenken in der Stärke auch nicht.

Wie gesagt, ich bin reflektiert und gut aufgestellt und nach monatelangem Ausschleichen erkenne ich angstinduzierte Symptome und solche, die mein Körper ohne den Kopf zeigt.

Ich danke für das schnelle Antworten. Ich bin einfach so unendlich im Tief.

x 1 #5


Krylla
Doof, aber war auch nur eine Idee.

Wünsche dir viel Kraft für die Zukunft und fühle dich gedrückt.
Manche Medikamente sind einfach zum Absetzen blöd.

#6


Z
War es eventuell zu schnell ausgeschlichen?

Tut mir leid, dass Dir meine Antwort nicht gutgetan hat. Das war keine Absicht.

#7


U
Zitat von Venlafaxi:
Und als dieser sage ich: ich bin nicht depressiv krank,

ich habe akute heftigste Absetzsymptome, die nicht auszuhalten sind. Und kein Arzt glaubt mir das, jeder rät mit weiter das AD zu nehmen.

Und ich gebe heute tatsächlich auf, nach wochenlangen Kämpfen.


Die Absetzsymptome....sind dann die, dass die alten bekannten Probleme/ Schwierigkeiten/ Symptome wieder freie Bahn haben, weil V. nicht mehr im Körper ist.
So verstehe ich das.

Zitat von Venlafaxi:
Der x-te Versuch in mehr als 17 Jahren ohne diesen Arzneistoff gut zu leben ist wieder gescheitert

Wo liegt dein Problem mit V. ?
Warum möchtest du es nicht mehr nehmen, wenn es Dir doch so gut hilft?

Geht es um die Akzeptanz, nicht ohne Psychopharmaka leben zu können oder worum geht es Dir.
Was ist dein Problem mit V. ? Welche Dosierung hast du denn genommen vor dem Ausschleichen?

x 1 #8


W
@Venlafaxi
Jetzt mal ganz ehrlich, warum willst du das denn unbedingt absetzen?
Wenn es dir doch gut tut, ist es doch absolut kontraproduktiv, dass ohne Grund unbedingt absetzt zu wollen.
Du kennst dich selber am besten, wenn du sagst, du bist nicht depressiv, aber hast du dich mal bei der Medikament darüber schlau gemacht, wie es auch off label Eingesetzt werden kann?
Es wird zum Beispiel auch bei Neuropathie Schmerzen und bei ADHS verwendet. Eben allerdings off Label use.
Vielleicht ist es gar nicht der antidepressiv Anteil, der dir hilft, sondern einer der positiven Nebeneffekte?
Und der Stress, dem du deinem Körper permanent beim absetzen antust, wenn es überhaupt nicht funktioniert, ist viel gravierender für den Körper, als dieses Medikament einfach weiter zunehmen.
Gibt es da eben spezielle, körperliche Gründe,, warum du es absetzen willst?
Oder einfach nur nur, weil du der Meinung bist:: ich bin nicht depressiv, ich brauch das nicht?
Vielleicht brauchst du es eben nicht wegen Depressionen, aber es hilft dir auf anderem Weg.

#9


Kruemel_68
Kennst du das Buch "Genug geschluckt" von Peter Ansari? Das hat mir sehr geholfen, von Mirtazapin runter zu kommen, nachdem ich von den Ärzten komplett allein gelassen wurde damit. Ich bin jetzt seit Anfang Januar komplett runter.

#10


U
Hi...ich kann dir leider nicht helfen aber ich verstehe dich.
Ich habe es auch schon mehrfach probiert und komme nicht davon los.

In den USA ist das Absetzsyndrom mittlerweile eine eigene anerkannte Krankheit und besonders Venlafaxin ist dafür bekannt.

In Dt. kommt es zwar auch langsam an wird aber immer noch sehr unterschätzt. Die Ärzte können dabei auch kaum helfen. Sie verstehen ja nicht einmal wie die Tabletten wirken...wie sollen Sie da wissen wie man davon weg kommen soll.

Du wirst auch in den meisten Foren oder bei ungebildeten Psychiatern die nicht auf dem aktuellsten Stand sind immer zu hören bekommen, dass die Grunderkrankung zurück kommt.

Im Endeffekt muss das Gehirn wieder so umgebaut werden, dass es nicht auf den Wirkstoff angewiesen ist. Das dauert Jahre. Du kannst also nur über Jahre ganz langsam reduzieren.
Es gibt mehrere Communities die beim Absetzen helfen...aber die kennst du sicher schon wenn du so lange damit kämpfst...surviving antidepressants und für Dt. Psyab.
Leider ist auch das, genauso wie das verschreiben von Antidepressiva, nur Halbwissen. Niemand weiß wie die Tabletten wirken und was genau Sie bewirken und wieso so viele nicht mehr davon loskommen.
LG

#11


Venlafaxi
@Kruemel_68
Ich kenne das Buch, ja. Und es spricht mir aus der Seele. Ich freue mich für Dich, Krümel_68, dass Du das Psychopharmaka absetzen konntest.
Auch ich werde von Ärzten völlig alleine gelassen.

Ich denke, ich bin doch nicht richtig hier in diesem Forum. Ich suche Gleichgesinnte, die kritischer sind im Bezug auf Psychopharmaka, wie Du, Kruemel_68.

#12


Venlafaxi
@Urkelwurkel
Ich danke Dir sehr für Deine Worte. Und ja, Du hast so Recht. Ich werde Venlafaxin wieder einschleichen und dann nicht wie gehabt innerhalb ein paar Monaten ausschleichen, sondern in Jahren.

Alles Gute für Dich

#13


Krylla
Meine Psychiaterin hatte mich auch gefragt, wieso ich mein AD absetzen will. Mit den Worten "Ein Diabetiker setzt ja auch nicht sein Insulin ab."
Danach war ich einen Monat (bis nächster Termin also) sauer, weil ich dachte, dass sie meint, dass ich ohne AD mich umbringen würde.
Stellte sich heraus, dass sie meinte, dass es doch gut funktioniert und es keinen Grund gibt es dann abzusetzen, nicht weil man dann sterben könnte.

Habe es trotzdem durchgezogen.
Vielleicht hätte ich nie wirklich drüber nachgedacht, weil einfach die Zeit dafür bisher fehlte, sich in Notfall einen Monat krank schreiben zu lassen (wenn es gut läuft, hat es zum Glück bei mir).
Den Anstoß hat dann das Problem mit dem Lieferproblemen von verschiedenen Medikamenten gegeben. Ehrlich ... das brauche ich nicht. Dann lieber alleine langsam Ausschleichen, als wenn es dann das eigene Medikament betrifft und es gibt einen kalten Entzug.

Sowieso ...
Die Medikamente können wirklich helfen, keine Frage, aber ich bin der Typ Mensch, der gerne wenigstens versuchen will alleine klar zu kommen, mit der eigenen biologischen Beschaffenheit, ohne Extras und Co. Jedenfalls bei sowas.
Ich bin offen es wieder zu nehmen, sollte so ein Tag kommen. Gerade sage ich aber, dass es mit Lasea funktioniert und ich hoffe, dass es so weiter geht und ich das dann auch irgendwann weg lassen kann und es läuft.

Ich verstehe dich also und deine Gedanken dazu.
Ich verstehe aber auch die Leute, die sagen, wieso was ändern was funktioniert.
Es muss eben jeder mit sich selbst ausmachen und dann in die Richtung arbeiten.

#14


U
Letztendlich bleibt aber auch zu bedenken, dass wir User hier im Forum nicht alle eine Einheitsdiagnose haben.
Jeder hat seine eigene Diagnose, seine Symptome, seine Lebensumstände, seine genetischen Faktoren oder eben nicht.
Was für den einen richtig...mag für den anderen falsch sein.
Generell ist die Einnahme von Psychopharmaka ja leider noch immer häufig von einem Makel, einer Schwäche der Person behaftet.
So muss jeder dann doch seine eigenen Erfahrungen machen, ob man nur mit oder ohne auskommen kann.

x 1 #15


Kruemel_68
Zitat von Venlafaxi:
Ich denke, ich bin doch nicht richtig hier in diesem Forum. Ich suche Gleichgesinnte, die kritischer sind im Bezug auf Psychopharmaka, wie Du, Kruemel_68.

Es gibt hier einige User, die auch ohne Medikamente unterwegs sind oder erfolgreich abgesetzt haben. Ich denke, es lohnt sich, sich mit ihnen auszutauschen.

#16


P
@Venlafaxi
Mich wundert es nicht, dass ein AD, das auf zwei Botenstoffe geht, Schwierigkeiten beim Ausschleichen macht. Wäre eventuell ein SSRI eine Idee? Also ein AD, das nur auf einen Botenstoff selektiv wirkt?
Vielleicht erleichtert es die Absetzsymptone (nach erfolgreichem Einschleichen) und ein Ausschleichen kann dann später einfacher von statten gehen.

#17

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Sprotte
@Venlafaxi Tut mir Leid, dass es dir nicht gut geht. Du hast geschrieben, dass du schon einige Male versucht hast, abzusetzen. Ging es dir denn wieder besser, wenn du es wieder genommen hast? Ich kenne mich mit Venla nicht aus, habe aber ein ähnliches Problem mit Escitalopram. Ein paar Jahre sehr gut geholfen und dann einige Absetzversuche, die gescheitert sind und leider hat es dann nicht mehr so gut geholfen wie am Anfang. Beim Absetzen hatte ich Symptome, die ich niemals vorher hatte. Ich bin sehr kritisch, was ADs angeht, bin aber sozusagen abhängig. Alles Liebe für dich

#18


Venlafaxi
@Sprotte Hallo Sptotte, Danke für Deine Zeilen. Es ging mir besser damit, ja. Und ich verstehe jeden der darauf sagt, ich solle es halt ein Leben lang nehmen.

Ich hatte es nicht einfach in den letzten Jahren. Nach meinem ersten Klinikaufenthalt, es waren insgesamt zwei, 200 6 und 2008,ging meine Ehe in die Brüche. Mein Mann hat mich damals emotional im Stich gelassen. Es waren anstrengende Jahre mit kleinen Kindern. Scheidung. Viel Verletzung. Nochmal ein Versuch mit diesem Mann, da der Wunsch nach heiler Familie so groß war. Das ging aber so was von schief, ich quälte mich doch nochmal 10 Jahre durch, bis ich mich endgültig zu trennen schaffe. Für mich psychisch sehr anstrengend. Trotzdem gab es gute Phasen, in denen Absetzen aber nie gelang. Immer wurde es auf meine kranke Psyche geschoben, immer wieder genommen, trotz dem, dass Einschleichen körperlich immer der Horror ist.

Inzwischen bin ich glücklichst neu liiert, allen geht es gut. Ich habe jahrelang Therapie gemacht, weiß gut mit mir umzugehen. Bin selbst Heilpraktikerin für Psychotherapie und arbeite in einer Apotheke. Ich habe das Venlafaxin über Monate ausgeschlichen, mit Bedacht. Und dann wieder dieses Dilemma. Mir geht's so unglaublich schlecht, müde, aber total unruhig, antriebslos, panisch. Wellen von Hitze und innerlichem Zittern.

Ich erzähle das so ausführlich, um zu verstehen, dass ich nicht daran glaube, in einer Depression zu sein. Und dass das 'wie Entzug' ist.

Und es erscheint mir gesund, einen Stoff absetzen zu wollen, der mich bei Nichteinnahne so schlecht fühlen lässt.

Kein AD ist ursprünglich gedacht gewesen für eine Dauer-Einnahme. Und ein Medikament, welches auf Deinen Hirnstofwechsel wirkt, möchte man loswerden.

x 2 #19


Venlafaxi
@Pauline333 Liebe Pauline, hab Dank für Deine Worte. Mein Problem ist, dass ich keine Ärzte kenne, die sich wirklich mit mir beschäftigen....ich habe aber heute einen Termin beim Hausarzt und werde mir einen bei einem Psychiater geben lassen. Das Umsteigen auf ein weiteres Mittel, bzw anders Mittel ist kognitiv zu verstehen, meine Psyche reagiert darauf schon aber mit Angst.

x 2 #20


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Dr. med. Andreas Schöpf
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