aber in Abhängigkeitsverhältnissen (wie eben bei der Arbeit) oder in persönlichen und nahen Beziehungen (Liebe) bekomme ich immer noch Angst und neige dann zu unbewussten oder unkontrollierten "Flucht- oder Abwehrreaktionen".
Zitat:
Es ist ein Versuch und kein Zwang, also wozu Angst haben?
Du setzt Dich zu sehr unter Druck- das schadet.
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#61
B
Beobachter Mitglied
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Hallo pax
Heute setze ich mich nicht mehr so sehr unter Druck (so gut es geht).
Aber früher habe ich das zu sehr getan, und es hat, genau wie du auch schreibst, mehr geschadet als genutzt.
So, jetzt gute Nacht für heute, morgen früh um 7 Uhr geht die neue Arbeit los, Der Beobachter
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#62
A
Therapieerfahrungen
x 3
C
Chaosfee Gast
Wünsche Dir für morgen alles Gute....
lg.Eva
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#63
B
Beobachter Mitglied
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Hallo, heute Freitag und einen Bericht abgeb :
Erst einmal Danke an Chaosfee für die guten Wünsche, und Sorry für die Schreibpause.
Kurz gesagt, dieser Arbeitsversuch in der Grossküche ist daneben gegangen. Am Mittwoch Nachmittag war ich mit meinen Kräften am Ende, und gestern habe ich diesen Versuch, mit Rücksprache und Einverständnis des Arbeitsamtes, beendet.
Die extreme Geräuschkulisse von Tellerklappern, und etwa 30 bis 40 Menschen die ständig schreiend umherlaufen (ich mittendrin, ohne eine wirkliche Aufgabe/Ablenkung), haben bei mir regelrecht Panik und völlige Erschöpfung ausgelöst.
Neue Menschen ja, aber die Themen waren "F.i.c.k.e.n, Vodka trinken, Zig. knacken und Fussball". Ich konnte mich da nicht einbringen, nicht meine Welt, nichts von alledem.
Ich hatte dabei erstmals auch ein körperliches Erlebnis, an das mir jede bewusste Erinnerung fehlt. In einem anderen Thread werde ich davon schreiben, denn diese Erfahrung ist mir neu und macht mir Angst.
PS: Nächsten Monat kann ich aber eventuell einen anderen Job in einer etwas kleineren Küche der Diakonie (und mit anderem sozialen Umfeld/Mitarbeitern) bekommen.
Erschöpfte Grüsse, Der Beobachter
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#64
C
Chaosfee Gast
Hallo Beobachter.... Lässte den Kopf aber jetzt nicht hängen... Wenn Dir die Menschen und das Umfeld nicht liegen ist ein Wechsel immer besser...
Bei der Diakonie wirds bestimmt ruhiger zugehn...die haben jeweils auch noch Stadionsküchen....schöne kleine und gemütliche...dort ist man meistens nur zu zweit
Die Tätigkeit sollte Dich schon erfüllen und Dich glücklich machen,vielleicht helfen neue Kontakte aufzubauen.... Nicht das Du uns hier noch aud die schiefe Bahn kommst und zum Panzerknacker wirst...
Dir weiterhin alles Gute es kann nur besser werden...
lg.Eva
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#65
B
Beobachter Mitglied
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Tausend Dank Chaosfee
Um solch eine kleinere Küche handelt es sich auch. Am Dienstag nächste Woche weiss ich genaueres.
Und nee, aufgegeben hätte ich, wenn ich dort in der "Brennpunkt"-Grossküche geblieben wäre, und dort zum ängstlichen Dieb und Säufer geworden wäre.
Ich sehe diese 4 Tage dort auch als eine sehr interessante Erfahrung und Sozialstudie.
Der Beobachter, der gestern fluchtartig aber sozialverträglich seinen Posten verlassen hat
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#66
B
berliner Mitglied
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Hallo,
na vielleicht war das dann wirklich nicht das Richtige für Dich... Vielleicht klappt das andere ja...
Lg, Berliner
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#67
B
Beobachter Mitglied
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Danke berliner
Ich habe vorher (30 Jahre lang) in den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik gearbeitet. Eine Grossküche hatte ich vorher noch niemals auch nur gesehen.
Nächste Woche - neuer Versuch
PS:
Weiss immer noch nicht, wie ich mein Erlebnis Verarbeiten oder Beschreiben kann. Ich hatte in einem extremen Angstmoment für etwa 10 Minuten ein totales "Black out" ohne Erinnerung. In diesen Minuten war ich aber aktiv (kurzes lautes Lachen und Verlassen der Situation/Flucht, alles im Zeitlupentempo, so wurde es mir jedenfalls danach beschrieben).
Ja, und mein Psychologe hat bis Mitte Juli Urlaub, ihn kann ich also derzeit nicht um Rat fragen.
Viele Grüsse und ein schönes Wochenende, Der Beobachter
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#68
B
Beobachter Mitglied
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Hallo
Ich weiss immer noch nicht genau, wie ich mein Angst/Blackout-Erlebnis von letzter Woche in Worte fassen kann.
Aber je mehr ich nun mit etwas Abstand darüber nachdenke, um so unheimlicher wird mir.
Viele Grüsse, Der Beobachter
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#69
C
Chaosfee Gast
das glaube ich Dir......mich versetzten manch fremde Menschen auch in Angst und Schrecken....wahrscheinlich ein guter Schutzmechanismus....schnell das weite zu suchen...
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#70
B
Beobachter Mitglied
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Hallo Chaosfee
Mein "Blackout" hatte ich komischerweise nicht in der angstbesetzten Situation bei der Arbeit, sondern einen Tag später bei der Beratung im Arbeitsamt. Mir wurde dort plötzlich meine Gesamtsituation bewusst, und dann nur noch Nebel.
Zum Glück habe ich dort einen sehr verständnisvollen Sachbearbeiter, der sich auch wirklich mit mir befasst und sich für mich und meine Zukunft einsetzt.
Sicherlich ist völliges "Abschalten" eine Schutz- und Fluchtreaktion des Körpers, aber gerade wenn man so etwas noch niemals vorher erlebt hat, und an Ängsten sowie Kontrollzwang leidet, ist dies sehr beängstigend.
Nun ja, diese Woche erfahre ich wie es weitergehen wird. Wahrscheinlich wird es eine etwas kleinere Grossküche zum Konfrontations-Üben.
Kraft brauch, Der Beobachter
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#71
C
Chaosfee Gast
Hast uns doch jetzt hier ....
ich drück schon mal wieder die Daumen für dich....
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#72
B
Beobachter Mitglied
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Tausend Danke Chaosfee
Eigentlich hatte ich mich hier im Forum angemeldet, weil ich verzweifelt Rat zur Therapie gesucht hatte. Wie kann ich mein Problem dem Therapeuten klarmachen, und wie kann ich ihn dazu bringen mir Antworten (Diagnose?) oder Hilfe/Ratschläge zu geben.
Nun merke ich aber gerade, dass ich als "eigentlich nur Beobachter" doch auch immer mehr schreibe. Und ich merke, dass mir dies irgendwie auch sehr gut tut. In den Tiefen meiner Zurückgezogenheit bin ich scheinbar doch noch irgendwie Sozial- und Kommunikationsfähig (und Bedürftig), nicht nur was Probleme angeht.
Noch einmal Danke, Der Beobachter
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#73
P
pax Gast
Zitat:
Die extreme Geräuschkulisse von Tellerklappern, und etwa 30 bis 40 Menschen die ständig schreiend umherlaufen
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, bist Du jetzt jahrelang in Deiner ruhigen Wohnung gesessen. Dann bist Du vermutlich das pulsierende Leben nicht mehr gewohnt. Das kann schon mal zu Panik führen. Daran sieht man auch Deinen sozialen Rückzug. Und von 0 auf 100 geht halt auch nicht.
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#74
B
Beobachter Mitglied
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Hallo pax
Ja, so versuche ich mir dieses Erlebnis auch zu erklären.
Es war tatsächlich ein 0 auf 100 Sprung von der jahrelangen absoluten Ruhe in meiner Wohnung in einen lauten "Ameisenhaufen".
Angst gemacht hat mir dieses Erlebnis aber trotzdem, "Blackout" ist Kontrollverlust. Und mein Psychologe steht derzeit nicht zur Verfügung, er hat noch bis mitte Juli Urlaub.
Ich gebe aber nicht auf:
Schon Morgen (DO) habe ich um 11 Uhr Vormittags ein neues Bewerbungsgespräch. Es geht um eine kleinere Küche bei der Caritas ohne Mitarbeiter aus dem "sozialen Randgruppenbereich".
Haltet mir bitte die Daumen, Der Beobachter
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#75
jadi Mitglied
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ich drueckse fuer dich ganz doll.........
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#76
C
Chaosfee Gast
Ich auch....
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#77
B
Beobachter Mitglied
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Ich ganz lieb Danke sag
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#78
B
Beobachter Mitglied
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Huhu und Kurzbericht
Das Bewerbungsgespräch heute war erfolgreich.
Ja, sogar das mittlerweile ungeliebte Thema "Grossküchen" konnte ich umgehen.
Mögliche Arbeitsbereiche für mich könnten dort (Caritas) folgende sein:
Computer-Coutch (Mit WII in Altersheimen Bowling spielen etc.) Bahnhofsmission (kennt fast jeder) Kleiderkammer Büro und/oder Verwaltung
Ich bekomme bescheid, sobald eine Stelle frei ist.
Bald Bahnhofsmissionar (verwirrt bin aber gut find), Der Beobachter