cheldera
Mitglied
- Beiträge:
- 48
- Themen:
- 15
- Danke erhalten:
- 56
- Mitglied seit:
Meiner Mutter geht es - altersbedingt etc - gesundheitlich leider nicht so gut, sie ist im Haushalt gehandicapped, Pflegegrad ist beantragt.
An Ostern war noch alles soweit so OK. Gestern hatte ich einen sehr stressigen Tag, noch ein Grundsatzgespräch in der Partnerschaft vor mir - ruft meine Mutter an. Zwar angekündigterweise, dennoch hatte ich im Grunde keinen Nerv für den üblichen "mein Leben ist so schlecht nichts ist wie ich es mir wünschen würde"-Sermon.
Zumal es bei diesen Gesprächen auch zwangsläufig dahingehend "knallt", dass der unterschwellige Vorwurf aufkommt ich würde mich ja nie ungefragt als Putzhilfe/Pflegekraft etc anbieten. Und "dass es mir ja gut geht, ich würde ja NICHT allein zuhaus sitzen weil ich ja "einen hätte". Ich fühl' mich dann so schuldig (ernsthaft) - wie konnte ich böses Ding nur das gemeinsame Boot des Leidens verlassen, indem ich auf der Arbeit noch jemanden kennen gelernt hab', mit Ü40 😱 ?
Hierzu muss ich sagen: Trotz Handicap und diverser gesundh. Probleme und einem Vollzeitjob bin ich - natürlich - 1x/Woche bei ihr. Und biete ihr dann auch an, was ich ihr helfen kann, in letzter Zeit fahren wir dann zusammen einkaufen, weil ihr manches zu schwer ist usw. Aber ich will VERDAMMT NOCH MAL GEFRAGT werden 😡 . Hilfe beim Putzen biete ich ihr an - das will sie aber (bisher) nicht, an unseren gemeinsamen Tagen will sie lieber reden und was unternehmen. Okay.
Ich hab' wieder das Gefühl, egal was ich tue, egal was ich versuche - es reicht nicht. Dass ich ihr Therapeuten, Physio, etc pp aus dem Netz suche (sie hat keinen Laptop und Handy ist halt nicht so komfortabel), ich mir Urlaub für ihre Termine nehme, ihr vorschlage, mit ihr ein paar Tage wegzufahren, dass sie mal rauskommt aus ihrem teilweise selbstgewählten Elend. Alles nicht so das, was sie dann gerade bräuchte 😐 .
Gestern ging dann wieder die Tirade über mir hernieder, ich hätte mich ja "so verändert" (ja, was 3 Jahre Therapie so ausmachen. ), früher wäre ich "sicher auch einfach mal so gekommen um ihr zu helfen" und im Grunde will sie den Kontakt ja auch gar nicht mehr, so "wie ich jetzt wäre würde ihr das sowieso nichts mehr geben". Ich hätte sie ja am Karfreitag einfach mal so besuchen kommen können, wo sie ja so "allein und ohne jede Ansprache zuhause sitzt"! Der Hinweis, dass ich mangels Urlaub erst am Freitag mal die Bude geputzt habe und am Sa nur mit einkaufen beschäftigt war damit wir alle zusammen am So ein schönes Osterfest hätten - wurde dann mal eben "überhört".
Urplötzlich wurde eine uralte Kamelle ausgepackt: Als ich sie im Dezember (nach meiner Schicht, spontan, weil sie Rückenschmerzen hatte. ) zu ihrem Hausarzt gefahren hab (60km ein weg von mir), und ihr unterwegs Vorhaltungen gemacht hätte, warum sie sich nicht schon längst einen Arzt in ihrer Nähe gesucht hätte (unverschämt, ich weiss - wie kann ich es wagen, etwas anzusprechen wenn sie grad Rücken hat? Wenn sie nämlich keine Schmerzen hat will sie es auch nicht hören. Also soll ich doch bitte einfach immer brav die K* halten. 😠 ). Meine Antwort: "Ich hab Dich hingefahren, wir waren dort, und ich hab' dich auch wieder heimgefahren - hab' dich (Scherz!) auch nicht unterwegs ausgesetzt, also ist doch alles gut gelaufen. "
Daraufhin kam eine Antwort die mich bewog, das Gespräch - angekündigt - sofort zu beenden. Habe ihr dann Stunden später geschrieben, dass ich sie natürlich lieb hätte (*räusper. ), aber in dem Moment wäre es besser gewesen, das Gespräch zu beenden - sie könne sich melden wenn man etwas ruhiger wäre.
Sie hat es gelesen - und ignoriert. Nun wäre morgen der besagte 1x/Woche-Tag und ich frage Euch ob es ok geht diesen zu ignorieren, wenn sie sich bis dahin nicht gemeldet hat. Das antrainierte schlechte Gewissen bordet nämlich gerade wieder über. 💗🌹
• • 09.04.2026 x 1 #1