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C

cheldera
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OK, das ist jetzt nicht so ein großes Drama. Für mich aber leider schon. 🤯

Meiner Mutter geht es - altersbedingt etc - gesundheitlich leider nicht so gut, sie ist im Haushalt gehandicapped, Pflegegrad ist beantragt.

An Ostern war noch alles soweit so OK. Gestern hatte ich einen sehr stressigen Tag, noch ein Grundsatzgespräch in der Partnerschaft vor mir - ruft meine Mutter an. Zwar angekündigterweise, dennoch hatte ich im Grunde keinen Nerv für den üblichen "mein Leben ist so schlecht nichts ist wie ich es mir wünschen würde"-Sermon.

Zumal es bei diesen Gesprächen auch zwangsläufig dahingehend "knallt", dass der unterschwellige Vorwurf aufkommt ich würde mich ja nie ungefragt als Putzhilfe/Pflegekraft etc anbieten. Und "dass es mir ja gut geht, ich würde ja NICHT allein zuhaus sitzen weil ich ja "einen hätte". Ich fühl' mich dann so schuldig (ernsthaft) - wie konnte ich böses Ding nur das gemeinsame Boot des Leidens verlassen, indem ich auf der Arbeit noch jemanden kennen gelernt hab', mit Ü40 😱 ?

Hierzu muss ich sagen: Trotz Handicap und diverser gesundh. Probleme und einem Vollzeitjob bin ich - natürlich - 1x/Woche bei ihr. Und biete ihr dann auch an, was ich ihr helfen kann, in letzter Zeit fahren wir dann zusammen einkaufen, weil ihr manches zu schwer ist usw. Aber ich will VERDAMMT NOCH MAL GEFRAGT werden 😡 . Hilfe beim Putzen biete ich ihr an - das will sie aber (bisher) nicht, an unseren gemeinsamen Tagen will sie lieber reden und was unternehmen. Okay.

Ich hab' wieder das Gefühl, egal was ich tue, egal was ich versuche - es reicht nicht. Dass ich ihr Therapeuten, Physio, etc pp aus dem Netz suche (sie hat keinen Laptop und Handy ist halt nicht so komfortabel), ich mir Urlaub für ihre Termine nehme, ihr vorschlage, mit ihr ein paar Tage wegzufahren, dass sie mal rauskommt aus ihrem teilweise selbstgewählten Elend. Alles nicht so das, was sie dann gerade bräuchte 😐 .

Gestern ging dann wieder die Tirade über mir hernieder, ich hätte mich ja "so verändert" (ja, was 3 Jahre Therapie so ausmachen. ), früher wäre ich "sicher auch einfach mal so gekommen um ihr zu helfen" und im Grunde will sie den Kontakt ja auch gar nicht mehr, so "wie ich jetzt wäre würde ihr das sowieso nichts mehr geben". Ich hätte sie ja am Karfreitag einfach mal so besuchen kommen können, wo sie ja so "allein und ohne jede Ansprache zuhause sitzt"! Der Hinweis, dass ich mangels Urlaub erst am Freitag mal die Bude geputzt habe und am Sa nur mit einkaufen beschäftigt war damit wir alle zusammen am So ein schönes Osterfest hätten - wurde dann mal eben "überhört".

Urplötzlich wurde eine uralte Kamelle ausgepackt: Als ich sie im Dezember (nach meiner Schicht, spontan, weil sie Rückenschmerzen hatte. ) zu ihrem Hausarzt gefahren hab (60km ein weg von mir), und ihr unterwegs Vorhaltungen gemacht hätte, warum sie sich nicht schon längst einen Arzt in ihrer Nähe gesucht hätte (unverschämt, ich weiss - wie kann ich es wagen, etwas anzusprechen wenn sie grad Rücken hat? Wenn sie nämlich keine Schmerzen hat will sie es auch nicht hören. Also soll ich doch bitte einfach immer brav die K* halten. 😠 ). Meine Antwort: "Ich hab Dich hingefahren, wir waren dort, und ich hab' dich auch wieder heimgefahren - hab' dich (Scherz!) auch nicht unterwegs ausgesetzt, also ist doch alles gut gelaufen. "

Daraufhin kam eine Antwort die mich bewog, das Gespräch - angekündigt - sofort zu beenden. Habe ihr dann Stunden später geschrieben, dass ich sie natürlich lieb hätte (*räusper. ), aber in dem Moment wäre es besser gewesen, das Gespräch zu beenden - sie könne sich melden wenn man etwas ruhiger wäre.

Sie hat es gelesen - und ignoriert. Nun wäre morgen der besagte 1x/Woche-Tag und ich frage Euch ob es ok geht diesen zu ignorieren, wenn sie sich bis dahin nicht gemeldet hat. Das antrainierte schlechte Gewissen bordet nämlich gerade wieder über. 💗🌹

09.04.2026 x 1 #1


6 Antworten ↓

boomerine
Ich weiß es ist leichter gesagt wie getan.
Ich würde es nicht tun. Heute.
Bin auch durch eine harte Schule gegangen.
Es wird dauern bis du das selber für dich akzeptierst.
Aber auch du bist ein Mensch der nicht kuscheln muss.
Es geht um dich.

x 1 #2


A


Habe meiner narzisstischen Mutter den Hörer aufgelegt

x 3


Nova_Sol
@cheldera deine Mutter scheint dir nicht zu gönnen, dass du jemanden gefunden hast. Da fragt man sich, ob sie sich wirklich wünscht, dass du einsam bist und es dir genauso schlecht geht, wie ihr. Finde ich sehr schade.. Ich würde niemals wollen, dass mein Sohn (egal in welchem Alter) sein Leben aufgibt um mich zu umsorgen etc. Klar, es ist für sie bestimmt auch alles nicht so leicht, aber die Kinder (du) haben ihr eigenes Leben und das sollte man als Elternteil gut finden. Besuchen tust du sie, aber sie muss ganz klar lernen, dass du nicht auf dieser Welt bist nur um ihre Tochter zu sein.

Auch wenn es hart ist und es dir bestimmt wehtun wird, was man ja auch daran sieht, dass du ihr direkt danach geschrieben hast, dass du sie lieb hast.. zieh es durch und zeig ihr deine Grenzen. Diese ist jetzt in dem Fall einfach erreicht und wenn du nicht möchtest, dass sie die immer wieder umwirft, bleib möglichst hart und zuhause, sofern sie sich nicht meldet und ihr euch aussprechen könnt. Ist für dich selber auch eine gute Übung für den eigenen Frieden und Selbstwert. DU bist auch wichtig.

x 1 #3


Luce1
Zitat von cheldera:
Das antrainierte schlechte Gewissen bordet nämlich gerade wieder über.

Deine Mutter macht Dir ein schlechtes Gewissen.

Merkwürdig finde ich - von Aussen betrachtet - sie kritisiert dich so stark, dass Du sogar das Telefonat abbrechen musst, und Du schreibst ihr später
“Ich hab Dich trotzdem lieb”.

Da scheint einiges im Argen … du schreibst ja auch “narzistisch” in Überschrift.

Wenn deine Mutter dir ein schlechtes Gewissen macht („Ich sitze hier ganz allein…“), kann das Druck erzeugen – aber ihre Einsamkeit oder Krankheit ist nicht komplett deine Verantwortung. Du bist ihr Kind, nicht ihre alleinige Betreuungsperson.

Wenn du dauerhaft mit schlechtem Gewissen rumläufst, zehrt das stark. Du darfst dir bewusst machen: Du bist nicht „schlecht“, nur weil du dein eigenes Leben führst.

x 1 #4


C
@Luce1 Ja, wie sehr da immer noch was im Argen liegt hab' ich gestern gemerkt. Der Einstiegssatz war ungünstig gewählt - und unrealistisch eigentlich auch. Inzwischen hat sie sich zwar per whatsapp kurz gemeldet (ihre Aussagen seien "unschön" gewesen...) , aber auch das werte ich mehr als Kalkül. Irgendwie kann ich gar nicht mehr anders, als ihr dauernd Berechnung zu unterstellen. 🙄

#5


Feuerschale
Hallo cheldera
Zitat von cheldera:
OK, das ist jetzt nicht so ein großes Drama. Für mich aber leider schon.

kann ich schon nachvollziehen...weil da soviele Gewohnheiten sind und Knöpfchen die angetitscht sind in einem.
Der Weg des geringsten Widerstands wäre, zu gefallen und zu spuren...das andere kostet etwas mehr Kraft, da ist was ungewisses dann.
Zitat von cheldera:
dass der unterschwellige Vorwurf aufkommt ich würde mich ja nie ungefragt als Putzhilfe/Pflegekraft etc anbieten

Das wiederholt sich ja öfters in deinem Text.
"sei freiwillig verfügbar". ja nee ist klar....
Nein man vereinbart Sachen und du hast auch Grenzen und eigenes.
Zitat von cheldera:
Und "dass es mir ja gut geht, ich würde ja NICHT allein zuhaus sitzen weil ich ja "einen hätte". Ich fühl' mich dann so schuldig (ernsthaft)

Sie scheint ernsthaft unzufrieden zu sein...Aber dafür kannst du nichts, du bist nicht der Prellbock und auch nicht die Erlöserin oder so. Und du darfst dein Leben leben....Außerdem räumst du ihr doch schon Hilfe und Zeit ein.
Zitat von cheldera:
und im Grunde will sie den Kontakt ja auch gar nicht mehr, so "wie ich jetzt wäre würde ihr das sowieso nichts mehr geben".

Das ist ja mal richtig frech und unverschämt eigentlich.
Du sollst nur da sein, wenn sie dich hat wie ein dressiertes Hündchen oder was?
Es sind halt alles so Vereinnahmungsversuche...und sie untergraben deine Entwicklung/Souveränität.
Sie machts wahrscheinlich nicht bewusst nur für dich würde ich dir raten, dass du es nicht zu sehr an dich
ranlässt und bei deinen Grenzen und deiner Klarheit bleibst.
Zitat von cheldera:
Nun wäre morgen der besagte 1x/Woche-Tag und ich frage Euch ob es ok geht diesen zu ignorieren, wenn sie sich bis dahin nicht gemeldet hat. Das antrainierte schlechte Gewissen bordet nämlich gerade wieder über.

Vielleicht wäre es mal eine Übung. Dass du aushältst dass du nicht automatisch zur Verfügung stehst und nicht jedes Verhalten duldest. Du hattest dich abgegrenzt im Gespräch, du hast hinterher nochmal erklärt und Verbindung gesucht und wenn dir morgen nicht nach gemeinsamer Zeit ist bzw sie dann vielleicht eh nur rumbockt(?) würde ich es vermutlich auch mal ausfallen lassen.

Ist interessant wie dann das Gewissen in einem rumort....hab sowas auch schon durch und es dauerte lang...aber wenn man merkt, eigentlich passiert nix...ggf kommt dann doch irgendwann etwas mehr Respekt, dass du ein eigenständiger Mensch bist. kann es eine neue Gewohnheit werden. Dass Optionen da sind, sich zu verhalten.

Bzw in meinem Fall war es so, dass dann statt Überordnung Unterordnung kam....fand ich auch irgendwie komisch...aber das war halt das TIcken des Gegenübers, ich krieg meinen Willen oder du kriegst deinen....dass beide auch parallel existieren, mit Unterschieden, was kooperativ aushandeln, das ist halt meistens weit weit weg...

Gute Nerven auf jeden Fall. 👍

#6


B
Zitat von Nova_Sol:
deine Mutter scheint dir nicht zu gönnen, dass du jemanden gefunden hast.

das kenne ich. Das wurde mir sogar mal so nebenbei gesteckt, dass es Zweifel gäbe, dass sie die richtige für mich wäre. So als ob andere das für mich aussuchen sollten und ich nicht wüßte was ich tue. Für mich war das sowieso von Anfang an klar, dass das nichts für ewig ist, so sehr ich es mir auch gewünscht habe. Aber diese übergriffige Früsorge, so als sei ich noch das Kind, auf das Mutter aufpassen muss, weil sie ihr Kind ja so sehr liebt und dafür auf geliebt werden will, dieser Anspruch und die Ansprüche, und dass das nie aufhörte und immer nebenbei angesprochen werden musste, das war mir irgendwann zu blöd, und da habe ich zwar abgehoben, aber nicht geantwortet und wieder aufgelegt. Das war vor über 10 Jahren. Seitdem Ruhe, endlich. Denkste. Dann wurde mir im Internet hinterherspioniert, und das war schon stalkig. Da habe ich mich weitestgehend anonymisiert und musste auch einiges aufgeben.

Ja, es ist hart. Die eigene Mutter. Aber sie war meine Mutter, als ich Kind war. Jetzt nicht mehr. Das nennt sich Emanzipation und führt zur Eigenständigkeit. Wer damit nicht klar kommt hat ein Problem.

Denn das schlimmste was dabei passieren kann ist, dass sie Bestätigung bekommt, wenn du Fürsorge brauchen solltest, und anstatt der staatlichen die deiner Mutter in Anspruch nimmst. Dann wird dir vorgeworfen, dass du dich nicht um sie gekümmert hättest. Sie ist eigenständig, so wie wir alle. Sie braucht keinen, bzw. bekommt wenn dann stattliche Hilfe. Dich in eine moralische Abhängigkeit drängen ist grundlegend abzulehnen. Das kann zu Helfersyndrom führen und das macht dich kaputt.

Das Telefon einfach auflegen ist emanzipatorisch.

#7





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