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omegaman
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Hallo,

in einem anderen Thread kam das interessante Thema Opferrolle auf.
Da es dort eigentlich "OT" war, möchte ich hier nun einen kleinen Thread dazu eröffnen.

Meine These dazu:

Die Opferrolle, sie steht auch im Zusammenhang zum Krankheitsgewinn, ist eine der verwerflichsten Rollen, denen sich ein Mensch in seinem Leben hingeben kann.

Jeder, der sich aus freiem Willen, die (oder eine) Opferrolle selbst auferlegt, übernimmt damit die volle und schuldhafte Verantwortung für seine Probleme, seine Krankheit und der momentanen Lebenssituation.

Natürlich kann man Aufgaben im Leben bekommen (oder haben), diese werden dann oft im umgangssprachlichen Dialog/Austausch als "Probleme" bezeichnet.
Aber niemals sollte man sich wegen seiner Aufgaben als (hilfloses) Opfer darstellen.

Die Problematik in einem Forum:

Wenn man versucht, seine Aufgaben oder seine Lebenssituation (zum Zweck des konstruktiven und positiven Austauschs) in einem Beitrag darzustellen, dann ist es oftmals unumgänglich auch weniger begrüssungswerte Zustände, Aufgaben und/oder Empfindungen zu beschreiben.

Dies kann dann natürlich dazu führen, dass man den Eindruck erweckt, hier eine Opferrolle zur Schau stellen zu wollen.

Es bleibt also immer eine Gratwanderung zwischen realistischer und erlich/offener Beschreibung/Darstellung, und der zu erwartender Interpretation des Lesers.

Hier ein kurzes und (zur Anschaulichkeit) leicht überzogenes Beispiel:

Ein Teilnehmer schreibt: "Ich fühle mich wie der glücklichste Mensch dieser Welt, und ich habe keinerlei Probleme oder Ängste"

Vor der Interpretation einer Opferrolle wäre diesr Teilnehmer natürlich in vollem Umfang geschützt, aber ob hier dann auch ein konstruktiver Dialog entstehen kann?

Opferrolle nein Danke . . .

Liebe Grüsse, omega

27.11.2009 #1


78 Antworten ↓
Christina

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Zitat von omegaman:
Hallo Christina

In erster Linie wollte ich von dem Begriff "Opferrolle" wegkommen.
Dieser wird leider allzuhäufig negativ gegen das "Opfer" verwendet.

Natürlich gibt es in der Realität Opfer, ich selbst habe 2001 im Krankenhaus Opfer kennengelernt (sexueller Missbrauch).

Hier war jedoch ein persönlicher Grund Auslöser für mein Threadthema:
Etwa 50% meiner Zeit und meiner Kraft hier im Forum muss ich dafür aufwenden, um mir nicht den Stempel Opfer (oder Opferrollenspieler) aufdrücken zu lassen. Ich empfinde mich nicht als Opfer, sondern als Betroffener von Erfahrungen, Erlebnissen und Lebensumständen.

Ich denke, viele erleben im Verlauf ihrer Krankheit Ähnliches, vielleicht nicht in einem Forum, aber im Privatleben und/oder in der Familie. (z.B.: "Stell dich nicht so an, spiele hier nicht das arme Opfer, blah, blah, blah ...")
Daher halte ich diese Thematik für interessant.

Liebe Grüsse, omega
In diese Richtung hatte ich relativ zu Beginn des Threads schon mal was geschrieben, was vielleicht im zwischenzeitlichen Geplänkel untergegangen sein mag. Bei Interesse:

Zitat von GastB:
Bei der "Opferrolle", die z.B. dem Threaderöffner öfter mal vorgeworfen wird, handelt es sich um eine selbstgewählte innere Haltung, indem gleichzeitig einer anderen Person (oder mehreren) eine Schuldzuweisung als böser Täter zugeschoben wird.
Auch wenn ich mich wiederhole (siehe mein erster Post), ich halte die Opferrolle keineswegs für so selbstgewählt. Sie ist i.d.R. keine bewusste Entscheidung, kein Theaterspiel, sondern eine Reaktion auf der Basis individueller Erfahrungen und aktueller psychischer Möglichkeiten.

Zitat von GastB:
Das hat nichts mit einem "Stempel" oder ähnlichem zu tun und wird nicht von außen vergeben oder "aufgedrückt". Es ist lediglich die Feststellung, die andere über die Art und Weise machen, wie der Betreffende die Dinge sieht.
Natürlich ist es ein von außen aufgedrückter Stempel. Gerade dadurch, dass andere eine Feststellung darüber machen, wie jemand Dinge sieht. Das ist nämlich nicht möglich - jedenfalls nicht in Verbindung mit einem Anspruch auf Wahrheit oder Objektivität. Man kann nur seinen Eindruck rückmelden, wie man glaubt, dass der andere die Dinge sieht. Und selbst das kann als übergriffig empfunden werden, wenn der Betroffene nicht um eine Analyse seiner Problematik gebeten hat, sondern sich vielleicht nur mal auskotzen wollte. Ist natürlich in einem Forum mitunter dumm gelaufen, denn welche Antworten man auf seine Beiträge oder Threads bekommt, kann man sich nunmal nicht aussuchen.

Zitat von vent:
Ich habe hier nicht alles gelesen und deshalb entzieht sich meiner Kenntnis, ob jemand bereits auf die glorreiche Idee gekommen ist einen Unterschied zwischen den Begriffen 'Opfer-Dasein' und 'Opfer-Rolle' zu definieren
Es wurde m.E. ein bisschen vermischt, dürfte aber schon klar sein, dass es um die Opferrolle geht. Mir ist z.B. in Lillys erstem Post Folgendes aufgefallen/aufgestoßen:
Zitat:
Insofern hat man auf die ein oder andere Art eine "Mitschuld" an den gegebenen Umständen. Frage: Was hast Du dazu beigetragen, dass man Dich bei dem 1 Eurojob derart behandelt? Hälst Du dem Löwen ein Stück Fleisch hin, beißt er zu.
Das sind einfach Fragen, die außerhalb einer Therapie (des Betroffenen) nichts zu suchen haben. Auch jemand, der in seinem kompletten Leben als die personifizierte (psychologische/soziologische) Opferrolle daherkommt, kann in irgendeiner Weise "richtiges", tatsächliches Opfer eines Täters werden, wird es sogar wahrscheinlicher als irgendjemand anderes. Und da von einer Mitschuld zu sprechen, missbraucht den Terminus "Opferrolle" zur Entlastung des Täters.

Zitat von vent:
Durch das Annehmen, das Sich-Selbst-Verleihen einer Opferrolle wird man zum Doppeltäter. Einmal verletzt man die eigene menschliche Würde, indem man einer mit Bewusstsein versehenen Anhäufung von bis zu 10 Billionen Zellen ihre Eigenständigkeit entspricht, zum Anderen qualifiziert man seine Nächsten als "Täter" ab.
Wenn man diese Rolle bewusst annimmt, also letzten Endes Theater spielt, hast du Recht. M.E. ist das aber nicht der Fall, sondern es ist eine unbewusste Lösungsstrategie in Ermangelung einer besseren. Bei Depressionen ist das bekannt, da spricht man sogar vom "Depressionspartner" - dem gegenüber der Kranke eine Opferrolle einnimmt.

Zitat von vent:
Warum demütigt man sich selbst auf diese Art und warum diese Feindseligkeit den anderen gegenüber? Na weil man sich davon Vorteile verspricht, warum denn sonst!
Ja, nur kann der Vorteil auch darin liegen, noch größeres Übel als die undankbare Opferrolle zu vermeiden. Aber nochmal: Das ist Gegenstand einer Therapie. Ansonsten und/oder in Abwesenheit eines besonderen Vertrauensverhältnisses ist es m.E. so gut wie nie hilfreich, jemandem eine Opferrolle zu attestieren und ihn damit als feindselig zu bewerten, es wird meist als beleidigend empfunden und ist ja wohl auch nicht als Kompliment gemeint.

Liebe Grüße
Christina

23.11.2009 15:46 • #42


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A


Die "Opferrolle"

x 3


Christina

Christina
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Zitat von pax:
Zitat von omegaman:
Wenn man von sehr vielen "Gegnern" umgeben ist, dann passiert es schon einmal, dass man einfach nur noch wild um sich schlägt, auch ich bin davon nicht frei.

Das hatte ich schon mal angedeutet. Wobei das nun für mich nicht als Entschuldigung dafür gilt, dass unterschwellig beschuldigt und verletzt wird. ( Meine subjektive Empfindung )
Dem kann ich mich nur anschließen.

Zitat von pax:
@christina
Zitat:
Der Thread hier war allgemein zum Thema "Opferrolle" formuliert. Eine Frage der Art "Findet ihr, dass ich eine Opferrolle einnehme etc.?"

Unterschwellig war das aber schon von mir so empfunden. Deshalb kommt ja auch die sachliche Diskussion hier nicht mehr so zustande. Leider.
Gut, dass es um die Verläufe anderer Threads ging, war klar. Dennoch fand ich es eindeutig, dass eine personenbezogene Auseinandersetzung mit dem Thema vom Threadstarter nicht gewünscht war. Dafür waren die Formulierungen m.E. zu nebulös und unpersönlich.

Zitat von GastB:
Dass die leichtfertige Unterstellung von "Mobbing" in sich als üble Nachrede bis Verleumdung strafbar ist, habe ich ihm hier vor Monaten schon ausführlich aber vergeblich zu erklären versucht. Omegaman benutzt einfach das Wort "Mobbing" für alle Aussagen, die ihm nicht passen. Damit stilisiert er sich schon wieder zum Opfer. Und mich (und gegebenenfalls andere) zum bösen Täter. Und DAS ist es, wogegen ich mich und andere verwahre, Christina. Omegaman kann machen, was er will, aber nicht auf meine und anderer User Kosten! Das ist nicht okay, das muss ich nicht dulden und das ist hier im Forum nicht okay!
Mit Meinungen über die Motive anderer bewegen wir uns hier alle im Reich der Spekulation, und wenn die Meinung keine gute ist, sind wir denn auch schnell bei übler Nachrede oder u.U. Verleumdung. Insofern nur gut, dass das Strafrecht nicht so 1:1 auf Foren übertragbar ist, in denen die Mehrheit der User komplett anonym bleibt. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man sich wegen Beleidigungen beschweren kann und ansonsten nicht auf jeden Beitrag einsteigen muss.

Zitat von GastB:
Ich finde es auch überhaupt nicht gut, wenn hier User von jemandem (wie Omegaman z.B.) ständig darin bestärkt werden, die Welt und die Menschheit in düstersten Farben zu sehen. Das empfinde ich als Verleumdung der Menschen. So schlecht sind die Menschen nämlich nicht. Es gibt viele "ganz liebe" Menschen, und noch mehr ganz nette Menschen. Und es führt nie zur Heilung oder seelischen Besserung, wenn man das Gegenteil annimmt.
Was auch immer jemand schreibt, sagt immer mehr (oder sogar nur) über den Schreiber aus, als über das, worüber er schreibt. Traurig, wenn jemand alles so düster sieht, aber es ist zum Glück nie die einzige Meinung hier im Forum. Ich glaube, da überschätzt du die Wirkung Einzelner.

Zitat von GastB:
@ Christina
Auch meine Leidensfähigkeit ("Geduld") ist irgendwann mal erschöpft. Was vent schreibt, ist völlig richtig: Das läuft jetzt schon seit insgesamt mind. 2 Jahren so - und ist einfach zu viel.
Ich habe das so nicht mitbekommen, halte mich aus solchen Querelen auch gerne raus. Für mich gibt es hier im Forum vielleicht zwei User, mit denen ich nicht kommunizieren möchte. Das lasse ich dann bleiben und melde mich in Threads, in denen sie aktiv sind, nur sparsam zu Wort, wenn überhaupt. Das mag gegenüber Usern mit sehr vielen Beiträgen nicht so leicht sein, aber es ist doch grundsätzlich machbar, zumindest deren Threads zu ignorieren, oder? Dass gegenseitige Anklagen rein gar nichts bringen, lehrt doch eigentlich die Forenerfahrung.

Zum Schluss möchte ich noch betonen, dass ich nicht so genau weiß, wer wen wann wie beleidigt, gemobbt oder sonstwas hat. Ich bin sicher, die Beteiligten werden in der Lage sein, das unter sich oder mit Hilfe der Mods zu klären. Mir ging es in diesem Thread v.a. darum, sich nicht psychologisch zu bewaffnen und Symptome oder Diagnosen zur Abwertung anderer zu missbrauchen. Das geht schnell in eine Richtung, die viele Angstkranke vielleicht kennen, dass man nämlich als "Gestörte/r" (in der Opferrolle oder ganz einfach mit einer akuten, zeitweise sehr abhängig machenden Panikstörung) nicht mitreden kann, die Klappe halten soll, keine Ansprüche zu stellen hat etc. Dass man wegen einer Erkrankung und ihrer Symptome insgesamt abgewertet wird und/oder dass jeder Hans und Franz meint, ungefragt an einem herumanalysieren und therapieren zu dürfen.

Liebe Grüße
Christina

24.11.2009 20:12 • #64


Zum Beitrag im Thema ↓


C
dazu finde ich den Link sehr interessant...
www.psycho-holistik.de/raus-aus-der-opferrolle.html

lg.Eva

#2


O
Noch ein kurzer Nachtrag (wegen fehlender Edit-Funktion):

In meiner Anfangszeit in diesem Forum, ich habe damals sehr offen über meine Beziehungsängste- und Beziehungs"aufgaben" berichtet,
wurde mir oft eine solche Opferrollendarstellung bescheinigt.

Ich habe hier liebe Diagnosen, wie "Du bist eben Beziehungsunfähig", aber auch sehr nützliche Tipps wie "Gehe doch einfach ins Kloster" erhalten.

Daher soll mein Opferrollen-Thread auch ganz nebenbei das allgemeine Nachdenken fördern.

#3


elster
Ich glaube nicht, dass es "beziehungsunfähige Menschen" gibt, es muß nur der Richtige/ die Richtige kommen.
Als Mensch, der Probleme hat, wirkt man anders als ein heiterer, frühlicher Typ, gerät deshalb leichter in die Opferrolle, weil Denkmuster wie "ich bin nichts wert, hab´zu nichts gebracht" eben auch eine gewisse demütige Ausstrahlung mit sich bringen und die auf andere und das ganze Leben drumherum auch abfärbt. Das muß man nicht mal mit einem bewußten Dialog provozieren, manche ergeben sich eben einem vermeintlichen Schicksal, weil sie fatalerweise nichts anderes gewohnt sind. Anderen kommt das gelegen, weil sie gerne jemanden haben, auf dem sie herumtrampeln können in der einen oder anderen Art und Weise. Als Opfer wird man nicht geboren, also kann man sich auch ändern.

#4


C
Wenn man einen Menschen versucht in die Opferrolle zu drängen,also quasi ihn diesen Stempel aufdrücken zu wollen, befindet sich dieser doch automatisch in der Täterrolle....

Oder denk ich jetzt am Thema vorbei....??




habe mich noch nie intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt bin aber gespannt ob ich etwas positives für mich daraus lernen kann.

#5


elster
Das ist schon eine heikle Sache, denn oft wird man vom Opfer zum Täter und umgekehrt. Weil man selber Probleme hat und ein Schwächerer daher kommt, drängt man den dann in die leidvolle Rolle um selber herauszukommen, nach dem Motto "ich hatte es schlecht, jetzt bin ich froh, dass der/die es schlechter hatte und lasse endlich mal an dem meinen Frust raus". Ich denke, die Übergänge sind fließend und bedingen manchmal einander.

#6


L
Ich denke:
1. Die "Opferrolle" ist in der Regel unbewußt. Deshalb, omegaman, fühltest Du Dich in dem genannten Thread vielleicht auch falsch beurteilt!
2. Unterliegt dieser Begriff inzwischen leider oft einem "hobbypsychologischen Wissen" und wird schnell in den Raum geworfen.
3. Gibt es auch Theorien, die besagen, dass die Opferrolle nie nur einfach eine Opferrolle ist. Das bedeutet, dass jedes Opfer gleichzeitig Täter ist und jeder Täter gleichzeitig Opfer ist.
4. Was letztendlich aussagt, dass jeder seinen Teil zu allem dazu beiträgt. Insofern hat man auf die ein oder andere Art eine "Mitschuld" an den gegebenen Umständen. Frage: Was hast Du dazu beigetragen, dass man Dich bei dem 1 Eurojob derart behandelt? Hälst Du dem Löwen ein Stück Fleisch hin, beißt er zu.
5. Ist die Opferrolle letztendlich auch eine Entscheidungssache. Nehme ich diese Rolle überhaupt an? Denn ihre Existenz ergibt sich allein aus der Tatsache, dass man sich als Opfer empfindet, selbst wenn es einem nur in gewissem Sinne bewußt ist.
6. Wobei die Begriffe "Opfer" und "Opferrolle" aber auch einer individuellen Definition unterliegen.
7. Ist es ungeheuer schwer, durch das Dickicht zu blicken, wenn man mitten in der Sche...e sitzt. Will sagen, Du hast nach Deiner Ansicht versucht, Auszüge aus Deinem Leben möglichst sachlich und objektiv darzustellen, trotzdem kann schon alleine das für sich den Hinweis auf eine mögliche Opferrolle geben.
8. Will sagen, zur Darstellung von Sachverhalten, ohne in eine Opferrolle gepresst werden zu wollen oder sich selbst unbewußt hinein zu begeben, gehört somit IMMER die Darstellung zweier Seiten.
9. Das Thema "Fahrweg" bzgl. der Beerdigung Deines Stiefvaters ist für mich ein sehr gutes Beispiel für eine "Opferrolle". (wenn ich auch nicht in Deine Vergangenheit involviert bin)
10. Hast Du trotzallem mein vollstes Verständnis, denn sich nach langjähriger "Erkrankung" als alleinlebender Mensch nicht als Opfer der Umstände zu sehen, würde fast einer Heilung gleichkommen.
11. Ergibt sich für mich trotzallem auch immer wieder die Frage, ob die Opferrolle nicht doch eine Art Realität ist (im Sinne von Schicksal usw.) oder ob es lediglich eine Grundhaltung ist, wobei das eine das andere nicht unbedingt ausschließen muss.

#7


O
Hallo

@Lilly42:

Ich wollte hier den Begriff Opferrolle allgemeingültig erörtern, also nicht absolut auf mich bezogen.
Bei meinem kurzem persönlichen Beispiel kann ich selbstverständlich die Diagnose Beziehungsunfähig und den Ratschlag Kloster falsch verstanden haben.
Aus diesem Gründen habe ich ja auch von lieben und nützlichen Beiträgen geschprochen.

Wenn man eine Oferrolle nicht freiwillig annehmen muss um sie zu haben, wie du es in Bezug zu meiner Beerdigungssache schreibst, dann hätte man ja, völlig egal was man fühlt, denkt und tut, überhaupt keine Möglichkeit sich einer verwerflichen Opferrolle zu entziehen.

Man würde dann, alleine durch den Versuch nicht in eine Opferrolle zu geraten, doch wieder auf einer anderen Ebene zu einem Opfer werden.
Nämlich zum (Rechtfertigungs - und Verteitigung) Opfer der von aussen zu unrecht zugewiesenen Opferrolle.

@Chaosfee:

Du bringst mein gerade Gesagtes genau auf dem Punkt.

Wenn man einem Menschen versucht den Opferrollen-Stempel aufzudrücken (er sich aber nicht als jammerndes, hilfloses und bedauernswertes Opfer fühlt, und auch nicht so gesehen werden möchte), dann bringt man ihn damit sogleich wieder in eine neue Opferrollengefahr gegen die er sich wehren muss. Dies kann in einer endlosen Folge dann so weitergehen, denn der einzige Rettungsweg für das vermeintliche Opfer wäre an dieser Stelle den Dialog abzubrechen, womit er aber (durch Resignation und Rückzug) schon wieder in einer neuen Opferrolle wäre.

Es gibt also absolut keine realisirbare Möglichkeit für den Betroffenen, der Vergabe dieses verwerflichen Opferstempels zu entrinnen. Man kann sich nur für sich selbst seiner wahren Rolle bewusst werden, und sich nach aussen mit einem passenden Lächeln dagegen abschotten.

Wer in diesem Spiel nun die Täter sind, möchte ich hier nicht näher beschreiben.

Nun ja, bei näherer Betrachtung kann einem dabei wohl auch der Kopf ins schwirren geraten.

Liebe Grüsse, omega

#8


C
das heisst also auch wenn man sich mal total mies und traurig fühlt,was ich persönlich nicht als Schwäche sehe,sollte man lieber den Glücklichen und fröhlichen mienen ...um damit weiteren konfrontationen aus dem Weg zu gehn.
Das mit mies und traurig sollte jetzt nur ein beispiel sein ...

lg.Eva

#9


O
Hallo Chaosfee

Ich muss an dieser Stelle einfach einmal deinen Weitblick bewundern.

Ja, du hast mit dieser (eigentlich absurden) Erkenntnis leider vollkommen recht.

Um es kurz aber sehr verständlich zu Beschreiben:

Wenn man ein Problem (positiv=Aufgabe) hat, oder aus verschieden Gründen einfach nur einen schlechten Tag (Stress, Angstatacke etc.) hatte, und dies einfach einmal in einem Gespräch loswerden will,

und wenn man dann in diesem Gespräch den Opferrollenstempel aufgedrückt bekommt (bzw. sich dagegen wehren muss),

dann hat man am Ende des Gesprächs zwei Probleme (Aufgaben) oder Stressfaktoren.

(Hat man zugleich mehrere Gesprächspartner, dann können aus dem einen Problem/Aufgabe auch schon einmal viele Probleme/Aufgaben werden, bis man dann zuletzt wirklich in einer massiven Opferrolle ist - obwohl man am anfang des Tages vielleicht nur leichte Kopfschmerzen gehabt hat oder das Kleingeld für den Zig. gefehlt hat)

Übrigens:
Genau auf diesen Punkt wollte ich auch ursprünglich mit meinem Opferrollenthread aufmerksam machen.

Liebe Grüsse, omega

#10


L
Sorry, aber ich glaube, wir haben da vollkommen verschiedene Ansichten, was man unter "Opferrolle" versteht und reden derbe aneinander vorbei.

#11


O
Und noch ein kleiner Nachtrag zum Nachdenken:

Sagt der Mörder zur Leiche:
"Selber schuld, wenn du wieder mal die Opferrolle spielst" . . .

Allen für heute eine gute Nacht und liebe Grüsse, omega

#12


L
Der Satz ist uralt, aber trotzdem ist diese letzte Bemerkung all dem gegenüber, was ich geschrieben habe, ziemlich abwertend.

#13


S


lg suma

#14


Christina
Zitat von omegaman:
Meine These dazu:

Die Opferrolle, sie steht auch im Zusammenhang zum Krankheitsgewinn, ist eine der verwerflichsten Rollen, denen sich ein Mensch in seinem Leben hingeben kann.
Hm, ich finde es erstens unangebracht, hier moralische Wertungen ins Spiel zu bringen, zweitens halte ich nur eine Rolle für verwerflich: die des Täters... Aber überhaupt ist es mit der sog. "Opferrolle" wie mit dem Krankheitsgewinn - es werden Begriffe, die in der indivuellen Psychotherapie beschreibend und nicht wertend gebraucht werden (sollten!), in der Alltagspsychologie in Vorwürfe umgewandelt. Das Opfer wäre nicht zum Opfer geworden, wäre es nur mit aufrechterer Körperhaltung und weniger gesenktem Blick durchs Leben gegangen, der Kranke wird geheilt, wenn man ihm seinen Krankheitsgewinn verwehrt. Dabei sind beide Konstrukte eigentlich dazu gedacht, dem Betroffenen zu helfen, aus seiner desolaten Situation herauszukommen.

Zitat von omegaman:
Jeder, der sich aus freiem Willen, die (oder eine) Opferrolle selbst auferlegt, übernimmt damit die volle und schuldhafte Verantwortung für seine Probleme, seine Krankheit und der momentanen Lebenssituation.
Man agiert und reagiert in allen möglichen Situationen doch immer nur so gut man eben kann. Da ist auch die Opferrolle nichts, wozu man sich aus freiem Willen entscheidet, als gäbe es noch zig andere Optionen. Sie ist vielmehr die Konsequenz aus vorangegangenen Erfahrungen und aktuellen Möglichkeiten. Trotzdem kann sie eine negative Konsequenz sein und Probleme verschärfen. Und: Die Opferrolle ist ein Symptom - ganz typisches Symptom einer Depression z.B. Die wird nämlich u.a. auf "erlernte Hilflosigkeit" zurückgeführt, die wiederholte Erfahrung, den Umständen hilflos ausgeliefert zu sein. Dazu gibt es gruselige Experimente mit Hunden, die "depressiv" gemacht wurden...

Zitat von Lilly42:
3. Gibt es auch Theorien, die besagen, dass die Opferrolle nie nur einfach eine Opferrolle ist. Das bedeutet, dass jedes Opfer gleichzeitig Täter ist und jeder Täter gleichzeitig Opfer ist.
4. Was letztendlich aussagt, dass jeder seinen Teil zu allem dazu beiträgt. Insofern hat man auf die ein oder andere Art eine "Mitschuld" an den gegebenen Umständen. Frage: Was hast Du dazu beigetragen, dass man Dich bei dem 1 Eurojob derart behandelt? Hälst Du dem Löwen ein Stück Fleisch hin, beißt er zu.
Ich denke, man muss sehr aufpassen, in welchem Kontext man von der Opferrolle spricht. Es ist z.B. völlig okay und konstruktiv, wenn in der Psychotherapie herausgearbeitet wird, ob bzw. dass man sich in bestimmten Situationen in die Opferrolle drängen lässt oder sogar "freiwillig" hinein begibt, weil man sich vielleicht nicht anders als passiv-autoaggressiv zu wehren weiß. In dieser Situation ist es dann auch hilfreich, zu überlegen, inwiefern das eigene Verhalten ein bestimmtes Täterverhalten herausfordert oder begünstigt. Dann kann man sich in Zukunft zwecks Selbstschutz anders verhalten.

In einem Forum findet aber keine Psychotherapie statt. Und auch wenn man versucht, gegenseitig Tipps zu geben, den anderen mehr oder weniger zu analysieren (auch in bester Absicht), fehlen der geschützte Rahmen, das besondere Vertrauensverhältnis und der eindeutige Therapieauftrag, so dass aus der Rückmeldung schnell eine Bewertung wird. Es kann m.E. hier nicht um "Mitschuld" gehen. Der Täter ist kein Tier, kein Löwe, er unterliegt nicht (nur) seinen Instinkten, sondern er ist ein Mensch, der die volle und alleinige Verantwortung dafür trägt, ob er zum Täter wird oder nicht. Wenn das Opfer ein "leichtes" Opfer ist - um so schlimmer.

Zitat von omegaman:
Wenn man versucht, seine Aufgaben oder seine Lebenssituation (zum Zweck des konstruktiven und positiven Austauschs) in einem Beitrag darzustellen, dann ist es oftmals unumgänglich auch weniger begrüssungswerte Zustände, Aufgaben und/oder Empfindungen zu beschreiben.
Es kann natürlich auch sein, dass Leser den Eindruck haben, man mache es sich mit bestimmten Einstellungen oder Verhaltensweisen unnötig schwer. Je nachdem, in welche Begriffe diese Rückmeldung dann verpackt wird, kommt sie als Wertung daher oder wird so verstanden.

Zitat von omegaman:
Vor der Interpretation einer Opferrolle wäre diesr Teilnehmer natürlich in vollem Umfang geschützt, aber ob hier dann auch ein konstruktiver Dialog entstehen kann?
Vor Interpretationen gleich welcher Art kann man sich nur durch den Abbruch der Kommunikation wirksam schützen. Das ist es m.E. nicht wert. Außerdem ist eine Interpretation immer nur das, was ein anderer meint, man kann sich davon abgrenzen, und die Realität spiegelt eine solche Meinung auch nicht wider.

Liebe Grüße
Christina

#15


O
Hallo

Eigentlich schade, dass dieser Thread nun auch wegen Sticheleibeiträgen einiger Teilnehmer aus dem Ruder läuft.

Das Thema "Opferrolle" ist, im Besonderen für Angst- und Depressionspatienten ein interessantes und wichtiges Thema,
da man oft von aussen in diese Rolle gedrängt wird, und sich die eigene Situation dadurch oftmals verschlimmert.

Dies wollte ich in meinem Thread zum Thema und zum Austausch stellen.

Dass sich hier nun, durch ein von mir zur Verdeutlichung verwendetes "Beispiel" Teilnehmer persönlich angesprochen (und abgewertet) fühlen, ist mir völlig unverständlich.

Liebe Grüsse, omega

#16


E
Hallo,

welchen "Krankheitsgewinn" erreiche ich durch die "Opferrolle"?

LG

Elsa

#17

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K
Hi Omegaman Ich verfolge deine Beiträge nun schon über einen längeren Zeitraum in vielen Threads bin auch durchaus beeindruckt von dir kann auch vieles nachvollziehen aber will dir auch aufzeigen das du dich selbst unötigerweise ins Abseits katapultierst,,,auch hier im Forum.. Was tust du eigentlich für DICH im realen Leben?Und das Du ordentlich oft unbegründet und unötiger Weise,Sticheleien austeilst gegen einige MITUSER.Vieleicht solltest du mal über DICH nachdenken.Du scheinst mit dir und deinem Leben und den Menschen um dich herum sehr unzufrieden zu sein.

ÄNDERN kannst nur DU es allein!

In uns selbst liegen die Sterne des Glücks


MFG

Kira

#18


Christina
Zitat von Elsa:
welchen "Krankheitsgewinn" erreiche ich durch die "Opferrolle"?
Du stehst als die moralisch "Gute" da, die anderen oder die Umstände sind für deine Situation verantwortlich. Wenn du als Opfer sowieso keinen Einfluss hast, brauchst du gar nicht erst zu versuchen, etwas zu verändern. Wenn du es nicht versuchst, kannst du auch nicht scheitern. Damit ersparst du dir alle unangenehmen Gefühle, die mit einem möglichen Scheitern verbunden sind. In Beziehungen kannst du anderen ein schlechtes Gewissen machen, wenn du hilflos bist und leidest, oder sie veranlassen, sich besonders um dich zu kümmern, sich für dich einzusetzen etc. Natürlich alles um den Preis, dann auch wirklich hilflos und ausgeliefert zu sein und zu leiden. Das ist ja nicht gespielt.

Liebe Grüße
Christina

#19


O
Hallo

"Opferrolle" und Krankheitsgewinn können in einem Zusammenhang stehen,
die "Opferrolle" kann aber auch ein seperater und belastender zusätzlicher Zustand für den Betroffenen sein.

Opfer suggeriert automatisch auch den Begriff Täter.
Aber nicht alle unsere Probleme werden durch einen "Täter" ausgelöst.

Dies ist mit ein Grund, warum ich den Begriff Opferrolle als negativ einstufe.
Es gibt im Einzelfall natürlich Täter, aber es sollte keine Opfer (dies suggeriert hilflos und hoffnungslos) geben.
Der Begriff "Betroffene von Tätern" wäre hier wertfreier und weniger missverständlich.

@Kira:

Was ich im realen Leben für mich tue, das kann man hier im Forum nachlesen, ich finde diese Frage in diesem Thread auch ein bischen frech.

Und dass ich mittlerweile auf inhaltlich leere, und rein persönlich stichelnde Beiträge (siehe suma), etwas sauer reagiere, dass lase ich mir an dieser Stelle auch nicht verbieten.

Gerade dein Beitrag zeigt mir, dass hier ein dringender Handlungsbedarf besteht, solchen Sticheleien hier im Forum baldmöglichst ein Ende zu setzen, denn es kann ja wohl nicht sein, dass einige hier permanent sticheln dürfen, und dem Stichelopfer (Thema!) verboten ist darauf angemessen zu reagieren.

Liebe Grüsse, omega

#20


A


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