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449

moo
Jetzt

beginnt der Rest
unseres Lebens.

14.04.2023 19:19 • x 3 #81


moo


Nie

hätte ich gedacht
wie leicht es mal sein würde
diese Welt loszulassen.

Einfach die Augen zu schließen
und die Glieder zu entspannen.

Die Stimmen der Nachbarn
der Vögel Singsang
das Hundegebell
der Trockner in der Waschküche.

So müde
so träge
die Tage
die Wochen.

Wie lieb es mir war
das Leben.
Wie arg jede verpasste
Gelegenheit.

Wie sanft
geht es sich
ohne jede Gelegenheit
sich auszudrücken.

Wie schwer
ist manche Restfreude
noch ernst zu nehmen.

Wie still
ist es in mir

jetzt schon.

16.04.2023 18:58 • x 5 #82


A


Offenes Visier

x 3


moo


Keine Option

Ohne Horizont
verlören wir die Orientierung
heißt es.

Ohne Nahrung
gingen wir
jämmerlich zugrunde.

Ohne Partner -
der Sinn des Lebens
- dahin.

Ohne Ziel
keine Richtung.

Ohne Auftrag
keinen Wert.

Ohne Mit
ist keine Option.

Der Schatten
könnte auch
das echte Leben sein.

Die Lüge
die reine Wahrheit.

Die Gewissheit
nur Schall und Rauch.

Der Rausch
die Nüchternheit
von der Vernunft.

Der Blindflug
die Aussicht
in ein Ende

ohne Ende.

28.04.2023 17:30 • x 3 #83


moo
Kentucky Avenue Tom Waits - Live 1979



Kommentar auf YT:

This is definitely biographical -- about a friend he had as a youth. I think many of us can identify with his emotion about his young friend as he describes the antics they can only dream of and how he wishes his friend weren't hindered by the shackles of polio. He even breaks down near the end when he can do nothing but continue on the piano chorus when he leaves out the line that he carved his initials on his arm with a rusty nail. Tom's heart is showing because in that moment it's breaking.

Text:

Eddie Graces Buick got four bullet holes in the side
And Charlie Delisle sittin' at the top of an avocado tree
Mrs. Stormll stab you with a steak knife if you step on her lawn
I got a half pack of Lucky Strikes, man, so come along with me
Lets fill our pockets with macadamia nuts, then go over to Bobby Goodmansons
And jump off the roof Hilda plays *beep* Pkr and her mamas across the street
Joey Navinski says she put her tongue in his mouth
Dicky Faulkners got a switchblade and some gooseneck risers that eucalyptus is a hunchback
There's a wind up from the south
So let me tie you up with kite string and I'll show you the scabs on my knee
Watch out for the broken glass, put your shoes and socks on and come along with me

Lets follow that fire truck
I think your house is burnin' down
Then go down to the hobo jungle
And kill some rattlesnakes with a trowel
We'll break all the windows in the old Anderson place
And steal a bunch of boysenberrys
And smear 'em on our face
I'll get a dollar from my mamas purse
And buy that skull and crossbones ring
And you can wear it around your neck
On an old piece of string

Then we'll spit on Ronnie Arnold
And flip him the bird
And slash the tires on the school bus
Now don't say a word
I'll take a rusty nail
And scratch your initials on my arm
And I'll show you how to sneak up on the roof of the drugstore

I'll take the spokes from your wheelchair
And a magpies wings
And I'll tie 'em to your shoulders and your feet
I'll steal a hacksaw from my dad
And cut the braces off your legs
And we'll bury them tonight in the cornfield

Put a church key in your pocket
We'll hop that freight train in the hall
And we'll slide all the way down the drain
To New Orleans in the fall

02.05.2023 18:26 • x 1 #84


Chingachgook
Manchmal wirkt er auf mich wie ein moderner Jack London, dieser Tom Waits.
Schnittmenge war in dem konkreten Text hier das Wort Hobo ( Landstreicher), das ich aus Londons Abenteuer des Schienenstranges kenne.
Nur muß Waits nicht in der Weltgeschichte rumreisen und segeln.
Der ganze Erdball ist kartografiert und vermessen. Das Abenteuertum und das Fernweh haben ihre Gültigkeit und Faszination verloren.

Waits weiß das und widmet sich konsequenterweise seinem engsten Umfeld, weil es hier noch viel zu entdecken gibt.
Wenn das Fernglass keine neuen Erkenntnisse mehr bringt, dann vielleicht die Lupe...........

05.05.2023 12:12 • x 3 #85


moo


Zeit zu gehen

wohin
das Geschrei nicht reicht
der Lärm verstummt
der Wahnsinn nicht länger regiert.

Wo
die Mittel genügen
ein Stück Brot
eine handvoll Oliven
und die Zikaden ums Haus.

Wo
die Worte verblassen
ob der Schönheit
der Natur und ihrer eigenen Stille.

Wo
das Leben und der Tod
so nah
und so unbegreifbar friedlich.

Wo
es endet
was uns zerstreut.

09.05.2023 16:09 • x 5 #86


moo


Noch einmal

hinaus zu blicken in die Welt
die vor uns liegt

zurück
dahin woher wir kamen
auf dem Weg
zu uns.

Die alten Mauern
umgeben
eine Freiheit
so ungeahnt und unverhofft -

je kleiner der Traum
desto größer das Glück

nichts zu brauchen
als den nächsten Atemzug

bis zuletzt - dank Dir.

24.05.2023 16:36 • x 4 #87


moo


Sommertag

Mit schlafwandlerischer Sicherheit
vieler langer Jahre
den Stock dankbar
in der leicht zitternden Hand
geht er seiner Wege.

Tief dunkel die Sonnenbrille
scharf und kratzig
die Toscanello
kühlend die Bartstoppeln
die Schiebermütze
aus weichem Gras.

So viel gesehen
gelernt
so viel wegzusehen
zu vergessen
zu lassen
verlassen zu werden
zu verblassen.

Zufrieden
wie der Kater
am angestammten Platz
zufrieden
mit diesen warmen Sonnenstunden
zufrieden
mit
der letzten Rose dieses Sommers
der letzten Runde auf dem Karussell.

03.06.2023 10:23 • x 4 #88


moo


Sie fehlen -
die Worte
für dieses Leben.

Und diese
meine Worte
sind schon lange tot -
waren sie je lebendig?

Nur
im Schweigen
finde ich Trost
dort
endet der Zwist
der Gedanken
der Gefühle.

Sei still
sag nichts

sag nichts.

13.06.2023 19:01 • x 3 #89


moo


Resterampe

Der Bärtige
in der zu großen Hose
- Cord -
an ausgeleierten Trägern
unter dem Behelfspavillon
dutzende Male
täglich
die selben Hinweise:

Elektroschrott dort hinten
Batterien gleich hier vorne
Papier ein paar Straßen weiter
Glas genauso
oh - ein Zinnkrug - na, zeig mal her...

Bei Wind und Kälte
Regen
Schwüle
Blitz und Donner
harrt er der Dinge
die da kommen
und den Leuten
die wieder gehen.

Herr über das
was wir hinterlassen
auf unserem Weg

durch ein erfolgreiches Leben.

23.06.2023 15:12 • x 4 #90


moo


Standpunkt

Immer
wenn ich sie bemühe
die Worte
verfehlen sie
ihr Ziel.

Immer
wenn ich schweige
da ich weiß
dass kein Wort genügt.

Wo immer
ich agiere
ist es
zum Scheitern verurteilt.

Wann immer
ich beginne
endet es sofort.

Was ich weiß
verwirrt.

Was ich nicht weiß
beruhigt.

Ich blicke
hinter mich
da ist nichts
war nichts.

Ich blicke nach vorn
und erkenne

nichts als
mich.

30.06.2023 15:24 • x 5 #91


moo


Bis zuletzt

So allein der Weg uns scheint
so verbunden doch der Geist
mit allem.

So verbunden wir uns fühlen
die meiste Zeit
so allein wähnen wir uns doch
im stillen Augenblick.

Allein, zu zweit
gemeinsam, einsam -
es war und bleibt
wie es ist -

schwierig bis zuletzt.

07.07.2023 10:03 • x 5 #92


moo


Irgendwo

Hinter all dem Gesagten
Jenseits des Schweigens
Über aller Stille
In jedem Laut

endet dieses Leiden.

14.08.2023 19:10 • x 5 #93


moo


Leise

waren Deine Schritte
in mein Leben

Zögernd die Fragen
Deiner Augen

Wie ein Hauch
unserer beider Leben
die Berührungen

Flüchtig das Glück
das uns beschieden

Hätten wir Worte
dafür
sie gingen fehl

Wagten wir nie
den entscheidenden
Schritt

Wussten wir stets
es war vorbei

bevor es begann.

19.08.2023 10:16 • x 7 #94


moo


So leicht

mag es sein

das Buch zu beenden
das einen eben noch gefesselt

die Hand zu senken
die man einst so energisch hob

die Tür für immer zu schließen
durch die man so oft ging
unbedarft
gedankenlos

die welken Blumen
von Deinem Grab zu räumen

in die Zukunft zu blicken
befreit von der Hoffnung
auf Besserung
und der Angst
vor dem Schlimmsten

wenn der Nebel
sie langsam übernimmt
Deine Gedanken
Deine Ängste

Dein Ich.

24.08.2023 20:00 • x 3 #95


moo


Nie

sah ich meine Raserei
bis der Körper mir Einhalt gebot

Nie spürte ich Deine Hand
bis sie mich losließ

Nie dankte ich dem Tag
bis es endgültig dunkel blieb

Nie liebte ich die Menschen
bis Einsamkeit mich umgab

Nie fehlten mir die Worte
bis man sie mir verbot

Nie suchte ich die Wahrheit
bis sie mich fand

Nie öffnete ich die Augen
bis man sie mir verband.

22.09.2023 16:04 • x 8 #96


Tautropfen
Ich möchte mich einmal wieder zu Wort melden...

Du schreibst fantastische Lyrik.
Ich liebe es, wenn mich die letzten Zeilen überraschen. Du die Dinge auf den Punkt bringst.

Eine Bereicherung!

Danke Moo.

22.09.2023 17:22 • x 3 #97

Sponsor-Mitgliedschaft

Chingachgook
Wirklich tolle Zeilen, lieber @moo !

Ich würde meinen Hut ziehen, wenn ich einen tragen würde............

24.09.2023 10:49 • x 2 #98


moo
@Chingachgook Grazie mille...

Im Hut ist´s gut,
da ruht der Mut.
Drum tut man gut,
ruht man im Hut.

(sprach einst der Pumuckl )

24.09.2023 12:38 • x 2 #99


moo


Wenn

sie dann endgültig vergangen
die Zeiten
die Tage
die Träume

ich dann endgültig gegangen
woher noch nie jemand kam
zurück

Du wie ich vergessen
von allen
die ihrerseits bereits
vergessen

das Schweigen endlos
ohne Anfang auch

der Vorhang gesenkt
die Waffen gestreckt
für immer

jede Hoffnung
jede Angst
jedes Verzagen
und Klagen
verstummt -

dann.

26.09.2023 19:48 • x 4 #100


A


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