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Robinson
Zitat von Akin:
Also das sehe ich auch wieder anders, unerwiderte Liebe ist nicht der tot.. das leben geht weiter.. und warum sollte man nicht mehrere menschen lieben können..


Akin,
sehr schöner EingangspostPost.
Ich sehe das ganz genau so wie du.
Und ja, es schliesst auch mit ein, Verletzt zu werden und im schlimsten Fall Missbraucht.
Ohne dieses Risiko keine Liebe.
Liebe ist Bedingungslose Hingabe.
Das hat nichts mit "weltfremder Romantik" zu tun.
Viele verwechseln heutzutage aber Liebe mit einem Tauschgeschäft mit Mehrgewinn, und sind dann enttäuscht, wenn ihr "Haben" zu niedrig ausfällt.
Einige lieben auch nur das Gefühl, zu lieben und beides ist Egoistisch.
Liebe ist kein Hoffen auf Wunscherfüllung sondern einfach ein Gefühl.
Wer jemanden liebt, versucht nicht ihn gewaltsam zu verändern und ihn in seine Form zu pressen.
Man kann trotzdem den anderen auf Gefahren hinweisen, weil man ihn liebt.
Liebe nimmt nicht, Liebe gibt.

Noch mal, sehr schöne Zeilen von dir.

Gruss Robinson.

30.01.2020 18:05 • x 1 #21


Robinson
Zitat von Insorge:
Die Frage die ich mir stelle ist, wie kann man es schaffen, wenn man als Kind mangelnde (oder vielleicht sogar gar keine) bedingungslose Liebe erfahren hat, sich selbst bedingungslos zu lieben. Sich also auch zu lieben und liebenswert zu fühlen, wenn man jemanden mit Erwartungen an einen selbst enttäuscht hat, seinen eigenen Erwartungen nicht entspricht und/ oder von anderen Ablehnung erfährt.


Das ist schwer.
Denn man muss mindestens einmal diese Bedingungslose Liebe erfahren haben, um es fühlen zu können.
Mindestens einmal.
Sonst bleibt alles ein geistiges Konstrukt.

30.01.2020 18:21 • x 1 #22



Hallo Akin,

Bedingungslose liebe

x 3#3


Gaulin
Hey, ich denke, dass es auch wichtig ist welche Vorstellungen/Einstellungen von bedingungsloser Liebe haben. Auch wer sie erfahren durfte wird doch durch die Medien, der offenen Zeit, durch andere usw manipuliert. Wie oft sehen wir in Filmen, was wohl scheinbar Liebe zu sein hat. Aber denken wir das wirklich aus Erfahrung oder weil es uns so eingeblendet wird? Es wäre sehr interessant alte Leute/alte Paare dazu mal zu hören. Verschiedene Geschichten dazu usw. Aber unsere eigene Wahrheit oder Vorstellung erfahren wir dadurch auch nicht. Es ist ein sehr sehr großes umfangreiches Thema, was wohl jeder doch anders empfindet und doch gleich spüren will.

30.01.2020 20:29 • #23


Robinson
Zitat von Gaulin:
Es wäre sehr interessant alte Leute/alte Paare dazu mal zu hören.


Den Gedanken hatte ich auch.
Leider haben wir heutzutage zu viele Möglichkeiten wenns mal schwer wird in der Liebe ein EX und HOPP zu wagen, was eine gewisse Beliebigkeit hervorruft.
Mal ganz krass gesagt, wenn der Partner keine Sojamilch mag, hatt er pech, wozu gibt es x..

30.01.2020 20:46 • x 2 #24


Insorge
Hallo zusammen,
Zitat:
Denn man muss mindestens einmal diese Bedingungslose Liebe erfahren haben, um es fühlen zu können


Ich glaube da hast du recht. Eine emotionale Vorstellung davon habe ich, vermutlich weil ich sie zumindest phasenweise oder teilweise erfahren durfte. Schwer es in Begriffe zu fassen.

Kleine persönliche Beigabe:
Meine Mutter (Vater fiel aus) war psychisch krank (oft depressiv und war immer auf eine Sache ( Thema) oder einen Menschen fixiert und das andere lief so halbherzig nebenbei, was mit 3 Geschwistern und einem narzisstischen Stiefvater natürlich nicht gerade förderlich war, da der Stiefvater den Kampf um Aufmerksamkeit meistens gewann), aber sie konnte sehr emphatisch sein und in jenen Momenten, wo ich mit ihr alleine und sie nicht gerade mit was anderem beschäftigt war, da fühlte ich mich wirklich geliebt. Allerdings hatte in allen anderen Situationen das Gefühl, erst etwas tun zu müssen, um ihre positive Zuwendung zu bekommen. Wir Geschwister konkurrierten um ihre Zuwendung, denn irgendwie war sie nicht in der Lage sich uns allen gleichermaßen zuzuwenden. Ich denke daraus habe ich "gelernt", dass ich nur liebenswert bin, wenn ich gut bin, wenn ich was leiste oder für andere da bin. Meiner Mutter ging es oft schlecht und ich habe irgendwann ( als ich das bewusst registrierte) versucht sie zu "heilen" in der Hoffnung dann endlich ihre Liebe zu bekommen.

Jetzt wieder zum Allgemeinen:
Die Frage ist dann, ob es -für jene die keine bedingungslose Liebe oder zu wenig erfahren haben- im Erwachsenenalter nachholbar ist, wenn man jemandem begegnet, der einen bedingungslos liebt. Aber dazu müsste man es erstmal annehmen können, verstehen können. Ich weiß nicht wie gut das geht. Es ist leider auch nicht besonders realistisch (außer Jesus kommt auf die Erde und wendet sich einem ganz persönlich zu ).

Vielleicht reicht aber auch schon bedingungslose Akzeptanz durch andere Menschen zu erfahren. Menschen die eben nichts von einem erwarten und trotzdem positiv zugewandt sind. Das muss ja vielleicht nicht zwangsläufig Liebe sein.

@ Gaulin: Glaubst du wirklich es gibt zwischen Paaren bedingungslose Liebe?
Ich habe ja schon geschrieben, dass ich denke, dass es da nur "vollständige" Liebe, aber keine bedingungslose Liebe, gibt.
Was man in den Medien vorgelebt bekommt ist ja eine illusorisch romantische Liebe, aber das weiß man für gewöhnlich auch. Die Vorstellung von bedingungsloser Liebe ist bei mir jedenfalls nicht durch Medien geprägt, aber ich schrieb ja schon, dass ich diese auch nicht in Partnerschaften ansiedel.

30.01.2020 22:06 • x 1 #25


Gaulin
Zitat von Insorge:
Glaubst du wirklich es gibt zwischen Paaren bedingungslose Liebe?

Eben das meine ich ja, gibt es das überhaupt. Wie definieren wir Liebe überhaupt? Jeder einzelne hat doch seine gewisse Vorstellung davon bzw. eher Einstellung. Für manche ist es schon Liebe, wenn sie nur jemanden mögen und gemocht werden. Manche denken Abhängigkeit wäre Liebe. Dann gibt es viele für die Liebe so viel mehr ist. Aber ganz ohne Bedingungen? Geht das überhaupt?

30.01.2020 22:36 • #26


klaus-willi
Wenn man von Liebe spricht denken viele nur an einen Partner mit dem man auch Körperliche Liebe hat.
Die wahre Liebe ist meines erachtens aber anders.
Es kann auch die Schwester oder der Bruder sein.
Eltern haben ihren Kindern gegenüber oft die wahre Liebe denn ansonnsten könnte so ein Baby auch schnell zum Alptraum werden.
Liebe muß Bedingungslos sein.
Ein Glück wenn man sie erfährt aber auch ein tieferes fallen wenn man sie verliert.

30.01.2020 22:51 • x 1 #27


Insorge
Hallo
Zitat:
Wie definieren wir Liebe überhaupt?

Es gibt m.E. mehrere Arten von Liebe.

Vollständige Liebe: Zwischen Paaren, die die andere Person als Ganzes lieben und nicht nur Teilaspekte. Die Liebe konzentriert sich auf das Wesen und nicht auf ein bestimmtes, als angenehm empfundenes Verhalten oder Leistungen, die man bewundert oder als hilfreich für sich empfindet. Die Bedingung ist allerdings Zweiseitigkeit der Liebe und dass die Liebe des anderen sich so äußert, dass sie das eigene Selbstbild und den Selbstwert stabil hält (oder zumindest nicht kränkt).

Bedingte Liebe: (Zwischen Paaren oder Eltern gegenüber ihren Kindern). Die andere Person erfüllt einen bestimmten Zweck (Selbstwerterhöhung, sexuelle Befriedigung, Sicherheitsgefühl etc.). Wenn der Zweck nicht mehr erfüllt wird, wird Druck ausgeübt, damit die Person den Zweck wieder erfüllt oder die Beziehung wird beendet (beziehungsweise mit "Liebesentzug" bestraft).

Bedingungslose Liebe: Eltern gegenüber Kindern. Die Liebe beruht auf der natürlichen Verbindung. Sie gilt nicht einem bestimmten Verhalten, sondern wird durch das Zusehen an der "Lebendigkeit" genährt.Die andere Person wird dafür geliebt, dass sie da ist, dass sie existiert. Sie ist frei von der Vorstellung, wie die Person mal werden soll. Man sieht (mit Interesse) die Neigungen, Fähigkeiten und Schwierigkeiten der anderen Person und unterstützt sie darin sich zu entwickeln.

30.01.2020 23:28 • x 1 #28


Interessantes Thema. Ich bin jetzt 27 und habe mich erst vor 3 Jahren zum ersten Mal so richtig verliebt. Vor dieser Zeit hatte ich zwar immer wieder kurze Beziehungen oder Affären, jedoch war die Intensität ein ganz andere. Ich war überhaupt nicht eifersüchtig und hatte auch nicht dieses Kribbeln im Bauch wie vor 3 Jahren. Es war mehr so, dass man sich gegenseitig hübsch oder sympathisch fand.

Als ich mich vor 3 Jahren verliebte, hatte ich nicht nur dieses Kribbeln im Bauch, sondern auch das ständige Verlangen, meine Freundin zu sehen. Da waren wir noch nicht zusammen. Erst einige Tage später. Bei uns war das so, dass zuerst sie sich in mich verliebte und ich jedoch zu dieser Zeit noch nicht. Bei mir entwickelte sich die Liebe eher langsam, war dann aber unglaublich stark.

Neben dieser Liebe hatte ich jedoch Angst, diese Person zu verlieren. Ich hatte plötzlich Angst, ob sie vor mir jemanden eventuell auch geliebt hat. Ich stellt mir Fragen. Hat sie Ihren Ex mehr geliebt als mich? Geht sie womöglich dann wieder zu ihm zurück, weil da noch nicht abgeschlossen wurde? Ich hatte immer Angst, jemanden so sehr zu lieben wie ich es jetzt bei meiner Freundin tue. Genau welchen diesen Fragen.

30.01.2020 23:56 • #29


Robinson
Zitat von Insorge:
Vielleicht reicht aber auch schon bedingungslose Akzeptanz durch andere Menschen zu erfahren. Menschen die eben nichts von einem erwarten und trotzdem positiv zugewandt sind. Das muss ja vielleicht nicht zwangsläufig Liebe sein.


Meine Mutter war auch Depressiv.
Ich durfte sie nicht mal berühren.
Sie gab mir immer das Gefühl zu stôren.
Daher meine Schizoiden Züge.

Daher war die erste Liebe besonders schön und voller Angst vor Nähe.
Sie hat sich von meinem gehampel aber nicht abschrecken lassen.
Leider war das Aus dann auch besonders hart.
Und danach kam nur noch Rückzug.

Bedingungslose Akzeptanz habe ich selten gespürt.

31.01.2020 09:03 • x 1 #30


Insorge
Hallo Robinson,
dass deine Mutter durch ihre Depression so abweisend war tut mir sehr leid. Es gibt wohl nichts Schlimmeres für ein Kind, als sich vergeblich nach der Liebe der Mutter (oder des Vaters) zu sehnen. Kinder sind dabei bereit sich völlig selbst aufzugeben, sich nur nach den Bedürfnissen der Eltern zu richten und wenn das nicht hilft, folgt meist erlernte Hilflosigkeit in sozialen Beziehungen (Deprivation).

Oft bleibt die erste Liebe nicht bestehen. Aber wenn man Schwierigkeiten hat Gefühle und Nähe zuzulassen, weil man schmerzlichste Zurückweisung als Kind erfahren hat, ist es wohl sehr schwer den Verlust der Beziehung - wo man endlich bereit war sich dennoch einzulassen - zu verarbeiten.

Ich wünsche dir sehr, dass du irgendwann Nähe wieder zulassen kannst und darin nicht enttäuscht wirst.

Bedingungslose Akzeptanz ist auch sehr selten glaube ich. Am ehesten kommt sie vermutlich von Menschen, die mit sich selbst im Reinen sind ( sich selbst bedingungslos lieben) und ein großes Maß an Toleranz (auch gegenüber Menschen, die nicht der gesellschaftlichen "Norm" entsprechen) besitzen.

31.01.2020 16:59 • x 2 #31


klaus-willi
Zitat von Insorge:
Am ehesten kommt sie vermutlich von Menschen, die mit sich selbst im Reinen sind ( sich selbst bedingungslos lieben) und ein großes Maß an Toleranz (auch gegenüber Menschen, die nicht der gesellschaftlichen "Norm" entsprechen) besitzen.

Das hast du schön geschrieben.
Genau so ist es .
Lg

31.01.2020 18:28 • x 1 #32


Der größte Denkfehler unserer Zeit beim Thema Liebe ist, daß viele das Gefühl haben, das Liebe eine Voraussetzung einer Beziehung darstellt. Das ist falsch. Liebe ist das Ergebnis einer Beziehung zwischen zwei Menschen. Außerdem lohnt es sich nicht die Liebe als Substantiv zu sehen, sondern vielmehr als Verb, damit Liebe auch als Handlung, aktiv werden verstanden wird.

31.01.2020 18:53 • x 3 #33


Robinson
Zitat von Insorge:
Ich wünsche dir sehr, dass du irgendwann Nähe wieder zulassen kannst und darin nicht enttäuscht wirst.


Ich danke dir.
Es gab ja einige "Angebote", von wirklich netten Personen nur dieses Unbehagen blieb immer, dieses 'meint man mich?'
Es ist viel mutiger, Nähe zuzulassen als einen Kampf auszutragen.
Das Problem haben aber viele (hier).


Zitat von Insorge:
Hallo Robinson,
dass deine Mutter durch ihre Depression so abweisend war tut mir sehr leid. Es gibt wohl nichts Schlimmeres für ein Kind, als sich vergeblich nach der Liebe der Mutter (oder des Vaters) zu sehnen.


Wer das Stigma nicht gewollt zu sein trägt, muss immer kämpfen mit seiner Urscham.

Aber ich darf inzwischen auch Wütend sein darauf, dass es passiert ist, auch wenn die Eltern nicht "Schuld" sind.
Es ist aber passiert.
Früher habe ich für das immer Verständniss gehabt, sozusagen die Mutter in Schutz genommen.
Ich kannte es ja nicht anders.
Was für eine Last das war...

31.01.2020 19:23 • x 1 #34




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