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Anonym_2026

Anonym_2026
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Hallo,

ich war im Studium (Hochschule Bochum) ein ordentlicher Student. Ich hatte bis zur Bachelorarbeit einen Notenschnitt von 1,8.
Ich bin dann in der Bachelorarbeit mit einer Note von 3,7 fast durchgefallen.

Ich war schon während des Studiums depressiv, jedoch hatte ich Leute um mich. Beim Schreiben der Bachelorarbeit bin ich dann in ein Loch gefallen, weil ich alleine war. Ich konnte kaum schreiben, konnte mir keine Bücher holen, weshalb ich nur sehr wenige Quellen hatte. Ich wusste, dass ich mich falsch verhalte, jedoch konnte ich nicht anders. Ich kann es schwer beschreiben. Es war eine psychologische Überforderung.

Obwohl es schon lange her ist (2012), habe ich das Scheitern noch immer nicht verarbeitet. Das Scheitern von damals hat sich eingebrannt. Ich habe eine schwere Behinderung, keine Freunde, keine Familie. Leistung, wie z.B. ein Bachelor, ist der einzige Wert, den ich habe. Dass ich sogar daran eingenverschuldet gescheitert bin, in einem Fach (Marketing), das mir Spaß machen sollte, kann ich bis heute nicht verarbeiten.
Welche Möglichkeiten gibt es, sowas psychologisch zu verarbeiten?

Viele Grüße

• • 27.09.2026 #1


2 Antworten ↓

Donnie_Darko
Psychologisch etwas zu verarbeiten macht man meist in der Psychotherapie. Ich vermute jetzt einfach mal, dass dein Universitätsabschluss nicht das einzige das es zu verarbeiten gilt.

Auch wenn dich das sehr belastet, frage ich mich, wie glücklich du jetzt wärst, hättest du das Studium mit 1,0 abgeschlossen.

• x 1 #2


-juli
@Anonym_2026 ich studiere etwas, in dem ich in der Schulzeit fast immer eine 1 hatte, später oft sogar 15 NP. Ich bin nicht in deiner konkreten Situation, aber kenne das Scheitern aus anderen Gründen.

Ich habe u. a. ADHS, was es für mich extrem schwierig macht, Module anzugehen, die mich nicht interessieren, aber trotzdem absolviert werden müssen, außerdem habe ich noch Autismus und das macht Module, in denen viel Interaktion stattfindet und es laut ist (z. B. Sprachenkurse) zur Hölle. Ich habe dadurch krasse Schwankungen innerhalb meiner Bewertungen und bin auch schon mal in einer Hausarbeit im ersten Anlauf durchgefallen, weil der Text nicht fokussiert genug war. Passiert leider.

Wie man das gut akzeptieren kann, weiß ich noch nicht. Aber es ist insgesamt wichtig, dass du deinen Wert als Mensch wahrnimmst und erkennen lernst und dich über andere Faktoren als Leistung definieren lernst.

• #3






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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