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Anonym_2026

Anonym_2026
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Hallo,

ich war im Studium (Hochschule Bochum) ein ordentlicher Student. Ich hatte bis zur Bachelorarbeit einen Notenschnitt von 1,8.
Ich bin dann in der Bachelorarbeit mit einer Note von 3,7 fast durchgefallen.

Ich war schon während des Studiums depressiv, jedoch hatte ich Leute um mich. Beim Schreiben der Bachelorarbeit bin ich dann in ein Loch gefallen, weil ich alleine war. Ich konnte kaum schreiben, konnte mir keine Bücher holen, weshalb ich nur sehr wenige Quellen hatte. Ich wusste, dass ich mich falsch verhalte, jedoch konnte ich nicht anders. Ich kann es schwer beschreiben. Es war eine psychologische Überforderung.

Obwohl es schon lange her ist (2012), habe ich das Scheitern noch immer nicht verarbeitet. Das Scheitern von damals hat sich eingebrannt. Ich habe eine schwere Behinderung, keine Freunde, keine Familie. Leistung, wie z.B. ein Bachelor, ist der einzige Wert, den ich habe. Dass ich sogar daran eingenverschuldet gescheitert bin, in einem Fach (Marketing), das mir Spaß machen sollte, kann ich bis heute nicht verarbeiten.
Welche Möglichkeiten gibt es, sowas psychologisch zu verarbeiten?

Viele Grüße

• • 29.09.2026 #1


10 Antworten ↓

Donnie_Darko
Psychologisch etwas zu verarbeiten macht man meist in der Psychotherapie. Ich vermute jetzt einfach mal, dass dein Universitätsabschluss nicht das einzige das es zu verarbeiten gilt.

Auch wenn dich das sehr belastet, frage ich mich, wie glücklich du jetzt wärst, hättest du das Studium mit 1,0 abgeschlossen.

• x 3 #2


A


Wie kann man Scheitern im Studium verarbeiten?

x 3


-juli
@Anonym_2026 ich studiere etwas, in dem ich in der Schulzeit fast immer eine 1 hatte, später oft sogar 15 NP. Ich bin nicht in deiner konkreten Situation, aber kenne das Scheitern aus anderen Gründen.

Ich habe u. a. ADHS, was es für mich extrem schwierig macht, Module anzugehen, die mich nicht interessieren, aber trotzdem absolviert werden müssen, außerdem habe ich noch Autismus und das macht Module, in denen viel Interaktion stattfindet und es laut ist (z. B. Sprachenkurse) zur Hölle. Ich habe dadurch krasse Schwankungen innerhalb meiner Bewertungen und bin auch schon mal in einer Hausarbeit im ersten Anlauf durchgefallen, weil der Text nicht fokussiert genug war. Passiert leider.

Wie man das gut akzeptieren kann, weiß ich noch nicht. Aber es ist insgesamt wichtig, dass du deinen Wert als Mensch wahrnimmst und erkennen lernst und dich über andere Faktoren als Leistung definieren lernst.

• x 1 #3


F
Wie ging es denn seit 2012 nach dem erreichten Bachelor beruflich weiter?

• x 2 #4


sandracookie
@Anonym_2026
Huhu, am besten wirklich einen Therapieplatz suchen und das Ganze gemeinsam aufarbeiten.
Zitat von Anonym_2026:
Das Scheitern von damals hat sich eingebrannt. Ich habe eine schwere Behinderung, keine Freunde, keine Familie. Leistung, wie z.B. ein Bachelor, ist der einzige Wert, den ich habe. Dass ich sogar daran eingenverschuldet gescheitert bin, in einem Fach (Marketing), das mir Spaß machen sollte, kann ich bis heute nicht verarbeiten.

In dem Absatz steckt eigentlich schon jede Menge drin, weshalb du die Situation nicht loslassen kannst:

- Du sagst ganz klar, dass du deinen Wert über Leistung definierst
- Du gibst dir selbst die Schuld daran, dass du deine Erwartung nicht erfüllen konntest

Das sind beides Blickwinkel, bei denen man sehr hart gegen sich selbst gerichtet ist und die langfristig mehr Schaden, als das sie helfen.
Du lädst dir damit auch eine Verantwortung auf, die es so nicht gibt. Es gibt immer Umstände und Dinge, auf die man keinen Einfluss hat. Krankheiten, Behinderungen etc. - das sucht sich niemand aus und deswegen ist man nicht besser oder schlechter als irgendein anderer Mensch, dem es auf den ersten Blick gut geht.
Vieles ist eine Frage der Definition. Wer sagt, was eine Leistung ist?
Wer sagt, dass man nur dann etwas wert ist?
Könnte es nicht auch eine Leistung sein, dass du deinen Abschluss geschafft hast, obwohl du in der Zeit depressiv warst?
Würdest du auch bei anderen so urteilen, dass sie versagt haben und dann nichts mehr wert wären?
Oftmals ist man nur bei sich selbst so streng und gegenüber anderen viel mitfühlender.

• #5


YellowFerrum
Ich hatte vor etwa 6 Jahren Lust, nebenher noch etwas PoWi zu studiere. Nach meiner Scheidung war ich in einem psychisch noch schlechterem Zustand als zuvor. Zur Semesterarbeit erhielt ich Nachteilsausgleich. Mit mir im Raum war eine schwerstbehinderte, entstellte Frau und mir war klar, diese Frau geht ganz allein durchs Leben und durchbricht mit viel Mühe jedes Hindernis. Ich war sehr beeindruckt. Sie hat sich nicht fallen lassen. Ich selbst hatte das Studium dann abgebrochen, weil nicht erforderlich.

• x 1 #6


G
Zitat von Anonym_2026:
Welche Möglichkeiten gibt es, sowas psychologisch zu verarbeiten?

Lass mal das Wort scheitern, gescheitert sein weg.
Scheitern bedeutet das endgültige Nicht-Erreichen eines angestrebten Ziels, wenn ein Vorhaben oder ein Plan unwiderruflich misslingt.
Ein Zustand, in dem Pläne, Träume oder Hoffnungen keinen Erfolg haben und ein abruptes Ende finden.

Zitat:
Es war eine psychologische Überforderung.

Genau. Du warst bereits depressiv angeschlagen, was kann man da groß erwarten?
Mach dich nicht selber fertig. Sie es nicht als Misserfolg oder Versagen. Nein!

Zitat von Anonym_2026:
Dass ich sogar daran eigenverschuldet gescheitert bin,

Nein! Es war kein Eigenverschulden! Du hast keine Schuld. Du konntest nicht anders. Du warst "krank".
Niemand sucht sich den Zeitpunkt einer Depression aus.

Es ist eher eine Verkettung, verschiedener unglücklicher Umstände, die dazu geführt haben.
Zitat von Anonym_2026:
mit einer Note von 3,7 fast durchgefallen.

Nur fast, also beinahe.

Sicher ist es schade und bedauerlich, dass es so gelaufen ist, aber kein scheitern. Für mich jedenfalls nicht.
Könntest du dich auch an so einen Gedanken gewöhnen!

• x 1 #7


CosmicPancake
Moment. Hat TE jetzt einen Bachelor oder nicht? Falls ja, dann gibt es ja nur ein Scheitern an den eigenen Ansprüchen. Das ist doch ein ganz anderes Problem als "Ich habe keinen Bachelor".
Bei uns galt immer: "4 ist Bestanden, Bestanden ist gut und gut ist eine 2."

• x 4 #8


G
@CosmicPancake ich verstehe es zumindest so, lese es zumindest so heraus

Zitat von Anonym_2026:
Ich hatte bis zur Bachelorarbeit einen Notenschnitt von 1,8.
Ich bin dann in der Bachelorarbeit mit einer Note von 3,7 fast durchgefallen.

Zitat von Anonym_2026:
wie z.B. ein Bachelor, ist der einzige Wert, den ich habe.

• x 1 #9


Anonym_2026
Ich danke allen, die sie sich Zeit für eine Antwort genommen haben.

Das Thema kann geschlossen werden. Es macht ohnehin keinen Sinn.

• #10


G
🤔

• #11


A


x 4






Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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