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V

Vergissmein
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Manchmal bin ich so schamerfüllt ob jenem Gedanken an den Tod.
Und wahrlich würde ich mein Leben geben für ein todgeweihtes dessen Herz so sehr leben will. Doch meines ist so unendlich müde und verloren.

Jeder Windhauch, jeder Sonnenstrahl schmerzt mich unendlich. Das Dunkel, das mich mein ganzes Leben begleitet ist lange schon kein Teil mehr von mir.
Wir sind eins. Meine Schmerzen werden jahrein jahraus unerträglicher - physisch wie psychisch.
Dabei habe ich mich stets bemüht, so sehr, dass selbst meine Augen Schmerzen in der Nacht, ob jener schweren Maskerade.

Manchen Menschen mit einer Krebserkrankung müssen Ärzte irgendwann eingestehen, dass sie nichts mehr tun können - außer ihre Schmerzen zu lindern und sie zu begleiten.

Durch meine Seele frisst sich Zeit meines Lebens ein unsichtbarer Tumor und mit den Jahren ist er immer aggressiver und invasiver geworden.
Nur niemand gesteht sich ein, dass es auch hier lediglich eine Begleitung ist.
Depressionen sind nicht immer heilbar. Behandelbar gewiss, bis zu einem Punkt. Nicht jeder Krebskranke wird geheilt, so wie nicht jeder Mensch mit einer Depression geheilt werden kann.

Ich wünschte nur, das Dunkel wäre greifbar und dieser Tumor in meiner Seele nicht unsichtbar. So könnte jeder, der mir noch immer Glauben machen will, nur sehen, dass ich unheilbar bin.

Und nein. Es ist nicht nur die Depression, die aus mir spricht. Und es stimmt mich traurig, dass mein Therapeut nicht versteht, dass das, was von mir übrig ist, einfach nur angenommen und begleitet werden will.

Das musste ich mir einfach mal von der Seele schreiben.

!KEINE ANKÜNDIGUNG!

21.07.2026 x 4 #1


9 Antworten ↓

Mariebelle
Hallo und Herzlich Willkommen im Forum

wie sind deine Lebensumstaende.
Lebst du allein,hast du schonmal an eine Selbsthilfe Gruppe gedacht?

Ja,wichtig ist es,bei psychischen u koerperlichen schweren Krankheiten verstanden und begleitet zu werden.
Oft faellt das Menschen sehr schwer.
Sie wissen nicht,wie sie helfen koennen,was sie sagen sollen...

x 2 #2


A


Eventuell Triggerwarnung Tod schwere Depression

x 3


RoterNorden
Hallo Vergissmein,

vielen Dank zunächst für deine Offenheit und deine sehr emotionalen Gedanken!

Ich bin mir sicher, dass viele Nutzer hier deinen Schmerz, ob nun psychisch oder physisch, mehr oder weniger gut nachempfinden können! Du bist definitiv nicht alleine mit der Erfahrung nicht verstanden, gehört oder gesehen zu werden!

Wenn man wie du über Jahre mit dieser Erkrankung und all dem Schmerz und den extremen Einschränkungen leben muss, dann ist es von Tag zu Tag, Woche zu Woche, Jahr zu Jahr umso schwerer durchzuhalten, Hoffnung zu schöpfen oder die Kraft aufzubringen, weiter zu kämpfen. Denn ja, das tust du! Du kämpfst jeden Tag aufs neue und das hat dich stärker gemacht mit jedem Moment!

Dein Vergleich mit einer Krebserkrankung ist sehr metaphorisch und verdeutlicht zugleich die Schwere und die bittere Realität, die du durchlebst. Wobei es eher kein Durchleben, sondern ein Art durchfunktionieren ist.

Hast du unabhängig von deinem Therapeuten Menschen in deinem Umfeld, mit denen du über deinen Sorgen und Gedanken sprechen kannst und die dich ernst- und wahrnehmen?!

Ich finde den Schritt von dir bewundernswert und stark, dass du dich hier so öffnest und uns an deinen Gedanken und Sorgen Teil haben lässt! Das ist ein guter und richtiger Schritt!

Ich wünsche dir viel, viel Stärke und hoffe, dass zwischen dem ganzen Schmerz und der Dunkelheit auch ab und zu ein Licht aufblitzt!

x 2 #3


Windy
Du bist nicht deine Gedanken! Die spielen einem immer wieder ein Theater vor, mit dem man sich nicht identifizieren muß.

x 2 #4


Sonja77
Ich heiße dich erst einmal herzlich willkommen hier in diesem Forum
Schön das du den Weg hier her gefunden hast

Hier bist du definitiv nicht alleine und sehr viele können dich verstehen und deine Gedanken nachvollziehen
Einige haben diese Gedanken auch durch in ihrem Leben und wissen was es heißt

Du bist an einen Punkt angelangt wo du keinen Sinn oder Ausweg mehr siehst und auch nicht mehr daran glaubst das es besser werden kann…Du hast die Hoffnung verloren und das ist sehr sehr traurig und muss sich wahnsinnig schwer anfühlen

Hast du schon einmal daran gedacht vollstationär in eine psychiatrische Klinik zu gehen?

Hast du einen Psychiater der dich begleitet?der dich vielleicht medikamentös gut einstellen könnte?

Was für eine Art der Therapie machst du und seit wie lange?

Gib nicht auf,du kannst es schaffen und diesen unsichtbaren Tumor (deine Psyche)soweit in den Griff bekommen das du wieder Lebensqualität bekommst
Das geht und ist machbar

Du bist nicht alleine und du bist nicht deine Erkrankung ihr seid nicht eins das fühlt sich für dich nur gerade so an
Du bist du
Deine Erkrankung ist deine Erkrankung
Ihr seid nicht das selbe

Hast du Familie?mann?kinder?Eltern oder Geschwister?jemand der für dich da ist und dich auffängt wenns nötig ist?

Kannst du noch arbeiten oder beziehst du Rente?

Hast du Haustiere um die du dich kümmern musst?

Hast du eine geregelte tagesstruktur?

x 2 #5


Rogue
Hallo Vergissmein,

es tut mir sehr leid, dass es dir gerade so schlecht geht! Aber gut für dich, dass du den Weg hier ins Forum gefunden hast!

Zitat von Windy:
Du bist nicht deine Gedanken! Die spielen einem immer wieder ein Theater vor, mit dem man sich nicht identifizieren muß.


Zitat von Sonja77:
du bist nicht deine Erkrankung ihr seid nicht eins

Genau so ist es, diese Abgrenzung zu lernen ist ein ganz wesentlicher Teil einer guten Therapie.
Ich habe selber seit Jahren schwere Depressionen und kann deinen Schmerz daher gut nachempfinden, weiß dadurch aber auch, dass es umso wichtiger ist, eine Satelliten-Perspektive zu den depressiven Gefühlen und Gedanken einzunehmen und zu verstehen, dass man mit diesen einen Umgang finden kann. Und dass es wichtig ist, sich nicht weiter in die Dramatik hineinzudrehen, die einem von der Erkrankung suggeriert wird, sondern einen Weg zur Ent-Dramatisierung dieser verzerrten Wahrnehmung zu finden.
Deine Gedanken sind nicht die Realität, die Erkrankung spiegelt dir eine verzerrte Realität vor.

Zitat von Vergissmein:
Und es stimmt mich traurig, dass mein Therapeut nicht versteht, dass das, was von mir übrig ist, einfach nur angenommen und begleitet werden will.

Das muss nicht unbedingt für einen schlechten Therapeuten sprechen. Natürlich gibt es empathielose, schlechte Therapeuten, ganz klar. Aber ganz oft verwechseln Patienten reines Trösten und tatsächliche Hilfe.
Ein guter Therapeut wird dich immer dazu anregen, Gedanken und Gefühle, die aus einer Symptomatik heraus entspringen, zu hinterfragen und dir klarzumachen, dass es an dir liegt, dich von diesen zu distanzieren, dich nicht weiter in diese hereinzudrehen und die Gedanken stattdessen zu ent-dramatisieren. Ein guter Therapeut wird dir diese Wahrnehmungs-Verzerrung vor Augen halten und dich nicht dabei unterstützen, dich in deinem Elend zu sehr einzurichten und es als unveränderbares Schicksal wahrzunehmen (denn das ist es nicht).

Manchmal mag ein solches etwas konfrontativeres Vorgehen als empathielos rüberkommen, aber das ist es oftmals nicht. Ich rede hier nicht von empathieloser "Knüppel"-Konfrontation ohne jegliches Mitgefühl, ein solches Vorgehen bringt natürlich auch nichts. Aber reine Wohlfühl-Therapie ohne jegliches Hinterfragen von Gedankenmustern wird nicht zur Veränderung dieser pathologischen Muster anregen.
Reine Wohlfühl-Therapie ohne jegliche Konfrontation ist natürlich im Moment kurzfristig angenehmer, aber langfristig wird eine solche Therapie nicht helfen, substantielle Fortschritte zu machen.
Ich habe schon viele Klinikaufenthalte hinter mir und habe über die Jahre viele Patienten kennengelernt, deren Wahrnehmung-Verzerrung nie konfrontiert worden ist, stattdessen wurde immer nur validiert und "über den Kopf gestreichelt", und verändert hat sich dadurch rein gar nichts. Viele dieser Patienten kommen immer wieder in Kliniken, immer wieder auf der Suche nach Trost und Begleitung, aber nicht mit der Bereitschaft, an sich zur arbeiten. Und sie sind ganz oft noch an genau demselben Punkt wie zu Beginn der Therapie.

Ein guter Therapeut findet die Balance zwischen Validierung und Begleitung einerseits und Konfrontation anderseits.
Und wenn ein guter Therapeut bei einem Patienten merkt, dass dieser sich gerade in seinen pathologischen Gedanken zu sehr einrichtet und ausschließlich validiert und begleitet werden will, aber keine Eigenverantwortung für Veränderung übernehmen will, wird ein guter Therapeut dem Patienten auf die eine oder andere Art und Weise verdeutlichen, dass Therapie dafür nicht gedacht ist, sondern dass Therapie dafür da ist, pathologische Gedankenmuster zu hinterfragen und aufzubrechen, sich von diesen zu distanzieren und die Wahrnehmungs-Verzerrung aufzudecken. Das mag sich manchmal hart und "ungemütlich" anfühlen,
aber ein Therapeut hat einen ganz konkreten Arbeits-Auftrag (nämlich, dich aus diesen Gedankenmustern herauszuholen), er ist dafür da, dir therapeutisch weiterzuhelfen, aber therapeutische Hilfe fühlt sich nicht immer angenehm an, Therapie ist keine reine Seelsorge. Das bedeutet aber deshalb nicht, dass sie nicht hilft.
Wie gesagt, die Balance muss stimmen, ganz klar.

Depressionen sind kein unveränderteres Schicksal. Wie gesagt, ich habe selber seit Jahren schwere Depressionen und weiß sehr genau, wie dunkel und unabänderbar sich dieses schwarze Meer oftmals anfühlt.
Aber ich habe durch Therapeuten, die sich die Mühe gemacht haben, mich gegen all meine Widerstände zu konfrontieren und mir zu zeigen, wie ich einen anderen Umgang mit meiner Erkrankung finden kann, gelernt,
dass nicht alle tage gleich schwarz sind und dass ich eben nicht meine Erkrankung bin, dass ich mich distanzieren kann und dass es Mittel und Wege gibt, nicht in diesem schwarzen Meer zu ertrinken.

x 1 #6


Rogue
Ich habe sogar über die Jahre erleben dürfen, dass es oftmals die "ungemütlichen" Therapeuten sind, die einem wirklich weiterhelfen.
Denn man darf nicht vergessen: Auch für die Therapeuten ist es sehr anstrengend, sich auf diese Weise mit dem Patienten auseinanderzusetzen und gegen Widerstände anzukämpfen. Es ist sehr viel leichter, einfach nur zu validieren und zu trösten, dabei fühlen sich beide gute (Therapeut und Patient), es geht schnell, weil der Patient nicht eskaliert, beide gehen mit einem guten Gefühl auseinander und der Therapeut kann pünktlich Feierabend machen.
Nur leider lernt der Patient so nicht, seine Gedankenmuster zu hinterfragen und zu verändern.
Im schlechtesten Fall lernt er sogar, dass er immer andere Menschen braucht, um mit unangenehmen Gefühlen und Gedanken einen Umgang zu finden, er lernt so nicht, sich selber regulieren, sich selber zu versorgen und sich selber aus schwierigen Gedankenmustern herausarbeiten zu können.
Mit dem Patienten gemeinsam durch einen Sturm schwieriger aversiver Gefühle (die bei Konfrontation entstehen können) hindurchzugehen ist anstrengend und kostet viel Zeit, ist für beide Seiten in dem Moment unangenehm und fühlt sich alles andere als gut an, birgt aber das Potential, echte Veränderung und Weiterentwicklung zu bewirken.
Es ist kurzfristig unangenehm, aber langfristig hilfreich.

Und wenn man sich immer wieder vor Augen hält, dass es einen Unterschied gibt zwischen kurzfristig hilfreich und langfristig hilfreich, fällt es einem dann vielleicht auch leichter, auch mal eine schwierigere und unangenehmere Therapiestunde durchzustehen, wenn diese einem langfristig weiterhilft, pathologische Muster zu durchbrechen.

x 1 #7


YellowFerrum
Du schreibst ungewohnt schön. Das meine ich ganz ernst, auch wenn es gerade unpassend ist, das zu erwähnen.

x 2 #8


Sonja77
Zitat von YellowFerrum:
Du schreibst ungewohnt schön. Das meine ich ganz ernst, auch wenn es gerade unpassend ist, das zu erwähnen.

Ich finde es unheimlich schön von dir sowas zu erwähnen,schön das dir so etwas auffällt und ich finde sowas absolut nicht unpassend denn auch so ein ernstgemeintes Kompliment kann manchmal kleine Wunder bewirken

x 1 #9


F
Zitat von YellowFerrum:
Du schreibst ungewohnt schön. Das meine ich ganz ernst, auch wenn es gerade unpassend ist, das zu erwähnen.

Das sehe ich ganz genauso!

#10


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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