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AbwegICH

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Liebe Foris,

ich bin Tochter einer schwer kranken Mutter und habe eine Kindheit erlebt, die von Gewalt, Unsicherheit und Missbrauch geprägt war. Ich habe sehr früh gelernt, meine Bedürfnisse nicht ernst zu nehmen und für falsch zu halten, weil sie für meine Mutter falsch waren. Wenn ich Grenzen setzte und nein sagte, wurde ich dafür hart bestraft, also zog ich es vor, meiner Mutter "zu gefallen", um bloß keinen Ärger zu provozieren. Allerdings erwies sich dies als ein Tanz auf heißen Kohlen, denn durch die Stimmungsschwankungen meiner Mutter war etwas heute richtig und gut und morgen böse und falsch. Ich wusste nie sicher woran ich bin.

Diese Kindheit prägt mein gesamtes Leben. Heute bin ich Mitte 30 und leide selbst an einer PTBS.

Was mir jedoch schwer zu schaffen macht ist folgendes: ich neige dazu, Menschen die mich schlecht behandeln, die meine Grenzen nicht achten, die mich missbrauchen, trotzdem zu lieben. Es ist schwer, das verständlich zu machen. Ich habe mich lange damit beschäftigt, warum ich ausgerechnet jene Menschen, die mich schwer verletzt und enttäuscht haben, nicht loslassen kann.

Wenn mir wichtige Menschen zB. aus verschiedenen Gründen Ablehnung entgegen bringen, dann suche ich immer sofort die Schuld und die Ursache bei mir selbst. Und schlimmer: ich halte es kaum aus, dieses Bild, das andere mir wichtige Menschen von mir haben, nicht korrigieren zu können.
So geriet ich vor Jahren an einen Mann, der mich schwer misshandelt hatte. Ich liebte ihn trotzdem und tue dies auf irgendeine kranke Art auch noch immer. Und ich glaube, hier liegt der Hund begraben. Ich kann nicht loslassen, weil ich glaube, dass ich nicht so gesehen wurde wie ich bin, sondern so, wie er mich gerne sehen wollte. Und in mir nagt es, dieses Bild, das er von mir hat, korrigieren zu müssen, weil die Vorstellung, dass er mir etwas überstülpt, das ich gar nicht bin, mich irgendwie triggert und an meine Mutter erinnert.
Ich habe unzähliges versucht, all das loszulassen, aber es ist mir bis heute nicht gelungen. Es ist wie ein nie beendetes Kapitel in einem Buch. Und dadurch bleibe ich bis heute emotional mit diesem und all jenen Menschen verbunden, die mich im Grunde nie gut behandelt haben.

Ich hoffe, das ist einigermaßen verständlich? Hat jemand auch solche "Muster" durch die unsichere Verbindung zur Mutter entwickelt und gibt es etwas, das mir helfen könnte?

01.04.2026 x 4 #1


26 Antworten ↓
hereingeschneit

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Zitat von Somatom:
muss jeder für sich herausfinden.

Klar im Prinzip schon. Eigentlich will ich nicht klugsch.n, aber tue es trotzdem, weil ich finde, dass, gerade bei Sätzen, die hilfreich sein sollen und man sie sich deswegen öfters sagt, die Wortwahl sehr gut bedacht sein soll.

Lass doch einfach mal die Sätze einzeln auf dich wirken
Ich will xy irgendwann loslassen
Ich werde xy irgendwann loslassen
Ich lasse xy los

Ich sage dir mal, was ich dabei fühle.
Beim ersten Satz, da nimmt mir das Wort irgendwann den Druck, weil das will mir vermittelt, dass ich etwas tun muss um es zu bekommen. Ich habe da ein stampfendes Kind im Kopf, das schreit: Ich will aber.
Das wollen ist verbunden mit viel Energieaufwand und Anstrengung und weil ich das aber im Moment nicht brauche und eigentlich auch nicht will, darum füge ich das irgendwann mit ein, dann nimmt es mir den Druck tätig zu werden, mich damit jetzt auseinandersetzen zu müssen.

Beim zweiten Satz fühle ich, dass ich es schaffen werde, xy loszulassen. Noch nicht jetzt, aber irgendwann. Wenn die Zeit dafür reif ist, dann werde ich einen Weg finden, wie das geht. Das Wort irgendwann gibt mir auch jetzt das Gefühl, dass ich mich nicht jetzt damit beschäftigen muss, aber das Wort werde vermittelt mir eine Sicherheit, dass es so kommen wird.

Ja und beim dritten Satz fühle ich, dass jetzt die Zeit gekommen ist, wo ich loslassen kann. Nicht will, sondern kann.

Selbstverständlich darfst du bei deinem Satz bleiben, wenn er dir gut tut. Ich wollte dir nur zeigen, wie welcher Satz bei mir wirkt, vielleicht ist es bei dir anders. Auch wenn ich es mir schlecht vorstellen kann, will ich es nicht ausschließen.

31.03.2026 16:30 • x 6 #20


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A


Tochter einer Borderline Mutter

x 3


hereingeschneit

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Ich finde, dass du dich schon sehr gut reflektierst. Auch deine Beispiele, die du dafür verwendest, zeigen dir eigentlich, wo dein Problem liegt. Du schreibst zwar, dass du loslassen möchtest, aber auch, dass du noch auf ein Happy End wartest. Du willst das Buch weiter lesen, es soll so einfach nicht enden, nein, es darf so einfach nicht enden!

Du willst also loslassen, aber nicht indem du es einfach hinter dir lässt, sondern indem das Außen sich noch so verändert, damit du dich wohl fühlst und du damit das Schlechte vergessen, verzeihen kannst. Die Geschichte muss sich doch noch zum Guten wenden.

Etwas loslassen wollen ist übrigens in etwa so, wie nicht an einen rosaroten Elefanten denken zu wollen. Das klappt nicht. Was man loshaben möchte, das zieht man an, weil man immer den Fokus darauf richten muss, damit man es auch unter Kontrolle hat.

Also könnte es helfen, dass man es akzeptiert, dass es kein Happy End gibt und dann den Fokus auf die Zukunft richten, also ein neues Buch beginnen. Jetzt bist du Erwachsen und hast es in der Hand, dass du dieses Buch selbst schreibst. Das ohne Happy End wurde geschrieben, weil du von anderen Menschen (Eltern) abhängig warst. Leg es beiseite, das kannst du nur lesen und bist darauf angewiesen, wie es geschrieben wird. Der Autor taugt nichts, beginne dein eigenes und mache es besser.

Ich kann jetzt gerade aus eigener Erfahrung sagen, dass ich eigentlich dachte, dass ich losgelassen habe, aber wie es sich nun herausstellte, war da doch immer die Hoffnung im Hintergrund, dass sie (Mama) mich endlich mehr sieht, mehr wertschätzt und damit sich mir mehr zuwendet, mir auch was Gutes tun möchte und das nicht nur, wenn sie gerade Zeit hat, sondern sie sich dafür Zeit nimmt, weil es, weil ich ihr wichtig bin.

Nun habe ich endlich wirklich akzeptiert, dass dies nie mehr der Fall sein wird und jetzt kann ich heilen und meinen Fokus so nach und nach auf andere Dinge lenken.

Ich wünsche dir, dass dir die Akzeptanz auch gelingt, denn gerade bei den Eltern fällt das sehr schwer. Denen schreibt man ja eine besondere Rolle zu, die sie zu erfüllen haben.

31.03.2026 14:27 • x 5 #13


Zum Beitrag im Thema ↓


Somatom
Zu aller erst tut es mir leid was dir widerfahren ist, auch wenn ich es durch meine Historie nicht nachvollziehen kann wie das ist.

So aus dem Bauch heraus: Konntest du dich denn final lösen von deiner Mutter? oder ist diese Bindung auch immer noch da?

x 2 #2


AbwegICH
Ich habe es vor etwa drei Jahren geschafft mich komplett von ihr zu lösen, was sehr schwer war, da sie immer wieder emotionale Erpressung an den Tag legte, um mich doch halten zu können. Auch da kam dieses Gefühl auf, dass ich doch irgendwie beweisen müsste, nicht die miese Tochter zu sein, die ich für sie in diesen Momenten natürlich war. Und auch das nagt bis heute an mir.

x 3 #3


Somatom
@AbwegICH das ist schonmal gut, ich glaube aber, die wirkliche Trennung kommt von innen und nicht aus einer räumlichen Trennung. Schaffst du es wütend auf deine Mutter zu sein?

x 1 #4


AbwegICH
Wirklich wütend bin ich nicht. Eher traurig, dass sie mich nicht sieht und akzeptiert wie ich bin und ich in ihrem Kopf heute die miese Tochter bin, die sich von ihr abwendet.
Wütend bin ich auch nicht auf diesen Mann, sondern eher tief verletzt, obwohl er mir sehr geschadet hat.

x 1 #5


AbwegICH
Ja, und genau diese innere Trennung ist mir bis heute bei keinem jener Menschen gelungen, die mir viel bedeutet haben, die mich aber schlecht behandelten. Ich bin bis heute emotional mit ihnen verbunden. Vielleicht auch, weil ich mich missverstanden von ihnen fühle und egal, was ich tat, dies nicht auflösen konnte.

x 1 #6


Somatom
@AbwegICH also mein Vorschlag wäre, wenn du professionell versuchst dir helfen zu lassen im Sinne von, Loslösen von der Mutter als erste Priorität, weil so lange du in der Opferrolle (entschuldige vielmals das Wort, ich meine es nicht böse 💕 ) bleibst und keine Wut entwickeln kannst, bleibst du in deiner Symptomatik hängen. Das was dir geschehen ist sollte im höchsten Ton Wut erzeugen, auch gegen deine Mutter und den ehemaligen Partner sowieso. So was geht gar nicht!

Natürlich das aber jetzt lachen. Ich weiss wie es ist wenn man sich von der Mutter trennt und es ist ein unglaublich langer und schwieriger Prozess. Die Mutter ist die erste Liebe und Bindung und sollte eigentlich zum Grossteil den Weg in das Leben vereinfachen.
Als ich anfing, war da zuerst die Räumliche Trennung aber alles andere war, wie bei dir, noch da. Nach ein paar Jahren wurde ich dann wütend, aber richtig wütend. Es war schwierig für mich, weil die Wut sich auf meine Frau richtete (die ja nur die Knöpfe gedrückt hat). Irgendwann konnte ich die Wut irgendwie kanalisieren und sie richtete sich nur noch gedanklich an meine Mutter. Es waren keine schöne Bilder die ich da kreiert habe. Nach langer Zeit wurde es dann besser. Heute habe ich noch immer kein Kontakt und das ist auch gut so.

Was ich damit sagen will, mein Weg ist natürlich einzigartig und auch heute noch kriege ich gewisse Ausläufer von der Geschichte bei mir mit. Vermutlich wird das nicht ganz weggehen.

Vielleicht kannst du hier was mitnehmen. Ich bin fest davon überzeugt, solange du dich nicht emotional von deiner Mutter gelöst hast, wird es nicht besser. Trost

x 4 #7


Sonja77
Wow 😮
Also als erstes möchte ich dir sagen,dass das ganz toll von dir ist hier den Mut gefunden zu haben so offen über dich und deine Geschichte zu schreiben…da kannst du wirklich schonmal stolz auf dich sein..ich bin es jedenfalls

Auch wenn unsere Geschichten und Vergangenheiten sich unterscheiden so hab auch ich schon seit vor meiner Geburt bis zu meinem 29ten Lebensjahr massive emotionale,körperliche und sexuelle Gewalt erleben müssen…dazu massive emotionale Vernachlässigung durch meine Erzeugerin….

Auch ich leide unter anderem an einer kPTBS bin heute aber seit circa 18 Monaten komplett Symptomfrei,beschwerdefrei und stabil

Leider gibt es bei solchen Diagnosen kein Patent Rezept was am besten hilft und funktioniert….das ist sehr individuell und liegt zum einen an jedem Menschen selbst und zum anderen natürlich daran was dieser Mensch erlebt hat…

Ich für mich und über meinen Weg da raus kann dir nur sagen

Ich hasse nicht
Ich bin nicht wütend
Ich bin nicht traurig
Ich bin auch nicht enttäuscht oder böse
Denn solange ich das alles noch war,solange war ich nicht frei
Erst als ich das alles hinter mir gelassen hab war ich wirklich frei

Als erstes hab ich mit 18 Jahren den Kontakt zur gesamten Herkunftsfamilie abgebrochen und seitdem auch keinen Kontakt mehr,außer zu meinem Vater…
Zu meinem Vergewaltiger der mich von meinem 20igsten bis 29igsten Lebensjahr vergewaltigt hat hab ich seitdem auch keinen Kontakt mehr
Ich hab alles komplett hinter mir gelassen und ein neues Leben angefangen mit Hilfe und Unterstützung hab ich es geschafft mit meiner Vergangenheit und somit mit den ersten 29 Jahren meines Lebens abzuschließen….ich habe es nie verdrängt,ich habe es nie weg geschossen,Ich hab es nie unterdrückt…ich hab damit abgeschlossen und das ist der Unterschied denn nur wenn man loslässt ist man frei….und nur ein freier Mensch kann gesund werden…..
Ich hab den ganzen Hass,Trauer,Wut,Enttäuschung,Hilflosigkeit….einmal ausgesprochen…einmal richtig über alles geredet und mir den ganzen Mist von der Seele geheult…danach konnte ich damit abschließen…..

Ja es gehört zu mir dazu und es ist ein Teil meines Lebens,aber es hat für mich keine Bedeutung mehr…ich kann auch völlig normal und ohne Emotionen darüber sprechen,denn es belastet mich nicht mehr…es ist halt einfach ein Teil von meinem Leben mehr nicht….

Ich für mich würde sagen
Loslassen ist die einzige Möglichkeit um wirklich frei zu sein…..

Ich wünsche es dir von ganzem Herzen und schicke dir viel Kraft auf deinem Weg und viel viel Geduld und Liebe zu dir selbst denn du bist so viel mehr wert als du denkst und du hast es verdient frei zu sein

Solange du nicht frei bist,solange haben deine peiniger ihr Ziel erreicht

x 4 #8


AbwegICH
Hallo Sonja,
danke auch dir für deinen Beitrag.
Ja, wie schon geschrieben, ist ja genau dieses Loslassen so unfassbar schwer und belastend für mich. Ich habe oft das innere Bedürfnis diese Kapitel noch zuende schreiben zu müssen, mit einem guten Ausgang, einem Happy End. Aber dieses ist absolut unrealistisch. Und dennoch haftet es stark an mir.
Ich habe vor inzwischen drei Jahren den schweren Übergriff des Mannes, den ich bis heute auf eine kranke Art trotzdem irgendwie liebe, zur Anzeige gebracht. Das Verfahren ist bis heute ein Ritt durch die Hölle. Leider darf ich bis zum Abschluss keinerlei Traumatherapie machen, da das der Gegenseite in die Karten spielt. Ich hatte den Funken Hoffnung, dass der Schritt aus der Opferrolle heraus mit der Anzeige mir einen Weg raus aus dieser emotionalen Verstrickung verschafft, aber so kam es nicht. Und auch der völlige Kontaktabbruch zur Mutter löst diese Gefühle in mir nicht auf.
Irgendwie habe ich das Gefühl, da muss noch etwas kommen, das alles korrigiert, aber es kommt nicht, seit Jahren nicht. Als hätte man die letzten Kapitel eines Buches herausgerissen und einfach verbrannt.

x 2 #9


AbwegICH
Frei sein würde für mich bedeuten, auf diese verbrannten Kapitel zu sch.n und einfach ein neues Buch in die Hand zu nehmen. Und genau das ist so schwer für mich und ich verstehe nicht, warum das so ist und wie ich das schaffe.
Und dann fällt mir das Gedicht von Rilke ein:

Man muss Geduld haben
Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

x 5 #10


Somatom
@AbwegICH Loslassen ist definitiv möglich. Glaube an dich..

x 1 #11


Sonja77
Das hatte ich schon so verstanden,das genau dieses loslassen für dich so extrem schwer ist und du das noch nicht geschafft hast….

Ich hoffe für dich das dieser Moment in deinem Leben kommen wird,wo du diese Kraft haben wirst um alles hinter dir zu lassen und von null an wieder neu anfangen mit einem zweiten neuen Leben….
Erst dann wirst du wirklich frei sein und alle die dir geschadet haben,haben verloren denn du hast dich befreit und bist nicht daran zerbrochen

Alles Gute 🍀

x 3 #12


hereingeschneit
Ich finde, dass du dich schon sehr gut reflektierst. Auch deine Beispiele, die du dafür verwendest, zeigen dir eigentlich, wo dein Problem liegt. Du schreibst zwar, dass du loslassen möchtest, aber auch, dass du noch auf ein Happy End wartest. Du willst das Buch weiter lesen, es soll so einfach nicht enden, nein, es darf so einfach nicht enden!

Du willst also loslassen, aber nicht indem du es einfach hinter dir lässt, sondern indem das Außen sich noch so verändert, damit du dich wohl fühlst und du damit das Schlechte vergessen, verzeihen kannst. Die Geschichte muss sich doch noch zum Guten wenden.

Etwas loslassen wollen ist übrigens in etwa so, wie nicht an einen rosaroten Elefanten denken zu wollen. Das klappt nicht. Was man loshaben möchte, das zieht man an, weil man immer den Fokus darauf richten muss, damit man es auch unter Kontrolle hat.

Also könnte es helfen, dass man es akzeptiert, dass es kein Happy End gibt und dann den Fokus auf die Zukunft richten, also ein neues Buch beginnen. Jetzt bist du Erwachsen und hast es in der Hand, dass du dieses Buch selbst schreibst. Das ohne Happy End wurde geschrieben, weil du von anderen Menschen (Eltern) abhängig warst. Leg es beiseite, das kannst du nur lesen und bist darauf angewiesen, wie es geschrieben wird. Der Autor taugt nichts, beginne dein eigenes und mache es besser.

Ich kann jetzt gerade aus eigener Erfahrung sagen, dass ich eigentlich dachte, dass ich losgelassen habe, aber wie es sich nun herausstellte, war da doch immer die Hoffnung im Hintergrund, dass sie (Mama) mich endlich mehr sieht, mehr wertschätzt und damit sich mir mehr zuwendet, mir auch was Gutes tun möchte und das nicht nur, wenn sie gerade Zeit hat, sondern sie sich dafür Zeit nimmt, weil es, weil ich ihr wichtig bin.

Nun habe ich endlich wirklich akzeptiert, dass dies nie mehr der Fall sein wird und jetzt kann ich heilen und meinen Fokus so nach und nach auf andere Dinge lenken.

Ich wünsche dir, dass dir die Akzeptanz auch gelingt, denn gerade bei den Eltern fällt das sehr schwer. Denen schreibt man ja eine besondere Rolle zu, die sie zu erfüllen haben.

x 5 #13


Somatom
Noch ein Gedanken zum Loslassen. Ich konnte das jahrelang nicht aber jetzt habe ich mir etwas angewöhnt. Ich fange an mir zu sagen, "ich will xy irgendwann loslassen". Irgendwie nimmt mir das etwas Druck aber ich kann einen Entscheid fällen.

x 2 #14


hereingeschneit
Zitat von Somatom:
"ich will xy irgendwann loslassen"

Wenn dann: Ich werde xy irgendwann loslassen. Wenn das dann so akzeptiert wird, dann steigern in: Ich lasse xy los.

#15


Somatom
@hereingeschneit muss jeder für sich herausfinden. 😉

x 1 #16


Luce1
Zitat von AbwegICH:
ich neige dazu, Menschen die mich schlecht behandeln, die meine Grenzen nicht achten, die mich missbrauchen, trotzdem zu lieben.


Erstmal lich willkommen bei uns.

Ich finde, Du bist sehr reflektiert, du hast wahrscheinlich sehr viel Therapie gemacht.

Ich selber habe habe den Kontakt zu einer toxischen Mutter abgebrochen, aus Schutz. Mir geht es damit besser. Oft meint die erweiterte Familie da reingrätschen zu müssen, anderes Thema, ich möchte damit nur sagen, das es ein wirklich schwieriges Thema ist.

Zum zitierten Text oben: ich persönlich erinnere mich immer bei dieser Engel/Teufel Situation auf der Schulter an das, was den Ausschlag gegeben hat, wenn ich wieder Zweifel.
Und ja, sehr belastend. Ich fühle mit Dir.

x 3 #17

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Gaulin
@Somatom erstmal tut es mir von Herzen leid, was du da durchmachen musstest bzw immernoch musst.

Ich finde, dass du schon auf einem super Weg bist, du machst das gut und auch richtig so.

Die Gefühlssache hinkt da natürlich immer nach. Vom Kopf her ist es meist logisch und klappt irgendwie auch, aber du bist halt auch ein Mensch mit Gefühlen und da ist es völlig klar, dass das alles unheimlich schwer fällt.

Loslassen muss nicht zwangsläufig bedeuten gar nix mehr fühlen zu dürfen für diese Person/Personen, die einem so schaden. Es reicht eigentlich auch schon sich selbst zu schützen und sich klarzumachen, dass das nötig ist (z.B. den Kontakt einzuschränken), weil du dir selbst mehr wert bist. Praktisch legst du den Fokus auf dich und dein Leben, deine Entscheidungen usw, also mehr weg von anderen Personen (vorallem solchen, die dir nicht guttun).

Ich wünsche dir alles Gute und bin mir ziemlich sicher, dass du das schaffst, weil du es willst 🍀🌸

x 7 #18


Gaulin

hereingeschneit
Zitat von Somatom:
muss jeder für sich herausfinden.

Klar im Prinzip schon. Eigentlich will ich nicht klugsch.n, aber tue es trotzdem, weil ich finde, dass, gerade bei Sätzen, die hilfreich sein sollen und man sie sich deswegen öfters sagt, die Wortwahl sehr gut bedacht sein soll.

Lass doch einfach mal die Sätze einzeln auf dich wirken
Ich will xy irgendwann loslassen
Ich werde xy irgendwann loslassen
Ich lasse xy los

Ich sage dir mal, was ich dabei fühle.
Beim ersten Satz, da nimmt mir das Wort irgendwann den Druck, weil das will mir vermittelt, dass ich etwas tun muss um es zu bekommen. Ich habe da ein stampfendes Kind im Kopf, das schreit: Ich will aber.
Das wollen ist verbunden mit viel Energieaufwand und Anstrengung und weil ich das aber im Moment nicht brauche und eigentlich auch nicht will, darum füge ich das irgendwann mit ein, dann nimmt es mir den Druck tätig zu werden, mich damit jetzt auseinandersetzen zu müssen.

Beim zweiten Satz fühle ich, dass ich es schaffen werde, xy loszulassen. Noch nicht jetzt, aber irgendwann. Wenn die Zeit dafür reif ist, dann werde ich einen Weg finden, wie das geht. Das Wort irgendwann gibt mir auch jetzt das Gefühl, dass ich mich nicht jetzt damit beschäftigen muss, aber das Wort werde vermittelt mir eine Sicherheit, dass es so kommen wird.

Ja und beim dritten Satz fühle ich, dass jetzt die Zeit gekommen ist, wo ich loslassen kann. Nicht will, sondern kann.

Selbstverständlich darfst du bei deinem Satz bleiben, wenn er dir gut tut. Ich wollte dir nur zeigen, wie welcher Satz bei mir wirkt, vielleicht ist es bei dir anders. Auch wenn ich es mir schlecht vorstellen kann, will ich es nicht ausschließen.

x 6 #20


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