Zitat von AbwegICH: Was mir jedoch schwer zu schaffen macht ist folgendes: ich neige dazu, Menschen die mich schlecht behandeln, die meine Grenzen nicht achten, die mich missbrauchen, trotzdem zu lieben. Es ist schwer, das verständlich zu machen. Ich habe mich lange damit beschäftigt, warum ich ausgerechnet jene Menschen, die mich schwer verletzt und enttäuscht haben, nicht loslassen kann.
Hallöle
eine räumliche Trennung ist das aller erste, was sein sollte - Täterkontakt vermeiden. Und da gehört eine klare Linie rein. Sonst wärst Du immer noch dem dysfuntionalen und toxischem Verhalten weiter ausgesetzt und es wäre weitaus herausforndernder sich da hingehend umzuprograammierern.
Mit dem zitierten Satz beschreibst Du einen Überlebensmechanismus. Als Kind ist man emotional und auch von der Versorgung her von den Eltern abhängig. Wenn man "nicht geliebt" wird, tut man alles um eben alles, damit man "geliebt" wird. Von der Bezugsperson verstoßen zu werden, bedeutet für ein Kind innerlich den Tod. Es ensteht, neben anderen Emotionen, auch Todesangst.
Wenn man dann noch immer wieder mit Sätzen programmiert wird, das man als Kind Schuld an der Situation trägt, wird in der Regel eben dieser Mechanismus geboren.
Was Du im hier nun jetzt erlebst, ist mMn eben dieser Überlebensmechanismus. Dein Unterbewusstsein will dich vor vermeidnlicher Gefahr beschützen, also beginnt sich dieses Verhaltensmuster durch dein Leben zu ziehen. Bis Du dieses Muster erkennst und wie auch immer, dagegen etwas tutst.
Gegen dieses Muster kann man etwas tun - zwei Dinge hast Du schon geschafft. Die Trennung zur Mutter und das Erkennen, das sich etwas wiederholt.
Das war Du erlebt hast kann eine komplexe Traumatisierung darstellen. Füch mich hört es sich zumindest so an.
Aber da war doch was mit Ferndiagnosen.
Was ich dir anraten kann ist eine gezielte, fundierte Therapie. Eine Traumaambulanz aufzusuchen wäre vielleicht eine Option.
Generell kann ich dir sagen das man vieles Überwinden kann. Meine Verlobte, @Sonja77 hat dir ja ausführlich geantwortet. Bei liegt auch eine komplexe PTBS vor, welche deutlich ausgeprägt ist. Aber auch ich konnte Strategien entwickeln um meine Resilienz zu verbessern, nicht mehr das Opfer zu sein und auch Lebensqualität erreichen.
Heutzutage gibt es auch Selbsthilfegruppen für Traumafplgestörungen. Bin selbst Co-Moderator einer. Auch wenn ich der Meinung bin, sehr viel Erfahrung mit dem Thema zu haben, habe ich in den 2 Jahren den einen oder anderen Baustein von einem anderen Mitglied der Gruppe mitgenommen.
Was ich dir noch mit auf den Weg geben möchte - es gibt heute viele Therapieformen, welche effektiv helfen können. Welche das ist kannst nur Du selbst herausfinden, in dem Du sie nach Beratung ausprobierst.
Nimm dir jeden Baustein mit der dir hilft und integriere ihn in dein Leben.
Meine Strategie ist sich eben aus diesen verschiedenen Therapieformen und auch eben von anderen Bausteine und Module zu meiner Lebensstrategie zusammenzusetzen.
Denn ein, seinen Befindlichkeiten angepasstes Leben, halte ich für mandatory - also absolut unumgänglich, will man seine Stabilität dauf Dauer erhalten.
Wünsche dir ganz viel Kraft und Gleichgewicht auf deinem Weg.
