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-juli

-juli
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Als nicht betroffene Person frage ich mich jedes Mal, wenn ich hier Fragestellungen zu Krankheitsängsten sehe, welche individuellen Faktoren hinter dieser Symptomatik stecken könnten?

Teilt gerne eure Gedanken zu der Frage, wenn ihr möchtet.

05.04.2026 #1


15 Antworten ↓

sensibelchen98
Ich vermute bei mir selbst eine Mischung aus Faktoren: ich bin generell schon immer sehr ängstlich gewesen. Dann ist meine Tante an Krebs gestorben als ich 13 war- das hat mir die Endgültigkeit des Todes vor Augen geführt und sie hat wirklich extrem gelitten leider. 2020 hatte ich dann meine erste echte Panikattacke inklusive gerufenen RTW weil ich der Überzeugung war dass ich sterben muss. Die Überzeugung war so riesig, ich habe an meine Neffen gedacht und daran dass ich sie jetzt nie mehr aufwachsen sehe und sie sich bald vielleicht gar nicht mehr an mich erinnern können. Danach war ich nie mehr die selbe. Ich habe so eine tiefe verwurzelte Angst sterben zu müssen und die Kontrolle zu verlieren dass ich es mit meiner Krankheitsangst versuche frühzeitig zu erkennen um schlimmeres zu verhindern.
Soviel zu meiner Geschichte 😂

x 3 #2


A


Wie kam es zu euren Krankheitsängsten?

x 3


Soniare
Meine Mutter (alleinerziehend) war Alkolikerin und ich musste mich schon als kleines Kind um sie kümmern, wenn sie zu viel getrunken hatte. Allerdings gab es auch gute Zeiten, aber ich glaube die schlechten sind prägender. Ich hatte immer Angst um sie. Ich habe soviel schreckliche Situationen dadurch erlebt, das ich glaube, meine Angsstörung kommt daher.
Ich war schon immer ein ängstliches Kind. Meine erste Panikattake hatte ich mit 14 Jahren.

x 3 #3


L
Ich war auch schon als Kind sehr ängstlich. Hatte oft starke Bauchschmerzen in der Schule und musste mich in der 1. Klasse oft abholen lassen. Heute weiß ich, dass mir langweilig war, da ich schon lesen und schreiben konnte.
Erst mit Mitte 20 kam die erste richtige depressive Phase. Da hat es dann von den körperlichen Symptomen zu psychischen gewechselt beziehungsweise kamen sie dazu.

Wenn ich psychisch belastet bin, kommen die Krankheitsängste in Dauerschleife, damit ich mich nicht mit dem eigentlichen Problem auseinandersetzen muss. Hat ja in der Schule auch funktioniert.
Wenn es mir gut geht, kann ich auch ganz sachlich mit einer neu entdeckten Beule am Körper umgehen.

Leider gelingt mir das im Moment wieder überhaupt nicht. Ich weiß aber die Gründe, in meinem Umfeld sind in letzter Zeit ein paar belastende Dinge passiert.

x 1 #4


Nova_Sol
Ich hatte nie Krankheitsängste als Kind. Ich glaube zwischendurch dachte ich sogar ich sei nicht kleinzukriegen 🙈
Habe recht risikoreich gelebt.

Dann habe ich viel Gewalt und Missbrauch erlebt und mein bester Freund ist ganz plötzlich verstorben. Als ich dann Mutter wurde, war ich bzgl der Angst ein anderer Mensch. Ich habe viele „das ist aber sehr selten“ bzgl Krankheiten bei mir oder anderen erlebt und rechne somit oft mit dem schlimmsten

x 3 #5


boomerine
Das ist ein Thema mit dem ich mich zur Zeit so auseinandersetze.
Warum bin ich so geworden, wie ich heute bin ?
Gewalt hab ich in diesem Sinne nicht erlebt, aber Mobbing, das Wort gab es damaliger Zeit nicht.
Gehänselt.
Weil ich dick war.
Gegessen hab ich schon immer gerne.
In der Kinderzeit normal, Pummelchen
Danach wurde das Essen zum Frust Essen.
F..... S....
Warum ?
Ich wollte geliebt werden, bekam es aber nicht
Die Eltern keine Zeit.
Beide berufstätig
Mama ja,
Papa war immer unterwegs
Durch mein dicksein, wurde ich abgelehnt
Die falschen Freunde.
Mein Beruf setzte mir die Krönung auf, Köchin.
Freunde ja aber keine echten.
Meine Eltern lebten derzeit schon in Trennung. Mein Vater .....
In der Berufsschule lernte ich Heinz kennen. Er wurde ein guter Kumpel und mein erster bester Freund
Keine Beziehung. Er war gleichgeschlechtlich. Das erfuhr ich aber sehr viel später. Wir hatten viel Spaß und waren viel tanzen.
Die Lehrzeit ging zu Ende, ebenso die Ehe meiner Eltern.
Getrennte Wege.
Ich lernte meinen ersten Freund kennen, er sah verdammt gut aus und ich war extrem eifersüchtig
Viele Probleme die ich in mich rein gefressen hab.
Ich wurde noch dicker.
Dann kam noch einer, der mich so nahm wie ich war. Schwanger und Baby verloren.
Aber der wollte nur das eine.
Der nächste wollte partout heiraten. Kinder.
Ich wollte das alles nicht wahrhaben. Reingefressen.
Schwanger...
Baby um 4.ten Monat. Abgang
Die ersten Symptome machten sich breit. Gewichtsabnahme normal, schön für mich einerseits, aber gesundheitlich nicht gut.
Meine Eltern, Scheidung, Streit und Rosenkrieg, meine Mama fing zu trinken an.
Die ersten KH- Aufenthalte.
Diagnose noch offen.
Colitis oder Crohn.
Kortison..
dann kam die erste OP.
Morbus crohn Diagnose.
Viele Reha 's
Er hatte mich im Griff, voll, mit seinen sämtlichen Begleiterscheinungen.
Meine Mama war mittlerweile verstorben.
Essen stand noch auf dem Plan aber es war nur noch ein muss.
Irgendwann als ich schon fast Dauerpatient in der Klinik war, sprach mich ein Artzt an, ob ich mich schon mal mit der Psychosomatik auseinander gesetzt hab, ich verneinte es.
Ich wusste nicht, ich hab mich auseinander gesetzt, war in verschiedenen Kliniken, ich wollte das alles nicht wahrhaben.
Die Psyche und mein Crohn haben mich verändert.
Ich wurde nicht mehr verstanden.
Rückzug.
Er hatte mich im Griff.
Heute nach vielen vielen Jahren,
Erkenntnisse und Lebenserfahrungen hab ich ihn im Griff
Er hat mich viele Jahre gekostet.
Und zuviele Jahre hab ich geopfert, für ihn und meine Ehe.
Mein zweiter S.....hat mir die Augen geöffnet und eine zweite Basis gegeben.
Ich bin heute anders
Zurückgezogen und allein
Nein ich jammere nicht.
Es geht mir dementsprechend gut.
Es ist in Ordnung so wie es ist.
Nur eines was mich stört ich hab Probleme mit Vertrauen und Gefühlen.
Jetzt im Nachhinein müsste eigentlich der Text in meinen TB stehen.
Entschuldigt bitte.

x 3 #6


-juli
@sensibelchen98 danke für das Teilen. Ich denke, dass Krebs und das Mitansehen der Erkrankung äußerst belastend sein können. Erst recht, wenn es eine geliebte Person ist. Ich erinnere mich noch daran, dass ich, nachdem mein Opa Krebs hatte und infolgedessen leider verstorben war, als Kind selbst für eine Weile Angst hatte, dass ich auch welchen bekommen könnte. Das hielt aber glücklicherweise nicht lange an...

x 2 #7


-juli
@Soniare es tut mir leid, dass du solche Erfahrungen machen musstest. Ich denke, grade Vater oder Mutter als Bezugspersonen können leider auch viel kaputt machen.

Ich selbst hatte unter anderem durch eine traumatische Kindheit und Jugend sehr mit einer sozialen Phobie zu kämpfen. Irgendwie hat sich die Angst dann andere Ausdrucksformen gesucht und wurde erst besser, nachdem ich das Umfeld verlassen hatte, in dem die Krankheit entstanden war.

x 2 #8


-juli
@Liselotte123 ich hoffe, dass es dir bald wieder besser geht! Symptomatik sozusagen als "Ablenkung" von anderen Themen im Bezug auf andere Ängste kenne ich irgendwie auch. Dann sucht mein Kopf sich gerne so kleine Alltagsdinge und zerpflücken diese bis ins kleinste Detail, damit ich mich nicht mit dem eigentlichen Thema beschäftigen muss, ich kann das auf einer anderen Ebene ziemlich gut nachvollziehen.

Ich hoffe, dass du genug Unterstützung in deinem Umfeld hast, damit du nicht so alleine damit bist, ich stelle mir das super schwer vor, vor allem auch, sich dann abzulenken, wenn man alleine ist. Und den Körper spürt man ja konstant. Die Situationen, vor denen ich Angst habe, begegnen mir hingegen nicht konstant.

x 1 #9


-juli
@Nova_Sol dieses Gefühl, dass einen nichts treffen könnte, kann ich irgendwie auch sehr gut nachvollziehen, ging mir auch mal ähnlich. Irgendwie haben Einflussfaktoren nochmal ein ganz anderes Gewicht, wenn man "älter" wird, zumindest so mein Eindruck.

Das mit den seltenen Erkrankungen oder Faktoren, die übersehen wurden, habe ich leider auch schon ein paar Mal bei mir und anderen erlebt. Ich kann daher auch ziemlich gut verstehen, warum manche Menschen sich immer wieder Meinungen einholen oder das Vertrauen auch oft nicht da ist und wenn so was mal passiert ist, ist es ja auch irgendwie schwerer, sich darauf zu verlassen, dass es "schon nichts" sein wird.

x 2 #10


-juli
@boomerine ich finde es voll in Ordnung, dass du den Text hier geteilt hast!

Auf jeden Fall hast du schon sehr viel gemeistert und das klingt nach einem sehr steinigen Weg mit vielen Schicksalsschlägen.

Bei mir selbst steht seit einiger Zeit auch der Verdacht auf eine CED im Raum, bis jetzt konnte die Diagnose nur leider nicht entgültig gesichert werden. Bei der ersten Spiegelung war man sich nicht sicher, wahrscheinlich Cu, die zweite Untersuchung fand statt, als ich schon über ein halbes Jahr Cortison genommen hatte und da Cortison immer super half, war nach dem Zeitraum nichts mehr zu sehen. Hing mit der Terminvergabe zusammen, weil der Gastro erst nicht schon wieder spiegeln wollte. Wäre mir andersrum lieber gewesen, dann wäre ich heute vielleicht schlauer.

Ich glaube, dass es bei mir auch extrem viel mit meiner Psyche zusammenhängt oder davon vielleicht verstärkt wird. Wenn ich darüber nachdenke, wann die ersten Beschwerden kamen und wann es mir gut geht, passt diese These auch. Bisher hatte ich glücklicherweise keinen sonderlich schweren Verlauf, was auch immer es letztendlich sein möge.

Vertrauen ist ein riesiges Thema. Ich arbeite da auch grade arg dran. Ich finde es auch krass, wenn man darüber nachdenkt, wie sehr man sich manchmal bei gewissen Menschen verrennen kann, ich sotiere aktuell für mich, wer mir überhaupt gut tut und es wird ein weiter Weg, die anderen Personen auszuklammern.

x 2 #11


Julychka
Als ich Kind war und Familienfeiern wie Geburtstage usw anstanden, war oft Krebs das Thema. Ich habe das dann irgendwann aufgeschnappt und mit 11 Jahren fing ich dann an zu glauben, ich hätte einen Hirntumor weil sich mein Kopf so schwer angefühlt hat. Die Krankheitsangst ist später aber wieder sehr in den Hintergrund getreten wegen meinen Panikattacken, depressiven Episoden und Persönlichkeitsstörungen.

Also ich 30 Jahre alt wurde, fingen die Krankheitsängste widder schleichend an. Mal für ein paar Stunden, mal einem ganzen Tag usw. Im November 2024 kam dann der Knall: ich hatte Blut im Stuhl bei mir bemerkt, Anfang Dezember hatte ich eine Darmspiegelung und es wurde nix festgestellt...es war nur eine Hämorrhoidenblutung. Allerdings waren die Wochen zwischen dem Ereignis mit dem blutigen Stuhlgang und der Darmspiegelung so extrem angstbehaftet, dass ich glaube dass die Angst sich in der Zeit wie "festgesetzt" hat und trotz Entwarnung nicht vorbei gegangen ist. Die Angst blieb und seitdem wandert sie von Organ zu Organ bis heute. Ich bin jetzt wieder in Therapie und es geht mir mittlerweile besser aber die Angst kommt trotzdem immermal wieder hoch, insbesondere vor Vorsorgeuntersuchungen.

x 2 #12


-juli
@Julychka ich hoffe, dass die Therapie dir helfen kann und es dir bald wieder besser geht.

Grade, wenn es so schlimme Erkrankungen im Umfeld gibt, brennt sich das ein, finde ich. Das tut es ja schon bei Leuten ohne Krankheitsängste.

Trigger

Grade Krebs oder Demenz gab es beispielsweise auch bei mir im familiären Umfeld und es sind beängstigende Erlebnisse...



Und besonders Darmbluten ist beängstigend, auch wenn es viele andere Ursachen geben kann, die nicht unmittelbar bedrohlich sein müssen.

Und ich kann mir vorstellen, dass die Vorsorge da manchmal auch Ängste hochholen kann.

#13


H
Ich entwickelte Krankheitsangst, als ich Mutter wurde. Es äußerte sich in der ersten Woche bereits mit Angst, dass mein Kind eine Lungenentzündung hat.
Erst später wurde ich selber zur Protagonistin. Nach einer Weile hatte ich Angst, depressiv zu sein. Heute denke ich, das war die verkleidete Krankheitsangst, denn ich wollte von der Psychiaterin, die ich damals aufgesucht habe, einfach hören, dass mir nichts fehlt.

x 1 #14


-juli
@Hascherl123 kann ich auch ziemlich gut nachvollziehen. Man möchte ja, dass es dem Kind gut geht und grade da hätte immer was sein können. Besonders in jungen Jahren sind Kinder ja extrem oft krank und meistens auch mit starken Beschwerden...

x 1 #15


S
Ich war schon immer recht hellhörig auf meinen eigenen Körper und lieber einen Tag früher als später beim Arzt.
So richtig schlimm ist es aber erst, seitdem meine Mutter vor ein paar Jahren sehr schnell an Krebs verstorben ist und selbst über Monate einen Arztmarathon hinter sich gebracht hat, ohne eine Diagnose zu bekommen. Sie hat selbst zwei Monate vor der Diagnose schon anhand von eigenen Erfahrungen aus dem persönlichen Umfeld und Recherchen die Vermutung geäußert, Krebs zu haben, aber die Ärzte konnten nichts finden, bis es zu spät war.
Seitdem hatte ich schon ein Dutzend verschiedener Krebssymptome unterschiedlichster Form und zahlreiche Ärzte und Untersuchungen, weil immer wieder die Angst besteht, dass es mir auch so ergehen könnte.

x 2 #16


A


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