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Insel-der-Hoffnung

Insel-der-Hoffn.
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Hallo zusammen, ich wollte mich mal an euch wenden, weil ich gerade nicht so richtig weiß, wie ich mit meiner Angst alleine umgehen soll. 🥺

Ich habe seit einigen Monaten immer stärkere Ängste rund ums Essen und speziell davor, einen anaphylaktischen Schock zu bekommen. Vielleicht kennt das jemand von euch oder hat selbst schon einmal etwas Ähnliches durchgemacht?

Bei mir fing das Ganze vor etwa drei oder vier Jahren mit Sinupret an. Ich hatte es früher immer gut vertragen und plötzlich bekam ich davon einen Ausschlag. Seitdem hat sich bei mir die Angst vor allergischen Reaktionen immer weiter verstärkt und ich esse inzwischen immer weniger.

Mittlerweile kann es sogar bei ganz normalen Lebensmitteln passieren. Wenn ich zum Beispiel eine Gurke esse, schaffe ich vielleicht eine Scheibe. Bei der zweiten oder dritten denke ich sofort: „Was, wenn ich jetzt allergisch darauf reagiere?“ Genau diese Gedanken machen mir unglaublich viel Angst. 😔

Beim Essen fühlt sich mein Hals dann teilweise komisch an, wodurch die Angst natürlich noch größer wird. An schlechten Tagen schaffe ich kaum etwas. An besseren Tagen geht vielleicht eine Scheibe Weißbrot mit Marmelade, aber auch dabei ist die Angst immer im Hintergrund.

Ich merke, dass mich das inzwischen sehr einschränkt und ich nicht weiß, wie ich diese Angst alleine durchbrechen soll.

Hat jemand von euch so etwas schon einmal erlebt oder kennt sich mit dieser Art von Angst aus? Mich würde besonders interessieren, welche Therapieformen dabei helfen können und wie man überhaupt eine passende Therapie oder Unterstützung findet.

Ich wäre wirklich dankbar für eure Erfahrungen und jeden Tipp.

17.09.2026 #1


5 Antworten ↓

alles_roger
Hey, du beschreibst hier einen absolut klassischen und fatalen Teufelskreis, wie er nach traumatischen medizinischen Notfällen, insbesondere nach einer Anaphylaxie, sehr häufig vorkommt. Für Außenstehende wirkt dieses Verhalten oft übertrieben, für die Psyche der Betroffenen ist es jedoch ein logischer Schutzmechanismus, der hier wohl völlig außer Kontrolle geraten ist. Hol dir bitte unbedingt (!) traumatherapeutische Hilfe. Alles Gute für dich!

#2


A


Angst vor Lebensmittel-kennt das jemand ?

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Insel-der-Hoffnung
@alles_roger genau auf der Suche bin ich gerade..ich bin in einer Therapie aber wir reden über mir selbst Sicherheit geben, mein PTBS und andere Dinge. Ich weiß aber auch nicht, ob demjenigen zu komplex ist mit dem Essen.

#3


alles_roger
@insel-der-hoffnung
Hey, dass du in Therapie bist, ist ja grundsätzlich schon mal ein super Schritt. Aber dieses spezielle Problem gehört meiner Meinung nach absolut in eine spezifische Traumatherapie. Das ist wirklich ganz wichtig. Du musst so schnell wie möglich aus diesem Teufelskreis rauskommen, und dafür brauchst du genau die richtige Unterstützung. Alles Liebe!

x 1 #4


Idefix13
@insel-der-hoffnung

Bietet jener Traumatherapeut auch Tiefenpsychologie an?
Denn dann könntet ihr in einer, zwei, drei Stunden, zu diesem Vorfall zurück kehren und es dir anschauen und ganz wie stabil du bist. Schwören viele dass man mit EMDR so einiges bewältigen kann.


Teilweise möchte ich es mit meiner Gräser-Pollenallergie vergleichen.
In der Kindheit bin ich mitten im Juni durch ein blühendes Maisfeld gelaufen. Hatte zudem noch Kinderasthma und Zuhause angekommen wirkte der Inhalator nicht mehr.
Also rief meine Mutter den Notruf und der gab mir zwei Cortisonspritzen und meinte damals, dass er mir, fünf Minuten später nicht mehr hätte helfen können.

Seitdem waren jegliche Arbeiten rund um im Garten, ab der Blütezeit tabu für mich.
Trotzdem versuchte ich mich 2 Jahre später im Rasenmähen und die Pollen lösten abermals eine Allergische Reaktion aus , wie damals und meine Luftröhre schwoll wieder zu.
Zum Glück schaffte der Notarzt wieder mich zu retten - vor dem Erstickungstot.

4 Jahre später wälzte ich mich gut angetrunken in frischem Gras, das der Bauer auf seinen Feldern liegen lies und zum Glück schaffte es mein Bruder vom nächsten Bauernhof den Rettungswagen und den Notruf zu rufen. Das schwierige war, uns zu finden, irgendwo in der Pampa, weil Handys gab es noch keine.
Und doch hatte ich wieder Glück, sonst könntest du das hier nicht lesen.

Und nun kommen wir auf das hinaus, was ich damit sagen will.
Ich habe schon früh, seid Kindheitstagen eine wichtige Lektion lernen müssen, nicht ausschließlich wegen meiner Allergie, sondern noch so viele andere Sachen.

Nur mit der Radikalen Akzeptanz kann es dir möglich sein, in diesem Leben, selbstbestimmend unterwegs zu sein. Ob du jetzt eine Scheibe Gurke isst oder zwanzig, spielt keine Rolle. Ich würde mich von diesem Umstand nicht mein Leben bestimmen lassen. Wenn der anaphylaktische Schock kommt, dann kommt er eben. Wenn es soweit ist, dann kann man sich immer noch drum kümmern, aber alles vorher, bestimme ich selbst und nicht die Angst.

Ich wünsche dir, dass du aus dem Teufelskreislauf heraus kommst.
🍀🍀🍀

#5


B
Du musst einen Arzt finden, der dir so eine Notfall-Spritze verschreibt, die du dann immer dabei haben musst und die dir die Sicherheit gibt und die Angst nimmt. Ich habe leider bisher keinen Arzt gefunden, der mir eine verschreibt. Aber es gibt sowas, auch hier im Forum.

Ansonsten bringts dir nichts, stetig vor jedem Bissen Angst zu haben. Wenn der Schock kommt, dann ist er da und erst dann die Nothilfe, vorher bringts nichts.

Möhren war das letzte Gemüse was ich essen konnte, bis letztes Jahr. Davor kamen Kartoffeln hinzu, wobei die gebraten/frittiert wohl noch gehen sollen. Obst geht schon länger nicht mehr. Gurken ebenso schon sehr lange nicht mehr. Auch keine Melone. Wir Lebensmittel-Allergiker sagen "Ich habe gesündigt", wenn wir mal was unverträgliches in kleinen Mengen essen und es uns danach schlecht geht. Bei frischen Kirschen kann ich nicht widerstehen - da gönne ich mir manchmal 2 Stück am Tag. Bei Litschi ist es sehr hart, aber die gehen absolut gar nicht mehr. Auch leckeres Kokosnuss-Wasser ist absolut tabu. Birne - keine Chance. Apfelsinen, Mandarinen - tödlich. ... Allerdings kann ich jetzt sicher sein, dass kein neues Obst und Gemüse hinzukommt, weil nichts mehr übrig ist.

Irgendwo anders als zuhause oder eben nicht selbstgemacht essen geht bei mir schon ewig nicht mehr. Die damals letzten Versuche waren alle ein Reinfall.

Die unverträglichen Medikamente nicht vergessen. Das ist auch eine lange Liste.

Besorge dir so eine Notfall-Spritze.

#6





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Dr. Matthias Nagel
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