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Hallo!
Heute bräuchte ich auch mal einen guten Rat. Wie in der Überschrift schon zu lesen, habe ich Angst davor, dass ich einen 2. Suizidversuch unternehmen könnte.
Ich war fast das ganze letzte Jahr aufgrund meiner schweren Depressionen mit Suizidgedanken und meinen starken sozialen Ängsten in der Klinik, davon 4,5 Monate auf der geschlossenen Station. Ich hab es nicht "verkraftet", von der offenen Station entlassen zu werden und wieder alleine klarkommen zu müssen. Ich hatte schon länger für diesen Augenblick vorgesorgt und hab dann halt vor lauter Verzweiflung versucht, mich umzubringen, was mich ja dann letztendlich auf die Geschlossene gebracht hat.

Inzwischen mache ich eine Reha (seit knapp 4 Wochen) und habe mich hier auch ganz gut eingelebt. Ich erhoffe mir, dass ich hier noch etwas stabiler werde und danach (mit etwas Unterstützung) draußen wieder alleine klarkomme. So würde ich es mir wünschen. Der Haken an der Sache: ich hab schreckliche Angst, dass ich wieder mit der Entlassung nicht klarkomme und vor lauter Verzweiflung noch einen Suizidversuch starte. Was ist, wenn ich da draußen nie wieder klarkomme?

Für einen Rat wäre ich dankbar.

Liebe Grüße

Fantasy



  26.01.2012 14:28  
Hallo Fantasy,

Du malst deutlich schwarz bzgl. Deiner Zukunft - und das ist bereits ein Teil des Problems. Wie willst DU klarkommen, wenn Du Dir Deine Zukunft nur schwarz vorstellst. Du solltest noch in der Reha klare Bilder und Vorstellungen entwickeln, was Du nach Deiner Entlassung in und mit Deinem Leben tun willst, damit Du sofort zu Hause damit anfangen kannst.

Besprich in der Klinik auch, wie eine Nachsorge aussehen könnte (ambulante Weiterversorgung ?).

Schließe Dich einer Selbsthilfegruppe an - das erscheint mir ganz wichtig ! Wenn Du Dich Suizidgefährdet einschätzt, dann brauchst Du einen "Notfallplan". Es gibt an manchen Ort spezielle Beratungsstelle für suizidgefährdete Menschen oder auch für allgemeine Lebensfragen. Wende Dich dort hin und schaue, ob Du regelmäßige Termine (z.B. 4-wöchig oder im Notfall bekommen kannst - eine Art Lebensbegleitung).
Falls Du religiös bist, wende Dich an Deinen Gemeindepfarrer und frage nach Gesprächen nach.
Wenn Du merkst, es wird Dir zu viel, dann warte nicht zu lange ab, sondern wende Dich direkt an eine Klinik i.S. einer Notfallaufnahme.

Du siehst, dass es einige Möglichkeiten gibt, Dir einige Notrufsäulen und Leitplanken aufzubauen. Mache Gebrauch davon !

Wo Du unbedingt aufpassen solltest: Auch Suizidversuche sind Verhalten und unterliegen den Lerngesetzen. Es kann sein, dass Du (unbewusst) lernst, Suizidversuche zu begehen, wenn es Dir zu viel wird, um wieder in eine "beschützende" Klinik zu kommen (sozusagen die Eintrittskarte dafür). Die Verstärkung, der sekundäre Krankheitsgewinn läge in der Entlastung von Problemen durch Hilfe in einer geschützten Umwelt. Diesen Weg solltest Du vermeiden und nach wirklichen Hilfen und Lösungen suchen.

Ich wünsche Dir alles Gute

Bernd Remelius

« viel weniger angst vor symptome aber was ist das? Erst die Ängste, dann folgt daraus die Depressi... » 

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