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OrsimerCordia

OrsimerCordia
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Hallo

Ich weiß nicht mehr weiter.
Ich habe gestern ein Umzug gehabt und heute Nacht war die erste Nacht in der neuen Wohnung bzw wg.
Mein Problem ist, ich weiß nicht warum das so ist aber, sobald ich die wohngeräusche höre bekomme ich sofort massive Panik Zustände.
Heute Nacht war die Hölle.
Meine Mitbewohnerin und der Nachbar über mir waren im wahrsten Sinne des Wortes die ganze Nacht aktiv.
Meine Mitbewohnerin ist ständig durch die Wohnung gelaufen ständig durch die wohnungstür haustür raus und wieder rein und über mir der Nachbar war auch die ganze Nacht aktiv und ich hatte leider nichts was ich in die Ohren stecken konnte da.
Ich hatte nicht die Chance zur Ruhe zu kommen ich kam nicht zur Ruhe mich mit dieser geräuschkulisse absolut nicht klar und das ging wirklich die ganze Nacht bis 6 Uhr morgens.
Ich habe absolut keinen Schlaf gefunden und habe die ganze Nacht unter Panikattacken gelitten und jetzt geht es mir extrem schlecht.
Ich fühle mich hier nicht wohl und möchte am liebsten wieder zurück nach Hause.

Mein Vater, ich habe lange bei ihm gelebt und er hat ein Haus aber mein Vater ist leider sehr toxisch und narzisstisch geprägt deswegen musste ich da ausziehen weil mich das auch sehr belastet hat.

Mich überlasse die Situation gerade extrem und ich weiß nicht wo ich hin soll ich habe Angst dass ich nie wieder meinen Frieden finden kann dass ich mich nirgendwo mehr zu Hause fühlen kann dass ich nirgendwo zur Ruhe kommen kann.

Ich habe auch schon bei dem sozialpsychiatrischen Dienst in meinem Ort angerufen und mich gemeldet aber die Frau am Telefon war leider sehr empathielos und ich weiß überhaupt nicht mehr weiter.

Ich habe zwar eine ambulante Wohnbetreuung aber ich erreiche die gerade nicht.
Und leider sind die mit mir auch sehr überfordert.
Ich schaffe das alles irgendwie nicht mehr 😭
Und ich war erst vor wenigen Monaten 8 Wochen stationär in der Klinik

• • 18.09.2026 x 2 #1


29 Antworten ↓

K
Hi,
ich habe mit Umzügen keine Probleme. Dennoch benötige ich 1-3 Monate mich an die neue Situation zu gewöhnen. Gerade wenn es von einer Ruhigen in eine lautere Umgebung oder umgekehrt geht.
Das wird dann bei nicht viel anders sein, gebe dir etwas Zeit in deiner neuen Umgebung. Gerade auch wenn man das umziehen nicht gewohnt ist.

Hast mal versucht Ohrstöpsel oder sowas äähnliches zu benutzen?

• x 1 #2


A


Rückfall der panikstörung

x 3


Phaedra
Geh los, kauf Dir Ohropax. Dann fragst Du Deine Mitbewohnerin, warum sie die ganze Nacht herumläuft (schläft sie unter Tags?)
Eine Wohnung wo es absolut ruhig ist wirst Du nicht finden, speziell nicht wenn Du an Kostensätze etc gebunden bist. Umd permanent auf Hilfe von außen bauen (sozialpsychiatrischer Dienst, Wohnbetreuung,...) kann auf Dauer auch nicht funktionieren; Du mußt in die Selbstwirksamkeit kommen; Du hast laut Deiner anderen Threads einiges an Therapieangeboten bereits absolviert - diese ganzen Therapien sollten ja sowas wie Struktur und Strategien gebracht haben um den normalen Alltag bewältigen zu können. Hast Du da nichts mitnehmen können?

• x 4 #3


A
@OrsimerCordia
Hey, guten Morgen,
ja, so ein Umzug ist das eine, das ganze Drumherum das andere. Neu ist ja erstmal alles. Ich kann das aber voll verstehen. Vor allem das mit der Unruhe und so. Du kannst ja mal in meinem Thread hier reinlesen. Silent Health ist ein grosses Thema für mich. Alles Liebe und eine möglichst gute Zeit für dich!

• #4


Rogue
Zitat von Phaedra:
Du mußt in die Selbstwirksamkeit kommen; Du hast laut Deiner anderen Threads einiges an Therapieangeboten bereits absolviert - diese ganzen Therapien sollten ja sowas wie Struktur und Strategien gebracht haben um den normalen Alltag bewältigen zu können. Hast Du da nichts mitnehmen können?

Genau das 👍 .
Du hast schon so dermaßen viele Therapien und Angebote genutzt, und trotzdem schreibst du immer nur, dass dir ja keiner helfen will.

Gib' dem Einleben in der neuen Wohnform noch ein bisschen Zeit, es dauert etwas, bis man sich an eine neue Umgebung gewöhnt hat.

Und greif' doch mal auf die Fertigkeiten zu, die man dir in deinen zahlreichen Therapien vermittelt hat, dich selber emotional zu regulieren. Therapie ist Hilfe zur Selbsthilfe, irgendwann muss man auch mal eigenständig umsetzen, was man dort gelernt hat.

Therapien sind dafür da, dich dazu zu befähigen, dir irgendwann auch mal selber helfen zu können, aber du schreibst immer nur, wie alle (professionellen) Helfer (egal, ob Therapeuten, Betreuer, die Klinik,..) dich immer nur hängenlassen, alleine lassen und dich irgendwann nicht mehr weiter behandeln/ unterstützen wollen.
So langsam solltest du dich mal fragen, inwieweit deine Verhaltens-Muster dazu beitragen.

Du eröffnest auch immer wieder neue Threads, anstatt deine Probleme mal an einem Ort, zum Beispiel einem Tagebuch, zu sammeln. Damit würdest du es Usern hier erleichtern, deine gesamte Geschichte in all ihren Facetten besser verstehen zu können, aber es wirkt fast so, als würdest du genau das lieber vermeiden wollen.

Zitat von OrsimerCordia:
Ich fühle mich hier nicht wohl und möchte am liebsten wieder zurück nach Hause.

Du wolltest doch ganz dringend in diese Wohnform und von zu Hause ausziehen, jetzt schreibst du, dass du in dieses alte Zuhause, das du vorher als unerträglich beschrieben hast, direkt wieder zurück möchtest? Nach einer Nacht?
Und du bist doch bewusst in eine Wohnform für Menschen mit psychischen Problemen gezogen.
Da muss man leider nunmal davon ausgehen, dass die Mitbewohner dort halt ihre eigenen Probleme haben, bei denen sie Unterstützung benötigen, sonst wären sie ja nicht in dieser Wohnform.
Da musst du schon auch selber Verständnis für deine Mitbewohner zeigen und nicht nur für dich einfordern. Du bist dort ja nicht die einzige Bewohnerin mit Problemen.

Du warst ja auch schonmal in (mindestens einer) Klinik, dort erlebt man ja auch immer mal wieder, dass es halt gerade nachts manchmal unruhig wird, wenn viele Menschen mit psychischen Problemen zusammen wohnen. Abhängig von den Krankheitsbildern ist das natürlich nicht auf jeder Station gleich unruhig, denn dort hat man ja auch Mitpatienten mit weniger schweren Krankheitsbildern.
Aber gerade in einer Wohnform für Menschen mit psychischen Problemen hat man ja vorwiegend Bewohner mit durchaus schwereren Symptomen, sonst wäre diese Wohnform ja nicht genehmigt worden.
Darum wird dort wohl eine gewisses gegenseitiges Verständnis füreinander vorausgesetzt.
Du möchtest ja auch, dass man auf dich Rücksicht nimmt, dann musst du das auch für die anderen Bewohner tun.

Such' doch mal selbstständig nach pragmatischen Lösungen (wie Ohrstöpsel, Kopfhörer o.ä.).
Nach so viel Therapie-Erfahrung, wie du sie hast, kann man mal erwarten, dass du auch mal in die Eigenverantwortung kommst und umsetzt, was man dir in deinen zahlreichen Therapien schon so alles vermittelt hat. Es kann nicht immer der erste Impuls sein, sich direkt immer und immer wieder gleich von anderen Menschen Hilfe holen zu wollen (und sich dann auch immer wieder gleich zu beschweren, wenn diese nicht sofort verfügbar sind).

Mal ist das ja ok, aber es sollte nicht immer gleich der erste Impuls sein.
Was glaubst du denn, warum dich in der Vergangenheit schon so viele Therapeuten und Betreuer nicht mehr unterstützen wollten?

Du leidest ja darunter, dass du immer wieder von professionellen Therapeuten und Betreuern fallengelassen wirst, aber du solltest dich wirklich mal fragen, warum das so ist.

Bei all der Therapie-Erfahrung, die du schon hast, sollte dir eigentlich klar sein, dass es eine Zeit dauert, bis man sich in einer neuen Umgebung eingewöhnt hat. Das ist ja nun nichts Neues für dich.
Also nutze die neue Situation jetzt doch mal dafür, deine erlernten Fertigkeiten zur emotionalen Selbstregulation einzusetzen und zu trainieren.

• x 7 #5


Sonnenzauber
Ich glaube das ist eine Wohnform für psychisch kranke Menschen. Ich habe das selber durch 4 Jahre lang, und ich kann sie absolut verstehen. Seit 10 Jahren habe ich meine eigene Wohnung, wenn es dir möglich ist würde ich mir was eigenes suchen. Sowas ist nicht für jeden geeignet. Da helfen auch keine Ohrpax, wenn jemand in der Wohnung nachts die ganze Zeit auf und ab läuft. Hier habe ich auch Nachbarn, aber die sind außerhalb meiner Wohnung. Klar sind die auch mal laut, aber halt nicht nachts.

• x 3 #6


Rogue
Zitat von Sonnenzauber:
Ich glaube das ist eine Wohnform für psychisch kranke Menschen.

Ja, ist es, das hat die TE ja selber geschrieben, sie wollte ja aber ganz bewusst das betreute Wohnen für psychisch kranke Menschen und hat ja auch lange danach gesucht (der diesbezügliche Thread ist ja schon einige Zeit her), eben weil sie die Betreuung wollte.

Zitat von Sonnenzauber:
Da helfen auch keine Ohrpax, wenn jemand in der Wohnung nachts die ganze Zeit auf und ab läuft

Es ist in einer Wohnform für Menschen mit psychischen Problemen zu erwarten, dass da solche Probleme auftauchen. Es war ja eine bewusste Entscheidung.
Und die TE war ja bereits in mindestens einer Klinik und hat daher bestimmt schon das eine oder andere Mal erlebt, dass es dort nachts nicht immer friedlich und ruhig zugeht. Vielleicht auf Stationen mit weniger schweren Krankheitsbildern, aber auf Stationen mit schweren Krankheitsbildern ist gerade nächtliche Unruhe ein häufiges Thema. Aber das ist hier auch gar nicht das eigentliche Problem.

Es geht hier eigentlich weniger darum, dass jetzt in dieser Wohnform Probleme auftauchen (nach wohlgemerkt einer Nacht), sondern vielmehr um ein generelles Verhaltensmuster der TE, das sich hier wie ein roter Faden durch all ihre Themen zieht.

Das problematische Verhalten der TE besteht ja im Wesentlichen darin, auch nach jahrelanger Therapie, verschiedenen Therapieformen und Betreuungen, immer wieder direkt nach emotionaler Regulation und Unterstützung von außen zu suchen und diese immer wieder einzufordern, was in der Vergangenheit ja schon dazu geführt hat, dass sie von mehreren Therapeuten irgendwann fallengelassen worden ist (oder diese sich nicht mehr bei ihr melden, keine Termine geben o.ä.).

Und darunter leidet die TE ja, und sie sagt, dass sie nicht versteht, warum sie immer wieder fallengelassen wird und ihr niemand helfen will, sieht aber ihr generelles Verhaltensmuster nicht als Ursache dafür.

• x 6 #7


Sonnenzauber
@Rogue ja die Muster sind mir alle durchaus klar, ich kenne alle Beiträge und Themen. Zumal sie selber ihre Muster auch kennt. Ich bleibe dennoch dabei, dass nachts auch in einer betreuten WG Ruhe sein muss. Ich habe ja selber in einer gewohnt, und da war nachts immer Ruhe. Der Rest war einfach nur extrem anstrengend.

• x 2 #8


Sonnenzauber
@OrsimerCordia kannst du bitte mehr erzählen wieviele Menschen leben dort, ist es eine Wohnung oder eine größere Einrichtung. Wieviel Rückzugsorte hast du, wie waren die letzten Nächte.

• x 2 #9


Rogue
Zitat von Sonnenzauber:
Zumal sie selber ihre Muster auch kennt.

Sie kennt sie vielleicht, aber sie zieht daraus keine Konsequenzen und ändert nichts an ihrem Verhalten.
Die Muster zu erkennen ist nur der erste Schritt, in einem zweiten Schritt muss man dann aber auch auf der Handlungsebene etwas verändern wollen. Man kann nicht immer wieder dasselbe tun und andere Ergebnisse erwarten bzw. immer wieder darüber bestürzt sein, dass sich immer wieder dasselbe negative Ergebnis einstellt.
Wenn sie nichts ändert, wird sie immer wieder die schmerzliche Erfahrung machen, von Menschen fallengelassen zu werden. Sie leidet ja darunter.

Darum hilft es hier auch nicht, das Problem mit der Nachtruhe anzugehen, da die Nachtruhe nicht das eigentliche Problem ist. Wenn es nicht die Nachtruhe wäre, dann wäre es irgendein anderes Problem, aufgrund dessen die TE zu einem Therapeuten oder Betreuer Kontakt haben will, denn das ist ja die eigentliche Motivation hinter dem Verhalten.

Es geht nicht um den Anlass an sich, es geht um die Unterstützung und Betreuung durch Hilfspersonen, unabhängig von dem Anlass. Darum wird es bei ihr auch immer wieder neue Probleme geben, aufgrund derer sich die TE an Hilfspersonen wenden möchte, um ihr Bedürfnis nach fürsorglichem Kontakt zu stillen.

Einfach immer so weiter zu machen wird sie aber keinen Schritt weiterbringen.
Sich immer wieder um jeden einzelnen Anlass zu kümmern statt das grundlegende Problem anzugehen wird ihr problematische Verhalten immer weiter aufrechterhalten.

Solange ihr Probleme dazu dienen, ihr Kontaktbedürfnis zu stillen, wird sie nur immer weitere Anlässe finden, um Unterstützung und Betreuung zu erbitten, solange bis die nächsten Hilfspersonen davon ermüdet, erschöpft und vielleicht sogar verärgert sind,
wodurch dann wieder die nächste enttäuschende zwischenmenschliche Erfahrung gemacht wird.

Es sollte doch vielmehr darum gehen, ihr alternative Wege aufzuzeigen, ihr Kontakt- und Unterstützungsbedürfnis zu kanalisieren. Das kann ihr langfristig helfen, ihre Kontaktgestaltung so zu verändern, dass Hilfspersonen sie auch mal längerfristig unterstützen wollen, wenn sie von ihrer Seite aus ihren Teil beiträgt.
Immer wieder auf jeden einzelnen Anlass einzugehen wird ihr immer nur kurzfristig einen kurzen Moment von Entlastung bringen, der aber nur sehr kurz anhält und langfristig das dysfunktionale Verhalten sogar noch aufrecht erhält und ihr damit sogar langfristig schadet.

• x 6 #10


OrsimerCordia
@Sonnenzauber es ist ein mehrfamilienhaus sechs Parteien und das sind alles WGs von einer ambulanten Wohnbetreuung.
Es sind immer zweier WGs.
Und in der WG wo ich bin ist auch eine Zweier-WG.

Ich danke dir für dein Verständnis und deine Hilfe ich finde es traurig von den anderen dass also die Kommentare der anderen sind wenig hilfreich und ich finde es blöd dass andere so über mich urteilen und so empathielos sind

• x 1 #11


Phaedra
Zitat von OrsimerCordia:
ich finde es traurig von den anderen dass also die Kommentare der anderen sind wenig hilfreich und ich finde es blöd dass andere so über mich urteilen und so empathielos sind

Auch das ist ein Muster. Jeder, der anregt die eigenen Verhaltensweisen zu hinterfragen ist automatisch empathielos und hat sowieso keine Ahnung.
Im allgemeinen wächst man daran, Kritik ernstzunehmen und mal genauer hinzuschauen, ob das Gegenüber vielleicht etwas sieht, das der eigene blinde Fleck verdeckt. Verständnis ist zwar was schönes, aber im Endeffekt bestärkt es einen lediglich in den eigenen Verhaltensweisen und regt nicht zur Aktion an.

• x 6 #12


Kruemel_68
Zitat von Rogue:
Sie kennt sie vielleicht, aber sie zieht daraus keine Konsequenzen und ändert nichts an ihrem Verhalten. Die Muster zu erkennen ist nur der erste Schritt, in einem zweiten Schritt muss man dann aber auch auf der Handlungsebene etwas verändern wollen. Man kann nicht immer wieder dasselbe tun und andere Ergebnisse ...

Brilliante Analyse! Danke dafür! Respekt

• x 3 #13


Kruemel_68
Zitat von OrsimerCordia:
ich finde es traurig von den anderen dass also die Kommentare der anderen sind wenig hilfreich und ich finde es blöd dass andere so über mich urteilen und so empathielos sind

Aber genau das zeigt doch Dein Grundproblem und warum alle Therapien und Klinik bisher nicht geholfen haben - Du bist in keiner Weise bereit, Dich selbst zu reflektieren. Und genau das ist die Grundvoraussetzung für jede Therapie. Das, und dass man versucht, in die Selbstwirksamkeit zu kommen.

• x 6 #14


Rogue
Zitat von Phaedra:
Auch das ist ein Muster. Jeder, der anregt die eigenen Verhaltensweisen zu hinterfragen ist automatisch empathielos und hat sowieso keine Ahnung.


Zitat von Phaedra:
Verständnis ist zwar was schönes, aber im Endeffekt bestärkt es einen lediglich in den eigenen Verhaltensweisen und regt nicht zur Aktion an


Zitat von Kruemel_68:
Aber genau das zeigt doch Dein Grundproblem und warum alle Therapien und Klinik bisher nicht geholfen haben - Du bist in keiner Weise bereit, Dich selbst zu reflektieren. Und genau das ist die Grundvoraussetzung für jede Therapie. Das, und dass man versucht, in die Selbstwirksamkeit zu kommen.

Genau das 👍 .
Du verwechselst konkrete, echte Hilfe mit "sich für einen Moment gut fühlen".
Gute Therapie sorgt dafür, dass es dir langfristig gut geht, auch wenn das zwischendurch mal heißt, auf eine kurzfristige Bedürfnisbefriedigung zu verzichten und kurzfristig auch mal ein schwieriges Gefühl auszuhalten. Sie ist langfristig hilfreich, auch wenn es sich kurzfristig mal schlecht anfühlt.
Nur so können dysfunktionale Verhaltensweisen auf Dauer durchbrochen werden.

Diese sich immer wiederholende Suche nach kurzfristiger Bedürfnisbefriedigung ist Teil deiner Erkrankung. Du suchst immer und immer wieder nach Unterstützung und Betreuung durch Hilfspersonen, du hast dieses Kontakt- und Versorgungsbedürfnis, und du nutzt jeden Anlass, der sich bietet, um diese Versorgung einzufordern, statt das grundlegende, darunterliegende Problem anzugehen. Darum kommst du auch nicht in die Selbstwirksamkeit, weil diese deinem Bedürfnis nach Kontakt und Hilfe direkt entgegensteht.
Du möchtest nicht sehen, dass du so langfristig diesen Teufelskreis aufrecht erhältst, in dem du da steckst. Und deswegen wetterst du auch gegen jeden, der dir diese kurzfristige Bedürfnisbefriedigung nicht geben will, seien es Therapeuten, Betreuer, Kliniken oder Leute hier im Forum. Du bewegst dich in sich immer wieder wiederholenden Mustern und wunderst dich, dass du keinen Ausweg findest.

Und du hast ja in der Vergangenheit auch schon ganz oft erlebt, dass dir diese wiederholte kurzfristige Bedürfnisbefriedigung keine langfristige Entlastung bringt. Das Bedürfnis ist dann immer nur für einen kurzen Moment gestillt, aber es flammt direkt immer wieder auf. Kein Kontakt, keine Therapie, keine Betreuung, kein Hilfsangebot, das du bislang erhalten hast, hat dazu geführt, dass dein Bedürfnis nach Versorgung langfristig nachgelassen hätte, manchmal sogar im Gegenteil.
Und daran wird sich nichts ändern, wenn du dich weiter dagegen wehrst, die Ursache dieses dysfunktionalen Verhaltens anzugehen.

• x 5 #15


Sonnenzauber
@OrsimerCordia ok und wie waren die letzten Nächte wie fühlst du dich jetzt dort?

• x 1 #16


Feuerschale
@OrsimerCordia ich denke, das braucht wirklich etwas Geduld. 🍀
Klar ist das beunruhigend, wenn alles neu ist, andere Leute, Geräusche, Abläufe ect.
Das wär für mich auch Vollstress. Und das sehr lange, eher Monate. (bei mir)

Schön ist das nicht, wenn man neu irgendwo ist und irgendwo abhängig, aber irgendwelche Abhängigkeiten gibts dann ja immer wenn es bei dir entweder der Vater ist oder ein Betreutes Wohnen.
Wer wollte denn diese Art von WG im stationären BeWo, war das deine eigene Idee oder die der Betreuerin?

Kommt auch immer drauf an, wer noch mit einem in der WG ist, ob z B eher aggressivere Leute. Ich hatte einen Bekannter der musste auch schonmal seine Tür abschließen und ständig war Polizei da...
Aber lern die Leute am besten mal kennen....die 2 er WGS waren sehr beliebt....besser als 4er WGs, noch mehr Trouble.

Und bzgl eigene Beruhigung hoffe ich, dass du für dich was findest....du bist ja eingebunden wie es sich anhört.
Aber klar, kann einem niemand die Gefühle abnehmen.Da guckt man an verschiedenen Ecken, ob z B Medis, welche Tätigkeiten fokussieren (Hobbies, spazieren) und mit der Wohnung, gucken wie man sich die vertraut machen kann, gestalten kann sodass man sich wohlfühlt, und bei Reizen: wo und wie abschirmen (Noise Cancceling, Oropax o ä).

Wenns nur normale Laufgeräusche sind von anderen und keiner aggressiv austickt, gewöhnt man sich da ja auch vielleicht dran.Aber neu- ist klar, geht mir auch im Urlaub, Seminar außer Ort oder so so, dass da alles neu steht, neue Leute, neue Gerüche usw....das dauert. Dann Umgebung abchecken und gucken, wer einem da sympathisch ist, sich da irgendwie reinfinden, das bringt auch etwas mehr Ruhe je nachdem.

• #17

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Feuerschale
Zitat von Rogue:
Therapien sind dafür da, dich dazu zu befähigen, dir irgendwann auch mal selber helfen zu können, aber du schreibst immer nur, wie alle (professionellen) Helfer (egal, ob Therapeuten, Betreuer, die Klinik,..) dich immer nur hängenlassen, alleine lassen und dich irgendwann nicht mehr weiter behandeln/ unterstützen wollen.

Grundsätzlich ja, kommt aber auch drauf an, ob jemand in der Lage ist, was umzusetzen und therapiefähig.
Oder ob es schon in Richtung psychische Behinderung geht.
Ok, das hätten dann aber auch die Therapeuten eigentlich so merken müssen....merken dass es nicht weitergeht und dann ggf. in intensivere Hilfe, eher Pflege reingehen....nicht jeder hat alle Fähigkeiten um bestimmte Methoden zu verwerten.
Wie es hier ist weiß ich nicht, hab noch keine anderen Beiträge gelesen.

Aber grundsätzlcih denke ich, wenn jemand eine Lernbehinderung hätte oder emotionale Behinderung und ist gerade mittendrin in seiner Aufwühlung irgendwie, dann helfen in dem Moment wohl so "spring doch" Sachen etwas weniger....
bei manchen hilft es ggf. nachher mal irgendwann, dass man merkt, was andere einem sagen wollten.
Oder warum sie sich abgrenzen.

Ich persönlich hab auch nicht immer den Nerv reinzustecken und reinzustecken...klar ist es erfreulicher, wenn man merkt, man gibt Input und es tut sich was.....so könnte ich mir die Arbeit mit jungen Erwachsenen z B besser vorstellen als mit kleineren Kindern oder Jugendlichen oder Suchtabhängigen die eher anderes im Kopf haben oder emotional einfach nicht fähig sind. Es gibt halt dieses und jenes....eher Pflege...und eher Entwicklungsarbeit...

Ist halt so ein bisschen Typsache glaub ich auch, ob man eher so die geduldige Krankenschwester ist die auch mit Demenzkranken oder verwirrteren Abhängigen arbeitet...oder eher so derjenige der gerne so Schritte nach vorne möchte.
Hab da auch so meine Trigger. Wenn jemand von Anfang an schon so in ner ständigen Jammerhaltung auftritt z B, alles auf sich zieht...da merk ich so nee hab ich keinen Nerv wirklich. Und falls man mal angesprochen wird im Chat oder so denke ich ohjee....gleich ist man in diesem Jammerspinnennetz drin, kein links kein rechts... 😳
Hier in dem Thread hab ich das Gefühl jetzt noch nicht.

Zitat von Rogue:
Es kann nicht immer der erste Impuls sein, sich direkt immer und immer wieder gleich von anderen Menschen Hilfe holen zu wollen (und sich dann auch immer wieder gleich zu beschweren, wenn diese nicht sofort verfügbar sind).

Mal ist das ja ok, aber es sollte nicht immer gleich der erste Impuls sein.

Klingt nach so ner kleinkindlichen Sache....Also Versorgung geht im außen.
Kommt wie gesagt im Einzelfall drauf an, ist da ne Entwicklungsverzögerung eine Behinderung oder ist da nur ne Blockade, und eigentlich könnte jemand, fehlt nur der Mut und ein Ar.tritt.
Zitat von Rogue:
Es ist in einer Wohnform für Menschen mit psychischen Problemen zu erwarten, dass da solche Probleme auftauchen. Es war ja eine bewusste Entscheidung.

Manchmal ist sowas auch die Wahl zwischen Pest und Cholera. Das eine ist schrecklich, da muss man weg.
Aber soviel Handlungsspielraum und Ressourcen hat man nicht, man will irgendwie weg, alles ist besser als zu bleiben.
Aber da wo man ist, braucht es ebenso wieder Fähigkeiten und Ressourcen um zurecht zu kommen.
vielleicht war hier ein gesetzlicher Betreuer auch im Spiel? Weiß man alles nicht. Aber stationäres betreutes Wohnen nutzt man selten im Vollbesitz aller Kräfte.
Zitat von Rogue:
Solange ihr Probleme dazu dienen, ihr Kontaktbedürfnis zu stillen, wird sie nur immer weitere Anlässe finden, um Unterstützung und Betreuung zu erbitten, solange bis die nächsten Hilfspersonen davon ermüdet, erschöpft und vielleicht sogar verärgert sind,
wodurch dann wieder die nächste enttäuschende zwischenmenschliche Erfahrung gemacht wird.

Die Frage ist, wer kann sowas bieten, entweder Eltern die immer in der Elternrolle bleiben / Geberrolle, oder Pflegepersonen, Pflegeheim, Rumdumpflege. In so einem stationären Wohnen wie hier ist ja auch rundum immer jemand da.
Aber natürlich sind die auch mal genervt, überfordert und nicht so engagiert als würde man sich um einen Freund kümmern o ä. Ob man gute Bezugsbetreuer hat, das braucht immer etwas Glück auch.
Zitat von Rogue:
Du verwechselst konkrete, echte Hilfe mit "sich für einen Moment gut fühlen".
Gute Therapie sorgt dafür, dass es dir langfristig gut geht, auch wenn das zwischendurch mal heißt, auf eine kurzfristige Bedürfnisbefriedigung zu verzichten und kurzfristig auch mal ein schwieriges Gefühl auszuhalten. Sie ist langfristig hilfreich, auch wenn es sich kurzfristig mal schlecht anfühlt.
Nur so können dysfunktionale Verhaltensweisen auf Dauer durchbrochen werden.

Grundsätzlich halte ich das für richtig und für mich selbst kann ich daraus auch was nehmen.
Obs hier jetzt passt, weiß ich halt nicht. Vielleicht ist meine Grundvermutung auch in die falsche Richtung.

• #18


Rogue
Zitat von Feuerschale:
Wie es hier ist weiß ich nicht, hab noch keine anderen Beiträge gelesen.

Ich glaube, das genau hier das Problem liegt. Verhaltensmuster erkennt man oft erst über eine gewisse Zeit.

Zitat von Feuerschale:
Vielleicht ist meine Grundvermutung auch in die falsche Richtung.

Es ist ja verständlich, dass jemand erstmal so reagiert. Es ist ja auch total normal, dass man, wenn man noch nicht viel von jemandem weiß, erstmal so reagiert.

Ich habe leider sehr viel Erfahrung mit solchen Verhaltensweisen und habe jahrelanger Therapieerfahrung damit.
Inklusive sehr vieler Aussagen von sehr erfahrenen Therapeuten, die mit solch dysfunktionalen Mustern schwerpunktmäßig arbeiten.

Die würdest dich wundern, wie konsequent Therapeuten auf solche dysfunktionalen Verhaltensweisen reagieren, wenn sie einem Patienten wirklich weiterhelfen wollen und ihn/sie nicht einfach nur kurz abhandeln wollen. Denn es ist tatsächlich auch für Therapeuten sehr viel leichter, auf solche Verhaltensweisen einfach schnell mit kurzer Versorgungs-Bedürfnisbefriedigung zu reagieren, dann ist der Patient schnell wieder raus aus dem Zimmer, das Gespräch verläuft angenehm, der Patient ist kurzfristig zufrieden und der Therapeut kann pünktlich Feierabend machen. Win-Win-Situation auf den ersten Blick, aber langfristig führt es leider nur dazu, dass sich die Muster beim Patienten nur immer mehr verfestigen. Kurzfristige Entlastung steht hier langfristiger, echter Hilfe entgegen.

Dabei geht es im Wesentlichen darum, dass tatsächlich niemand in Frage stellt, wie solche Verhaltensmuster entstehen. Es steht auch außer Frage, dass der Patient einen Leidensdruck hat. Aber wenn man ihm langfristig helfen will, geht das nur, indem man an alternativen Verhaltensmustern arbeitet, die dazu führen, dass ein Patient langfristig Entlastung finden kann,
denn ansonsten führt das nur dazu, dass der Patient für den Rest seines Lebens immer wieder die verletzende Erfahrung macht, dass Therapeuten und Betreuer ihn/sie irgendwann fallen lassen.
Und das ist, langfristig betrachtet, keine angenehme/ mitfühlende Perspektive.

Wirkliche Hilfe besteht darin, dem Patienten verständlich zu machen, warum das immer wieder passiert, damit der Patient sein Verhalten verändern kann, um diese wiederholte schmerzhafte Erfahrung langfristig zu vermeiden.

Und ja, natürlich ist es ein kleinkindliches frustriertes Bedürfnis, das hier ausgelebt wird. Das Problem dabei ist nur, dass Therapeuten und Betreuer eben keine Eltern sind. Darum wird in Therapie, Klinik und selbst in betreuten Wohnformen dieses Verhalten immer nur zu demselben Resultat führen, irgendwann kommt es zu Verletzung, wenn der Therapeut/Betreuer sich weigert, den Patienten emotional zu versorgen oder gerade mit einem anderen Patienten beschäftigt ist. Und auch durch professionelle Betreuer ist es nicht direkt möglich, dieses Bedürfnis zu befriedigen. Die haben viele Patienten, begrenzte Arbeitszeiten und sind nunmal nicht immer verfügbar, sondern nur in begrenztem Rahmen. Sie sind keine Eltern. Und Therapie ansich hat sogar eine ganz andere Zielsetzung, nämlich die langfristige Hilfe zur Selbsthilfe.
Der Weg kann nicht sein, dieses Bedürfnis im Erwachsenenalter durch professionelle Unterstützungspersonen über Jahre hinweg immer und immer wieder befriedigen zu lassen, das funktioniert leider nicht und wird auf Dauer nur dazu führen, dass die Patienten in diesem ewigen Teufelskreis gefangen bleiben,
was, wenn man es mal genau betrachtet, alles andere als fürsorglich, mitfühlend oder empathisch wäre.

Erfahrene Therapeuten haben es wie folgt erklärt: Auch wenn es schmerzlich ist, der Weg kann nur sein, dem Patienten beizubringen, sich emotional selber zu versorgen.
Ist es unfair, dass der Patient diesen Mangel in seiner Vergangenheit erfahren hat? Selbstverständlich ist es das, aber wie bei jeder anderen Einschränkung, die man im Leben erfahren hat, muss man jetzt der Situation einen Umgang finden und aktiv an langfristigen Lösungen arbeiten. Die Vergangenheit kann man nicht ändern, aber man kann die Zukunft gestalten.

Bei bestimmten Erkrankungsbildern ist es leider so, dass das Bedürfnis nach dieser fürsorglichen Versorgung von außen niemals nachlassen wird, wenn man nicht an der Ursache arbeitet. Es ist bei manchen Erkrankungen eben nicht so, dass der Patient damit irgendwann aufhören wird, wenn er nur genug therapeutische/ betreuerliche fürsorgliche Versorgung erfährt (ein Argument, das von Patienten gerne kommt), manchmal sogar eher im Gegenteil. Das funktioniert bei einigen leichteren Erkrankungen vielleicht ein bisschen, es gibt aber schwerere Störungen, die es verhindern, dass das Bedürfnis danach jemals nachlässt, wenn man nicht an der zugrundeliegenden Ursache arbeitet.
Nicht einmal in therapeutischer Nach-Beelterung geht es darum, einfach nur fürsorgliche Versorgung zu geben, selbst da ist es das Ziel, dem Patienten beizubringen, sich selber emotional zu versorgen.
Folgendes Bild nutzen erfahrene Therapeuten dafür: Wenn also jetzt eine kurzfristige fürsorgliche Versorgung erfolgt, ist, das, als würde man etwas in ein Fass kippen, dessen Boden fast vollständig zerstört ist. Das Fass füllt sich nicht, darum hilft es auch nicht, weiter oben etwas hineinzukippen (hier: wiederholte kurzfristige fürsorgliche Versorgung). Man muss stattdessen erstmal dafür sorgen, dass der Boden repariert wird (hier: Therapie zur Selbstfürsorge).
Der Weg kann langfristig nur sein, zu lernen, dass Bedürfnis im Inneren selber versorgt zu bekommen, nicht darin, einfach nur immer im Außen nach kurzer Bedürfnisbefriedigung durch andere Menschen (schon gar nicht professionelle Helfer) zu suchen.

Und es ist auch verständlich, dass sich der Patient erstmal dagegen wehrt, denn das fühlt sich ja kurzfristig erstmal nicht so gut an, wie das Bedürfnis von außen durch andere Menschen versorgt zu bekommen.

Darum kann ich nur nochmal wiederholen:
Langfristige Hilfe sollte das Ziel sein, nicht ein kurzfristig gutes Gefühl von Versorgung. Gerade diese kurzfristige Versorgung kann langfristige echte Heilung verhindern.

• x 2 #19


Feuerschale
Hallo, den Ansatz verstehe ich durchaus und ist gut beschrieben und macht in vielen* Situationen Sinn.

Meine Perspektive war hier, ob eine psychische Behinderung vorliegt und mit gestalten nicht immer soviel los ist.

* Man muss halt mMn aufpassen dass man mit dem Ansatz nicht den Hammer hat und überall drauf haut. Bei manchen mag es was bringen, andere sind überfordert und es wird schlimmer und danach kommt keine Verbesserung.

Lernen/Fordern +Behinderung oder extrem starke verfestigte Muster und wenig Ressourcen, das passt nicht zusammen.

• x 3 #20


A


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