Hallo zusammen, mein Name ist Jana, ich bin 41 Jahre alt und neu hier im Forum. Vor etwa fünf Wochen hat es ganz plötzlich wieder angefangen: Aus heiterem Himmel hatte ich eine Panikattacke. Ich kenne das leider schon, weil ich vor etwa 11 Jahren schon einmal eine Phase mit Panik hatte. Damals kam es plötzlich – und ging zum Glück auch wieder von alleine weg. Seit fünf Wochen ist es nun aber wieder da. Meine größte Angst ist, umzufallen und zu sterben. Besonders schlimm ist es, wenn ich rausgehen möchte oder sogar einfach nur in der Küche bin – warum gerade dort, weiß ich selbst nicht, es fühlt sich ganz komisch an.
Ich war natürlich beim Arzt. Zuerst bekam ich Escitalopram, habe es aber nach sechs Tagen wieder abgesetzt, weil ich die Nebenwirkungen kaum ausgehalten habe. Danach wurde ich auf Opipramol umgestellt (3x täglich 50 mg). Ich habe schon den Eindruck, dass es etwas hilft.
Heute hatte ich allerdings einen richtigen Rückfall – oder zumindest hat es sich so angefühlt. Meine Periode hat eingesetzt, ich habe das Blut gesehen und in dem Moment dachte ich sofort: „Jetzt fällst du um.“ Man liest ja immer wieder, dass Menschen bei Blut ohnmächtig werden, und das hat meine Angst total getriggert.
Meine Frage an euch: Wie bekommt man diese Angst vorm Umfallen in den Griff? Habt ihr vielleicht Tipps oder Erfahrungen, die mir helfen könnten? Ich wäre wirklich sehr dankbar. Liebe Grüße Jana
@Jana84 Meine Panikattacken äußern sich auch so. Bei mir ging es vor 10 Jahren los und es mal besser und mal schlechter. Ich habe mittlerweile 2 Therapien gemacht und nehme im Moment zum 3. Mal Sertralin.
Das Einschleichen von AD ist wirklich sehr unangenehm, aber die Wirkung ist es wert. Also bei mir auf jeden Fall.
Ich rate dir auf jeden Fall eine Therapie.
Und versuche keine Situationen zu vermeiden, du musst leider durch die Angst durch, damit sie besser wird.
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Neu hier Panikattacken und extreme Angst umzufallen
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Donnie_Darko Mitglied
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Wenn vor Angst der Kreislauf verrückt spielt und man tatsächlich umfallen kann, dann kündigt sich das bei mir rechtzeitig an. Dann setze oder lege ich mich hin. Opipramol hilft bei mir auch nur leicht bei Ängsten. Für einen stärkern Effekt nehme ich Promethazin.
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Jana84 Mitglied
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@Elly79 danke für deine Nachricht . Echt schrecklich sowas ,ich dachte ich hab den Mist los jetzt geht das wieder von vorne los .
Ich habe ja vor Jahren mal escitalopram genommen , mir ging es damals gut aber diesmal beim einschleichen ...die Hölle .
Ja ich würde gerne eine Therapie machen, aber hier wo ich her bin ist man sogar auf einer Warteliste wenn man zu einem Psychologen will.
Aber wie schafft man das,die Angst auszuhalten ?
Wenn ich an nächste Woche denke , da hab ich soviel Termine frag mich wie ich das schaffen soll , kann ja nicht immer absagen .
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Jana84 Mitglied
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@Donnie_Darko ja liegen ist momentan meine Lieblingsbeschäftigung, da ich ja nicht weiß ob es Angst oder Kreislauf ist ... Zum verruckt werden
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#5
Donnie_Darko Mitglied
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Das seltsame ist, es fühlt sich wie zu niedriger Blutdruck an, aber wenn ich ihn bei Panik messe, ist er viel zu hoch. Promethazin hilft ganz gut, nehme es aber nur selten, da es sehr müde macht.
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Jana84 Mitglied
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Ich hab vom Arzt noch tavor 0.5 mg als Notfallmedikamemt bekommen , aber die trau ich mich nicht zu nehmen da ich ja 3 mal täglich opipramol nehme
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SilentRoG Mitglied
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Zitat von Jana84:
Ich hab vom Arzt noch tavor 0.5 mg als Notfallmedikamemt bekommen , aber die trau ich mich nicht zu nehmen da ich ja 3 mal täglich opipramol nehme ...
Wenn du mal mit Partner oder Freunden zusammen bist, dann lass es doch mal drauf ankommen. Entweder du wirst sehen, das nichts passiert, die Attacke hört auf und dir wird es Schritt für Schritt besser gehen oder es leg dich hin und die Leute um dich herum helfen dir.
Das ist die Möglichkeit das ganze schnell zu beseitigen, wenn es psychisch ist. Denn damit fütterst du die Angst nicht, bestätigst den Alarm nicht sondern wirst feststellen, dass es ein Fehlalarm war.
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Jana84 Mitglied
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@SilentRoG Danke dir. Ich weiß, dass Vermeidung die Angst verstärkt. Es ist nur unglaublich schwer, sich in dem Moment bewusst „reinzugeben“, weil es sich eben nicht wie ein Fehlalarm anfühlt. Aber du hast recht – vermutlich führt kein Weg daran vorbei, die Erfahrung zu machen, dass nichts passiert.
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#9
SilentRoG Mitglied
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Zitat von Jana84:
Ich weiß, dass Vermeidung die Angst verstärkt. Es ist nur unglaublich schwer, sich in dem Moment bewusst „reinzugeben“, weil es sich eben nicht wie ein Fehlalarm anfühlt.
Da hast du vollkommen Recht, es ist nicht leicht. Du könntest dich natürlich darauf vorbereiten und dir mal die Symptome der fight and flight Reaktion anschauen. Gibt auf youtube interessante Videos, wo diese auf zeigt werden und mit der Evolution in Verbindung gebracht werden, um zu verstehen, was da gerade passiert und warum es passiert. Danach ist es vielleicht einfacher sich einfach mal fallen zu lassen. Aber deswegen sage ich ja mit Gesellschaft in der Nähe, da man dort die Sicherheit haben kann, dass die Leute gleich reagieren, falls doch was sein sollte. Auch wenn es unwahrscheinlich ist. Aber so weißt du was abgeht, hast die Sicherheit, dass dir schnell geholfen wird, und kannst es einfach mal machen. Und wenn du dann das ganze nicht vermieden hast, sondern aktiv festgestellt hast, dass es nicht bedrohlich ist, dann wirst du es mal ins unangenehm einstufen. Und an unangenehm kann man einfacher arbeiten als an bedrohlich. Du kannst doch versuchen während der panikattacke diese zu beobachten. Als würdest du Fernsehen gucken. Oder noch besser? Sie herauszufordern. Oder eben mit der Gesellschaft. Einfach mal die panikattacke herausfordern. Sie sollte dich mal richtig umhauen. Und du wirst merken, dass sie immer nur bis zu einem ganz bestimmten Level gehen kann. Weil Panikattacken sind eine Schutzreaktion. Die werden dir nichts schlechtes antun. Sondern sie Bremsen dich. Ich war in der gleichen Situation, wie du. Hatte eine Menge Termine vor mir. Bei mir ist die Angst vor diesem Termin. Explodiert. Ich habe alle abgesagt. Sofort ging es mir viel besser. Bis die nächsten Termine anstanden. Gleiches Spiel. Also habe ich eher geguckt, dass ich mir weniger Termine mache. Und habe diese dann noch wahrgenommen. Und so hat sich das langsam wieder eingependelt.
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Jana84 Mitglied
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Danke, dass du deine Erfahrung geteilt hast!
Darf ich fragen, wie es sich für dich angefühlt hat, diese Termine trotz der Angst wahrzunehmen?
Danke, dass du deine Erfahrung geteilt hast! Darf ich fragen, wie es sich für dich angefühlt hat, diese Termine trotz der Angst wahrzunehmen? ...
Es war schwer. Sehr schwer. Aber das interessante war, das sowohl die Angst als auch die Panik nur im Vorfeld stattgefunden hat. Sobald der Termin gestartet hat war ich sofort on point. Und das hat mir wiederum geholfen, das immer wieder zu tun. Weil ich halt den Alarm nicht bestätigt habe. Und so wurde auch die Angst immer weniger.