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koenig

koenig
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Hallo,

ich hatte letztes Jahr September einen Unfall. Ich war Sozia auf dem Motorrad, mein Mann Fahrer. Es war nicht unsere Schuld. Mein Mann hatte verschiedene Knochenbrüche, ist aber wieder fit. Mir ist nicht so viel passiert.

Die ersten Wochen waren hart. Ich habe mich nur 2 Wochen krankschreiben lassen. Ich habe alles gemacht und funktioniert. Den Winter ging es mir trotzdem gut. Seit Ende Februar arbeitet mein Mann wieder.

Wir fahren kein Motorrad mehr. Ein Gerichtsverfahren steht auch noch an. Der Gegner zahlt nur 50 %.

Mein Mann ist sein ganzes Leben Motorrad gefahren. Er kommt jetzt aber gut klar damit, ich nicht.

Ich bin seit einiger Zeit ziemlich durch. Es fasst mich so vieles an. Der Unfall, das Altern, mein Kind wird bald 18, die Zeit, die rast. Die Leute auf Arbeit nerven zum Teil. Bei vielen Sachen verstehe ich nicht mehr,worüber sie sich aufregen. Es gibt doch Wichtigeres.

Ich habe wieder Krankheitsängste, Stresssymptome, viele Sachen änstigen mich, ich problematisiere, jetzt auch wieder hypnogoge Halluzinationen beim Aufwachen. Es wird immer schlimmer.

Und ich dachte, ich könnte mittlerweile gut mit den Dingen umgehen.

Irgendwie weiß ich auch nicht, was von alldem das wirkliche Problem ist?

31.05.2026 x 2 #1


11 Antworten ↓

Greta__
Guten Morgen.
Lt. Profil bist du 48. An die Wechseljahre gedacht? Bei einem Endokrinologen bzgl. weiblicher Hormone gewesen? Einige deiner Symptome kommen in den Wechseljahren vor.

x 5 #2


A


Nach Unfall geht es psychisch bergab

x 3


P
Das können auch alles die Hormone machen. Wie war das nochmal: Nutzt du HET?

x 2 #3


Dunkelbunte
Kontrollverlust.
Absolute Hilflosigkeit.

Du hast gespürt, das es von jetzt auf gleich vorbei sein kann.

Hattest so etwas ähnliches früher schon einmal?
Hattest du Traumata in deiner Kindheit erlebt?

Die Schwester einer Freundin hat sich mit ihrem Lebensgefährten vor 1,5 Jahren bei einem mit dem Auto 2 x überschlagen. Die sind wg Wetter von der Fahrbahn abgekommen. Nur Prellungen und Schleudertrauma, zum Glück.

Danach haben sie beschlossen, das jeder Tag zählt. Sie sind sehr selbstwirksam an die Sache heran gegangen und haben sich ein Wohnmobil gekauft und sind nun mit Hund, wann immer es geht, on Tour.

Und nach Jahrzehnten in der Pflege hat sie beschlossen vorzeitig in Rente zu gehen (sie muss dafür kämpfen).

Das ist natürlich extrem bewundernswert wie die beiden damit umgehen.

Was ich damit sagen möchte, es kann eine Re-Traumatisierung sein.

Oder dein 1. Trauma.

Geh aktiv daran.
Lass es nicht die Oberhand gewinnen.

Weil jeder Tag zählt 🙌

x 3 #4


koenig
Zitat von Greta__:
An die Wechseljahre gedacht?

Ich nehme seit 1,5 Jahren ein Medikament, welches meine Hormone eh auf ein niedriges Niveau setzen, quasi schon so fast Menopause.

#5


koenig
Zitat von Dunkelbunte:
Hattest so etwas ähnliches früher schon einmal?
Hattest du Traumata in deiner Kindheit erlebt?

Ja, deswegen habe ich z. B. Probleme, allein zu sein.

x 1 #6


Icefalki
Zitat von koenig:
Irgendwie weiß ich auch nicht, was von alldem das wirkliche Problem ist?


Ich kenne das jetzt schon mein gefühlt ganzes Leben:

Mich triggert Hilflosigkeit auch ohne Ende.

Was ich aber gelernt habe:

1. Das gehört leider zu mir, resultierend aus der Jugend und Kindheit. Da hilft keine Therapie, keine Medis, zu allererst reagiere ich auf bestimmte Trigger mit diesen Hilflosgefühlen.

2. Wenn ich das dann mal alles realisiert habe, : (ich sterbe also noch nicht), komme ich dann ins Tun, ins Hier und Jetzt, ins Verdrängen, ins Akzeptieren, ins Planen.

Unterm Strich, so habe ich mir das alles zusammengereimt, geht es bei uns um die Erkenntnis, dass alles ganz, ganz schnell anders werden kann und man null Einfluss darauf haben kann. Für uns als Kontrollfreaks (wer Kontrolle ausübt, wird nicht so schnell überrascht, angegriffen, erledigt), der Supergau.

Und nun muss man diese Erkenntnisse dahingehend verdauen, umsetzen, "kontrollieren", dass man wieder Boden unter die Füsse bekommt.

Ich muss da ganz viel Ratio einsetzen, denn gefühlsmäßig wird es schnell eng und Ratio heisst:

Wissen, warum man so reagiert,
Im Hier und Jetzt bleiben
Und akzeptieren lernen, dass nicht alles kontrollierbar ist.

Ach und dann denke ich auch öfter, das riskiere ich jetzt, auch wenn ich es fürchte, denn lieber beim Versuch zu leben, auf die Schnauze fallen, als das Leben zu verpassen.

Und sei auch bissle nachsichtig mit dir selbst. Wir sind eben anders, aber das darf so sein.

x 2 #7


Gedeon
Zitat von koenig:
Der Unfall, das Altern, mein Kind wird bald 18, die Zeit, die rast.

Torschlußpanik? Angst noch etwas zu versäumen?

Empty nest-syndrom ( auch wenn das Kind noch bei euch wohnt, es wird halt flügge)

Das Empty-Nest-Syndrom (Syndrom des leeren Nestes)
beschreibt eine Phase von Trauer, Einsamkeit und Sinnverlust bei Eltern, deren Kinder flügge werden und das elterliche Zuhause verlassen.
Es ist keine medizinische Krankheit, sondern eine normale Anpassungsphase an einen neuen Lebensabschnitt

Vielleicht kommt auch mehreres bei dir zusammen. Und zusammen ist es zu VIEL und das knockt dich aus?

x 1 #8


Windy
Klingt nach posttraumatischer Belastungsstörung. So ein Unfall wird im Körpergedächtnis und natürlich im Gehirn gespeichert und arbeitet so, daß es vor so einer lebensbedrohlichen Situation geschützt wird und nie wieder vorkommt. Da scheint dein Gehirn recht überaktiv zu sein.

x 2 #9


koenig
Zitat von Icefalki:
Für uns als Kontrollfreaks (wer Kontrolle ausübt, wird nicht so schnell überrascht, angegriffen, erledigt), der Supergau.

Genau das ist ja auch ganz extrem bei mir. Und ich merke jetzt sehr oft, wie ich denke, dass mir nichts passieren kann, wenn ich Kontrolle über die Dinge haben kann. Theoretisch weiß ich, dass das nur bis zu einem gewissen Punkt greift.

Mein Körper war schon immer schneller im Alarmmodus. Jetzt hat sich das gesteigert.
Ablenkung finde ich in übersteigertem Aktionismus.
Entspannung manchmal auch durch Alk.. Ich weiß um die Wirkung und nutze sie auch manchmal.

Solange wie ich für alle funktionieren musste, ging es mir gut. Das muss ich jetzt nicht mehr. Und so fühle ich mich total verloren.


Zitat von Gedeon:
Und zusammen ist es zu VIEL und das knockt dich aus?

Da ist was dran!


Zitat von Windy:
Da scheint dein Gehirn recht überaktiv zu sein.

Ja, das ist so.


Zitat von Icefalki:
Wissen, warum man so reagiert,
Im Hier und Jetzt bleiben
Und akzeptieren lernen, dass nicht alles kontrollierbar ist.

Das ist jetzt wohl mein Auftrag. Und irgendwie mal loslassen. Ich halte alles fest, physisch wie psychisch.

x 2 #10


Icefalki
Zitat von koenig:
Und irgendwie mal loslassen.


Ja, sonst lebst du zu eingeschränkt. Ein wenig Einschränkung werden wir akzeptieren müssen, aber nicht zuviel.

Deswegen gebe ich mir des öfteren den berühmten Tritt in den Hintern, damit ich meine Komfortzone verlasse. Allerdings geht das auch nur, wenn man einigermassen ok ist.

Und über das Gefühl Machtlosigkeit nachdenken, ob das im Moment auch wirklich zutrifft, oder ich mich gerade in Katastrophengedanken verliere.

Und Loslassen ist bei uns eine Denkaufgabe. Einfach gibt es bei uns nicht. Grins.

x 2 #11


koenig
Zitat von Icefalki:
Deswegen gebe ich mir des öfteren den berühmten Tritt in den Hintern, damit ich meine Komfortzone verlasse. Allerdings geht das auch nur, wenn man einigermassen ok ist.

Das habe ich in diesem Jahr oft gemacht, vielleicht in der jetzigen Verfassung zu oft. Das merkte ich auch körperlich. Aber ich wollte mich auch nicht kleinkriegen lassen, weil ich Angst habe, dass es dann immer mehr abwärts geht.

#12


A


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