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Hallo,

ich bin ganz neu hier und habe mich grad angemeldet.
Ganz kurz zu meiner Person. Ich leide seit vielen Jahren an einer Angststörung. Schon als Kind (heute bin ich 50 Jahre alt) war ich sehr ängstlich und anders als viele meiner Schulkameraden/innen. Nach der Geburt meiner Tochter vor 24 Jahren begann meine Angststörung. Mal hatte ich angstfreie Jahre und dann wieder war es so schlimm das ich ein AD nehmen musste.
Ich wohne in MV und muss neuerdings mit meinem Mann nach Bayern zu einem Arzt fahren. Durch puren Zufall habe ich dort Ende September ein großes Blutbild machen lassen. Letzten Fr. hatte ich dann eine tel. Auswertung. Der Dr. fragte mich ob ich zufällig mit Ängsten oder Depressionen zu tun habe. Er sagte meine Serotoninspiegel ist im Keller. Was mich daran wundert war, dass ich seit 2 1/2 Jahren ein AD nehme! Ich sagte es dem Dr. Er meinte, wenn ein Gendefekt vorliegt, d.h. der Körper ist nicht allein in der Lage das Serotonin zu bilden, dann kann ich Pillen schlucken so viel ich will.. sie werden dauerhaft nicht helfen sondern nur den Körper schaden. Ich werde nun als 1. die Möglichkeit eines Gendefekts überprüfen lassen. Gleichzeitig schleiche ich das AD aus (nutzt ja eh nix wie ich sehe) und werde das Neuro 5 HTP aus deren Apotheke beziehen. Das 5 HTP ist die Vorstufe des Serotonins.

Kennt sich von euch jemand zufällig mit solchem Gendefekt aus?

Herzliche Grüße
Anke

23.10.2014 13:21 • 28.11.2014 #1


24 Antworten ↓


martin170de
Huhu, <lesenfee>!
Danke für Deinen Beitrag - ich weiß nicht, ob Dir meine Antwort etwas weiterhilft, ich schreibe einfach mal kurz.
"Auskennen" tue ich mich mit diesem Gendefekt nicht, aber ich kann die Existenzmöglichkeit und auch den Weg über 5HTP grob bestätigen.
Klar - wenn Du kein Serotonin produzierst - dann kann ein Wiederaufnahmehemmer auch nix hemmen.
Ich sprach vor einiger Zeit mit meinem Bruder (auch Arzt) über die Thematik, da ich seit Längerem einen SSRI nehme; er erwähnte die Möglichkeit, dass aufgrund des besagten Gendefektes kein Effekt eintritt.
Direkt kann man Serotonin nicht in den Neurotransmitter-Haushalt einspeisen, so wie ich es verstand, u.a. wegen der Blut-Hirn-Schranke etc.
Die Vorstufe in Form vom 5HTP ist dann wohl ein guter (Um)Weg der Wahl, um den Spiegel zu erhöhen.
Zumindest wünsche ich viel Erfolg - und sende sehr viele Grüße!
Martin

23.10.2014 14:09 • #2



Gendefekt "Schuld" an Ängsten?

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Vielen Dank für deine hilfreiche Antwort!
Das 5 HTP ist wohl der einzig natürliche Weg den Serotoninspiegel anzuheben.
Mal schauen was mein Bluttest wegen der Prüfung des Gendefekts sagt.

Herzliche Grüße
Anke

23.10.2014 14:59 • #3


Liebe Anke,

ich fand deinen Beitrag extrem interessant und schreibe deshalb, obwohl ich zum Thema leider nichts beitragen kann. Vielmehr habe ich sogar ein paar Fragen an dich: Bei welchem Arzt hast du deinen Bluttest machen lassen bzgl. Serotonin? Beim Hausarzt oder beim Neurologen/Psychiater? Ich habe mich nämlich auch schon gefragt, ob es bei mir eine genetische Komponente geben könnte. Ich wusste allerdings bis gerade nicht, dass es da für uns Normalsterbliche außerhalb der Forschung schon Diagnose Möglichkeiten gibt! Wie und bei welchem Arzt lässt du denn den Verdacht auf Gendefekt nun genauer untersuchen? Ich würde mich wirklich sehr über Antworten von dir freuen!

Danke und GLG
Nesquik

27.10.2014 01:18 • #4


Hallo Nesquik,

ich schätze, dass ein Hausarzt diesen Wert nicht anfordern kann, dazu musst du zu einem Facharzt oder überhaupt in eine Ambulanz in eine Klinik.
Es ist natürlich auch möglich, in ein Speziallabor zu gehen, und dort den Wunsch zu äußern, diesen Wert bestimmen zu lassen. Nur ist es dann privat zu bezahlen.
Solltest du das dennoch machen wollen, musst du beachten:


Das Blut sollte innerhalb einer Stunde nach Abnahme zentrifugiert werden!

Deshalb ist es auch nicht sinnvoll, bei einem Hausarzt die Abnahme machen zu lassen....


Zur Vermeidung von falsch-positiven Befunden sollte man beachten:

Medikamente: Paracetamol, Cumarine, Coffein, Nikotin, Ephedrin-HCL, Phenacetin, Methylsergid u.a. können falsche Werte ergeben, also 2-3 Tage vor Blutabnahme meiden!

Nahrungsmittel: Bananen, Nüsse, Ananas, Kiwi, Vanille, Pflaumen können ebenfalls falsche Werte begünstigen.

Auch falsch negative Werte können bestimmte Medika hervorrufen

Medikamente: Phenothiazin-Derivate, Acetylsalicylsäure, Promethazin, Levodopa, Chlorpromazin.

Also bitte gut beraten lassen, wenn du vor hast, den Wert ermitteln zu lassen!

LG

Gerd

27.10.2014 08:09 • #5


Entschuldige, hab ich vergessen

Zitat:
Wie und bei welchem Arzt lässt du denn den Verdacht auf Gendefekt nun genauer untersuchen?


Praxis für humangenetische Beratung und Diagnostik ist für eine genetische Abklärung zuständig.

LG

Gerd

27.10.2014 08:12 • #6


Lieber Gerd,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Ich habe nun ein paar Praxen und Institute herausgesucht, die Humangenetik betreiben. Keines jedoch bietet eine Analyse von Markern für psychische Störungen an. Vielmehr wurde bei der Uniklinik Bonn darauf hingewiesen, dass im März diesen Jahres ein groß angelegtes Forschungsprogramm initiiert wurde, das der Identifizierung ebensolcher Marker für Schizophrenie, Bipolare Störung und Schwere Depressionen dienen soll. Augenscheinlich sind also noch gar keine solchen Marker bekannt und somit frage ich mich, wo man sich wie Diagnostizieren lassen soll? Ich habe mal das sehr ausführliche Leistungsangebot der Uniklinik angehangen. Hier der Link: http://humangenetics.uni-bonn.de/diagno ... tik_RR.pdf
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Vor allem auch von @lesenfee, falls sie hier noch mitliest.

GLG Nesquik

27.10.2014 17:41 • #7


Hallo, versuche hier dein Glück, vielleicht bekommst du Adressen:

http://www.zi-mannheim.de/institut/organigramm.html

oder

Humangenetiker Markus Nöthen von der Universität Bonn und Koordinator des Nationalen Genomforschungsnetzes MooDs.


Viel Erfolg!

LG

Gerd

27.10.2014 17:57 • #8


Hallo Nesquik,

es freut mich dass du dich für dieses Thema interessierst.
Deine Frage ist sehr interessant...welcher Arzt den Gendefekt untersuchen kann.
Ich habe nämlich festgestellt dass es da in Deutschland Unterschiede gibt!
ich wohne in Mecklenburg Vorpommern. Bin durch die Erkrankung meines Mannes zu Blutwäschen nach Bayern in die Inus Klinik in Cham gefahren. Dort gibt es verschiedene Bereiche. U.a. auch die Hausärzte.
Als ich das letzte Mal auf meinen Mann gewartet hatte, sagte die Schwester zu mir: lassen sie doch mal ein großes Blutbild machen! Ich: das ist auch eine Idee.
Na jedenfalls wurden mir verschiedene Werte abgenommen. U.a. das Serotonin. Bei der Auswertung kam heraus dass mein geringer Serotoninspiegel dringend behandelt werden müsste. Ich muss dazu sagen, dass ich seit über 2 Jahren ein AD nehme und um so erstaunter über diese negativen Werte war! Ich telefonierte mit dem Dr. Dieser sagte mir dann, dass ein AD bei Problemen in der Genetik nicht wirkt und eigentlich nicht verschrieben werden dürfte (der Dr. ist übrigens Internist, Umweltmediziner und vieles mehr... zu besuchen auf der Internetseite Inus Gesundheitspark am Regenbogen). Weiterhin riet er mit das 5 HTP zu nehmen und schickte mir die Unterlagen nebst Blutröhrchen für die Blutentnahme zu.
Heute war ich bei meiner Hausärztin weil es mir durch das Absetzen des AD (ausgeschlichen!) schlecht geht.
Sie wunderte sich sehr welche Blutuntersuchungen bei mir durchgeführt wurden und konnte kaum glauben dass das die KK zahlt. Noch erstaunter war sie über die Kostenübernahme der Genetik über die KK. Sie sagte wortwörtlich: darüber gab es keine Info`s an der Uni.
Na jedenfalls weiß ich seit heute eins: wäre ich nicht durch meinen Mann in Bayern gelandet (600 km entfernt) würde ich weiter von nix eine Ahnung haben und brav mein AD schlucken.
Heute habe ich mein Blut für die Genetik abgeschickt.
Eigentlich kann die Genetik jeder Hausarzt in Auftrag geben aber vielleicht haben die Ärzte "Angst" ihr Budget zu überschreiten. Ich weiß es nicht...
Dir alles Liebe!
Anke

27.10.2014 19:06 • #9


Hey Gerd, hey Anke

Ich werde mich morgen mal dahinter hängen und vielleicht mal dort anrufen! Ich danke euch beiden noch einmal für die ganzen Namen und Hinweise. Das ist wirklich ein spannendes Thema!

Anke, magst du vielleicht mal berichten, was bei deinem Befund rausgekommen ist? Wenn du es nicht öffentlich schreiben möchtest, kannst du mir auch gern eine PN schicken! Aber natürlich nur, wenn du magst.

Nochmal vielen, vielen Dank!
GLG Nesquik

27.10.2014 20:47 • #10


Hey zurück,

klar poste ich das Ergebnis hier. Habe damit kein Problem;-). Mich kennt eh keiner.

Die Inus Klinik kann ich nur wärmstens empfehlen. Sehr fähige Ärzte dort.

LG Anke

27.10.2014 20:54 • #11


Hey lesenfee,

gibt es bei dir schon was Neues?

GLG Nesquik

16.11.2014 02:56 • #12


Hallo,

nein. Die Werte von der Genetik sind leider noch nicht da.
Ich melde mich solbald ich neues weiß.
Übrigens habe ich vor 3 1/2 Wochen mein Antidepressiva Fluvoxamin abgesetzt. Gleichzeitig hatte mir der Dr. vom Gesundheitspark in Cham das 5 HTP verordnet. Klar habe ich noch das eine oder andere Gebrechen aber ich habe es geschafft, dass Antidep. abzusetzen und darüber bin ich sehr froh. Mental bin ich dank des 5 HTP auch gut drauf.

LG Anke

16.11.2014 11:37 • #13


Hallo Nesquik,
hier bin ich wieder. Meine Untersuchungsergebnisse sind da. Es liegt eindeutig ein Gendefekt vor. Möchte darauf nicht in die Details eingehen. Auf alle Fälle ist es wohl kein Wunder dass ich ständig auf Überholspur laufe.
Es wäre eine Psychopharmikatheraphie laut Doc angezeigt. ABER: er sagt auch ich kann meine Probleme mit dem 5HTP, B6 und Folsäure in den Griff bekommen.

LG Anke

27.11.2014 14:42 • #14


Jenamel
Hallo,
ich habe meine Neurotransmitter auch bestimmen lassen und obwohl ich ein SSRI nehme ist mein Serotonin sowie Dopamin, Nordadrenalin weiter unter der Norm. Mir hat man nichts von einem Gendefekt erzählt, sondern nur geraten mich so zu ernähren das mehr Serotonin gebildet werden kann. 5htp wurde mir auch empfohlen, aber ich darf es nicht zusammen mit meinem SSRI nehmen. Und da es mir durch das SSRI besser geht nehme ich es erstmal weiter. Zusätzlich nehme ich die Nahrungsergänzung Aminas, die bei der Serotoninbildung helfen soll. Lest mal dazu. Einfach bei google Aminas eingeben. LG Jenamel

27.11.2014 15:05 • #15


Jenamel
Auf was müsste ich genau testen lassen?

27.11.2014 15:06 • #16


Hallo,
du müsstest erst mal einen Arzt finden der die Genetik testet. Das ist nicht so leicht.
Was auf der Überweisung drauf stand weiß ich nicht mehr genau.
Eins steht fest: mein Körper ist nicht in der Lage das Serotonin in der erforderlichen Menge selbst herzustellen.
Bei mir war es wie bei dir. Trotz AD war mein Serotoninspiegel viel! zu niedrig. Meine Ängste wurden erst bei einer höheren Dosis besser. Ich habe mich entschieden das AD abzusetzen und das 5 HTP zu nehmen. Ich weiß dass man beides zusammen nicht nehmen darf. Aber ich möchte meinen Serotoninspiegel unterstützen sich selbst aufzubauen. Ein AD blockiert ja nur die Ausschützung des Sorotonins im Gehirn. Ich habe keinen "Bock" mehr auf diese Chemie. Mag mich nicht selbs austricksen. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Auf alle Fälle gibt es möglich auch ohne AD glücklich zu werden. Es dauert vielleicht ein bisschen länger. Viel beeinflusst auch die Lebenseinstellung. Ich beschäftige mich zur Zeit mit Byron Katie und das hilft mir sehr.
LG Anke

27.11.2014 15:13 • #17

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Bride
Ich glaub nicht an sowas. Warum tritt es erst im späteren Alter bei manchen ein. Und warum geht es ein paar Tage, bis Wochen sogar Monaten besser.
Wäre es ein Gendefekt wäre es doch nicht so schwankend.

Je mehr man zum Arzt rennt so kommt noch mehr Mist raus.

27.11.2014 15:53 • #18


Kuntergrau
Dazu bin ich neulich mal über diesen Artikel gestolpert: http://www.welt.de/gesundheit/psycholog ... nsein.html

Ich hatte vor langer Zeit mal mit MDMA (Extacy) experimentiert. Die Wirkung basiert auf einer Ausschüttung der Serotonin-Reserven im Hirn. Bei mir trat allerdings auch in Hohen Dosen wenig Wirkung ein. Das würde dafür sprechen, dass z.b. bei mir eh ganz wenig Serotonin gebildet wird, was dann auch nur gering ausgeschüttet werden kann.

27.11.2014 16:13 • #19


Hallo Bride,

du musst ja auch nicht an so was glauben.
Es geht hier aber nicht um Spiritualität sondern um wissenschaftliche Nachweise.
Nicht jeder, der an einen Gendefekt leidet muss an psyischen Erkrankungen leiden. Wenn du einen guten Weg für dich gefunden hast (z.Bsp. gut mit Stress und negativen Erlebnissen umzugehen) muss es dir nicht schlecht gehen.
Es gibt Menschen die sind sensibler, andere hochsensible und wieder andere die kaum was merken.

LG

27.11.2014 16:29 • #20



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