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Neu1988
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Hallo zusammen,

ich bin männlich und 37 Jahre alt, falls das wichtig ist.

Ich habe ein Problem – und zwar ein gewaltiges, zumindest für mich. Für andere mag es lächerlich klingen: Ich zittere beim Unterschreiben und bekomme Panik.

Angefangen hat alles 2006 im 2. Lehrjahr als Koch. Da hatte ich meine erste Panikattacke, als ich vom Internat zu meinem Chef musste. Es war nichts Schlimmes und ich habe keine Ahnung, warum das passiert ist.

Seitdem habe ich mal mehr, mal weniger Panik. Letztes Jahr hatten wir eine Sicherheitsunterweisung auf der Arbeit und ich wusste, dass ich unterschreiben muss. Als mein Vorgesetzter dann sagte, ich solle auch den Klarnamen dazuschreiben, war es vorbei: Ich konnte nicht mehr schreiben.

Ich sagte, dass ich kurz rausmüsse, und alle waren sehr fürsorglich zu mir. Ein paar Minuten später hat es dann geklappt.
Ein anderes Beispiel: Mein Vorgesetzter zeigt mir etwas am PC, ich werde panisch und muss mich hinsetzen.
Das Ganze hat sich mittlerweile etwas gelegt, ich bin generell nicht mehr so nervös.

Aber das mit dem Unterschreiben bleibt mein größtes Problem.

Vor allem heiraten meine Freundin und ich im November.

Wenn ich daran denke, dass ich dort unterschreiben muss, alle mich anschauen und Kameras auf mich gerichtet sind, ist es bei mir schon vorbei.

Das Problem ist: Ich bekomme diese Angst nicht weg. Ich habe schon Bücher darüber gelesen, dass man die Panik zulassen und einfach mit "Ja, und?" antworten soll. Das funktioniert im Alltag oft schon ganz gut, aber an diesem speziellen Tag habe ich keine Ahnung, wie ich das hinbekommen soll.


Hat jemand Tipps für mich?

PS: Will eine Berufsunfähigkeitsversicherung mal vielleicht abschließen noch, deswegen scheue ich den Termin beim Hausarzt, da der mir wahrscheinlich Antidepressiva verschreiben wird.
Grüße 👋🏻

20.09.2026 #1


4 Antworten ↓

alles_roger
Hi,
eine Angststörung ist ziemlich kompliziert und lässt sich nicht mal eben in zwei Sätzen erklären. Aber so was kommt niemals einfach so aus dem Nichts. Bis aus normaler Alltagsangst eine echte psychische Erkrankung wird, müssen viele verschiedene Dinge über längere Zeit wie Zahnräder ineinandergreifen. Manche Menschen haben das einfach in den Genen oder ein super sensibles Nervensystem. Bei denen schlägt die innere Alarmanlage einfach viel schneller an als bei anderen. Dazu kommen oft tief sitzende Denkmuster, erlernte Verhaltensweisen oder Erfahrungen aus der Kindheit. Wenn dann auch noch anhaltender Stress, ein Trauma oder heftige Veränderungen im Leben dazukommen, bringt das das Fass oft zum Überlaufen. Die Grenze zwischen normaler Angst, die uns ja eigentlich nur beschützen will, und einer echten Störung verschwimmt meistens total schleichend. Irgendwann ist die Angst dann völlig übertrieben für die Situation, blockiert komplett den Alltag und macht sich selbstständig. Eine Angststörung entsteht nie durch einen einzigen Moment, sondern ist immer das Ergebnis von einem langen, schleichenden Prozess. Hier muss man ansetzen, und zwar in erster Linie therapeutisch. Medikamente können diesen Prozess zwar begleiten. Das Problem lösen, können und werden die aber nicht. Alles Gute!

x 1 #2


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Angststörung was tun

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N
Zitat von alles_roger:
Hi, eine Angststörung ist ziemlich kompliziert und lässt sich nicht mal eben in zwei Sätzen erklären. Aber so was kommt niemals einfach so aus ...

Vielen lieben Dank. Was mache ich wegen der Hochzeit am besten? Jeder sagt immer ich wirke nicht nervös. Aber unterschreiben während ich fotografiert werde, das ist schon heftig.

#3


alles_roger
Das ist dann wohl eher Lampenfieber und kein Resultat einer Angststörung 👋

#4


S
Weißt du denn was dir beim Unterschreiben Angst macht. Ist es weil es verbindlich ist? Du das Gefühl hast nicht ausreichend Informiert zu sein?

Weiß deine Freundin denn davon? Wenn nicht dann besprich es mit ihr Bitte vor der Hochzeit. Ängste aushalten und Überwinden ist das eine, aber an einem so Besonderen Tag keine Experimente. Vielleicht könnt ihr ja vor der Zeremonie ja schon alleine nur zu zweit unterschreiben. Und während dem Ablauf ist es dann nur noch eine Geste.

#5





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Dr. Christina Wiesemann
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