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nati1989
Hallo ihr Lieben,

Wie erzähle ich den aggressiven ZG gegenüber meinem Kind, meinem Mann? Mein Psychologe hat gesagt, dass wir nochmal einen Termin zu dritt machen aber da ich seid heute morgen durchgehend heule fragt mein Mann natürlich was los ist. Ich traue mich aber einfach nicht ihm das zu erzählen weil ich Angst habe, dass er seine Sachen packt und mich mit unserer Tochter verlässt
Ich bin mal wieder am Ende mit meinen Nerven.

08.11.2022 16:27 • 22.11.2022 #1


14 Antworten ↓

kritisches_Auge
Ich habe das gleiche mitgemacht wie du, als Jugendliche gegenüber meiner Mutter, ich hatte Angst, ihr mit einem Messer etwas anzutun.
Das hat sich dann gegeben.

Später gegenüber meiner Tochter die ein absolutes Wunschkind war, aber als ich einmal mit ihr mit dem Aufzug gefahren war und nach unten blickte, kam plötzlich der Gedanke, was wäre wenn...
Gründe habe ich nicht genannt oder nur den, dass ich Angst hätte, meine anderthalbjährige Tochter nicht richtig versorgen zu können, deswegen konnte mein Sohn nicht mit ins Schullandheim fahren.
Ich habe mit niemand darüber gesprochen, nur etwas später mit meiner Therapeutin, die sagte, gerade weil Sie an so etwas denken und Angst davor haben, würden Sie ihrer Tochter nie etwas antun.

Dein Leid kann ich mir sehr gut vorstellen.

Ich kenne deinen Mann nicht, aber gemeinsam mit deiner Therapeutin darüber zu reden wäre vielleicht eine ganz gute Möglichkeit.

Heute habe ich solche Gedanken nicht mehr oder nur in sehr sehr schwacher Form, sie machen mir keine Angst mehr.

08.11.2022 16:40 • x 2 #2



Wie erzähle ich meinem Partner/Mann von den ZG?

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koenig
Zitat von nati1989:
Mein Psychologe hat gesagt, dass wir nochmal einen Termin zu dritt machen


Das verstehe ich nicht. Warum?


Und hat dein Psychologe dir nicht gesagt, dass jeder Mensch Zwangsgedanken hat oder mal hatte.

08.11.2022 21:27 • #3


kritisches_Auge
Es kommt darauf an, ob man den Zwang einmal kurz spürt wie z.B. den plötzlich auftretenden Wunsch das Handy über die Brücke zu werfen oder ob er sehr präsent ist und einen quält.

Als ich einmal sehr stark hustete und die Tochter etwas Wichtiges vorhatte und im Schlaf gestört wurde und außerdem Angst hatte sich anzustecken sagte sie einige Wochen später, ich hätte dir am liebsten das Kopfkissen auf das Gesicht gedrückt.
Wieviel Vertrauen musste sie haben das auszusprechen und wie sicher musste sie gewesen sein es nicht zu tunl.

08.11.2022 21:38 • #4


nati1989
@koenig doch aber ich möchte es gerne auch meinem Mann sagen aber ich traue mich das so nicht.

09.11.2022 06:34 • #5


Icefalki
Zitat von nati1989:
aggressiven ZG


Die hatte ich auch, wusste aber nicht, dass man das ZG nennt. Ich dachte eher, dass ich jetzt überschnappe und die Messer ......... oder beim Baden der Kinder könnte ja.........

Furchtbar. Aber gesagt habe ich das niemand. Versteht doch kein normaler Mensch, und dann hab ich zusätzlich noch das ganze Theater, wie mein Mann mit klar kommt.

Hab es auch überlebt, meine Kinder auch. Irgendwann hatte ich die nicht mehr. Mit den Jahren musste ich ja auch erkennen, dass nichts, aber auch gar nichts davon eintrat, das ich befürchtet habe. Wurde nicht verrückt, habe niemanden niedergemetzelt, fiel nie in Ohnmacht, hab mich nie blamiert, und gestorben bin ich bis heute nicht. (Schnell auf Holz klopfen).

Nun, wenn du das deinem Mann sagen möchtest, wäre für mich die Frage, warum. Was kann er tun, ausser, dass er jetzt noch ne Last tragen muss?

09.11.2022 13:56 • x 1 #6


Ankergirl
Hallo meine Liebe ich lebe seit 10 Jahren hin und wieder mit Zwangsgedanken und glaube mir es waren ganz schlimme Sachen die da in meinem Kopf waren. Ich habe mich nicht getraut mein Sohn anzufassen oder neben ihm zu schlafen. Was mir aber geholfen hat ist darüber zu reden. Ich kenne deinen Mann nicht aber ich kann dir von meinem erzählen. Am Anfang war er erschrocken und hat sich dann mit dem Thema befasst. Er kam dann irgendwann zu mir und sagte wenn es einen Menschen gibt dem ich so etwas nicht zu traue dann die, denn du liebst die Kinder, komm und lass uns daran arbeiten. Jetzt ist es so das ich zwischen durch 2 Jahre nichts habe und dann mit einmal geht es wieder los aber ich komme viel besser zurecht damit. Mein Mann nimmt es witzig. Wir saßen mal beim Abendessen und mich haben die Gedanken so gequält, da sagt er zu mir na willst mich gerade meucheln? Keine Angst machst du eh nicht. Im übrigen gestern auf dem Parkplatz hätte ich dich am liebsten überfahren als ich den vollen Einkaufswagen gesehen habe. Seit dem quält es mich nicht mehr und wenn dann habe ich einen Verbündeten. Desto mehr Du über die Gedanken sprichst desto unwirklicher werden sie. Hab Vertrauen

09.11.2022 17:08 • x 3 #7


Orangia
Wozu hat man einen Partner, wenn man ihm soetwas nicht anvertrauen sollte oder kann.
Tun kann der Partner nicht viel, außer trotzdem Liebe und Halt geben. Verständnis kann man da schlecht erwarten.
Es sind Gedanken. Gedanken, die aber nicht ausgeführt werden. Dennoch Gedanken, die einen mürbe machen.
Warum man diese Gedanken hat, kann der Psychologe erklären.
Ich finde es erstaunlich, dass es meist diese Geschichte ist, jemandem etwas antun zu wollen, der einem nahe steht, den man liebt.
Das macht es so unerträglich. Und oft die Version mit einem Messer etwas anzustellen.
Ich hatte manchmal nicht nur den Gedanken, sondern habe das bildlich vor meinem inneren Auge auch gesehen.
Gegen meine Kinder, meinen Mann...sogar gegen den Hund.
Du bist in Behandlung bei einem Psychiater und der wird dir helfen, das loszuwerden oder es vorläufig anzunehmen.
Dein Kind muss nicht vor dir beschützt werden. Du wirst ihm nichts tun.
Auch deinem Mann nicht. Niemand muss sich vor dir in Sicherheit bringen.

09.11.2022 17:12 • x 2 #8


kritisches_Auge
@Ankergirl ich finde es super wie ihr das handhabt.

09.11.2022 17:44 • x 1 #9


nati1989
Ihr seid wirklich so richtige Engel ihr alle ️️️ wahren Freunde die man eigentlich nicht kennt aber auf die man sich verlassen kann

09.11.2022 18:02 • #10


koenig
Zwangsgedanken haben oft mit Emotionen zu tun, die müssen aber nichts mit den Personen zu tun haben, die einem nahe stehen. Meist entstehen sie in stressigen Zeiten.

Ich finde dein Psychiater könnte dir erstmal anders helfen, als dass du deinem Mann davon erzählen musst. Es klingt so, als müsste man deine Familie damit schützen. Und das ist Unsinn.

09.11.2022 20:46 • #11


Orangia
@koenig
Die Zwangsgedanken haben nichts mit Personen zu tun, die einem nahe stehen, das ist richtig.
Aber die aggressiven Zwangsgedanken, und um die geht es ja hier, richten sich eben meistens gegen diese Personen.
Bei Personen mit diesen Gedanken, stellt sich leider oft der Gedanke ein, man könnte gemeingefährlich sein oder werden....gehört besser *weggesperrt*. Jedenfalls war das bei mir so.

10.11.2022 10:38 • #12


koenig
Zitat von Orangia:
stellt sich leider oft der Gedanke ein, man könnte gemeingefährlich sein oder werden....gehört besser *weggesperrt*. Jedenfalls war das bei mir so.


Das kann ich sehr gut verstehen.

Ich kann auf jeden Fall ein sehr gutes Hörbuch (vielleicht gibt es auch ein Buch dazu) empfehlen: Tyrannen in meinem Kopf. Das erklärt wunderbar und beruhigt total.

10.11.2022 13:12 • #13


Gibnichtauf
Zitat von koenig:
Das kann ich sehr gut verstehen. Ich kann auf jeden Fall ein sehr gutes Hörbuch (vielleicht gibt es auch ein Buch dazu) empfehlen: Tyrannen in

Ein ganz tolles Buch!

Ich wollte auch zuerst nicht meinem Mann von meinen ZG erzählen. Hatte mich umentschieden. Er hat es am Ende als das Verstanden, was es ist. Eine Krankheit. Und ich habe ihn damals in meiner Not mehr als einmal gefragt, warum er noch bei mir ist. Ich weiß nämlich nicht, wenn es umgekehrt wäre, ob ich es auch emotional so aushalten könnte wie er. Seine Antwort war jedes Mal, weil ich dich Liebe. Für uns war es der Beste Weg. Klar, kann nicht jede Person diese Last ab. Aber wie sagt man so schön, geteiltes Leid ist halbes Leid.

12.11.2022 09:04 • x 1 #14


An sich solltest du ja grade mit deinem Mann darüber sprechen können!? Wofür lebt man in einer Beziehung, wenn man mit der Person nicht alles teilen kann. Ich finde, du solltest dich ihm anvertrauen können

Gerade eben • #15



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