Hallo Carsten,
seit 4 Jahren kämpfe ich mit einer generalisierten Angststörung.
Nach diversen Therapieversuchen, Psychosomatischer Reha und unterschiedlichen Medikamenten bin ich seit knapp 2 Jahren bei Pregabalin gelandet.
Begonnen habe ich Anfang 2018 mit 100 mg/Tag. Dadurch hat sich kaum was gebessert, nur die Intensität der Angstphasen ist zunächst etwas schwächer geworden. Ich hatte nach einem guten Jahr das Gefühl, daß die Wirkung nachläßt und mußte immer mal noch 0,5 Tavor zusätzlich nehmen.
Seit August 2019 bin ich bei 150 Pregabalin. Seitdem sind die Angstanfälle seltener geworden, dafür aber kurz und heftig. Mit kurz meine ich so etwa 12 - 18 Stunden.

Eine Hilfe ist für mich großen Sportmuffel tatsächlich Bewegung! Wenn möglich gehe ich in's Grüne oder einfach dahin, wo ich möglichst wenig bekannte Leute treffe. (Bin in meiner Stadt bekannt wie ein bunter Hund.) Für Mistwetter habe ich mir ein "Zimmerfahrrad" gekauft und benutze es gelegentlich. Das hilft! Wenn ich mich bewege, spüre ich, daß ich lebe.
Zum Abschalten und körperlich auspowern habe ich mir einen Schrebergarten gepachtet und komme dort tatsächlich komplett runter. Beim Buddeln und Werkeln hatte ich bisher
noch nie! Angstanfälle, es geht mir körperlich hervorragend und der Kopf wird herrlich frei.
Ich habe im Alltag die gute Erfahrung gemacht, daß ich besser mit den Angstphasen klarkomme, wenn ich nicht versuche sie zu verbergen oder zu verdrängen. Wenn ich z.B. kurzfristig eine Einladung ausschlagen muß weil es mir gerade besch...en geht, suche ich keine Ausrede mehr sondern sage, daß ich gerade in einer solchen Phase bin und lieber nicht komme.
In meiner beruflichen und privaten Umgebung gibt es noch ein paar Menschen, die ebenfalls unter einer ähnlichen Angststörung leiden und sich mir gegenüber geoutet haben. Der Austausch mit ihnen hilft sehr. Allein schon das Wissen darum, daß nicht jeder von uns der / die einzige Betroffene in der Stadt ist, ist sehr hilfreich.