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Hallo Lady, mache dir keine Gedanken, MUSST du denn unbedingt dazugehören? Du siehst die Leute doch später eh nie wieder. Mach dein Ding, und wenn du Anschluß findest, ist gut, wenn nicht, dann nicht.
Ich habe u.a. mal eine 2jährige Malerlehre absolviert, auf leichtem Druck des Amtes, eine Umschulung zu machen, da ich in meiner Büroausbildung schon zu lange nichts mehr gearbeitet hatte. Das war schrecklich. Nur meine damalige Liebe (die ich empfand, aber nicht der Mann) hatte mich gerettet, das zu überstehen und durchzuziehen.
Nicht die Ausbildung war schrecklich, sondern die Leute. Bzw. auch nicht unbedingt die Leute, sondern die Chemie zwischen uns. Genau das gleiche wie in der Schule. Cliquenbildung (was ich sowieso nicht mag), in den Raucherpausen wurden Nichtraucher von den Gesprächen naturgemäß ausgesperrt, keine gemeinsamen Themen. Beziehung, Kinder, Rezepte, Gartenarbeit, Alk., Disco... kann ich nicht mitreden oder interessiert mich nicht. Das hatte zur Folge, daß ich ein Jahr lang mit den Leuten nicht redete. Nicht aus Arroganz, sondern weil es absolut keine gemeinsamen Themen gab und sich auch so nichts ergab und ich auch nichts forcierte. Wozu? Sirius B halt.
In der Berufsschule waren auch "richtige" Malerklassen, bestehend aus vorwiegend männlichen Jugendlichen. Mit denen hatten wir Umschüler auch zu tun. Die haben das natürlich mitbekommen, daß ich außen stand, und waren dementsprechend eklig zu mir. Was dazu führte, daß ich mich noch weiter verkroch. Ich habe mich dann ganz auf die Malerei konzentriert und die Leute links liegenlassen.
Irgendwann war mir das zu dröge, Papier an die Wand zu klatschen und wieder abzureißen, und deshalb habe ich einen 2 m langen Chevrolet an die Wand gemalt. Da haben sie erstmal geguckt und es wendete sich. 3 Tage später war er weg, da es eine Prüfungswand war Aber für den Lehrer habe ich dann im Auftrag noch einen großen Harley-Davidson-Adler an die Wand gemalt und da kam langsam die Anerkennung sogar der ruppigen Jungs. Aber wozu? Ich verstehe die Menschen nicht. Weder, daß sie einen schneiden, wenn man sich abseits hält, noch, daß sie einen anerkennen, wenn man etwas leistet. Erstens hätte das jeder gekonnt, zweitens habe ich mich nicht verändert. Es ist eine wahnsinnig anstrengende Prozedur gewesen, diese Anerkennung zu bekommen, bewußt würde ich das nicht nochmal machen. Es macht rein faktisch keinen Sinn. Du bist anders, du darfst es auch sein. Wenn sie dich nicht annehmen, ist das IHR Problem. Ich weiß, leichter gesagt als getan, wenn man jeden Tag mit den Leuten zusammen ist...
02.03.2011 00:20 •
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