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Elli85
Hallo,
ich bin neu hier und weiß nicht, ob ich im richtigen Themenbereich bin. Es geht darum, dass ich Angst vor der Beurteilung und Abwertung durch andere Menschen habe.
Zusätzlich habe ich oft in Stresssituationen Probleme mich zu konzentrieren und mache deshalb oft Fehler.
Das bietet natürlich Angriffsfläche.
Ich bin dadurch in einem Muster gefangen. Ich habe Angst vor Situationen mit sozialer Interaktion, bei denen es um Leistung und Beurteilung durch andere geht.
Durch diese Angst mache ich dann Fehler, für die ich wiederum teilweise hart angegangen werde. Das tritt meistens in beruflichen Situationen auf.
Dann bricht meine Psyche ein und ich bekomme Panik und kann mich lange nicht beruhigen und mein ganzer Alltag ist teilweise tagelang gestört.
Meistens brauche ich dann ein Bedarfsmedikament.
Ich bin ziemlich verzweifelt, weil bisher nichts geholfen hat. Ich habe leider nicht einmal eine Diagnose, was genau mein Problem ist.
Mehrere Gesprächstherapien hatten leider keine größere Wirkung.
Was kann ich tun und an welche Stellen kann ich mich wenden, um besser damit leben zu können?

Danke für jede Antwort
LG Elli

10.09.2021 23:26 • 13.09.2021 #1


11 Antworten ↓


silverleaf
Hallo Elli85,

erstmal: Herzlich Willkommen hier im Forum !

Wenn Du schon mehrere Gesprächstherapien hattest: Was wurde Dir denn diagnostiziert? Aufgrund welcher Diagnose(n) wurde(n) die Therapie(n) beantragt?

Welche Form(en) von Therapie hast Du bisher gemacht?

LG Silver

11.09.2021 00:01 • x 1 #2



Angst vor Kritik und Unfähigkeit

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Elli85
Hallo Silver,
danke für deine Antwort. Die Therapien wurden beantragt, weil ich über die Jahre mehrere Burn Outs hatte.
Eine tiefergehende Diagnostik welche Gründe das haben könnte, dass ich immer wieder so extrem abstürze, hat es nicht gegeben.
Ich fühle mich schon von Kindheit an sehr unwohl in Situationen mit Menschen und habe schon immer Angstgefühle verschiedener Ausprägung, auch außerhalb des Themas sozialer Interaktion.
Ich kann später mehr schreiben.

LG Elli

11.09.2021 08:19 • x 1 #3


Icefalki
Zitat von Elli85:
. Es geht darum, dass ich Angst vor der Beurteilung und Abwertung durch andere Menschen habe.


Wer hat da den "Grundstein " gelegt? Irgendwelche frühkindliche Erfahrungen hast du dbzgl. garantiert gemacht.

Dann einmal etwas generell zu Ängsten. Dass man sie behandelt, man Therapie macht, ist logisch. Ein ganz wichtiger Aspekt ist, dass wir uns für unsere "Befindlichkeiten" nicht selbst verurteilen.

Tatsache ist, jeder von uns hier leidet an irgendeiner psychische Problematik und zu allem Elend verzweifelt man daran, diese Problematik zu haben.

Ich finde es ganz wichtig, dass du innerlich diese Problematik annimmst. Dir wirklich bewusst wirst, ja, hier habe ich mein Problem, ich erkenne es, verurteile mich deswegen aber nicht, sondern werde einfach an mir arbeiten, damit mich dieses Problem nicht immer so extrem belastet.

Glaube mir, alleine diese Denkweise hilft dir, wenn das Thema wieder aufkommt. Dann sagst du dir, ok, trifft mich mal wieder, bin noch nicht so weit, besser damit umgehen zu können, aber ich weiss es , es ist wie es ist und ich bemühe ich, aber deswegen verteile ich mich nicht.

Verstehst du ein bisschen, was ich dir sagen möchte?

Menschen, denen wichtig ist, was und wie andere über einen denken, dürfen Selbstliebe lernen. Und dazu gehört auch, dass man seine weniger guten Seiten kennt und sie als zu einem gehörend , akzeptieren lernt.

11.09.2021 10:35 • x 1 #4


rero
auch von mir herzlich Willkommen hier im Forum

Zitat von Elli85:
Es geht darum, dass ich Angst vor der Beurteilung und Abwertung durch andere Menschen habe.


Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Wer hört schon gerne was man schlecht gemacht hat.
Niemand ist perfekt jeder macht Fehler.
Es kommt immer extrem auch darauf an, nicht nur WAS sondern viel eher WIE man es sagt.....

Da ich selber Lehrlinge betreue und beurteile kenne ich auch die andere Seite, der welcher Beurteilt.
Und glaub mir ich spreche viel lieber Lob aus als Kritik.
Wichtig ist dass man konstruktive Kritik gibt, d.h. nicht nur auf Problem hin weißt oder gar jemand zusammen staucht - damit ist niemandem gedient.
Sondern viel mehr auf Problem hinweist und dazu eine Lösung anbietet oder zusammen eine Lösung findet.

Was für Tätigkeiten musst Du denn machen ?
Könnte es Dir helfen wenn Du eine Checkliste für Deine Arbeit hättest wo Du abhacken kannst was du schon erledigt hast ? oder wo du überprüfen kannst ob es richtig oder falsch ist ?

Bei immer gleichen oder ähnlichen Tätigkeiten empfiehlt sich so eine Hilfe.
Ich selber habe auch so eine Check liste d.h. Je eine für jede Arbeitskategorie.....


Und denk immer daran niemand ist Fehlerfrei ! - viel Glück !

11.09.2021 14:38 • #5


Elli85
Hallo,
danke für eure Antworten. Ich fühle mich schon etwas besser jetzt.

Es stimmt, dass ich Schwierigkeiten habe die Problematik anzunehmen und mich so zu akzeptieren wie ich bin. Mal klappt es ganz gut, mal gar nicht. Daran arbeite ich schon sehr lange.

Die Kritik, der ich die letzten Tage ausgesetzt war, war leider alles andere als konstruktiv.
Viel mehr wurde ich genauestens beobachtet in meinem Job und jede Kleinigkeit, die ich in den Augen meines Chefs nicht genauso wie vorgegeben gemacht habe, wurde mir direkt vorgeworfen und mir wurde indirekt unterstellt, dass ich das mit Absicht mache.

Ich versuche mich trotzdem den Problemen zu stellen, weil ich weiß, dass ich manchmal unkonzentriert bin, wenn ich Stress habe. Ich versuche es dann besser zu machen.
Trotzdem ging es mit der Kritik die ganze Woche so weiter.

Ich bin erst seit Mitte Mai im Betrieb als freie Mitarbeiterin und hatte Betriebsbedingt sieben Wochen Pause. Trotzdem unterstellt man mir, dass ich es in drei Monaten nicht geschafft hätte meine Aufgaben ordentlich zu machen.

Es ist sehr kompliziert alles zu erklären und der Text wird sonst auch zu lang.
Im Moment weiß ich nicht wie es weitergeht, denn ich möchte dort eigentlich nicht mehr arbeiten.

Zum Glück habe ich noch einen weiteren Job, der mich ernährt. Bin also nicht auf dieses Arbeitsverhältnis angewiesen.

Emtschuldigt die lange Antwort.

LG und schönen Sonntag

Gestern 15:15 • #6


Perle
Hallo Elli,

für Dich wäre es u. U. besser, wenn Du eine Tätigkeit mit mehr Freiheiten hättest, sprich Dein eigener Herr (Frau) sein könntest oder aber zumindest von weniger pedantischen Menschen umgeben wärst.

Nach meinen Erfahrungen kommt es im Beruflichen gar nicht so sehr darauf an, welchen Weg man zum Ziel erreichen einschlägt, das Ergebnis muss stimmen!

Ich denke schon, dass Du das kannst, nur will dieser erwähnte Chef, dass Du nach seinem Prinzip arbeitest, vielleicht hat er ja selber Angst - z. B. vor neuen Wegen, die vielleicht sogar besser sind als seine eigenen?

Lass Dich nicht klein machen und arbeite an Deinem Selbstwertgefühl. Vielleicht brauchst Du gar nicht unbedingt noch eine Therapie, sondern eher den Austausch mit Anderen, z. B. in einer Selbsthilfegruppe. Da kannst Du auch die Interaktion üben.

Gestern 15:40 • #7


Elli85
Zitat von Perle:
ür Dich wäre es u. U. besser, wenn Du eine Tätigkeit mit mehr Freiheiten hättest, sprich Dein eigener Herr (Frau) sein könntest oder aber zumindest von weniger pedantischen Menschen umgeben wärst.


Danke Perle für deine Antwort. Du hast da einen wichtigen Punkt gefunden.
Ich arbeite seit knapp einem Jahr darauf hin mein eigener Herr/Frau zu sein, weil ich gemerkt habe, dass ich mit mehr Freiheiten weniger Druck empfinde und mich nicht mehr ständig hinterfrage und selbst schlecht mache.

Ganz ohne Abhängigkeiten ging es bis jetzt jedoch nicht, da erstmal vor allem finanziell eine Basis aufgebaut werden muss, um weitere Pläne zu realisieren.

Im Moment bin ich wegen der Vorkommnisse letzte Woche komplett blockiert. Die Angstspirale dreht sich. Ich werde heute um meiner selbst willen dieses Arbeitsverhältnis beenden, aber selbst dieser Schritt fällt mir unendlich schwer.
Die Angst vor der Reaktion meines Auftraggebers und das schlechte Gewissen, diesen einfach im Stich zu lassen, fressen mich auf.


Zitat von Perle:
Austausch mit Anderen, z. B. in einer Selbsthilfegruppe. Da kannst Du auch die Interaktion üben.


Das würde ich gerne machen, weiß aber nicht wo ich soetwas finde. Ich komme aus der Region Rhein-Main. Bisher habe ich hier nichts für mich passendes finden können.

Ich bin für Tipps dankbar.

Nun muss ich in meinem Hauptjob an die Arbeit.

Ich wünsche allen einen guten Start in die neue Woche

LG Elli

Vor 9 Stunden • #8


Elli85
Hallo,
Ich habe jetzt meinem Auftraggeber mitgeteilt, dass ich das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung beende und auch nicht mehr komme.

Der Druck war so groß, dass das der einzige Weg war. Die Angst ist nunmal da nicht gut genug zu sein und ein Teil von mir.
Das wäre immer und immer wieder ein Problem gewesen, das sich nicht ändern lässt, weil mein Chef immer wieder so reagieren würde.

Er war natürlich nicht begeistert. Ich habe es nicht geschafft die Nachricht selbst zu schreiben und die Antwort zu lesen. Das musste mein Partner machen.

Im Moment sind die Angst-Panik-Symptome ziemlich heftig.
Habe schon Lorazepam genommen und es ist trotzdem noch stark.

Druck auf der Brust, schnelle Flache Atmung und ein starkes Angstgefühl sind da. Mir rasen die Gedanken.

Ich habe dafür gesorgt, dass andere Menschen um mich herum sind. Jetzt heißt es aushalten.

Hoffentlich ist es bald besser.

Liebe Grüße Elli

Vor 4 Stunden • #9


Perle
Hallo Elli,

wichtig, um die Angst in den Griff zu bekommen ist u. A., Verantwortung für sich selbst und das eigene Handeln zu übernehmen. Dazu gehören leider auch unangenehme Aufgaben und Entscheidungen. Solange Du diese auf andere, z. B. den Partner überträgst, läufst Du weg. Doch leider läuft einem das eigene Leben, mit all seinen Facetten, immer hinterher. Man kann vor Problemen nicht weglaufen, so wirst Du Deine Ängste nicht in den Griff bekommen und das möchtest Du doch eigentlich, oder?

LG Perle

Vor 2 Stunden • x 1 #10


Elli85
Hallo Perle,

du hast völlig recht mit dem was du schreibst.
Oft schaffe ich es schon mich ähnlichen Situationen wie dieser zu stellen.
Diesmal habe ich es leider mal wieder nicht geschafft.
Die Angst vor der Reaktion dieser Person war so stark, dass nichts mehr ging.

Ich fühle mich immer noch wie betäubt. Hätte nicht gedacht, dass es diesmal so extrem wird.

LG Elli

Vor 49 Minuten • #11


Perle
Ja, das Problem ist oft, dass wir unseren Selbstwert von der Bewertung einer anderen Person abhängig machen. Ich kenne das auch.

Aber warum machen wir das? Vermutlich, weil wir allen gefallen und es allen recht machen wollen. Das funktioniert aber nicht, denn wir sind Individuen, wir sind gut und wertvoll, so wie wir sind. Wir stehen zu unserer Entscheidung und vertreten sie nach außen. Was ist daran nun schlecht? Nichts! Wir müssen und können nicht allen gefallen, dann würden wir uns selbst verlieren.

LG Perle

Vor 4 Minuten • #12



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