https://www.youtube.com/shorts/uTkNuLsjwBYIch weiß, dass das Gezeigte wohl gestellt sei. Dennoch lässt so etwas Nachahmer aktiv werden. Ich finde ein solches Vergehen – ein derart grausiges Vorgehen – absolut verwerflich, völlig egal, von welchem Geschlecht es ausgeübt wird. Ich verstehe nicht, was das Ganze soll. Wenn man bedenkt, was heute bereits alles als sexuelle Belästigung gilt, dann ist das dort Gezeigte es erst recht. Das ist schon schlimm genug, doch manche Kommentare dazu sind derart unterirdisch, dass man glauben könnte, die Welt sei völlig verkommen.
Heute habe ich in den ZDF-Nachrichten von einer geplanten Gesetzesänderung gehört, die ich voll und ganz unterstütze: Es soll ein aktives ‚Ja‘ nötig sein – statt nur das Ausbleiben eines ‚Neins‘ –, damit ein Beischlaf im Einvernehmen stattfindet und erlaubt ist. Doch anfangs wurde in dem Beitrag nur von Frauen gesprochen. Menschen wie ich schienen keine Rolle zu spielen. Dabei sollte das Gesetz genau für Menschen wie mich eingeführt werden, die durch solch ein grauenvolles Ereignis bereits eine Schockstarre bewegungs- und sprachlos erlitten haben.
Es wird in den Medien fast immer nur über Übergriffe von Männern auf Frauen gesprochen. Doch warum eigentlich? Übergriffe, die von Frauen ausgehen, werden kaum jemals thematisiert – so, als würde es sie gar nicht geben. Ich selbst empfinde mich als hässlich und gehe nur selten aus dem Haus, und dennoch habe ich genau solche Übergriffe schon ein paar Mal am eigenen Leib erleben müssen. Wie oft wurde ich ungefragt umarmt und an bestimmten Stellen berührt, was ich als absolut widerlich empfand, oder eine weibliche, erwachsene Aufsichtsperson wollte mir zum Geburtstag sogar einen Zungenkuss aufzwingen!
Ein anderes Mal wurde ich auf einem Stadtfest von einer betrunkenen Frau verfolgt, die unbedingt mit mir schlafen wollte. Hier war ich zwar nicht in Schockstarre, doch jedes Mal, wenn ich dachte, ich sei ihr entkommen, schlich sie sich wieder von hinten an mich heran, schlug mir auf den Po und bedrängte mich weiter.
Und wieder hatte man das Gefühl: Ein Mann darf scheinbar kein Opfer sein. Erst am Ende bekamen sie die Kurve und erwähnten auch zweimal den Mann als Opfer. Ich spürte davor, wie tief es mich wieder einmal verletzte und es in mir kochte. Es ist so schade; man bekommt das Gefühl, dass man Menschen wie mich wohl am liebsten loswerden möchte. Und das, obwohl ich so viel getan habe, um Frauen hochzuheben – als ein Erbe an Solidarität aus der Vergangenheit, zu der anfangs auch die Jungfräulichkeit als Tribut dazu gehörte. Nicht umsonst haben in meinen Mären fast ausschließlich die Frauen die Rollen der Vernunft, der Weisheit, des Edelmutes und des Heldentums inne.
Wie oft war ich später selbst als Patient in Psychiatrien eng mit notgezüchtigten Mitpatientinnen verbunden, versuchte ihnen dabei stets Halt zu reichen, und es ward immerdar wohlwollend angenommen. Es war immerwährend von beiden Seiten ein Zusammenhalt vorhanden, wie ich ihn mir nur noch im Himmel vorstellen kann. Dies vermisse ich hier auf dieser Seite ein ganzes Stück, dieweil hier viele herumlaufen, als würden sie anderen das Leben zerstören wollen, obwohl sie selbst leiden. Warum? Solche Menschen zeigen weniger Liebe als die „gesunden“ Menschen in meinem Umkreis – was für eine verkehrte Welt hier auf dieser Seite oftmals herrscht!
Ich mag langsam nicht mehr. Man fühlt sich an allen Ecken verhöhnt. Kein Wunder, dass ich mittlerweile fast froh darüber bin, allein zu sein und mein Dasein als jungfräulicher Mann in Treue zu einem Engel zu fristen, den ich vor 34 Jahren das letzte Mal gesehen habe. Ich habe den Beischlaf nie kennenlernen dürfen, weil ich ihn schon im Vorfeld hassen gelernt habe. Ich musste damals sogar meine Liebe zu Merle opfern, weil sie leibliche Kinder mit mir haben wollte – und das alles noch bevor ich selbst eine versuchte Notzucht am eigenen Körper erdulden musste. Etwas, das einem gefühlt immer wieder abgesprochen wird.
Im Jahre 1992 wurde ich zu einer Art ‚Teddybär‘, dem – warum auch immer – alle weiblichen Opfer in der Jugendpsychiatrie ihre traumatischen Erfahrungen von Notzüchten im Vertrauen berichtet haben. Wäre ich davor nicht wie ein Aussätziger behandelt worden, hätte ich wohl spätestens bei der zweiten oder dritten jungen Frau gesagt, dass es mir zu viel wird, neben meinem eigenen Leid auch noch das von so vielen anderen im Herzen zu tragen. Ich bin eben ein Mensch, der solches Leid sehr nah an sich heranlässt. Doch ich hatte die Furcht, wieder allein zu sein. Ich war endlich einmal mittendrin in einer Herde Gleichaltriger, und dieses gewonnene Gefühl von Geborgenheit unter Gleichgesinnten wollte ich nicht verlieren. Also hörte ich mir das Leid von Hunderten an – und das ist nicht übertrieben, denn ich war dort über ein Jahr in Behandlung, bei einem ständigen Kommen und Gehen von über 60 Jugendlichen. Jungs sowie andere Behandlungsgründe als Notzucht waren dort absolute Mangelware.