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Theophanus

Theophanus
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Hier in diesem Lokal spreche ich allgemeine Themen an, die mich beschäftigen, und spiele Lieder ein, die ich gerne höre. Ich lade euch herzlich dazu ein, ebenfalls etwas niederzuschreiben und eigene Lieder zum Abspielen einzufügen.

Bitte beachtet jedoch: Musik ab den 70er-Jahren aufwärts ist nicht erwünscht – es sei denn, sie ähnelt dem Stil der 50er- und 60er-Jahre oder stammt aus noch früheren Epochen, gerne auch zurück bis ins Mittelalter. Bitte geht sachlich und fair miteinander um.

Ihr könnt auch das Tanzlokal Südpol aufsuchen: Hier werden Lieder direkt mit einer Geschichte verwoben. Zwei Erzählungen existieren bereits – bei mehr Anlauf werden weitere folgen!

15.07.2026 x 2 #1


4 Antworten ↓

Theophanus
https://www.youtube.com/shorts/uTkNuLsjwBY

Ich weiß, dass das Gezeigte wohl gestellt sei. Dennoch lässt so etwas Nachahmer aktiv werden. Ich finde ein solches Vergehen – ein derart grausiges Vorgehen – absolut verwerflich, völlig egal, von welchem Geschlecht es ausgeübt wird. Ich verstehe nicht, was das Ganze soll. Wenn man bedenkt, was heute bereits alles als sexuelle Belästigung gilt, dann ist das dort Gezeigte es erst recht. Das ist schon schlimm genug, doch manche Kommentare dazu sind derart unterirdisch, dass man glauben könnte, die Welt sei völlig verkommen.

Heute habe ich in den ZDF-Nachrichten von einer geplanten Gesetzesänderung gehört, die ich voll und ganz unterstütze: Es soll ein aktives ‚Ja‘ nötig sein – statt nur das Ausbleiben eines ‚Neins‘ –, damit ein Beischlaf im Einvernehmen stattfindet und erlaubt ist. Doch anfangs wurde in dem Beitrag nur von Frauen gesprochen. Menschen wie ich schienen keine Rolle zu spielen. Dabei sollte das Gesetz genau für Menschen wie mich eingeführt werden, die durch solch ein grauenvolles Ereignis bereits eine Schockstarre bewegungs- und sprachlos erlitten haben.

Es wird in den Medien fast immer nur über Übergriffe von Männern auf Frauen gesprochen. Doch warum eigentlich? Übergriffe, die von Frauen ausgehen, werden kaum jemals thematisiert – so, als würde es sie gar nicht geben. Ich selbst empfinde mich als hässlich und gehe nur selten aus dem Haus, und dennoch habe ich genau solche Übergriffe schon ein paar Mal am eigenen Leib erleben müssen. Wie oft wurde ich ungefragt umarmt und an bestimmten Stellen berührt, was ich als absolut widerlich empfand, oder eine weibliche, erwachsene Aufsichtsperson wollte mir zum Geburtstag sogar einen Zungenkuss aufzwingen!

Ein anderes Mal wurde ich auf einem Stadtfest von einer betrunkenen Frau verfolgt, die unbedingt mit mir schlafen wollte. Hier war ich zwar nicht in Schockstarre, doch jedes Mal, wenn ich dachte, ich sei ihr entkommen, schlich sie sich wieder von hinten an mich heran, schlug mir auf den Po und bedrängte mich weiter.

Und wieder hatte man das Gefühl: Ein Mann darf scheinbar kein Opfer sein. Erst am Ende bekamen sie die Kurve und erwähnten auch zweimal den Mann als Opfer. Ich spürte davor, wie tief es mich wieder einmal verletzte und es in mir kochte. Es ist so schade; man bekommt das Gefühl, dass man Menschen wie mich wohl am liebsten loswerden möchte. Und das, obwohl ich so viel getan habe, um Frauen hochzuheben – als ein Erbe an Solidarität aus der Vergangenheit, zu der anfangs auch die Jungfräulichkeit als Tribut dazu gehörte. Nicht umsonst haben in meinen Mären fast ausschließlich die Frauen die Rollen der Vernunft, der Weisheit, des Edelmutes und des Heldentums inne.

Wie oft war ich später selbst als Patient in Psychiatrien eng mit notgezüchtigten Mitpatientinnen verbunden, versuchte ihnen dabei stets Halt zu reichen, und es ward immerdar wohlwollend angenommen. Es war immerwährend von beiden Seiten ein Zusammenhalt vorhanden, wie ich ihn mir nur noch im Himmel vorstellen kann. Dies vermisse ich hier auf dieser Seite ein ganzes Stück, dieweil hier viele herumlaufen, als würden sie anderen das Leben zerstören wollen, obwohl sie selbst leiden. Warum? Solche Menschen zeigen weniger Liebe als die „gesunden“ Menschen in meinem Umkreis – was für eine verkehrte Welt hier auf dieser Seite oftmals herrscht!

Ich mag langsam nicht mehr. Man fühlt sich an allen Ecken verhöhnt. Kein Wunder, dass ich mittlerweile fast froh darüber bin, allein zu sein und mein Dasein als jungfräulicher Mann in Treue zu einem Engel zu fristen, den ich vor 34 Jahren das letzte Mal gesehen habe. Ich habe den Beischlaf nie kennenlernen dürfen, weil ich ihn schon im Vorfeld hassen gelernt habe. Ich musste damals sogar meine Liebe zu Merle opfern, weil sie leibliche Kinder mit mir haben wollte – und das alles noch bevor ich selbst eine versuchte Notzucht am eigenen Körper erdulden musste. Etwas, das einem gefühlt immer wieder abgesprochen wird.

Im Jahre 1992 wurde ich zu einer Art ‚Teddybär‘, dem – warum auch immer – alle weiblichen Opfer in der Jugendpsychiatrie ihre traumatischen Erfahrungen von Notzüchten im Vertrauen berichtet haben. Wäre ich davor nicht wie ein Aussätziger behandelt worden, hätte ich wohl spätestens bei der zweiten oder dritten jungen Frau gesagt, dass es mir zu viel wird, neben meinem eigenen Leid auch noch das von so vielen anderen im Herzen zu tragen. Ich bin eben ein Mensch, der solches Leid sehr nah an sich heranlässt. Doch ich hatte die Furcht, wieder allein zu sein. Ich war endlich einmal mittendrin in einer Herde Gleichaltriger, und dieses gewonnene Gefühl von Geborgenheit unter Gleichgesinnten wollte ich nicht verlieren. Also hörte ich mir das Leid von Hunderten an – und das ist nicht übertrieben, denn ich war dort über ein Jahr in Behandlung, bei einem ständigen Kommen und Gehen von über 60 Jugendlichen. Jungs sowie andere Behandlungsgründe als Notzucht waren dort absolute Mangelware.

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A


Tanzlokal Erdenmute

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Theophanus
Derohalben sage ich der heutigen Liebe gern ab – denn eine solche Liebe, wie sie die meisten Menschen zumeist bevorzugen, würde ich gottlob niemals wollen. Für mich ist die Minne etwas Wahres, Unverwandelbares und unendlich Gedeihendes, das erst mit der beharrlichen Treue erlebbar wird und, ganz ohne Forderung, sondern im reichlichen Geben beiderseits, herrlich erblühet.

Habt Euch wohl, ein für immer währendes Nimmerwiedersehen. Die Menschen tragen leidvoll zu viel Stolz in sich, um wahrhaft lieben zu können. Mit dem Stolz verhält es sich nun wie mit dem Salz in der Suppe: Ein kleines Bisschen zu salzen vermag der Suppenkost am Gaumen zu munden, indes lässt ein Übersalzen die Verkostung im Munde zum Übel werden. Der Stolz gehört dem Argen an und führt zu allen Verbrechen, die auf Erden bekannt sind – somit auch zu Streitereien, Eifersucht, Fremdgehen, Notzucht und vielem mehr. All das hat in einer Beziehung nichts zu suchen, ganz egal, was einem von der anderen Seite aufgetischt werden mag. Ich selbst habe solche Paare kennenlernen dürfen und weiß, was wahre Treuminne ist, und nur eine solche würde ich eingehen. Doch dafür benötigt man Menschen, die nicht den stolzen Rosen oder kalten Nelken gleichen – denn nur bescheidene Stiefmütterchen können sich wahrhaftig lieben, dieweil sie statt Stolz eine demutsvolle Eigenliebe in sich tragen. Der Rest ihrer Liebe wird an Zweite und Dritte gereicht, wie in der wahren Minne, der Nächstenliebe und darüber hinaus.

Wer sich in der Ehe allein fühlt, dem muss doch klar sein, dass keine echte Liebe in der Beziehung besteht – sei es von beiden Seiten oder zumindest von einer. Denn ansonsten ist der Ehepartner ein Seelen- wie Herzensgeschwisterlein; wie also sollte man sich sodann mutterseeleneinsam fühlen? Ich beginne erst gar nicht, von den drei goldgüldenen Muttertugendbrünnlein zu erzählen, an denen man erkennen kann, wie göttlich die Liebe sei, wenn sie in all ihren Facetten wirken darf – dort, wo die Demut und die Minne das Tanzpaar schlechthin bilden, das von der reinsten Harmonie begleitet wird.

Drum verabschiede ich mich bei der Liebe mit dem folgenden Lied:

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Theophanus
Ich fühle mich allzu gern in ein Lied hinein, wenn es mich sanft beschallt, und denke behutsam über dieses und jenes nach. In diesem Fall bin ich am Ende bei einer Begebenheit gelandet, die ich einst durchlebte und die mich in die Knie gehen ließ, als mir das Lied »Ginny Come Lately«, gesungen von Brian Hyland, vor Kurzem lieblich entgegenklang.

In einem bald neu eröffneten Tanzlokal namens »Nordpol«, in dem ich meine eigenen Lieder vorstellen werde, wird ein sehr langer und erschütternder Begleittext zu einem Lied erscheinen. Dieses Lied wurde mir in diesen Stunden durch das oben genannte Stück geboren. Es war mir so, als käme eine Fügung des Schicksals auf mich zugeflogen – eines Schicksals, das mich scheinbar stets verfolgt, mal positiv, mal negativ. Wie durch einen Gedankenblitz hatte ich endlich eine Idee zu einem längst fälligen, mir wichtigen Inhalt geboren; eine Idee, wie ich solch eine heikle Angelegenheit erdichten kann. Immer wieder hörte ich das Lied in einer Dauerschleife, ließ mich berieseln, doch erschallten stets nur noch die Worte in meinem Kopf: »Ginny Come Lately«.

Wie damals eine junge Frau in mein Leben trat – sie kam zu spät auf mich zu. Es war in einer Zeit, in der ich meine große Liebe erfuhr, die ich jedoch bald beenden musste, weil Merle gern Kinder mit mir gehabt hätte. Doch in dieser Zeit hatte ich, wie schon zuvor beschrieben, den Beischlaf bereits mit Hass versehen. Doch obwohl ich mich von ihr trennte, damit sie hoffentlich mit jemand anderem glücklich vereint eine himmlische Familie gründen konnte, musste ich jenem anderen jungen Mädchen im gleichen Alter ein zweites Mal absagen und ihrer Liebe zu mir entsagen. Sie hatte versucht, mein Herz zu gewinnen – was sie schon zuvor probiert hatte, als Merle und ich noch genüsslich vereint und Hand in Hand im Reich des Süßhimmels lustwandelten.

Eigentlich war das Ende ihres Daseins schon zu diesem Zeitpunkt absehbar, doch weder sie noch ich wollten es erkennen. Sie versuchte immer wieder, mit mir eins zu werden – mit einem Herzen, das so tapfer wie ein Stier ums Überleben kämpfte. Doch mein Herz war mir längst entzogen. Oft habe ich das Gefühl, dass damals nur eine Seite in mir existierte, die nur ein einziges Mal lieben kann, kein zweites Mal. Erst mit der Zeit keimte in mir die Sehnsucht auf, dem Herzen vielleicht doch noch eine zweite Liebe zu schenken. Doch im Laufe der Zeit bemerkte ich, diese Sehnsucht ist zu schwach; sie sucht nicht, sie hofft eher, entdeckt zu werden, besitzt jedoch keine echte Hoffnung. Sie sehnt sich vielmehr nach einer reinen Zweisamkeit auf rein romantischer Ebene, ganz ohne Beischlaf. Doch auch dieses Gefühl ist in mir zu schwach ausgeprägt, denn auf der anderen Seite steht die immerfort aufblühende Minne zu Merle, die alles andere hinwegfegt wie ein Liebesorkan.

Jene, die zu spät kam, versuchte mich nochmals ausfindig zu machen. Doch ich befand mich in teilstationärer Behandlung. Was dies alles bewirkte, wie mein Vater ins Spiel kam und das Schicksal mehrmals auf unbegreifliche Weise eingriff, um am Ende eine arme junge Frau ungehindert in den Selbstmord zu treiben – all das wurde mir schließlich später durch meinen Vater auf seinem Sterbebett offenbart.

Ich weiß nur, dass ich es todtraurig finde, dass mein Herz schon belegt war, denn sie war ein zweiter Engel auf Erden, dem man begegnen durfte. Und ich weiß noch, wie ich mit herzergreifendem Flehen versuchte, sie zu überzeugen, dass sie mich tunlichst vergessen sollte – damit sie nicht zugrunde ginge, indem sie vor Trauer verwelke. Doch dies misslang mir leidvoll. Was schließlich in Elmshorn passierte, lag nicht mehr in meiner Hand, was mich wiederum zutiefst betrübt. Vielleicht hätte ich sie davon abhalten können.

So trat sie in das Haus meines Herzens ein. Doch durch all das wurde sie zu einem ewigen Trauerherzen. In meinem Herzensgarten wächst seither eine Trauerweide, deren Blätter abertausende Tränchen darstellen. Sie ließen in mir ein Trübsalsbächlein entstehen. Noch heute kann ich im Inneren sehen, wie sich die untersten Zweige mit ihren Tränenblättchen voller Kummer hinabneigen bis zur Oberfläche des Baches, um dort ihre Tränelein mit dem Trauernass zu verbinden.

So trage ich zwei Herzchen in meinem eigenen. Als Sonnenschein pocht das Herz von Merle in meinem Herzenshaus, und im Garten erschien mir vom ersten Tag unserer Begegnung an eine Liebeslinde mit einem goldgüldenen Blätterwald, wobei jedwedes Blättlein aus purer Minne besteht und mir im Gehör als Himmelsharfe erklingt.

Da ich die Geschichte hinter dem Lied erklären musste, und zwar wahrheitsgetreu und ohne etwas zu verschweigen, musste der Begleittext sehr lang werden. Ich bitte dafür um Verständnis. Natürlich ist ihr Name nicht echt, sondern in Anlehnung an das Musikstück gewählt: »Ginny Come Lately«. Ich fühle eine schwere Last, wenn ich an sie denke, und mein Herz verlangte schon lange danach, ihr ein Lied zu widmen – damit ich sie nie vergesse, sollte mir jemals etwas zustreffen, das meinem Gedächtnis schadet.

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Theophanus
Das Coverbild vom Lied: »O Jenny, ihr kamt leider viel zu spät.«

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