Zitat von Häkelini:Inspiriert von einer Serie habe ich die letzten Tage versucht das Konzept der Raumzeit nachzuvollziehen. Und muss feststellen, es gelingt mir einfach ...
Die Allgemeine Relativitätstheorie beschreibt Gravitation ja folgendermaßen: Raum und Zeit bilden zusammen die „Raumzeit“, welche durch große Massen wie z.B. Sterne oder auch Planeten verzerrt wird. Stell dir die Raumzeit mal wie eine flexible Gel-Schicht vor, welche sich in alle Richtungen ausdehnen und verformen kann. Eine große Masse wie ein Planet drückt diese Schicht ein und erzeugt eine Delle. Objekte in der Umgebung „rollen“ dann nicht geradeaus, sondern folgen der gekrümmten Struktur - das ist im Prinzip das, was wir als Schwerkraft wahrnehmen.
Aber auch die Zeit wird durch diese Krümmung beeinflusst. Große Massen verlangsamen den Zeitfluss in ihrer Nähe - ein Phänomen, welches uns als gravitative Zeitdilatation bekannt ist. Heißt, je stärker die Gravitation, desto langsamer vergeht die Zeit, weil die Verzerrung der Raumzeit auch die Bewegung von Licht und Energie beeinflusst, und Zeit ist platt gesagt eng damit verknüpft.
Ich meine, wenn eine hochgenaue Uhr auf der Erdoberfläche steht und eine zweite auf einem Berg, vergeht die Zeit für die Uhr auf dem Berg minimal schneller, weil dort die Schwerkraft geringer ist. Bei noch extremeren Fällen, etwa in der Nähe eines schwarzen Lochs, vergeht die Zeit in der Nähe des massereichen Objekts so langsam, dass eine Minute dort für einen Beobachter in der Ferne wie viele Stunden oder sogar Jahre erscheinen könnte.
Die Übertragung der Modelle der Allgemeinen Relativitätstheorie auf unsere physische Welt ist schwierig, da Konzepte wie „Raumzeit“ nun mal sehr abstrakt sind. Diese Abstraktion erfordert schon eine gewisse Flexibilität im Denken. Als jemand, der in der theoretischen Physik tätig ist, finde ich jedoch, dass sich die Theorie, wenn man auch die Berechnungen dahinter versteht, deutlich logischer erschließt als z.B. die Quantenmechanik.