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Hallo Norbert,
ich bin auch sehr froh, jemanden gefunden zu haben, der ähnlich wie ich erlebt hat.
Tut mir leid, dass es Dir nicht so gut geht.
Ich habe die Problematik seit 1995 und war 1996 in der DKD zu verschiedenen Untersuchungen bei Dr. Müller-Lobeck, der auch Darm-Biopsien entnahm, die dann in die Schweiz eingeschickt wurden. Leider kam dabei nicht viel heraus, da zu viel Schleimhaut vorhanden war.
So quälte ich mich dann bis im August 99 mit ständigen Schmerzen und Verdauungsproblemen herum und konnte bei allen Ärzten und Therapeuten auch keinen einzigen gefunden, der mir helfen konnte.
Die meisten versuchten mir beizubringen, dass meine Psyche der Grund für die ständigen Schmerzen, Blähungen und Verdauungsprobleme sei.
Ich habe mich und meine Reaktionen auf Belastungen jeglicher Art sehr genau beobachtet und es war mir klar, dass das so nicht sein konnte.
1999 wurde es dann so schlimm, dass ich ständige Schmerzen hatte und vor allen Dingen nachts höchstens 2 Stunden schlafen konnte. Trotzdem ging ich meiner Arbeit als Sekretärin nach, auch um mich abzulenken.
Als ich es nicht mehr aushielt, überwies mich meine Frauenärztin zur Untersuchung und Bauchspiegelung ins Stadtkrankenhaus in Hanau/Main.
Das ist bei Frankfurt. Dort getraute man sich nicht, eine Bauchspiegelung zu machen, da ich schon 1978 eine Bauchfellentzündung hatte und einen langen Bauchschnitt vom Nabel abwärts mit angeblich starken Verwachsungen.
So kam ich in die Chirurgie, dort machte man Defäkographie, Koloskopie und Röntgenuntersuchungen. Auch ohne Befund. Deshal sollte ich wieder nach Hause gehen. Ich war so fertig mit den Nerven, dass ich den Oberarzt angefleht habe, mir zu helfen. Er zeigte die Aufnahmen dann dem Chefarzt, der durch seine jahrelange Erfahrung, die Diagnose Cul-de-Sac Syndrom bzw. Sigmoidozele stellte und mir zu der OP riet.
Das andere habe ich ja schon berichtet.
Anfang 2001 kam ich dann wieder in die DKD wegen meiner weiterhin bestehenden Schmerzen zu H. Dr. Drechsel, (Anästhesist) der mich speziell auf Beckenboden-probleme untersuchte.
Die darauffolgende Schmerztherapie (1 Woche war ich im Aukamm-Hotel nebenan untergebracht) half mir, dass ich jetzt einigermaßen schmerzfrei bin. Aber die Hauptproblematik ist wohl auch noch nicht beseitigt.
Du fragst nach Rückenproblemen, auch hiervon bin ich betroffen, aber es handelt sich mehr um Nackenprobleme. Bei einer Kenrnspintomographie wurde ein beginnender Bandscheibenvorfall diagnostiziert. Aber das ist eigentlich zum Aushalten.
Die von die erwähnten psychischen Probleme sind doch völlig normal, man ist ja nur noch ein halber Mensch, wenn man sich ständig mit Schmerzen herumplagen muss.
Ich war 1995, als das alles anfing, ca. 3 Monate krankgeschrieben, das war das erste Mal, dass ich so lange krank war. Es hat mich so fertig gemacht, nicht nur die ständigen Schmerzen, auch diese Belastung war für mich ganz unerträglich.
Du must unbedingt mit Deiner Frau über alles reden. Sie wird Dich bestimmt verstehen.
Auch ich habe einen Partner, der die ganze Zeit immer für mich da war und das hat mir sehr geholfen.
Ich denke, dass alles bei mir eine angeborene Sache ist, ich meine der zu lange Darm mit den Schlingen. Ich kann mich auch erinnern, schon früher Probleme gehabt zu haben, aber es war trotzdem nicht so auf den Darm bezogen, eher mit dem Magen.
Ich bin jetzt 54Jahre alt und da wird natürlich nichts besser. Auch spielen bei Frauen die Hormone eine nicht unerhebliche Rolle.
Wie ist das bei Dir, Kannst Du arbeiten, oder bist Du zuhause ?
Ich bin seit der OP eigentlich wieder regelmäßig arbeiten gegangen, das hat mir sehr geholfen.
Ich habe trotz allem Stuhlgang, nicht immer regelmäßig aber ohne Schmerzen. Bei mir ist die Problematik, daß ich micht nicht richtig entleeren kann. Ich habe immer das Gefühl, es ist noch was drin, was raus muss.
Und oft klebt das dann auch noch irgendwie am Po. Also nicht so angenehm.
Auch ist hierdurch die Beziehung zu meinen Partner stark betroffen, jedenfalls für mich. Weil ich mich halt oft nicht so sauber finde, totz Waschen und Intimpflege. Für ihn stellt das kein Problem dar. Das finde ich so prima und hilft sehr !
Norbert, ich hoffe und wünsche Dir, dass die Spritzen Dir doch noch helfen, vielleicht braucht das noch einige Tage.
Ich habe letztes Jahr eine Hämmorhoiden-OP in einer anderen Klinik gehabt, dort lernte ich eine Frau kennen, die auch dieses Cul-de Sac Problem hatte und sogar beim gleichen Internis in Behandlung ist wie ich.
Mit ihr habe ich regelmäßigen Kontakt, Sie hat leider keinen PC und ist auch arbeitslos und sehr unglücklich.
Diese Frau hat seit mindestens 12 Jahren kaum noch Stuhlgang und mußte sogar eine Pumpe als Hilfsmittel einsetzen. Sie hat viele OP`s, vor allen mit Bauchspiegelung hinter sich gebracht, Darmentfernung und kein Erfolg !
Jetzt soll sie Ende März wieder unters Messer.
Du siehst, es gibt noch mehr Leidensgenossen. Bei ihr wird eine Nervenschädigung vermutet und noch eine Biopsie durchgeführt, die dann auch in die Schweiz eingeschickt wird.
Schade, dass man nichts mehr von Kerstin hört. Es würde mich sehr interessieren, wie es ihr jetzt geht.
Aber vielleicht meldet sie sich noch einmal.
Es ist jetzt schon spät, aber ich denke wir bleiben in Verbindung und ich wünsche Dir alles Liebe und gute und verliere nicht die Hoffnung.
Vielleicht können wir uns noch weiterhin austauschen und ein bißchen gegenseitig unterstützen ! Mir geht es im Gegensatz zu Dir eigentlich sehr gut, ich bin auch Waage und eigentlich ein lebensfroher Mensch und das möchte ich auch weiterhin bleiben.
Gisela
15.03.2004 02:31 •
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