SunAndFun
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Wir beobachten historisch einen Übergang: Wo früher die Religion und das Sakrament der Beichte als Werkzeug dienten, um das Individuum an den standesgemäßen Habitus auszurichten, haben wir heute hochpreisige, exklusive Rückzugsorte. Die Therapie fungiert hier meiner Analyse nach als moderne Liturgie.
Besonders spannend (und diskussionswürdig) finde ich dabei drei Punkte:
Die Sakramentenfolge: Die Transformation von der Sündenvergebung hin zur systemimmanenten ‚Funktionswiederherstellung‘.
Die ökonomische Barriere: Bei Kosten, die für eine Intensivtherapie in diesem Setting oft in den hohen fünf- oder sechsstelligen Bereich pro Monat gehen, stellt sich die Frage: Kauft man hier echte Heilung oder exklusive Diskretion und die professionelle Wahrung der dynastischen Fassade?
Das Disziplinierungstheater: Wird hier eine Heilung vollzogen, oder findet nur eine Entzauberung des ‚Dämons‘ statt, um das Individuum wieder in den dynastischen Betrieb zu integrieren?
Mich würde eure Einschätzung interessieren: Sehen wir hier eine echte medizinische Entwicklung oder nur eine Umdeutung alter Machtmechanismen?
• • 26.06.2026 #1