Hallo,
bin gegenwärtig 28 Jahre alt. Hatte eine gespaltene Kindheit, einerseits harmonisch, andererseits auch häusliche Gewalt (Vater schlug Mutter mehrmals, Geldprobleme, behinderter Bruder, angespannte Ehe der Eltern mit viel Rumbrüllen etc). 2009 wurde mir alles zu viel, fing an zu *beep*, machte im Juni 09 Abi. Zuhause gings drunter und drüber, fuhr mit "Freunden" nach Holland für 1 Tag und hatte dann auf dem Rückweg in der Bahn den schlimmsten Horrortrip, den man nur haben kann. Dachte während des Horrortrips, dass ich Sterben werde, dass mein Auge rausfällt, hatte Atemprobleme, musste mich schlussendlich extrem übergeben. Drei Tage später Herzrasen und Negativgedanken (permanente Suizidgedanken etc), die ich nicht verdrängen konnte. Letzten Endes lieferte ich mich kurze Zeit später selbst in die Klapse ein, da ich mit mir selbst überfordert war. Erstdiagnose vom Arzt: Dro.induzierte Psychose. Bekam 2 Wochen Diazepam, danach Doxepin 100 und Seroquel 100. Kurz vor Silvester 09 entlassen. Diagnosekorrektur: endogenene Depression, Panikattacken. Begründung der Korrektur: kein Wahn, kein Stimmenhören, Patient die ganze Zeit normal. Nach Entlassung wurde mir gesagt, dass ich das Doxepin 2 Jahre weiter einnehmen soll, das Seroquel 1 Jahr, *beep* soll ich ganz bleiben lassen. Im Februar '10 Aufenthalt im labilen Zustand in London für 6 Monate. Doxepin weiter eingenommen, Seroquel nach 4 Monaten abgesetzt. Zurück in Deutschland wieder der gleiche beschissene Freundeskreis, die gleichen beschissenen Familienprobleme. Wieder angefangen zu *beep*, aber sehr unregelmäßig. Ging knapp anderthalb Jahre so. Seitdem nie wieder gek. . Die Antidepressiva wurden zwischenzeitlich wieder abgesetzt. Bekam als ich aus London wiederkam neue Tabletten (Citalopram, für das Seroquel wurde keine Verwendung gesehen). Wenn es mir schlechter ging, dann welche vom Arzt verschreiben lassen und wieder eingenommen (über einen längeren Zeitraum natürlich). Noch anzumerken ist, dass ich im Oktober 2013 ein Studium begann und dieses jetzt im Mai beendete (Bachelor of Science, BWL). Davor noch Jura ausprobiert, aber nach einem Semester abgebrochen.
Seit mehreren Jahren habe ich immer einen Druckpunkt im Kopf, der mich manchmal wahnsinnig macht. Der ist ziemlich zentral, kann das gut verorten. In der letzten Zeit habe ich auch ständiges Augenlid zucken. Zudem kommt noch, dass ich ziemlich oft Selbstgespräche mit mir führe. Manchmal ist das sehr unangenehm. Speziell, wenn ich abends spazieren gehe und mich mit mir selbst leise unterhalte. Muss halt auch sagen, dass ich seit meinem 18.Lebensjahr keine Beziehung mehr hatte. Bin eigentlich ein ziemlich kommunikativer Typ, aber auf eine Beziehung kann ich mich sehr schwer einlassen, keine Ahnung warum. Einmal hätte es fast geklappt, aber da wollte das Mädchen nicht.
Habe manchmal auch so Misswahrnehmungen. Zum Beispiel: Wenn ich Nachrichten bei WhatsApp kriege, blinkt ein weißes Lichtlein an meinem Handy. Oft kommt es mir so vor, als ob es weiß blinkt, obwohl es dann bei näherer Betrachtung gar nicht der Fall ist. Oder auch wenn ich manchmal auf der Straße laufe: Manchmal kommt es mir so vor, als ob ich jmd. gesehen hätte und dann merke ich, dass es doch nur eingebildet war. Ist halt natürlich nicht permanent so, aber es beunruhigt mich. Verspür manchmal eine große innere Unruhe.
Hab auch seit Jahren Schlafprobleme. Beim Schlafenwollen überkommt mich manchmal so ein ganz komisches Gefühl. Ich fang dann an leicht zu zittern, ich werde ganz schwach, aber so nach einer halben Stunde/Stunde geht es schon wieder. Mein Gedächtnis ist auch sowas von schlecht geworden im Vergleich zu früher. Hab viele graue Haare bekommen (teilweise sogar weiße Nasenhaare

). Auch habe ich Zukunftängste/Jobängste, weil ich nicht weiß, wie ich mit diesen Symptomen einer geregelten Arbeit nachgehen soll. Depressiv bin ich auch noch.
Ich würde gerne von euch selbst eine Einschätzung meiner Situation haben wollen. Wie würdet ihr die Symptome deuten? Als ich beim Psychiater war, meinte er, ich soll wieder das Citalopram nehmen oder es evtl. mal mit Risperidon über einen etwas längeren Zeitraum probieren. Aber Risperidon ist ja ein Neuroleptikum und ich hab jetzt so schön abgenommen (20 Kilo

), dass ich mir das nicht wieder versauen lassen möchte. Zudem kommt noch, dass ich mich gedanklich total leer durch das Zeug fühle. Hatte es mal 2 Tage eingenommen und selbst das aufstehen, war 'ne Tortur. Das Citalopram ist ganz OK, wobei es anfangs total schlimm ist. Erektionsstörungen für 2 Monate muss man immer aufs Neue miteinberechnen. Außerdem bin ich davon manchmal, zumindest die erste Zeit immer leicht verwirrt. Kennt ihr da andere Medikamente?