Zitat von Kosmos: Nach meiner Meinung sind die Traumata die schlimmsten, die dazu führen, dass Menschen völlig außer sich geraten. Und das sind andere als die, die oben stehen.
Genau das ist Deine Meinung. Frag mal einen, der vom Babyalter an, sexuell mißbraucht wurde, geschlagen wurde,
das bestimmst Du doch nicht, was schlimm ist und was nicht. Du kannst Dich doch in vieles gar nicht hineinversetzen, wie ein Mensch sich fühlt, dem das widerfahren ist. Ich habe nichts gegen Dich, im Gegenteil, aber jetzt gehst Du eine Spur zu weit.
Ich bin auch der Überzeugung, das ein Therapeut, nicht das empfinden kann, was ich empfinde. Ich habe durch meine Ängste, die ich zig Jahre hatte, geprägt. Ein Therapeut kann zuhören, mehr aber auch nicht, denn er handelt immer nur so,
wie er es gelernt hat, nach seinem Buch im Studium, niemals hat er aber meine Ängste oder die der anderen Patienten miterlebt.
Deswegen kannst Du Dich nicht hineinfühlen, wie es jemanden ergangen ist, der Mißbraucht wurde, weil Du ganz andere Erfahrungen gemacht hast und was schlimmer ist und was nicht, kannst Du nicht beurteilen.
Sag mal jemanden, der das alles erlebt hat, was er erlebt hat, nein, nein, Deins ist nicht so schlimm, ein Terroranschlag ist schlimmer. Natürlich ist ein Terroranschlag schlimm, aber für jeden Einzelnen ist seins was er oder sie erlebt hat schlimm genug. Alles was erlebt wird und wurde, kann einen Menschen ein ganzes Leben prägen. Da geht es nicht um schlimmer oder nicht schlimm.
Du sagst Du bist Juristin, hast Du auch nur einen Teil davon miterlebt, selbst miterlebt? Aber auch dann, kannst Du Dich nicht in Menschen hineinversetzen, die schlimmes erlebt haben. Aber ich denke, auch das was ich schreibe, kannst Du nicht nachvollziehen. Du gehst von Außen nach Innen, statt andersherum.