Zitat von Häkelini: Früher gab es ja so einige Diagnosen nicht. Das heißt ja nicht, dass es sie nicht gab. Man hat es halt nur anders benannt, auch noch nicht die Hintergründe etc. so überblickt.
Früher wurde überhaupt nicht über psychische Krankheiten gesprochen.
Und wenn doch, dann gab es nur Normal oder Klapse.
Natürlich rede ich da nicht über die Ärzte, sondern über die breite Öffentlichkeit.
Das war ja der Hauptgrund, warum ich mich ewig rumgequält habe, anstatt mir Hilfe zu holen.
Hätte ja jemand mitbekommen können, dass man beim Psychiater/Therapeut ist oder Psychopharmaka bekommt und dann wäre es vorbei mit einer leitenden Funktion und der gesellschaftlichen Stellung.
Maximal wurde über eine Störung des vegetativen Nervensystems gesprochen oder eben die ganz schlimmen Psychosen, Paranoia oder Schizophrenie. Eher wurde ein Exorzismus durchgeführt oder weggesperrt, um es mal etwas drastischer auszudrücken.
Erst später wurde es da etwas heller und aufgeklärter am Horizont.
Burn out ist auch so eine Übergangslösung, eigentlich eine Form der Depression, aber es ist ja viel verständlicher und gesellschaftlich akzeptabler, sich kaputt gearbeitet zu haben, als über den Arbeitsprozess in Depression zu rutschen, weil es einen psychisch kaputt macht.
Mit "selbst was hängen bleiben" meine ich, dass wenn man zu tief in eine Sache einsteigt, etwas der Blick beeinflußt wird, was normal oder krank ist und man für alles nach einem psychischen Zusammenhang sucht und findet.
Diese relative Offenheit kam erst mit dem I-Net und auch hier sollte man nicht übersehen, dass man sich nur versteckt über Avatare und Nicknamen austauscht, um nicht erkannt zu werden und keine Probleme zu bekommen.