Zitat von Sonnenzauber: Der pathologische Narzisst macht zu 100% keine Therapie.
Das ist nicht so ganz richtig. Sie lassen sich wegen anderer Lebensprobleme helfen, wenn auch nur ungern, weil das eine Art Niederlage ist, jemanden zu brauchen, man kann ja alles selbst. Aber, sie lassen sich helfen, nur eher selten bei ihrer narzisstischen Problematik.
Zitat von Sonnenzauber: Warum ist das Thema Schuld im Narzissmus so ein großes Thema?
Ist es bei (psycho)technischem Licht betrachtet gar nicht.
Narzissten empfinden keine Schuld, sondern Scham, die primitivere Vorform der Schuld.
Schuld empfinden zu können ist ein Zeichen des Fortschritts.
Der Grund ist, dass Schuld immer an die dann schmerzvolle Einsicht gekoppelt ist einem anderen Menschen etwas angetan zu haben. Sie ist verbunden mit Gefühlen der Wiedergutmachung, des Ungeschehenmachens und dergleichen.
Scham ist egozentrisch: 'Wie stehe ich denn jetzt da? Ich bin blamiert, degradiert, alle werden mit dem Finger auf mich zeigen oder sich hinter meinem Rücken das Maul zerreißen.' Diese Überzeugung ist quälend bis verninchtend für Narzissten und weil das so ist, machen die eben (aus ihrer Sicht) niemals Fehler. Das Eingeständnis ist nahezu unerträglich für sie, auch bei Dingen, die den meisten als Lappalien vorkommen.
Kognitiv ist Narzissten natürlich klar, dass alle Menschen Fehler machen, auch, dass das in den meisten Fällen eigentlich nicht so schlimm ist, aber da sie sich in einer eigenen Liga wähnen, ist ihr Bewertungsmaßstav ein anderer und so wissen sie natürlich auch besser, was die Menschen 'wirklich' denken. Vordergründig sagen sie, etwas sei nicht so schlimm, aber hintenrum setzt ein breites Grinsen ein, weil jemand eine Schwachstelle gezeigt hat. So wäre es bei ihnen und man projiziert immer das eigene Empfinden auf alle anderen.