Meiner Erfahrung nach ist es so leider nicht. Vielleicht werdet ihr eine andere Generation sein. Wir und die Eltern um uns herum sind alle um die 40 und häufig läuft es so ab. Das erste Kind kommt und man beginnt eine Familie zu sein. Zeitgleich reduziert sich der bisherige Freundeskreis deutlich aus verschiedenen Gründen. Viele Familien um uns herum haben fast gar keine Freunde mehr, weil man auch wirklich keine Zeit und Lust mehr dazu hat. Denn wir freuen uns über jede 5 Minuten, in denen wir mal durchschnaufen können. Der Alltag sieht aber so aus: Aufstehen, Frühstück für alle machen, waschen, anziehen, alle zur Schule und zur Arbeit. Nach der Schule irgendwie den Spagat zwischen Home-Office, Mittagessen und Kinderbetreuung schaffen, bis der andere Partner zu Hause ist. Dazwischen Therapie, Hausaufgaben, Playdates, Haushalt, Einkäufe, Arztbesuche und andere Verpflichtungen, Abendessen, waschen, schlafen, repeat. Wer da noch Zeit für Sport oder Freizeit hat - Respekt. "Früher" ist oft nur der Mann arbeiten gegangen und die Kinder waren zum Mittag zu Hause. Die Mütter hatten Zeit für Kaffeekränzchen mit anderen Müttern und die Kinder konnten spielen. Heute ist das in der Regel anders. In der Regel gehen beide Elternteile arbeiten (oder sind ohnehin alleinerziehend). Die Kinder stecken bis 16 Uhr in der Betreuung. Die Väter sollen sich heute auch um die Familie und nicht nur um die Karriere kümmern.
•
x 1#41
User_0815_4711 Mitglied
Beiträge:
4635
Themen:
5
Danke erhalten:
6338
Mitglied seit:
Zitat von CosmicPancake:
Heute ist das in der Regel anders.
Es war früher auch schon ähnlich, aber im Durchschnitt nicht so extrem wie jetzt.
Auch früher - vor 50 Jahren - reduzierten sich alte Schulfreundschaften mit dem Beginn der rush hour des Leben stark. Etwa mit der Pensionierung wurden sie wieder etwas intensiviert. Bis Gebrechlichkeit u.ä. die Kontakte wieder reduzierten. Das ist die Entwicklung in meinem Umfeld.
Es gibt aber auch Ausnahmen. Ich kennen eine Frau ü60 mit zwei Kindern, sie war lange Zeit auch alleinerziehend, wann immer ich sie traf, ging es viel um ihre Freundinnen und was sie mit denen alles macht. Ich fand das immer sehr erstaunlich, weil es war die Ausnahme. Freundinnen waren immer wichtiger als Verwandtschaft, beispielsweise.
•
x 1#42
A
Soziale Außenseiterin, kaum Freunde
x 3
leisewelt Mitglied
Beiträge:
4
Danke erhalten:
1
Mitglied seit:
@Chrischie ja, ich habe damit seit 7 Jahren meine Probleme, weil ich glaube ich bin nicht gut genug. Hätte gern jemand der mich liebhat. Bin immer toal allein, bin obendrein still, ich kann nicht gut aus mir raus. Mittlerweile lebe ich sehr stark zurückgezogen. Ich finde es wahnsinnig schwierig. lieben Gruß
•
#43
alles_roger Mitglied
Beiträge:
430
Themen:
1
Danke erhalten:
333
Mitglied seit:
Hey, es tut mir so leid zu hören, dass euch diese Gefühle gerade belasten. Das Gefühl, irgendwie am Rand zu stehen und nicht richtig dazuzugehören, kann unglaublich schmerzhaft, einsam und auch erschöpfend sein. Es ist völlig verständlich, dass euch das traurig macht, denn wir alle sehnen uns tief im Inneren nach Verbindung und Gemeinschaft. Bitte nehmt euch für den Moment vor allem eines zu Herzen: Nur weil ihr euch gerade wie Außenseiter fühlt, bedeutet das überhaupt nicht, dass mit euch etwas nicht stimmt. Oft liegt es gar nicht an einem selbst, sondern schlicht am Umfeld. Wenn die Menschen in der Schule, bei der Arbeit oder im Bekanntenkreis eure Interessen, eure Werte oder euren Humor nicht teilen, fühlt man sich schnell fehl am Platz. Das ist aber kein Makel an euch – es bedeutet nur, dass ihr eure richtigen Leute, eure eigene kleine Gemeinschaft, einfach noch nicht gefunden habt. Ecken und Kanten, die euch vielleicht von anderen unterscheiden, machen euch besonders und tiefgründig. In einer Welt, die oft Anpassung verlangt, ist eure Einzigartigkeit eine echte Stärke. Lasst euch von euren Gedanken auch nicht einreden, dass euch niemand mag oder ihr nicht für Kontakte gemacht seid. Gefühle können sich verdammt echt anfühlen, aber sie sind keine unumstößlichen Fakten. Dieses schwere Gefühl ist vorübergehend und bestimmt niemals euren Wert oder eure Zukunft. Ihr braucht auch keine riesige Gruppe, um dazuzugehören. Oft reicht schon ein einziger Mensch, der euch wirklich versteht und genau so mag, wie ihr seid, um die Einsamkeit zu vertreiben. Ihr seid wichtig, ihr verdient echte, ehrliche Verbindungen und ihr seid mit diesem Gefühl absolut nicht allein auf der Welt. Gebt euch selbst die Zeit und den Raum, genau die Menschen zu finden, die euch und eure einzigartige Art zu schätzen wissen 🫶
Wichtig ist vor allem eins: Man muss zuerst selbst gut genug sein. Ich gewöhne mir gerade an, bei jeder Gelegenheit: "I love myself" zu mir zu sagen. Es fängt alles mit der Liebe zu sich selbst an. Es ist nicht wichtig, irgendwo dazu zu passen und wenn man bei selber angekommen ist, ergibt sich alles andere.