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Hallo wunna,
du fragst, wie man mit Schulden leben kann. Wenn sie entstanden sind, muss man damit leben und versuchen, da herauszukommen. Ich habe auch sehr hohe Schulden, entstanden aus meiner ersten Selbständigkeit. Dieses ist ein Kreislauf, in welchen man auch ohne jeglichen Vorsatz geraten kann. Bei mir blieben die Zahlungen seitens der Kunden aus, dann Auftragsrückgang, letztlich kam die Krankheit richtig zum Ausbruch und alles nahm seinen Lauf, wie bei vielen anderen auch. Ich möchte mich da mit nichts rechtfertigen. Eine Eidesstattliche Versicherung ist nicht der Weltuntergang, daraus geht lediglich hervor, dass du nicht über Vermögen verfügst. Nach drei oder vier Jahren ist sie abgelaufen und wird, wenn dieses erforderlich ist, erneuert. Ich würde den Rat an deiner Stelle annehmen und versuchen, mit dem Gläubiger eine Ratenzahlung zu vereinbaren, um eventuell um die Abgabe der EV zu kommen, denn wegen 500 Euro, das ist es nicht wert. Du kannst auch versuchen, einen Vergleich zu schließen. Wenn du beispielsweise Verwandte hast, die dir etwas borgen könnten und du dem GL einen Vergleichsvorschlag unterbreitest, beispielsweise die Zahlung von 300 oder 350 Euro in einer Summe und damit wäre die Forderung abgegolten, VB würde aus der Schufa gelöscht. Versuche es einmal auf diesem Wege.
Und mach dich nicht verrückt. Was glaubst du, wie viele Menschen Schulden haben, egal, worauf nun beruhend. Würde ich die Gelder erhalten, die mir andere schulden, wäre ich den größten Teil meiner Schulden los. Und wenn sich jeder wegen seiner Schulden umbringen würde, wäre Deutschland bald nahezu ausgestorben
Du wirst eine Lösung finden. Mach dich wegen 500 Euro bitte nicht verrückt. Und wegen des unfreundlichen Gerichtsvollziehers: ich kann deinen Frust diesbezüglich verstehen, aber es gibt tatsächlich auch noch andere, die ein wenig Menschlichkeit zeigen. Im Ernstfall kannst du dich auch bei der Gerichtsvollzieherverteilerstelle beschweren, denn auch GV haben Vorgesetzte und auch sie müssen sich an Regeln halten, genau wie Schuldner. Ein GV, welcher mich nun seit Jahren kennt (nein, ich bin nicht stolz auf so etwas, im Gegenteil, und mir ist auch klar, dass ich jetzt sehr wahrscheinlich auf andere einen sehr schlechten Eindruck machen werde), meinte einmal, weil er meine Suizidversuche und Rückzugsphasen mittlerweile kennt, ich solle zu ihm kommen, um die EV abzugeben und wörtlich meinte er dazu: "dann kommen Sie auch wenigstens mal raus". Ich konnte auch offen mit ihm über meine Panikprobleme sprechen und er weiß, dass, wenn er kommt und nich nicht öffne, ich auch wirklich nicht zu Hause bin und mich, wenn er mir eine Benachrichtigung hinterlässt, auch sofort telefonisch mit ihm in Verbindung setze. Er betonte mehrmals, ich bräuchte nicht immer gleich in Panik geraten. Solche gibt es auch. Ich reite jedoch nicht auf meiner Krankheit herum, sehe diese nicht als Rechtfertigung und bestreite meine Verbindlichkeiten nicht, sondern versuche alles, was möglich ist, um wenigstens etwas wieder gut zu machen.
Du kannst dich über das m.E. unangemessen unfreundliche Verhalten des GV durchaus beschweren, denn es liegt ja auf der Hand, dass du die Sache klären willst und nicht auf stur schaltest.
Wünsche dir jedenfalls viel Glück und dass du es geregelt bekommst.